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AKTUELLE BERICHTE

WIEN – (1. u.) 3. Bez. (INNERE STADT u.) LANDSTRASSE

Heumarkt-Grundstück: Verfahren eingestellt. Das geplante Heumarkt-Hochhaus, das das UNESCO-Weltkulturerbe „Historisches Zentrum von Wien“ gefährdet, sorgt seit Jahren für Debatten. Die Liste JETZT hatte den 2008 erfolgten Verkauf des betreffenden Grundstücks thematisiert. Hier dürfte aber alles mit rechten Dingen zugegangen sein. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt. +++ Die Liste Jetzt zum Heumarkt:https://nr-klub.jetzt/category/misswirtschaft/.https://wien.orf.at/stories/3007365/  

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Abriss Hugogasse 8: Ein Jahr Bauordnungsnovelle Wien – und schon wirkungslos?

Initiative Denkmalschutz: Ein Jahr Bauordnungsnovelle Wien – und schon wirkungslos? Wertvolles Gründerzeithaus in Simmering wurde dieser Tage abgerissen. Das strenghistoristische Gründerzeithaus in der Hugogasse 8 im 11. Bezirk wurde soeben dem Erdboden gleichgemacht. Das gut erhaltene einstöckige Gebäude – außerhalb einer Schutzzone gelegen – zeichnete sich durch eine ausgesprochen dekorative Fassadengestaltung im Neorenaissance-Stil aus und besaß einen Verandavorbau zur Braunhubergasse 8. Es wird auch im Dehio-Handbuch des Bundesdenkmalamtes entsprechend gewürdigt.* Seit der Gültigkeit der neuen Bauordnung im Frühsommer letzten Jahres sind jetzt auch Gebäude außerhalb von Schutzzonen grundsätzlich vor Abbruch geschützt, wenn sie vor 1945 erbaut wurden und von der Magistratsabteilung 19 (Architektur und Stadterhaltung) als erhaltenswert eingestuft werden. Das augenscheinlich in einem sehr guten Zustand befindliche Haus Hugogasse 8 machte schon zwei Jahre einen leerstehenden Eindruck, doch zeigte man offensichtlich keine Eile mit dem Abriss zu beginnen und ließ erstaunlicherweise das Inkrafttreten der Bauordungsnovelle letzten Sommer vorüberstreichen.


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BLICK NACH AMERIKA – USA

Zum Thema Kulturgut Musik: Katastrophe: Zigtausende Masterbänder bei Feuer vernichtet. Als 2008 eine Lagerhalle der Universal Music Group in Los Angeles von einem Feuer zerstört wurde, hieß es, der Schaden sei halb so wild. Tatsächlich sollen 175.000 Originalaufnahmen vernichtet worden sein.https://www.derstandard.at/…/katastrophe-fuer-musik-zigtaus…  

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OBERÖSTERREICH – VÖCKLABRUCK (Pol. Bez.)

Weyregg (Gem.). Heftiger Konflikt um Wohnungsneubau im Zentrum von Weyregg am Attersee. Die Initiative „Rettet das Kirchendorf“ kritisiert: „Der Bau dieser drei großen Wohnblocks mit 18 Wohnungen und einer riesigen Tiefgarage ist nur realisierbar, wenn der gesamte Altbestand weggerissen wird. Das Dorfensemble, das uralt und der historische Kern des Orts ist, wird damit zerstört.“ +++ Die Bürgerinitiative „Rettet das Kirchendorf“: https://www.rettetdaskirchendorf.at +++ Ältere Medienberichte: „Bauprojekt im Ortszentrum wirbelt viel Staub auf“ (9.7.): https://www.krone.at/1956370; „Trotz heftiger Kritik: Bauausschuss in Weyregg segnet Bebauungsplan ab“ (8.7.): https://www.nachrichten.at/…/trotz-heftiger-kritik-von-anra…; ORF: „Streit um Baupläne in Weyregg eskaliert“ (8.7.): https://ooe.orf.at/stories/3003685/; https://kurier.at/…/heftiger-konflikt-um-wohnungs…/400551068  

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OBERÖSTERREICH – ZWEIGSTELLE WELS

Still und heimlich wurden drei Arbeiter-Wohnhäuser der „Fritsch Kunstmühle“ aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts im Juni geschleift! Laut Auskunft des Welser Stadtarchivis wurden die Grundstücke von der Familie Fritsch zwischen 1866 (an der Lichtenegger Straße) und 1874 (Kreuzweg) gekauft. Lt. Firmenchronik baute sie schon 1874 die ersten Arbeiterwohnungen und in den nächsten Jahrzehnten weitere. Nur ein „Sturm im Wasserglas“ oder sollte die Behörde nicht endlich einmal einschreiten?

Wien: Frauenheim Meidling – Stellungnahme Planentwurf 7870E

Stellungnahme der Initiative Denkmalschutz zum Entwurf Flächenwidmungs- und Bebauungsplan 7870E Für das Gebiet zwischen Bischoffgasse, Frauenheimgasse und Schönbrunner Straße im 12. Bezirk, Katastralgemeinde Meidling in Wien Der Verein Initiative Denkmalschutz gibt folgende Stellungnahme ab: Einleitung: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadt­erhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historisch wertvollen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebau­baren Fläche vorgeschlagen. Ebenso möge die Anzahl der Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand angepasst werden. Dadurch wird auch am ehesten – neben der Festsetzung einer Schutzzone – der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Die Stellungnahme im Detail: Das einzige Gebäude im Planentwurf ist das so genannte Pflegeheim „Haus Schönbrunn“, ein Pflegewohnhaus der Caritas der Erzdiözese Wien (Adresse: Frauenheimgasse 2, Bischoffgasse 2, Schönbrunner Straße 295). Es ist ein „großzügig dimensionierter Baublock in späthistoristischen Formen mit Park zur Schönbrunner Straße“ (Zitat Dehio) und wurde als Wiener Frauenheim vom Architekten Karl Holzer 1906-07 erbaut (Entwurf). Ausführung: Karl Krepp, Friedrich Mahler und Albrecht Michler). Eröffnung 1907 von Erzherzogin Marie Valerie (Gedenktafel). Es ist „ein langgestreckter, zweistöckiger Bau, der durch einen Mittel- sowie zwei Eckrisalite aufgelockert ist. Die Risalite sind über das oberste Gesims hochgezogen, wodurch sich in der Zusammenschau mit den Rundbogenfenstern und Balkonen ein malerisches Erscheinungsbild ergibt.“ (Zitat Architektenlexikon). Ursprünglich wurde der Verein „Wiener Frauenheim“ von Auguste von Littrow (geborene Bischoff) 1881 gegründet. Es bot alleinstehenden, mittellosen, gebildeten Frauen Verpflegung und Unterkunft. Das erste derartige Altersheim fand seinen Sitz (hier) in der Sommervilla der Familie der Initiatorin („Bischoffvilla“). Es wird dringend empfohlen dieses historisch wertvolle Gebäude als Schutzzone zu widmen, zumal es derzeit nicht unter Denkmalschutz gemäß Bundesgesetz steht (Denkmalschutzgesetz), jedoch spätestens seit 1996 bekannt ist, dass im Schutzzonenmodell der Stadt Wien (Magistratsabteilung 19, Architektur und Stadtgestaltung) das betreffende Plangebiet als mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ schutzwürdig ausgewiesen wurde. Die Ermöglichung der Verbauung im Parkschutzgebiet (Spk) im aktuellen Planentwurf wird als äußerst kritisch betrachtet. Unser Verein Initiative Denkmalschutz empfiehlt daher die Beibehaltung des aktuell gültigen Bebauungsplanes (Plandokument 7870), der auch den Nordteil der Parkanlage unverbaut lässt. Es wird daher nachdrücklich empfohlen, nach Alternativen für das aktuell in Diskussion stehende Bauprojekt zu suchen, damit nicht nur die gesamte Parkanlage, sondern auch die historische Nordfassade erhalten werden kann. Abschließend wird nachdrücklich empfohlen für die vorgeschlagene Schutzzone die entsprechenden Architekturteile in einen Katalog nach § 7 (4) Wiener Bauordnung aufzunehmen, sodass auch diese einen rechtsverbindlichen Bestandteil des Bebauungsplanes bilden. Markus Landerer und Claus Süss im Namen des Vorstandes der Initiative Denkmalschutz — Initiative Denkmalschutz Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter Fuchsthallergasse 11/5, 1090 Wien, Österreich www.initiative-denkmalschutz.at mobil: +43 (0)699 1024 4216 email: (ZVR-Nr.: 049832110)   Literatur und Links: – Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Wien X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk (Hrsg. Bundesdenkmalamt), Wien 1996, Seite 142 – Architektenlexikon Wien 1770-1945 des AzW (Architekturzentrum Wien) – Eintrag „Karl Holzer“, dort auch Beschreibung Frauenheim, siehe: http://www.architektenlexikon.at/de/239.htm – Wien Geschichte Wiki: „Wiener Frauenheim (12, Frauenheimgasse 2)“: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wiener_Frauenheim_(12,_Frauenheimgasse_2) sowie „Bischoffvilla“: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Bischoffvilla – Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band III/1, Wien 1.-12. Bezirk, Salzburg und Wien, 1990, Seite 326 – Kulturgüterkataster der Stadt Wien: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public (insbesondere Generalstadtplan 1912 sowie Fotodokumentation aus 2000) – Schutzzonenmodell Wien der Magistratsabteilung 19 aus dem Jahr 1996, Wien-Karte: „Grundlage für die flächendeckende Darstellung künftiger Untersuchungsgebiete“ (Schutzzone Ausgangslage; Stand: 1996), siehe: http://www.idms.at/images/IDMS/x_diverse/Schutzzonenplan.jpg – Petition „Stoppt die Verbauung des Frauenheimparks in Obermeidling!“ vom Juni 2018 (gemäß Gesetzes über Petitionen in Wien, LGBl. 2/2013), siehe: https://www.wien.gv.at/petition/online/PetitionDetail.aspx?PetID=bdc3612a00d24ac08bcd99086db12a9c  

Aviso PK Heumarkt: Bundesregierung muss rechtliche Schritte zur Erhaltung des Welterbes einleiten, 7.5.2019

Aviso PK Heumarkt: Kulturminister Blümel und Bundesregierung müssen(!) rechtliche Schritte zur Erhaltung des Welterbes einleiten! Präsentation der neuen, vertiefenden Rechtsanalyse von Dr. Helmut Hofmann durch Initiative Denkmalschutz, Initiative Stadtbildschutz und Aktion 21 – pro Bürgerbeteiligung Wien (OTS) – Seit Jahren versuchen wir die Politik davon zu überzeugen, dass die Republik Österreich den UNESCO‐Anforderungen an das Weltkulturerbe auch beim Heumarkt-Hochhausprojekt genügen müsse. Mit der Präsentation dieser neuen Rechtsanalyse wollen wir die Rechtslage umfassend, offen und seriös begründet darlegen. Wir zeigen: Die Politik hat nicht nur die Möglichkeit, sondern sogar die Verpflichtung(!) zu handeln, um das UNESCO‐Welterbe „Historisches Zentrum von Wien“ vor Verunstaltung und Verlust des Prädikates zu retten, nur fehlt es bisher an der nötigen Entschlossenheit: man will den Titel, aber scheinbar nicht die Schutzverpflichtung. Der als UNESCO-Vertragspartner zuständige Kulturminister Gernot Blümel muss nun die erforderlichen Maßnahmen treffen (gemäß Bundesverfassungs- Gesetz Art. 16 Abs. 4; z.B. Eingriff in die Bauordnung für Wien). Pressekonferenz: Heumarkt und Welterbe – Die rechtliche Situation Präsentation der neuen Zeitschrift ‚Denkma[i]l‘ der Initiative Denkmalschutz: „Wien und sein Welterbe – Die rechtliche und verfassungsrechtliche Situation“ (44 Seiten; Sonderheft Nr. 2; Titelbild: https://cloud.gegenstrom.io/s/LjePHgxR455qKzt) Datum: 08.05.2019, 09:30 – 10:15 Uhr Ort: Cafe Prückel Stubenring 24, 1010 Wien, Österreich Rückfragen & Kontakt: Markus Landerer und Claus Süss, Initiative Denkmalschutz mobil: 0699/1024 4216 und 0676/740 43 27, www.initiative-denkmalschutz.at Original APA-OTS: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190507_OTS0017

Aviso PK Heumarkt: Bundesregierung muss rechtliche Schritte zur Erhaltung des Welterbes einleiten, 7.5.2019

Aviso PK Heumarkt: Kulturminister Blümel und Bundesregierung müssen(!) rechtliche Schritte zur Erhaltung des Welterbes einleiten! Präsentation der neuen, vertiefenden Rechtsanalyse von Dr. Helmut Hofmann durch Initiative Denkmalschutz, Initiative Stadtbildschutz und Aktion 21 – pro Bürgerbeteiligung Wien (OTS) – Seit Jahren versuchen wir die Politik davon zu überzeugen, dass die Republik Österreich den UNESCO‐Anforderungen an das Weltkulturerbe auch beim Heumarkt-Hochhausprojekt genügen müsse. Mit der Präsentation dieser neuen Rechtsanalyse wollen wir die Rechtslage umfassend, offen und seriös begründet darlegen. Wir zeigen: Die Politik hat nicht nur die Möglichkeit, sondern sogar die Verpflichtung(!) zu handeln, um das UNESCO‐Welterbe „Historisches Zentrum von Wien“ vor Verunstaltung und Verlust des Prädikates zu retten, nur fehlt es bisher an der nötigen Entschlossenheit: man will den Titel, aber scheinbar nicht die Schutzverpflichtung. Der als UNESCO-Vertragspartner zuständige Kulturminister Gernot Blümel muss nun die erforderlichen Maßnahmen treffen (gemäß Bundesverfassungs- Gesetz Art. 16 Abs. 4; z.B. Eingriff in die Bauordnung für Wien). Pressekonferenz: Heumarkt und Welterbe – Die rechtliche Situation Präsentation der neuen Zeitschrift ‚Denkma[i]l‘ der Initiative Denkmalschutz: „Wien und sein Welterbe – Die rechtliche und verfassungsrechtliche Situation“ (44 Seiten; Sonderheft Nr. 2; Titelbild: https://cloud.gegenstrom.io/s/LjePHgxR455qKzt) Datum: 08.05.2019, 09:30 – 10:15 Uhr Ort: Cafe Prückel Stubenring 24, 1010 Wien, Österreich Rückfragen & Kontakt: Markus Landerer und Claus Süss, Initiative Denkmalschutz mobil: 0699/1024 4216 und 0676/740 43 27, www.initiative-denkmalschutz.at Original APA-OTS: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190507_OTS0017

1190 Wien

Sieveringer Straße 251 – (Teil-)Abbruch Winzerhaus in Schutzzone, 21.02.2019

Abbruch in Schutzzone – verkommt Döbling zum Potemkinschen Dorf? Das(!) Sieveringer Parade-Winzerhaus, vielfach für Werbeaufnahmen verwendet, wurde zu einem erheblichen Teil abgerissen! Der ehemalige Heurige Stelzer, ein ebenerdiges Doppelgiebelhaus in der Sieveringer Straße 251, war ein bauliches Paradebeispiel für die Sieveringer Winzerkultur. Sogar die „Österreich Werbung“ setzte das Haus als Symbol für den Wiener Heurigen und für das dörfliche Leben in den ehemaligen Wiener Vororten fotografisch in Szene, und auch sonst fand das schlichte, in Schönbrunner Gelb gestrichene Hauerhaus als Kulisse für Film- und Fernsehaufnahmen vielfach Verwendung.* Jetzt wurde der linke Trakt des Hauses großteils dem Erdboden gleichgemacht, nachdem bereits 2014 von einem Anrainer vergeblich versucht wurde, das Bundesdenkmalamt von einer Unterschutzstellung zu überzeugen. Das Haus stammt großteils aus dem 18. Jh., weist aber auch Bruchsteinmauerwerk auf, das vermutlich sogar bis ins Spätmittelalter zurückreicht.** Fotos vor dem Teilabriss (Erich J. Schimek für die Initiative Denkmalschutz): https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157648762783930/ Lange war das Haus zum Verkauf ausgeschrieben, nachdem jene alte Dame im April 2014 verstorben war, die ein lebenslanges Wohnrecht im Haus hatte. Jetzt wurde etwa 75 % des südöstlich gelegenen Traktes des Doppelgiebelhauses abgerissen, wobei nur die Außenwand stehen blieb. Im Innenhof befindet sich eine Spitznische ähnlich jener am denkmalgeschützten Haus Sieveringer Straße 231.*** Immer wieder werden in Wien historisch bemerkenswerte Häuser – insbesondere in Döblinger Ortskernen – trotz bestehender Schutzzonen zum Teil massiv verändert und entstellt oder gänzlich durch Neubauten ersetzt (insbesondere in Grinzing und Neustift am Walde; Beispiel eines Komplettabrisses, ersetzt durch einen historisierenden, vergrößerten Neubau z. B. in der Rathstraße 52 in Neustift am Walde im Jahr 2015, Fotos siehe: https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157652787356391/). Nach Bauordnungsnovelle letzten Sommer: Anreize für Erhalt das Gebot der Stunde Die Bauordnungsnovelle im Juni 2018 war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch nun ist es dringend an der Zeit, nicht nur Verbote und Beschränkungen auszusprechen, sondern auch Anreize für Eigentümer zu schaffen, damit diese ihren wertvollen Altbaubestand erhalten und restaurieren, anstatt diesen teilweise zu zerstören oder gar abzureißen, schlicht weil dies finanziell günstiger kommt. Deshalb hat die Initiative Denkmalschutz gemeinsam mit dem Verein zur Revitalisierung und architektonischen Aufwertung der Wiener Gründerzeithäuser die Petition „Stadtbild-Erhaltung Wien“ im März vorigen Jahres ins Leben gerufen (vgl.: https://www.wien.gv.at/petition/online/PetitionDetail.aspx?PetID=3e6d3de564e04f25b4a03e31dd07d152). Nach Behandlung im Petitionsausschuss am 31. Jänner konnte als ersten kleinen Erfolg zumindest die Evaluierung des Altstadterhaltungsfonds erzielt werden, nachdem wir bei unseren Recherchen mit großem Schrecken feststellen mussten, dass dieser in den letzten 20 Jahren still und leise um etwa unglaubliche 75 % gekürzt wurde (inflationsbereinigt) . Wie groß wird Neubauteil? Groß kann auf der Parzelle Sieveringer Straße 251 nicht neu gebaut werden, denn der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan lässt nur eine Bauhöhe von 4,5 m zu (bis zur Traufkante; Bauklasse I 4,5 m beschränkt). Doch wenn man den direkt benachbarten Neubau in der Sieveringer Straße 247 betrachtet und deren kreative Interpretation des Bebauungsplanes (der straßenseitige Trakt hat ebenso eine Bauhöhenbeschränkung von nur 4,5 m im Bebauungsplan), scheint rein theoretisch auch hier einiges an Baukubatur-Gewinn möglich.

Eschenau (NÖ): Gasthaus Lee, ehem. Taverne (16./17. Jh.) wird abgerissen

Im Ortszentrum von Eschenau, etwa 20 km südlich von St. Pölten im Bezirk Lilienfeld gelegen, wurde dieser Tage begonnen das alte Gasthaus Lee abzureißen. Anstelle der ehemaligen Taverne soll ein modernes Gemeindezentrum mit Veranstaltungshalle entstehen. Die Eigentümer Ernst Moser sowie Josef und Herta Pinkl-Moser haben das geschichtsträchtige Gebäude in der Hauptstraße 3 (an der Kreuzung Inzenreithstraße) an die Gemeinde verkauft. Warum der Abriss erfolgt und keine Sanierung, begründet der Bürgermeister Alois Kaiser (ÖVP): „Durch den jahrelangen Leerstand wurden die Räumlichkeiten unbrauchbar. Ein Abriss war unumgänglich“. Von 2015 bis 2017 waren Flüchtlinge im Haus untergebracht. Im Dehio-Handbuch (Hrsg. Bundesdenkmalamt) wird das Gebäude folgendermaßen beschrieben: „Nr. 34 [richtig Nr. 3]: ehem. Taverne: Kubisches 2geschossiges Gebäude mit breitem Schopfwalmdach mit ausgebautem Giebelgeschoß, im Kern 16. und 17. Jh. mit leicht geschwungener Front, im Inneren gewölbte Räume (Küche), Gaststube mit Durchzugsbalken 17. Jh., bar[ocke]. Stuckdecke im Obergeschoß mit Relief hl. Josef, 18. Jh.; seitl. um Hof angeordnete Wirtschaftstrakte“ (Seite 415) Medienberichte: 28. Juli 2021, NÖN Kaufvertrag steht: Gasthaus Lee wird in Eschenau abgerissen. Anstelle des Wirtshauses soll ein modernes Gemeindezentrum mit Veranstaltungssaal und Nahversorger entstehen: https://www.noen.at/lilienfeld/kaufvertrag-steht-gasthaus-lee-wird-in-eschenau-abgerissen-eschenau-gasthaus-lee-nahversorgung-gemeindezentrum-print-283162327 19. Mai 2019, NÖN Dorferneuerung: Veranstaltungssaal ist klarer Bürgerwunsch in Eschenau. Was der Gemeinde Eschenau fehlt und wie sich die Menschen in ihrem Heimatort fühlen, zeigten die Umfrageergebnisse: https://www.noen.at/lilienfeld/dorferneuerung-veranstaltungssaal-ist-klarer-buergerwunsch-in-eschenau-eschenau-dorferneuerung-eschenau-147071632 21. November 2017, NÖN Eschenau: Flüchtlinge zogen aus Asylunterkunft aus. Schutzsuchende ziehen um oder haben eigene Wohnungen im Ort. Das Engagement des Arbeitskreises „Menschen wie wir“ hat viele Vorurteile aus dem Weg geräumt: https://www.noen.at/lilienfeld/eschenau-fluechtlinge-zogen-aus-asylunterkunft-aus-gasthaus-lee-marina-schmidt-schmidberger-alois-kaiser-68189911 Literatur: Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Topographisches Denkmälerinventar (Hrsg. Bundesdenkmalamt), Band: Niederösterreich südlich der Donau, Teil 1: A bis L, Horn / Wien 2003, Seite 415: https://bda.gv.at/publikationen/details/dehio-niederoesterreich-suedlich-der-donau-in-zwei-teilen-die-kunstdenkmaeler-oesterreichs

‚Gaudenzdorfer‘ (Wien): Erfreulich – vorbildliche Restaurierung und Rekonstruktion

Das Gründerzeithaus am Gaudenzdorfer Gürtel 47 wurde vom jüdischen Architekten Ignaz Reiser 1907 erbaut und hatte schon lange seinen Glanz verloren. Nach Kriegsschäden wurde die Fassade stark vereinfacht und das Haus wurde immer wieder umgebaut. Der Eigentümer wollte diesen Zustand nicht länger hinnehmen und ging auf aufwändige Spurensuche, um es wieder in den Ursprungszustand zurückversetzen zu können. So wurde es – mittlerweile eine echte Seltenheit in Wien – nach Originalplänen im Jahr 2020 vorbildlich rekonstruiert, und das, obwohl keine Fördermittel aus dem Altstadterhaltungsfonds beantragt werden konnten, das sich das Gebäude in keiner Schutzzone befindet. Seit dem Frühjahr 2021 glänzt „Das Gaudenzdorfer“ – wie das Haus heute heißt – wieder im alten Glanz und hat auch eine spannende Geschichte zu erzählen: Der bekannte Schulreformer und sozialdemokratische Politiker Otto Glöckel wohnte ebenso dort wie der Musiker Georg Danzer, der dem Haus sogar ein eigenes Lied widmete: „Gaudenzdorfer Gürtel 47“. Mitglieder unseres Vereins Initiative Denkmalschutz werden das Haus am kommenden Freitag, 16. Juli besichtigen und sich von dieser Leistung überzeugen können. Der Geschäftsführer Dr. Klaus Pfoser von der RES Immobilienverwaltung, die hier ihren Sitz hat, wird durch das Haus führen. Anmeldung erforderlich! Medienberichte: 28. Mai 2021, Der Standard Spurensuche: Altes Haus am Wiener Gürtel erstrahlt in neuem Glanz – und wird Hotel. Ein Gründerzeithaus am Gaudenzdorfer Gürtel hatte seinen einstigen Glanz verloren. Sein Eigentümer hat nun versucht, das Haus in seinen Ursprungszustand zurückzuversetzen: https://www.derstandard.at/story/2000126830969/altes-haus-am-wiener-guertel-erstrahlt-in-neuem-glanz-und 15. Mai 2021, WienSchauen Das Gaudenzdorfer Schmuckstück. Meidling hat ein neues Wahrzeichen. Das prachtvolle Jahrhundertwendehaus am Gaudenzdorfer Gürtel 47 erstrahlt seit dem Frühjahr 2021 in neuem Glanz. Die aufwendige historische Fassade wurde gründlich saniert und originalgetreu wiederhergestellt. Das Beispiel zeigt: Auch abseits beliebter Lagen hat Wien viel zu bieten. Und wenn ein umsichtiger Eigentümer sich eines alten Hauses annimmt, kann das Resultat spektakulär werden: https://www.wienschauen.at/gaudenzdorfer-guertel-47-das-gaudenzdorfer-schmuckstueck 22. Februar 2021, atkultur das Haus Gaudenzdorfer Gürtel 47. Das Haus Gaudenzdorfer Gürtel 47 ist ein bemerkenswertes Beispiel höchstwertiger Restaurierung historischer Bausubstanz. Als dieses Haus 2020 renoviert wurde setzte man diese Jahreszahl in der Fassade gleichbedeutend der Jahreszahl der Erbauung 1907 gegenüber. Tatsächlich erstrahlt das Haus in beeindruckender Frische, vor Allem, wenn man die Bilder kurz davor vergleicht: https://www.atkultur.at/das-haus-gaudenzdorfer-guertel-47 Linktipp: Das Gaudenzdorfer – Boutique Residences Vienna: https://www.nikomartini.com/gaudenzdorfer Der Architekt Ignaz Reiser im Architektenlexikon / Architekturzentrum Wien (AzW): http://www.architektenlexikon.at/de/495.htm