Wiener Stephansdom: Das Feuer 1945 – Versuch einer Rekonstruktion

Brandakte Stephansdom – Rekonstruktion einer Katastrophe. ORF-DOKUMENTATION HIER ZUM NACHSEHEN (45 min): https://tvthek.orf.at/profile/Themenmontag/13687392/Themenmontag-Brandakte-Stephansdom-Rekonstruktion-einer-Katastrophe/14048096 +++ UPDATE (14.4.): Kurzzusammenfassung der ORF-Doku (Kathpress): https://www.kathpress.at/goto/meldung/1878607/orf-doku-bringt-neue-erkenntnisse-zum-brand-des-stephansdoms +++ Die Zerstörung des Stephansdoms gilt in den letzten Kriegstagen prägte sich tief ins Gedächtnis der Bevölkerung. Wie haben sich die Dinge damals wirklich zugetragen? Dombaumeister Wolfgang Zehetner nimmt in dieser ORF-III-Neuproduktion historische Ermittlungen auf und untersucht mit modernsten Mitteln der Computeranimation den wahren Grund für den Untergang des Stephansdoms im Jahr 1945. Zeugen wie der damalige Sakristeidirektor Lothar Kodeischka, der eigenhändig die Flammen zu löschen versuchte, sowie der österreichische Wehrmachtshauptmann Gerhard Klinkicht, der den Befehl missachtete, den Dom niederzuschießen, liefern wertvolle Hinweise auf den Verlauf der Katastrophe. Anhand von spannendem Archivmaterial erzählt die Dokumentation in beeindruckenden Spielszenen, wie der Stephansdom das Leben von zehn Menschen verändert hat. +++ Ausführliche Schilderung der damaligen Ereignisse auf Domradio.de: “Vor 75 Jahren brannte der Wiener Stephansdom Und die Orgel pfiff leise Klagetöne dazu”. Ein Feuer, das Plünderer in der Wiener Innenstadt legten, griff am 11. April 1945 auf den Stephansdom über. Am 12. fiel die größte Glocke, die ‘Pummerin’, zu Boden; am Freitag, den 13., stürzten die Gewölbedecken ein: https://www.domradio.de/themen/weltkirche/2020-04-11/und-die-orgel-pfiff-leise-klagetoene-dazu-vor-75-jahren-brannte-der-wiener-stephansdom +++ Der Stephansdombrand 1945 auf Wien Geschichte Wiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Stephansdombrand. +++ Der Wiener Stephansdom auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Stephansdom.

Wien: Hundert Jahre alter Paternoster in Mariannengasse entdeckt

In der Mariannengasse 4-6, Ecke Höfergasse 2-12, wo der neue MedUni Campus entstehen soll, hat ein Aufzugsammler in einem alten Verwaltungsgebäude der Wiener Stadtwerke-Elektrizitätswerke eine besondere Entdeckung gemacht: ein Paternoster aus dem Jahr 1914. Er soll zumindest teilweise für die Nachwelt erhalten bleiben. Nur die Erhaltung der Fassade der straßen- und hofseitigen Fassade in der Höfergasse 8-10 (mit den vier kantig vorspringenden Erkern) steht seit 2010 unter Denkmalschutz (Foto), die restlichen Fassadenfronten stehen in einer Schutzzone der Stadt Wien. Der originale Unterschutzstellungsbescheid liegt der Initiative Denkmalschutz vor. Darin wird auch “festgestellt, dass an der Erhaltung der übrigen Teile des Gebäudes Mariannengasse 4 / Höfergasse (…) kein öffentliches Interesse besteht.” ORF-FERNSEHBERICHT (2 min): https://tvthek.orf.at/profile/Wien-heute/70018/Wien-heute/14052082/Hundert-Jahre-alter-Paternoster-entdeckt/14698280 +++ ORF-BERICHT LESEN: https://wien.orf.at/stories/3049027 +++ Dehio-Handbuch (Hrsg. Bundesdenkmalamt, Seite 419): Mariannengasse 4-6: Verwaltungsgebäude der Wiener Stadtwerke-Elektrizitätswerke, erbaut 1906-07, zur Höfergasse 2-12 1914 erweitert. Aufwendiges Foyer mit Oberlichte (Zopfornament), Marmorverkleidung und figurale Bronzetafeln von M. Böck, Die für den Dienst ihr Leben ließen (Opfer des Faschismus). ++++ Linktipps: Das Wiener Aufzugmuseum: www.aufzugmuseum.at ; Das Baukarussell (Verwertung von Altbauteilen): www.baukarussell.at. +++ Fotos Mariannengasse 4-6, Höfergasse 2-12 von Erich J. Schimek für die Initiative Denkmalschutz: https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157666837800775 +++ Denkmalliste 9. Bezirk Alsergrund (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Wien/Alsergrund +++ Älterer Bericht der Initiative Denkmalschutz (24.2.2020): https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/ehem-elekrizitaetswerk-aus-1906-ausweiden-und-rescyclen-in-der-mariannengasse.

Schloss Donaudorf (NÖ): 1955 für Kraftwerksbau Ybbs-Persenbeug gesprengt

Das barocke Schloss Donaudorf an der Donau (Gemeinde Ybbs) wurde 1955 für den Kraftwerksbau Ybbs-Persenbeug gesprengt. Nur die Fresken des Malers Johann Baptist Wenzel Bergl wurdenvorher abgenommen und in das Schloss Laudon in Wien transferiert und damit gerettet (Bergl hat auch in Schloss Schönbrunn Räume ausgemalt). ORF-FERNSEHBERICHT (6 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14055507/Ein-versunkenes-Dorf/14715162 +++ “Am Dienstag, dem 20.12.1955 kam die letzte Stunde des liebenswerten Schlosses. Sprengladungen jagten in die Luft, was der Spitzhacke widerstanden hatte. Ein unvergessliches Spektakel für die Bewohner der Region. Zuvor waren Bergls wertvolle Fresken (276 m²) in einem aufwändigen Spezialverfahren in 943 Teile zerlegt und nach Wien verfrachtet worden. Neu angeordnet zieren sie dort nun den Festsaal von Schloss Laudon in Wien-Penzing. Freskenteile, die man nicht mehr harmonisch einordnen konnte, kamen ins Stadtmuseum Ybbs. Dort ist heute auch ein Holzmodell von Schloss Donaudorf zu bewundern.” Zitat aus Edgard Haider, “Unvergessen: Schloss Donaudorf” in: Zeitschrift “Denkma[i]l” Nr. 11/2012 unseres Vereins Initiative Denkmalschutz, siehe Seite 35: https://www.initiative-denkmalschutz.at/denkmail/Denkmail_Nr_11_web.pdf +++ Fotos Berglfresken auf Schloss Laudon (Erich J. Schimek /Initiative Denkmalschutz): https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157643206281803

Graz (Stmk.): Seit 2000 Abrissbirne für 173 Altbauten

Konflikt: Um neuen Wohnraum zu schaffen, wurden in Graz seit dem Jahr 2000 insgesamt 173 alte und erhaltenswerte Häuser zerstört. Und es werden nahezu wöchentlich mehr. Der Abriss einer alte Villa in der Billrothgasse sorgt jetzt für Ärger. Der Grazer Altstadtschützer Peter Laukhardt (Soko Altstadt) zieht ein Resümee. DER GRAZER-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.grazer.at/de/BHWBKwO8/seit-2000-abrissbirne-fuer-insgesamt-173-altbauten +++ Das Beispiel Abriss Villa Billrothgasse 20 (10. Bezirk Ries) auf Grazerbe.at: https://www.grazerbe.at/Billrothgasse_20 +++ Offizielle Website Grazerbe.at: https://www.grazerbe.at

 

Wien: Die verlorenen Josef Hoffmann-Villen im 18. u. 19. Bezirk

Im Rahmen der ORF-Serie “Verlorenes Erbe” (im Vorabendprogramm in “Studio 2”) wurden diesmal zerstörte oder stark veränderte Villen des berühmten Jugendstil-Architekten und Gründer der Wiener Werkstätten, Josef Hoffmann präsentiert: Die 1906 erbaute und 1970 abgerissene Villa für den Schriftsteller Richard Beer-Hofmann gegenüber vom Türkenschanzpark in der Hasenauerstraße 59 (Ecke Joseph-Kainz-Park, 18. Bezirk), siehe Foto anbei bzw. auf photowien.weebly.com. Nur die Einfriedung hat sich bis heute erhalten, siehe Google Maps.  Im 19. Bezirk auf der Hohen Warte hat Josef Hoffmann gleich für mehrere Künstler eigene Häuser entworfen. Diese existieren heute noch oder wurden – leider zum Negativen – stark verändert. Zum Beispiel wurde die Villa Hochstetter in der Steinfeldgasse 7 bis zur Unkenntlichkeit umgebautEbenso zerstört bzw. bis zur Unkenntlichkeit umgebaut wurde auch das Haus Henneberg in der Wollergasse 8. Die Villa Brauner in der Geweygasse 11 wurde von Bomben im 2. Weltkrieg zerstört und durch einen Neubau ersetzt. Die Inneneinrichtungen der Villen landeten zum Teil bei Antiquitätenhändlern und tauchen heute noch vereinzelt auf Kunstauktionen auf. Erfreulich ist, dass noch fünf Villen auf der Hohen Warte bestehen, u. a. die restaurierungsbedürftige und unter Denkmalschutz stehende Villa Ast in der Steinfeldgasse 2. ORF-FERNSEHBEITRAG (9.7.2020) ZUM NACHSEHEN (5 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14057898/Verlorenes-Erbe-Hofmann-Haeuser/14727810 +++ Der Architekt Josef Hoffmann mit Werkverzeichnis und Fotos seiner Häuser auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Hoffmann_(Architekt) +++ Josef Hoffmann mit umfassenden Werkverzeichnis im Architektenlexikon: http://www.architektenlexikon.at/de/234.htm.

 

Vorortelinie (Wien): Das Wunder der Restaurierung (und Wiederinbetriebnahme)

Die heute denkmalgeschützte Wiener Vorortelinie (heute S45) galt zu ihrer Erbauungszeit im Jahr 1898 als Gebirgsbahn mit Tunnels. Und ist auf eine unglaubliche Art und Weise bis in die 1980er-Jahre verfallen. Der Personenverkehr wurde 1978 eingestellt, die Bahn fuhr in den letzten Jahren nur noch für den Güterverkehr, ein Gleis war bereits abgebaut worden und der Rauch der Dampfloks war sehr unbeliebt bei der direkt anrainenden Bevölkerung. Aber dann wurden die Stationsgebäude aufwändig restauriert, obwohl manche schon sehr stark verfallen waren, wie z.B. die Station Ottakring,  da war mehr als eine Restaurierung nötig. Die Stationen “Ober-“, “Unter-Döbling” sowie Breitensee wurden gänzlich abgerissen. Während die Station “Ober-Döbling” und Breitensee durch Neubauten ersetzt wurden, ist die Station “Unter-Döbling” ganz von der Landkarte verschwunden (heute Station “Krottenbachstraße” in der Nähe). ORF-FERNSEHBERICHT (5 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14060675/Sommertour-durch-Wien/14741608 +++ Die Vorortelinie auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Vorortelinie.

Burschlkirche Landeck (Tirol): Holzwurmbefall – Einladung zur Begasung

2016 wurde am bemerkenswerten frühbarocken Schnitzaltar in der Landecker Burschlkirche der Holzwurmbefall entdeckt. Dann wurden weitere Schäden am Turm, Dachboden und in der Sakristei festgestellt. Jetzt findet zwischen 28. September und 2. Oktober findet in der Burschlkirche im Ortsteil Perfuchs die Begasung zur Bekämpfung des Holzwurms statt. Die Bevölkerung ist jetzt eingeladen, selbst Gegenstände mit Holzwurmbefall in die Kirche zu stellen. Anmeldung erforderlich. MeinBezirk-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.meinbezirk.at/landeck/c-lokales/gegenstaende-mit-holzwurmbefall-duerfen-mit-rein_a4205607 +++ Kurzbeschreibung der Burschlkirche: “Pestkapelle, urkundlich geweiht 1656. Frühbarocker Hochaltar aus 1651, Adam Payr zugeschriebene Schnitzfiguren sind zum Teil im Schlossmuseum Landeck. Das Hochaltarbild hl. Antonius vor dem Jesuskind wird Michael Waldmann dem Jüngeren zugeschrieben. Ein bemerkenswerter frühbarocke Schnitzaltar wird Michael Lechleitner zugeschrieben.” (Quelle: Denkmalliste Wikipedia) +++ Ältere Medienberichte: “Streit um Burschlkirche in Landeck endet mit dickem Scheck” (13.7.2020, Tiroler Tageszeitung): https://www.tt.com/artikel/17135856/streit-um-burschlkirche-in-landeck-endet-mit-dickem-scheck; “Der Holzwurm rumort in der Landecker Burschlkirche” (17.12.2019, Tiroler Tageszeitung): https://www.tt.com/artikel/16452408/der-holzwurm-rumort-in-der-landecker-burschlkirche; “AG Sopie Scholl legt Engagement zurück. In der Burschlkirche ist der Wurm drin” (16.12.2019, MeinBezirk): https://www.meinbezirk.at/landeck/c-lokales/in-der-burschlkirche-ist-der-wurm-drin_a3824301

Innsbruck (Tirol): Bauträger will Gründerzeithaus Innrain 21 abreißen

Gründerzeithaus mit Neorenaissancefassade in der Innsbrucker Innenstadt soll Neubau weichen, doch die letzte Mieterin wehrt sich und fühlt sich schikaniert. Gleichzeitig gilt für das Haus Innrain 21 seit Herbst 2019 eine Bausperre, sodass hier mit einer bevorstehenden Umwidmung zu rechnen istTIROLER TAGESZEITUNG WEITERLESEN: https://www.tt.com/artikel/17367815/letzter-mieterin-gas-abgedreht-teppichgeschaeft-in-innsbruck-will-neubau-nicht-weichen

Im Dehio-Handbuch Tirol – Die Kunstdenkmäler Österreichs (Hrsg. Bundesdenkmalamt), Wien 1980, Seite 53 erwähnt: Innrain: “Nr. 21: 5geschossig mit Neorenaissancefassade”

„Innsbruck – Die Landeshauptstadt informiert“ Offizielle Mitteilungszeitung (Nov. 2019):
Rathausmitteilungen: Die Stadtplanung informiert (Seite 56 f.): Der Gemeinderat der Landeshauptstadt Innsbruck hat in seiner Sitzung am 10. Oktober 2019 die Auflage folgender Entwürfe beschlossen: Erlassung einer Bausperre im Bereich Innenstadt, Innrain 21 und 23, Bürger-straße 1 und 3 sowie Colingasse 12″ (Quelle: https://www.ibkinfo.at/media/10708/ibkinfo_ausgabe_1911.pdf)

Hohe Warte (Wien): Die verlorenen Gärten des Baron Rothschild

ORF-SERIE “Verlorenes Erbe”Die berühmten Gärten des Baron Rothschild: In Wien hat es vor hundert Jahren zwei weltbekannte Gärten gegeben: Neben Schönbrunn, der wohl den meisten bekannt ist, waren die Rothschildgärten auf der Hohen Warte in Döbling. Der Banker Nathaniel Meyer Freiherr von Rothschild erwarb in den 1860er Jahren auf der Hohen Warte ein über 80.000 Quadratmeter umfassendes Grundstück, das er 1882 zu einem weitläufigen Herrschaftspark ausgestalten lies. Später, besonders unter Alphonse von Rothschild (1878-1942), Sammler und Liebhaber schöner Gärten sowie exotischer Blumen, wurde der Garten mit seinem wertvollen Pflanzenbestand über die Grenzen Europas bekannt. Das Ensemble bestand aus einer umfangreichen Parkanlage und einer stattlichen, späthistoristischen Villa (im Krieg zerstört). Die Gartenanlage enthielt botanische Raritäten und rund 90 Glashäuser. Gartenliebhaber sind von weit her angereist, um sie zu sehen und in Botanikerzeitschriften ist in höchsten Tönen davon berichtet worden. 1938 von den Nationalsozialisten enteignet, wurde die Anlage im 2. Weltkrieg zum Teil zerstört. Der Garten wurde nach dem Krieg der Familie Rothschild zurückerstattet, kam aber 1950 durch eine Schenkung in den Besitz der Gemeinde Wien1969 begann das Stadtgartenamt mit der Umgestaltung in eine kommunale Parkanlage, den heutigen Heiligenstädter Park. Einzelne Gartenelemente (u. a. Formspalierbäumchen) haben sich bis heute erhalten und wurden ins Gartenbau-Museum verbracht, eine marmorne Venusfigur des Mailänder Bildhauers Antardini ist heute im Palmenhaus der Blumengärten Hirschstetten untergebracht. Mit dem Bau des Döblinger Bezirkshallenbads 1978 verschwanden die Glashäuser völlig. Nur noch das denkmalgeschützte Pförtnerhaus mit seinem mächtigem Tor (Geweygasse 6) erinnert heute an das einstige Dorado der Gartenkunst. ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (5 Min): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14070080/Die-beruehmten-Gaerten-des-Baron-Rothschild/14788271 (ORF “Studio 2”, 2.11.2020, ‘Die berühmten Gärten des Baron Rothschild’)

Die Rothschild-Gärten:
– auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Rothschildg%C3%A4rten
– auf Wien Geschichte Wiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rothschildg%C3%A4rten

Der Heiligenstädter Park:
– auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Heiligenst%C3%A4dter_Park
– auf der Website der Stadt Wien: https://www.wien.gv.at/umwelt/parks/anlagen/heiligenst.html

PS: Rothschild spielte auch eine wesentliche Rolle bei der Etablierung des ersten Fußballvereins in Österreich, des First Vienna FC 1894, der am 22. August 1894 durch Rothschilds Gärtner in Wien-Döbling gegründet wurde. Als Taufpaten fungierten Rothschild und der Generaldirektor des Bankhauses Rothschild. Die Vereinsfarben wurden mit Blau und Gelb, den Wappenfarben des Hauses Rothschild, festgelegt. Mit diesen Farben spielt der Verein nach wie vor im Stadion Hohe Warte. (Quelle: Wikipedia).

Kalksburg (Wien): Breitenfurter Straße 529 kurz vor Abriss

Im September 2018 wurden die Abrisspläne für das im Heimatschutz-Stil erbaute Gründerzeithaus Breitenfurter Straße 529 im Rahmen der öffentlichen Auflage Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes Nr. 8256 publik. Unser Verein Initiative Denkmalschutz hat damals eine Stellungnahme für den Erhalt abgegeben, doch die Stadt Wien hat diese nicht berücksichtigt und das ursprünglich in einer Schutzzone der Stadt Wien befindliche Gebäude sogar extra aus der Schutzzone “herausgewidmet”, um die Voraussetzungen für das Neubauprojekt des Pflegezentrum der CS Caritas Socialis in Kooperation mit dem Anton-Proksch-Institut (Suchtklinik) zu schaffen. Doch obwohl seit Sommer 2018 auch Altbauten außerhalb von Schutzzonen ähnlichen Schutz wie in Schutzzonen genießen, hat die Magistratsabteilung 19 (Architektur und Stadtgestaltung) jetzt die für den Abbruch notwendige Bestätigung ausgestellt, “dass an der Erhaltung des Bauwerkes infolge seiner Wirkung auf das örtliche Stadtbild kein öffentliches Interesse besteht” (gemäß  § 62a Abs. 5a Bauordnung für Wien), sodass die zuständige Baubehörde (Magistratsabteilung 37) den Abbruch jetzt bewilligt hat. Das Haus in Kalksburg (23. Bezirk Liesing) steht jetzt kurz vor dem Abriss.

Neubauprojekt Breitenfurter Straße 529, 1230 Wien

Neubauprojekt Pflegezentrum Kalksburg in der Breitenfurter Straße 529 (Grafik: wien.gv.at, bearbeitet von WienSchauen.at)

Der Blog von “WienSchauen” fragt jetzt: Warum geben die Behörden den Altbau zum Abbruch frei? Sollte nicht die erst 2018 verschärfte Bauordnung solche Abbrüche verhindern? Dass der Bau von Pflegeeinrichtungen und Kliniken sehr zu begrüßen ist und keinesfalls verhindert werden sollte, versteht sich von selbst. Doch warum wird das alte Gebäude nicht in den Neubau integriert? Ließe sich so nicht ein viel schonenderer Umgang mit der Umgebung erreichen? Wie sinnvoll ist es, ein gut erhaltenes Haus ohne Not zu demolieren – gerade in Hinblick auf das Thema Ressourcen?  WIENSCHAUEN-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.wienschauen.at/kalksburg-behoerden-fuer-altbau-abriss-gruenderzeithaus-breitenfurter-strasse-529 (27.11.2020, WienSchauen: “Kalksburg: Behörden für Altbau-Abriss”).

Breitenfurter Straße 529 als Teil der Schutzzone (Ausschnitt aus dem bis Oktober 2019 gültigen Plandokument Nr. 7246)

Initiative Denkmalschutz: Stellungnahme zum Planentwurf 8256, 27. September 2018
https://www.initiative-denkmalschutz.at/stellungnahme/kalksburg-wien-stellungnahme-zu-planentwurf-8256