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AKTUELLE BERICHTE

Revi-Fonds Steiermark: Initiative Denkmalschutz fordert Beibehaltung direkter Fördermittel

  Revitalisierungsfonds für Kulturdenkmäler essentiell wichtig. – Initiative Denkmalschutz fordert die Beibehaltung der direkten Fördermittel Der Verein ‚Initiative Denkmalschutz’ fordert die verantwortlichen Landespolitiker eindringlich auf, den steirischen Revitalisierungsfonds nicht zu kürzen. Es ist erfreulich, dass die Darlehen, die bis vor kurzem ebenso gefährdet waren, jetzt wieder zugesichert wurden. Doch auch die direkten Fördermittel müssen in Hinkunft gesichert sein. Wir fordern daher Landesrat Seitinger auf, auch diese Förder(ungs)mittel, wie in der Vergangenheit geschehen, in Zukunft zur Verfügung zu stellen. Insbesondere für die vielen privaten Eigentümer von Denkmalen, die auf kein Vermögen zurückgreifen können und regelmäßig einen hohen Anteil ihrer Freizeit für den Erhalt von Kulturgut des Landes investieren, sind die direkten Fördermittel des Revitalisierungsfonds unverzichtbar! Markus LandererVerein ‚Initiative Denkmalschutz’Mobil: 0699 1024 4216 Presseaussendung, 6. Dezember 2008

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Initiative Denkmalschutz: Die Stadt Wien entledigt sich ihrer Verantwortung für das einzigartige Welterbe Schönbrunn

Wien (OTS) – Entgegen den Empfehlungen von ICOMOS und UNESCO auf den so genannten Komet-Gründen auf ein Hochhaus zu verzichten und anstatt dessen die Pufferzone zu erweitern, wurde nun auch die für den Ausnahmefall mit der UNESCO getroffene Vereinbarung missachtet, dass ein Hochhaus in diesem Bereich maximal 60 Meter sein sollte. Der morgen im Gemeinderat zur Abstimmung vorliegende Flächenwidmungs- und Bebauungsplan sieht nämlich ein 73 Meter Hochhaus mit einer nahezu 100 Meter langen und 42 Meter hohen Sockelzone (Randverbauung) vor. Mit der Beschlussfassung dieses von SPÖ und FPÖ forcierten Projektes würde nicht nur das barocke Sichtachsenkonzept der meistbesuchten Sehenswürdigkeit Österreichs massiv beeinträchtigt, sondern auch das öffentliche Interesse am unversehrten Erhalt des barocken Konzeptes von Schloss und Park Schönbrunn für kommende Generationen verraten werden. Denn der neue Bebauungsplan bringt nicht nur einen millionenschweren Widmungsgewinn für den Bauwerber mit sich, sondern auch einen Rechtsanspruch, der weiterführende Gespräche mit der UNESCO zur Rettung Schönbrunns ad absurdum führt. Rückfragehinweis:    Claus Süss, Mobil-Tel.: 0676 740 43 27    Verein ‚Initiative Denkmalschutz‘  

Pulkau: Stadtbild in Gefahr

Pulkau im nördlichen Weinviertel ist eine versteckte Perle – davon konnten sich einige Mitglieder unseres Vereins im Rahmen einer Exkursion ins nördliche Weinviertel überzeugen. Die Kleinstadt verfügt über ein historisches Stadtbild, das bis in die jüngste Zeit kaum störende Veränderungen erfahren hat, und der Reichtum an historischer Bausubstanz würde einen flächendeckenden Ensembleschutz rechtfertigen.

Stadt des Kindes

Denkmalamt muss jetzt rasch handeln – Verein ‚Initiative Denkmalschutz‘ schließt sich der Petition zur Erhaltung der Anlage an. Die „Stadt des Kindes“ in der Mühlbergstraße 7, das sozialpädagogische Vorzeigeprojekt des roten Wiens der siebziger Jahre, ist akut vom Abriss bedroht. Der Eigentümer ARWAG, ein der Stadt Wien nahe stehender Bauträger, will nun überraschend – entgegen der ursprünglichen Ankündigungen – einen Großteil der Anlage abreissen. Da der Architekt der „Stadt des Kindes“, Anton Schweighofer, in den Planungsprozess zunächst eingebunden werden konnte, hat das Denkmalamt die Anlage, die ein bedeutendes Denkmal seiner Epoche darstellt, nicht unter Denkmalschutz gestellt, sich aber für eine Beobachterrolle ausgesprochen. Morgen, Mittwoch, soll im Wiener Gemeinderat ein Vertrag mit der ARWAG beschlossen werden, der den Großteil der Gebäude zum Abbruch frei gibt. Bundesdenkmalamt muss jetzt rasch Anlage rechtskräftig unter Denkmalschutz stellen Nachdem die Beobachterrolle des Bundesdenkmalamtes offenbar keinen Erfolg gezeitigt hat und ein Abbruch kurz bevor zu stehen scheint, ist es nun rasch an der Zeit dieses Denkmal rechtskräftig unter Denkmalschutz zu stellen (bei Bedarf mittels Mandatsverfahren § 57 AVG, „Gefahr im Verzug“). Jetzt hätte das Denkmalamt die Gelegenheit, den abschlägigen Unterschutzstellungsbescheid zu korrigieren, den auch die Volksanwaltschaft 2002 kritisierte (mangelhafter Feststellungsbescheid). Damals hat das Bundesdenkmalamt die Folgen der als unumgänglich angenommenen Veränderungen vorweggenommen. Das Denkmalschutzgesetzt zielt aber ausdrücklich auf den statischen oder sonstigen substantiellen Zustand des Denkmals im Zeitpunkt der Unterschutzstellung ab. Aus dem gesamten Akt des Bundesdenkmalamtes, der der Volksanwaltschaft zur Verfügung stand, ergab sich kein wie immer gearteter Hinweis darauf, dass „eine Instandsetzung entweder überhaupt nicht mehr möglich ist oder mit so großen Veränderungen in der Substanz verbunden wäre, dass dem Denkmal nach seiner Instandsetzung Dokumentationswert und damit Bedeutung als Denkmal nicht mehr im ausreichenden Maße zugesprochen werden könnte“ (§ 1 Abs. 10 Denkmalschutzgesetz). Vgl. Jahresbericht der Volksanwaltschaft an den Nationalrat (26. Bericht, 2002), Punkt 5.2.11 auf http://www.volksanw.gv.at, (VA 66-WF/02, BMBWK 37.14/8-IV/3/2002) Petition zur Erhaltung „Stadt des Kindes“: http://www.ipetitions.com/petition/stadt_des_kindes Initiative zur Rettung der „Stadt des Kindes“ ausgehend von DOCOMOMO Österreich Weiterer Unterstützer ist die Österreichische Gesellschaft für Architektur http://www.oegfa.at Foto: Stadt des Kindes, Mühlbergstraße 7, Wien, Penzing, Hietzing, Architekt Anton Schweighofer vor dem Übersichtsplan der Anlage. Fotograf: Viktor Zdrachal, Initiative Denkmalschutz, Juni 2008 Rückfragehinweis: Markus Landerer Mobil-Tel.: 0699 / 1024 4216 Verein ‚Initiative Denkmalschutz‘ Streichergasse 5/12 1030 Wien ZVR-Nr.: 049832110

Frühhistoristisches Zinshaus am Donaukanal vor Abbruch

Wieder haben Abbrucharbeiten an einem bedeutenden Kulturgut begonnen. Das 1868 erbaute Zinshaus in der Oberen Donaustraße 61 mit reich gegliederter frühhistoristischer Fassade, Runderker, Pilastergliederung und Vierpfeilerstiege stammt noch aus der Epoche vor der Hochgründerzeit und ist ein bedeutendes und immer rarer werdendes Beispiel eines gut erhaltenen Baudenkmals aus dieser Epoche in Wien (11 Jahre zuvor wurde das Nachbarhaus aus 1863 abgerissen). Wenige Häuser entfernt endet die Schutzzone im 2. Bezirk. Das Haus befindet sich direkt neben der U2-Station Schottenring am Donaukanal und liegt schräg hinter dem Schützenhaus von Otto Wagner und somit an sehr prominenter und einsichtiger Stelle. Das Denkmalamt hat das Gebäude bis dato nicht unter Denkmalschutz gestellt, doch bleibt zu hoffen, dass es noch aktiv wird und den Abbruch stoppt. Initiative Denkmalschutz verlangt großzügige Ausdehnung der Schutzzonen Es zeigt sich immer öfter und deutlicher, dass die derzeitigen Schutzzonen Wiens viel zu klein bemessen und große Bereiche Wiens mit reichem Denkmalbestand aus der Gründerzeit, und damit Stadtbild prägend, davon ausgenommen sind. Die Stadt Wien muss sich ihrer eigenen Verantwortung für das Stadtbild stärker bewusst werden. Die Initiative Denkmalschutz verlangt daher eine großzügige Ausdehnung der Schutzzonen, wie sie bereits seit langem angedacht ist, aber bisher kaum umgesetzt wurde. So wurde bereits 1996 dieses Gebiet mit hoher Wahrscheinlichkeit als schutzzonenwürdig befunden (vgl. „Schutzzonenmodell Wien“ (Schutzzonenplan) auf www.wien.gv.at), jedoch nicht als solche ausgewiesen. Wie viele Baudenkmäler müssen noch abgerissen werden, bis die Politik endlich handelt? Genau das gleiche Problem gibt es aktuell beim Haus Boltzmanngasse 21 (Alserbachstraße 12) im 9. Bezirk. Auch dieser Gründerzeitbau soll abgerissen werden, auch dieses Gebiet ist schon lange als mit hoher Wahrscheinlichkeit schutzzonenwürdig ausgewiesen. Hier hat die Bezirkspolitik noch einen letzten Rettungsversuch gestartet und – hoffentlich nicht zu spät – eine Schutzzone vorgesehen. Fotos: Obere Augartenstraße 61 (Herminengasse 2), Wien-Leopoldstadt (2. Bezirk) Fotograf: Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz, 13. Dezember 2006 und 11. August 2008 Literatur: Dehio-Handbuch, Wien, II.-IX. und XX. Bezirk (Die Kunstdenkmäler Österreichs; Hrsg. Bundesdenkmalamt), S. 33, Wien, 1993 Rückfragehinweis: Claus Süss Mobil-Tel.: 0676/ 740 43 27 (oder 0699 / 1024 4216) Verein ‚Initiative Denkmalschutz‘ Streichergasse 5/12 1030 Wien ZVR-Nr.: 049832110

Baumwollspinnerei Teesdorf in Gefahr

Historische Industriearchitektur gehört heute zu den am meisten bedrohten Denkmälern. Im niederösterreichischen Industrieviertel, an der Wiege der österreichischen Industrialisierung, stehen noch so manche Zeugen – oder sollte man sagen: Reste – einer einst reichen Industriekultur, vieles davon steht leer und verfällt zusehends. Erst vor wenigen Wochen wurde ein Teil der weltberühmten Arbeitersiedlung Marienthal Opfer des Abrisses (vgl. IDMS-Meldung vom 21. Mai), nun scheint ein weiteres Industriedenkmal akut bedroht: die ehem. Spinnerei in Teesdorf. Das noch erhaltene Hauptgebäude der Fabrik mit seinem markanten Wasserturm wurde 1906-10 als früher Stahlbetonskelettbau nach Plänen des bedeutenden Industrieplaners Bruno Bauer errichtet. Der Bau ist nicht nur ein erstrangiges Beispiel für die Anfänge des modernen Industriebaus (und damit des modernen Bauens überhaupt) in Österreich, er ist zugleich Wahrzeichen der Gemeinde Teesdorf und letztes greifbares Zeugnis dessen über 200jähriger Tradition als Industriestandort. Im Jahr 1803 gegründet, prägte "die Fabrik" das Schicksal der Gemeinde. Darüber hinaus haben zwei Ereignisse rund um die Teesdorfer Spinnerei auch übergeordnete kulturgeschichtliche Bedeutung: 1856 kam es hier zur ersten Gründung einer Arbeiter-Konsumgenossenschaft. Und von 1906-26 war Hermann Broch, später als Literat einer der bedeutendsten Romanautoren des 20. Jahrhunderts, Assistenzdirektor (bzw. Geschäftsführer) der von seinem Vater erworbenen Fabrik. An Hermann Broch erinnern in Teesdorf ein Denkmal und ein kleines Museum, das im Gemeindeamt untergebracht ist. Die Stätte seines Wirkens aber, die Fabrik, harrt heute einer ungewissen Zukunft. Seit die Spinnerei 1993 ihre Pforten geschlossen hat, sind die flächenmäßig größten Teile der Fabrik – darunter die ältesten Bauteile aus dem frühen 19. Jahrhundert und die Arbeiterwohnhäuser – 1997 abgerissen und neu bebaut worden. Der Eigentümer des Areals, die Linz Textil AG verkaufte großteils an Wohnbaugesellschaften, die auf dem Gelände Reihenhäuser errichteten. Das ehem. Herrenhaus, in dem die Spinnerei-Verwaltung untergebracht war, wurde erst kürzlich wenig behutsam in ein Wohnhaus umgebaut. Gleichzeitig wurde das ehem. E-Werk (Kesselhaus) der Fabrik, das zeitgleich mit dem Hauptbau errichtet wurde und mit einer bemalten Jugendstildecke (einer – lt. Gerhard A. Stadler – "bemerkenswerten Rarität") versehen war, dem Erdboden gleich gemacht. Zu befürchten steht, dass auch dem mittlerweile stark heruntergekommenen Hauptbau dieses Schicksal droht, zumal dem Vernehmen nach Teesdorf´ Bürgermeister einem Abriss nicht mehr negativ gegenüber steht. In der Vergangenheit geäußerte Absichten und Pläne, das Fabriksgebäude in die Neubebauung zu integrieren und zur Atriumwohnanlage umzubauen, scheinen ad acta gelegt. Dazu kommt, dass der Denkmalstatus des Gebäudes derzeit offenbar ungeklürt ist. In Felixdorf wurde erst kürzlich die ebenfalls der Linz Textil gehörende Spinnerei samt ihrer historischen Bauteile abgerissen, die Teesdorfer Fabrik mit ihrer einmaligen architektonischen und historischen Bedeutung darf diesen Weg nicht gehen. Fotos: Wolfgang Burghart (Initiative Denkmalschutz) Rückfragehinweis: Markus Landerer Mobil-Tel.: 0699 / 1024 4216 Verein ‚Initiative Denkmalschutz‘ Streichergasse 5/12 1030 Wien ZVR-Nr.: 049832110 Literatur: – König, Doris: Die Baumwollspinnerei in Teesdorf/Niederösterreich. Historische Analyse und Revitalisierung zu einem Kommunikationszentrum. Diplomarbeit (TU Wien), Wien 2000 – Gerhard A. Stadler: Das industrielle Erbe Niederösterreichs. Geschichte – Technik – Architektur. Wien 2006, S. 777-780 – Wehdorn, Manfred und Georgeacopol-Winischhofer, Ute: Baudenkmäler der Technik und Industrie, Band 1, 1984, S. 232f. – Dehio Niederösterreich – Südlich der Donau (Hrsg. Bundesdenkmalamt), Teil 2 (M–Z), 2003, S. 2312f.. Links: – Architekt Bruno Bauer (Biographie und Werkverzeichnis) – Baumwollspinnerei Teesdorf (auf: www.abenteuer-industrie.at)

Abriss der „Jaray-Villa“

Der aktuelle Abriss der „Jaray-Villa“ in der Grinzinger Straße 39 (Bretschneidergasse 2) ist ein weiteres Beispiel für das Versagen der Altstadterhaltung in Wien. Wie zuletzt im Dezember 2007 im Falle der Villa in der Langackergasse 15 wurde nun wieder ein bedeutendes Bauwerk in Grinzing abgerissen. Wie so oft in den letzten Jahren stellt sich auch diesmal wieder die Frage nach der Nachhaltigkeit der derzeitigen Bemühungen der Stadt Wien zur Erhaltung ihres baukulturellen Erbes. Neben dem Problem des zum Teil ungenügenden Schutzes innerhalb der Schutzzonen, ist der aktuelle Abriss ein Beispiel für Objekte außerhalb von Schutzzonen, die zwar erhaltenswert, aber gänzlich ungeschützt sind (seit der Liberalisierung der Wiener Bauordnung 1996 ist nicht einmal mehr eine Abrissbewilligung nötig, sodass Abrisse jederzeit erfolgen können). Das Denkmalamt kann nur Objekte der 1. Kategorie unter Denkmalschutz stellen, sodass Objekte, der 2. Kategorie, die zumeist für das lokale Ortsbild von Bedeutung und somit prägend für den Ortsbildcharakter sind, durch den sprichwörtlichen Rost fallen. Ohne die Frage klären zu wollen, ob die von Architekt Karl Jaray geplante und im Jahr 1929 erbaute Villa mit charakteristischem und höchst eigenwilligem kurvenlinearen, hochgezogenen Dach 1. oder 2. Kategorie der Schutzwürdigkeit aufweist, so muss sich die Stadt Wien doch ihrer eigenen Verantwortung stärker bewusst werden. Die Voraussetzungen sind dafür bestens gegeben, da mit viel Akribie eine ausführliche Kulturgüterdatenbank erstellt wurde, in der auch diese Villa verzeichnet ist (siehe: www.kulturgut.wien.at) Die Initiative Denkmalschutz fordert daher eine großzügige Ausdehnung der Schutzzonen, wie sie bereits seit langem angedacht ist, aber bisher kaum umgesetzt wurde, wobei in Grinzing die Schutzzone 2005 sogar verkleinert (!) wurde. Foto: Jaray-Villa, Grinzinger Straße 39 (Ecke Bretschneidergasse 2), Wien-Döbling, Ortsteil Grinzing Fotograf: Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz, 28. Juli 2008 Literatur/Quellen/Links: – Proteste der Bewohner von Grinzing gegen den Abbruch des Hauses Bretschneidergasse (Komitee Weltkulturerbe für Grinzing) – Wiener Kulturgüterkataster, siehe www.kulturgut.wien.at – Architektenlexikon Wien 1880-1945 des AZW, siehe www.architektenlexikon.at, Eintrag Karl Jaray – Dehio Wien, X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk (Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs), 1996, Hrsg. Bundesdenkmalamt, Seite 566 Rückfragehinweis: Markus Landerer Mobil-Tel.: 0699 / 1024 4216 Verein ‚Initiative Denkmalschutz‘ Streichergasse 5/12 1030 Wien ZVR-Nr.: 049832110

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Komet Hochhaus: Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn droht Beeinträchtigung

Komet-Projekt nicht mit der UNESCO abgestimmt – Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn droht beeinträchtigung. Der Verein „Initiative Denkmalschutz“ begrüßt die Absetzung des Komet-Projekts von der Tagesordnung des morgen stattfindenden Planungsausschusses,da wichtige Fragen in Bezug auf das UNESCO-Weltkulturerbegebiet Schloss und Park Schönbrunn bis heute nicht geklärt sind. Das Hochhausprojekt, das eine Beeinträchtigung des UNESCO-Weltkulturerbegebietes Schönbrunn erwarten lässt (Zitat Erläuterungsbericht zum Flächenwidmungsplan: „Wiedererkennungsfaktor auch aus größerer Distanz“), wurde in dieser Form nicht mit dem „Internationalen Rat für Denkmalpflege“ (ICOMOS), dem Beratungsgremium der UNESCO in Weltkulturerbefragen, abgestimmt. Die Behauptung im Erläuterungsbericht auf Seite 8, dass das Projekt in der vorliegenden Form (bis zu 73 Meter Höhe) durch ICOMOS akzeptiert wurde, entspricht nämlich nicht den Tatsachen, wie die Recherchen des Vereins mittlerweile ergaben. „Initiative Denkmalschutz“ erwartet daher eine Abstimmung des Projekts mit ICOMOS und in der Folge eine deutlich niedrigere Höhenwidmung. Die Proponenten des Vereins haben bereits im Februar in ihrer Stellungnahme zum Flächenwidmungs- und Bebauungsplan darauf hingewiesen, dass die vorgesehene Gebäudehöhe (102 Meter über Wiener Null, das entspricht 73 Meter über Straßenniveau) eine Sichtbarkeit von Schloss und Park Schönbrunn erwarten lässt und es nicht bekannt sei, ob das Projekt in der vorliegenden Form durch ICOMOS akzeptiert wurde. Foto: Komet-Haus, Schönbrunner Schloßstraße 2 (links), Schönbrunner Straße 230 (rechts), 1120 Wien, Foto: Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz, Juni 2008 Rückfragehinweis: Claus Süss Mobil-Tel.: 0676 / 740 43 27 Verein ‚Initiative Denkmalschutz‘ Streichergasse 5/12 1030 Wien ZVR-Nr.: 049832110        

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Bad Gastein: Weltberühmtes Ortsbild vor Beeinträchtigung

Geplanter Bebauungssplan zerstört sensibles Platzgefüge im Ortszentrum In Bälde könnte der weltberühmte Salzburger Kurort Bad Gastein, geprägt durch Steilhänge und den mächtigen Wasserfall inmitten des Ortszentrums, um einen historischen Ortsbildverlust reicher sein. Nach dem Abriss des historistischen Hotels Gasteinerhof vor zwei Jahren soll nun der Kinoplatz verbaut und seiner Platzwirkung beraubt werden. Im neuen Bebauungsplan, der schon morgen, Mittwoch, im Gemeinderat von Bad Gastein beschlossen werden soll, ist die Verbauung vorgesehen. Somit wird nicht nur der Platz als solches großteils vernichtet, sondern auch die Zerstörung des gesamten Platzensembles ermöglicht und die Sicht auf die angrenzenden mächtigen unter Denkmalschutz stehenden historistischen Hotelbauten, dem opulenten Grand Hotel de l’Europe und Weismayr verstellt. Die beiden genannten Hotels sind jedoch für das gesamte Erscheinungsbild der Kulturlandschaft Bad Gastein von herausragender Bedeutung. Der Verein „Initiative Denkmalschutz“ hat zeitgerecht seine negative Stellungnahme zur beabsichtigen Änderung des Bebauungsplanes abgegeben und fordert eindringlich auf, vom Beschluss einer solch unsensiblen und dem Ortsbild abträglichen Widmung abzusehen.   Presseaussendung, 27. Mai 2008 Rückfragehinweis Markus LandererVerein Initiative Denkmalschutzwww.initiative-denkmalschutz.atStreichergasse 5/121030 Wien Mobil-Tel.: 0699 / 1024 4216ZVR-Nr.: 049832110

Rechnitz (Bgld): Vandalismus in Lungenheilstätte Hirschenstein

Die Heilstätte Am Hirschenstein wurde für tuberkulose- und lungenkranke Patienten 1949-55 vom Amt der burgenländischen Landesregierung und dem Architekten Erwin Fabrici (1898–1957) geplant und erbaut. Das im Günser Gebirge auf 826 Metern Seehöhe gelegene ehemalige Landessonderkrankenhaus wurde 1986/87 zum Pflegezentrum umgebaut und steht seit 2012 leer.  Das unter Denkmalschutz (§ 2a DMSG) befindliche Sanatorium wird immer wieder von Vandalismus heimgesucht, sodass sein Zustand – neben den Witterungseinflüssen – immer schlechter wird, obwohl es seit 2019 mittels Videokameras und Sicherheitspersonal stark überwacht wird. Die KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten GesmbH), in dessen Eigentum sich die Heilanstalt befindet, erstattet deswegen laufend Anzeigen. Wegen einer zukünftigen Umnutzung des Gebäudes führt die KRAGES Gespräche mit dem Land Burgenland. BVZ-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.bvz.at/oberwart/rechnitz-hirschenstein-vandalismus-ist-kein-kavaliersdelikt-rechnitz-vandalismus-print-268256565 (1. April 2021, „Hirschenstein: Vandalismus ist ‚kein Kavaliersdelikt’“) Mehr Infos über das Gebäude auf dem Blog „Baudenkmäler in Österreich“ (Christian Nikolaus Opitz): https://baudenkmaeler.wordpress.com/2019/01/24/lungenheilanstalt-am-hirschenstein-rechnitz-burgenland Eintrag in der Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rechnitz (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Rechnitz Ältere Medienberichte: 24. Juli 2019,BVZ Verstärkter Objektschutz: Ruine in Hirschenstein wird streng überwacht: https://www.bvz.at/oberwart/verstaerkter-objektschutz-ruine-in-hirschenstein-wird-streng-ueberwacht-rechnitz-lungenheilanstalt-hirschenstein-krages-155802279 24. Juli 2019, ORF Ehemalige Lungenheilstätte wird videoüberwacht: https://burgenland.orf.at/stories/3005771 27. April 2019, BVZ Hirschenstein: Pläne für Geisterhaus? Seit sieben Jahren steht die ehemalige Lungenheilanstalt leer. Jetzt kommt in Sachen Nachnutzung Bewegung in die Causa: https://www.bvz.at/oberwart/hirschenstein-plaene-fuer-geisterhaus-oberwart-lungenheilanstalt-geisterhaus-frag-die-bvz-144722194 14. März 2019,Kurier Rechnitz: Von Polizei nach Diebstahl gelagerte Kupferkabel erneut entwendet: https://kurier.at/chronik/burgenland/rechnitz-von-polizei-nach-diebstahl-gelagerte-kupferkabel-erneut-entwendet/400434982 14. März 2019, Kleine Zeitung Von Polizei überführt: Täter stahlen Kupferkabel aus ehemaliger Heilanstalt in Oberwart (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/oststeier/5595421/Von-Polizei-ueberfuehrt_Taeter-stahlen-Kupferkabel-aus-ehemaliger 8. März 2019, Kurier Polizist erkannte schlafende Kupferdiebe von Festnahme im Vorjahr wieder: https://kurier.at/chronik/burgenland/polizist-erkannte-schlafende-kupferdiebe-von-festnahme-im-vorjahr/400429079 6. Jänner 2019, Kurier Hirschenstein: Frühere Lungenheilanstalt als Tatort: https://kurier.at/chronik/burgenland/hirschenstein-fruehere-lugenheilanstalt-als-tatort/400370135 8. November 2018, Kleine Zeitung Mann wollte Kupfer aus Heilanstalt stehlen (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/oststeier/5526474/Suedburgenland_Mann-wollte-Kupfer-aus-Heilanstalt-stehlen 26. September 2014, Kurier Neos-Pläne für ein Ebola-Zentrum: Seit zwei Jahren steht Pflegeheim leer. Quarantänestation ist nur eine der Ideen für die Nachnutzung: https://kurier.at/chronik/burgenland/neos-plaene-fuer-ein-ebola-zentrum/87.866.781 21. Mai 2014, Kleine Zeitung Pflegeheim: Im Geisterhaus sind Pflegebetten frei (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/oststeier/4156186/Pflegeheim_Im-Geisterhaus-sind-Pflegebetten-frei Literatur: Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band II: ‚Kärnten, Steiermark, Burgenland‘, Salzburg und Wien 1983, Seite 484

Verlorenes Erbe (Wien): Philipphof am Albertinaplatz 1945 durch Bomben zerstört

In der sehenswerten TV-Serie „Verlorenes Erbe“ im ORF2-Vorabendprogramm (“Studio 2”) berichtete Rupert Reiter-Kluger am 31.3.2021 über den Philipphof am Albertinaplatz. Dieser war ein sehr repräsentatives Großwohnhaus und wurde 1882-84 vom bekannten Architekten Karl König erbaut. Geplant als Zierer-Hof am damaligen Albrechtsplatz, wurde er recht rasch zu Philipp-Hof umbenannt, beides Namen, die auf den Auftraggeber, den österreichischen Bankier Philipp Zierer zurückgehen. Im Hauptgeschoß des Hauses befanden sich die Räumlichkeiten des bekannten Jockeyklubs. Seit 1866 gab es diesen Herrenclub nach englischer Art in Wien (alles rund um den Galopprennsport). Er war ungefähr das Nobelste was man sich vorstellen kann. In seiner Glanzzeit, als er direkt hinter der Oper im Philipphof zuhause war, hat sich dort die High Society getroffen. 1911 kam das Gebäude in den Besitz des kaiserlichen Familienfonds. Beim Bombenangriff auf Wien am 12. März 1945 wurde der Philipphof in Schutt und Asche gelegt. Das Haus war so stark zerstört, dass eine vollständige Bergung der vielen Toten nicht möglich war. Die Bauruine wurde im Oktober 1947 gesprengt. Aus Respekt vor den vielen Opfern, die bis heute unter dem Platz begraben liegen, wurde dieser nicht mehr bebaut. Auch ein Grund für die Nicht-Bebauung könnten aber auch die Eigentumsverhältnisse gespielt haben, denn bis zur Enteignung 1919 und nach der Rückerstattung im „Ständestaat“ von Kurt Schuschnigg 1936 gehörte der Philipphof bis 1938 dem kaiserlichen Familienfonds (danach Enteignung durch das NS-Regime). Die Zweite Republik stellte 1945 den Rechtszustand vor den beiden Diktaturen wieder her, das Areal befand sich somit neuerlich in österreichischem Staatsbesitz. Um vielleicht keine Rückgabeforderungen auszulösen bzw. weil man niemanden für eine in der Innenstadt erwünschte Platzerweiterung entschädigen musste, blieb das Grundstück unbebaut, so eine andere Theorie. ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (5 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14087194/Die-Geschichte-des-Philipphofss/14892313 (31.3.2021, ORF ‚Studio 2‘, „Die Geschichte des Philipphofs“) Der Philipphof – auf Wien Geschichte Wiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Philipphof – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Philipphof