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AKTUELLE BERICHTE

1010 Wien

Gründerzeithaus Hetzgasse 8 muss erhalten bleiben – Demo am 3.9., 27.8.2015

Initiative Denkmalschutz: Gründerzeithaus Hetzgasse 8 muss erhalten bleiben. Demonstration am Do., 3. September vor Ort im 3. Bezirk Dammbruch im historischen Stadtbild? Öffentliches Interesse für Gründerzeithausabriss und Aufhebung des Mieterschutzes? Wien (OTS) – Der geplante Abriss des Gründerzeithauses in der Hetzgasse 8 im Bezirk Landstraße könnte zu einem Dammbruch für den Abriss vieler erhaltenswerter Gründerzeithäuser in Wien außerhalb von Schutzzonen führen! Die bloße Absichtserklärung, mit Abriss und Neubau die allgemeine Wohnsituation verbessern zu wollen, könnte in Hinkunft genügen, um unbefristete Mietverträge per Gesetz zu kündigen. Die Initiative Denkmalschutz fordert die Stadtregierung auf solche stadtbildzerstörenden Entwicklungen zu stoppen. Ebenso muss endlich der Ungleichbehandlung bei Mietpreisen zwischen Alt- und Neubauten ein Ende gesetzt werden, die Eigentümer geradezu dazu anstiftet ihre Häuser abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen. Auch hat es die Stadt Wien – wie so oft – verabsäumt, für das Gebiet rechtzeitig eine Schutzzone zu widmen. Denn bereits 1996 hat die Stadt (MA 19) im Rahmen ihres Schutzzonenmodells das betreffende Grätzl als mit hoher Wahrscheinlichkeit schutzzonenwürdig eingestuft. Demonstration Schützt Gründerzeithäuser vor Spekulation Solidaritätskundgebung gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Schützt Gründerzeithäuser vor Spekulation“ (www.diehetzgasse.at)

1030 Wien

UNESCO erteilt Hochhausprojekt Eislaufverein klare Absage, 22. Juli 2015

UNESCO erteilt Hochhausprojekt Eislaufverein klare Absage – Wien droht Weltkulturerbestatus zu verlieren Initiative Denkmalschutz fordert genaue Untersuchung und ggf. Wiederaufbau Wien (OTS) – Bei seiner Sitzung in Bonn (28.6.-8.7.) hat das UNESCO-Welterbekomitee das auf dem Eislaufverein geplante Hochhaus einstimmig abgelehnt (siehe: http://whc.unesco.org/en/sessions/39com , S.152f.). Damit sind die in der Öffentlichkeit verbreiteten Behauptungen über dessen Übereinstimmung mit der internationalen Fachmeinung (ICOMOS, ICCROM, UNESCO) widerlegt. Auch der Masterplan Glacis und das neue Hochhauskonzept werden in dieser Entschließung kritisiert, weil sie die Hochhausentwicklung im Welterbegebiet nicht – wie vereinbart – verhindern, sondern fördern. Eine internationale Expertenkommission (ICOMOS/UNESCO) hat Wien 2012 besucht und festgestellt, dass die Häufung der in Wien stattgefundenen Beeinträchtigungen bereits das Welterbe nachteilig beeinflusst hat.   Kulturminister Josef Ostermayer muss jetzt handeln!

St. Pölten

Traismauer: Denkmalgeschütztes Gasthaus (16. Jh.) plötzlich eingestürzt, 20. Juli 2015

Traismauer: Denkmalgeschütztes Gasthaus aus dem 16. Jh. plötzlich eingestürzt Initiative Denkmalschutz fordert genaue Untersuchung und ggf. Wiederaufbau Beim historischen Gasthaus „Zum goldenen Kreuz“ (Hauptplatz 11) ist letzten Donnerstag (16. Juli) im Zuge von Abbrucharbeiten auch der denkmalgeschützte Kernbau aus dem 16. Jh. eingestürzt. Nun ist zu befürchten, dass der Denkmalschutz aufgehoben und nichts mehr an dieses Dokument der bedeutenden Wohnkultur aus dem 16. Jh. erinnern wird. Die Initiative Denkmalschutz fordert einen Baustopp und eine genaue Untersuchung des Vorfalls, denn bei einer widerrechtlich erfolgten Zerstörung oder Veränderung kann eine Wiederherstellung angeordnet werden.

Osttirol

Abriss Hanser-Hof: Verspielt Leisach seine kulturelle Identität?

Initiative Denkmalschutz: Verspielt Leisach seine kulturelle Identität? Gemeinde begeht schweren Fehler, wenn sie den Hanser-Hof abreißen will (Osttirol). Im Zuge eines mehrjährigen Lokalen Agenda 21-Prozesses Dorfkerngestaltung wurde vor kurzem das Ergebnis der Neugestaltung des Dorfzentrums von Leisach präsentiert. Darin nicht mehr vorgesehen ist die Erhaltung des aus dem 16. Jh. stammenden Hanser-Hofes (Leisach Nr. 10). Das Bundesdenkmalamt hätte gerne mit der Gemeinde an einem Strang gezogen, um ein Revitalisierungskonzept für den historischen Erbhof zu entwicklen, doch offenbar aus rein fiskalischen Gründen und auch Bequemlichkeit(?) lehnte die Gemeinde eine solche Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt ab. Unter dem Aspekt der vielen Stimmen aus der Bevölkerung für die Erhaltung, erscheint die Entscheidung der Gemeinde als besonders unverständlich, zumal bei einem Lokalen Agenda 21 Prozess die Bürgerbeteiligung im Fokus steht. Initiative Denkmalschutz hofft auf Umdenken der Gemeinde Leisach Gerade historische Bauernhöfe gelten in der österreichischen Kulturlandschaft als besonders gefährdet, der jährliche Verlust des bäuerlichen Erbes ist enorm. Der Hanser-Hof, der 1545 erstmals als „Barthl unter der Kirche“ erwähnt wurde, ist der einzige Hof in Leisach Dorf, der als Einhof in einer noch typischen Form erhalten ist. Er bildet mit der Kirche eine identitätsstiftende dörfliche Einheit, die nun höchst gefährdet ist. Nebenbei bemerkt stammt die Großmutter des Malers Franz von Defregger vom Hof. Mit etwas politischem Willen sollte eine Lösung zu finden sein, den Erbhof zu retten. Die Osttiroler Gemeinde Nußdorf-Debant hat es vorgezeigt, wie sich ein Ort entwickeln und trotzdem seine kulturelle Identität erhalten kann. Die Gemeinde Leisach sollte sich diese als Vorbild nehmen. Nicht nur die Gemeindebürger würden es danken, sondern auch Touristen und die am baukulturellen Erbe interessierte Öffentlichkeit. Dieser nachhaltige Mehrwert sollte bei den finanziellen Überlegungen nicht außer Acht gelassen werden.

Osttirol

Abriss Hanser-Hof: Verspielt Leisach seine kulturelle Identität?

Initiative Denkmalschutz: Verspielt Leisach seine kulturelle Identität? Gemeinde begeht schweren Fehler, wenn sie den Hanser-Hof abreißen will (Osttirol). Im Zuge eines mehrjährigen Lokalen Agenda 21-Prozesses Dorfkerngestaltung wurde vor kurzem das Ergebnis der Neugestaltung des Dorfzentrums von Leisach präsentiert. Darin nicht mehr vorgesehen ist die Erhaltung des aus dem 16. Jh. stammenden Hanser-Hofes (Leisach Nr. 10). Das Bundesdenkmalamt hätte gerne mit der Gemeinde an einem Strang gezogen, um ein Revitalisierungskonzept für den historischen Erbhof zu entwicklen, doch offenbar aus rein fiskalischen Gründen und auch Bequemlichkeit(?) lehnte die Gemeinde eine solche Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt ab. Unter dem Aspekt der vielen Stimmen aus der Bevölkerung für die Erhaltung, erscheint die Entscheidung der Gemeinde als besonders unverständlich, zumal bei einem Lokalen Agenda 21 Prozess die Bürgerbeteiligung im Fokus steht. Initiative Denkmalschutz hofft auf Umdenken der Gemeinde Leisach Gerade historische Bauernhöfe gelten in der österreichischen Kulturlandschaft als besonders gefährdet, der jährliche Verlust des bäuerlichen Erbes ist enorm. Der Hanser-Hof, der 1545 erstmals als „Barthl unter der Kirche“ erwähnt wurde, ist der einzige Hof in Leisach Dorf, der als Einhof in einer noch typischen Form erhalten ist. Er bildet mit der Kirche eine identitätsstiftende dörfliche Einheit, die nun höchst gefährdet ist. Nebenbei bemerkt stammt die Großmutter des Malers Franz von Defregger vom Hof. Mit etwas politischem Willen sollte eine Lösung zu finden sein, den Erbhof zu retten. Die Osttiroler Gemeinde Nußdorf-Debant hat es vorgezeigt, wie sich ein Ort entwickeln und trotzdem seine kulturelle Identität erhalten kann. Die Gemeinde Leisach sollte sich diese als Vorbild nehmen. Nicht nur die Gemeindebürger würden es danken, sondern auch Touristen und die am baukulturellen Erbe interessierte Öffentlichkeit. Dieser nachhaltige Mehrwert sollte bei den finanziellen Überlegungen nicht außer Acht gelassen werden.

Klosterneuburg

Klosterneuburg: Warnung vor Umwidmung der Rostock-Villa, 23. April 2015

Initiative Denkmalschutz warnt vor Umwidmung der Rostock-Villa in Klosterneuburg Morgen soll Vorentscheidung im Gemeinderat fallen Wien (OTS) – Morgen, Freitag, beabsichtigt die Stadtgemeinde Klosterneuburg den Verzicht auf das in der Öffentlichkeit hitzig diskutierte Vorkaufsrecht der Rostock-Villa zu beschließen, nachdem die denkmalgeschützte Villa zuvor 2008 an das Land Niederösterreich bzw. NÖ Landesimmobiliengesellschaft (LIG) verkauft wurde. Im zu beschließenden Vertrag enthalten ist jedoch auch eine Absichtserklärung für eine Umwidmung auf Kosten der neoklassizistischen Villenanlage. Initiative Denkmalschutz: Keine Umwidmung auf Kosten des Kulturguts Rostock-Villa Im zu beschließenden Vertragsentwurf hinsichtlich Abgeltung des Vorkaufsrechts wird festgehalten, dass die Stadt Klosterneuburg nicht nur auf das Vorkaufsrecht verzichtet, sondern gleich auch eine Absichtserklärung für eine Umwidmung abgibt. Von derzeit „Bauland-Sondergebiet, Museum-Archiv“ und „Grünland-Park“ soll in „Bauland-Kerngebiet“ für eine Nachnutzung „Wohnen“ umgewidmet und dabei auch gleich eine „bestgeeignete“(!) Bebauungsdichte angestrebt werden. Im Klartext heißt das: Um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen, der auch der Stadt Klosterneuburg vertraglich zugute kommen soll, wird die Bebauungsdichte zum Nachteil für die denkmalgeschützte Villa samt Garten erhöht. Der Verein Initiative Denkmalschutz (ID) fordert die Beibehaltung der bisherigen Widmung. Es besteht die große Gefahr, dass nicht nur die historische Gartenanlage, die im Standardwerk der Historischen Gärten Österreichs von Eva Berger beschrieben ist, für gewöhnliche Wohnneubauten geopfert, sondern gleich auch die Sichtbarkeit der imposanten Villa beeinträchtigt wird. Weiters ist es endlich an der Zeit Instandhaltungsmaßnahmen vorzunehmen, um den gegenwärtigen desolaten Zustand der Villa zu beheben. Das prominente Personenkomitee bestehend u. a. aus Regisseur Peter Patzak, Schauspielerin Elisabeth-Joe Harriet, Kabarettist Werner Brix und nicht zuletzt Dr. Werner Kitlitschka, ehem. Landeskonservator für NÖ im Bundesdenkmalamt, sollten Zeichen genug für die Stadtverantwortlichen sein. Die „Rostock-Villa“ in der Schießstattgasse 2, die derzeit das Mährisch-Schlesische Museum und das Feuerwehrmuseum beherbergt, wurde 1920-23 nach Plänen von Eduard Kramer und Walter Jakob Tobler für den Industriellen Reinhold Rostock als neoklassizistische kubische Großvilla samt Gartenanlage erbaut.

1010 Wien

Neubauprojekt Rathausstraße 1 zu hoch! – „Steffl-Blick“ bedroht, 1. April 2015

Neubauprojekt Rathausstraße 1 zu hoch! Initiative Denkmalschutz kritisiert Sichtverschlechterung auf „Steffl“ Der Blick von der Josefstädter Straße wurde für den geplanten Neubau in Bezug auf das historische Stadtbild als besonders bedeutend eingestuft. Nun musste die Initiative Denkmalschutz bei der Infoveranstaltungen letzte Woche jedoch feststellen, dass sich gerade diese Sichtachse durch das geplante Neubauprojekt verschlechtern wird. Die erlaubte Baufluchtlinie entlang der – für den Josefstädter-Straßen-Blick so bedeutenden – Stadiongasse wird zwar – so wie beim bestehenden „Glaspalast“ (Architekt Harry Glück) gemäß aktuell gültigen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan eingehalten, jedoch soll die Bauhöhe hier an der Gebäudekante um 4,74 Meter (!) überschritten werden! Diese Erhöhung der Traufenkante ist aber nur möglich, wenn eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird. Initiative Denkmalschutz: Keine Ausnahmegenehmigung gemäß § 69 Bauordnung! Bezirk Innere Stadt und Josefstadt sind aufgefordert zu handeln! Da der Bauplatz sowohl im 1. als auch – zu einem geringen Teil – im 8. Bezirk zu liegen kommt, und die Bewilligung für den Neubau nur mittels § 69 Ausnahmegenehmigung erfolgen kann, müssen sich beide Bezirk damit befassen. „Dem Bauausschuss der örtlich zuständigen Bezirksvertretung obliegt als Behörde[!] die Entscheidung“ über eine solche Abweichung von den Bebauungsbestimmungen“ (vgl. § 133 Abs. 1 Bauordnung für Wien). Somit sind die politischen Vertreter des Bezirks die eigentlichen Entscheidungsträger, ob eine solche Traufkanten-Höhenüberschreitungen um 4,05 bis 4,95 Metern erteilt wird oder nicht. Die Initiative Denkmalschutz fordert daher die Bauauschüsse der beiden Bezirke auf, eine solche nicht zu gewähren.

1010 Wien

Neubauprojekt Rathausstraße 1 zu hoch! – „Steffl-Blick“ bedroht, 1. April 2015

Neubauprojekt Rathausstraße 1 zu hoch! Initiative Denkmalschutz kritisiert Sichtverschlechterung auf „Steffl“ Der Blick von der Josefstädter Straße wurde für den geplanten Neubau in Bezug auf das historische Stadtbild als besonders bedeutend eingestuft. Nun musste die Initiative Denkmalschutz bei der Infoveranstaltungen letzte Woche jedoch feststellen, dass sich gerade diese Sichtachse durch das geplante Neubauprojekt verschlechtern wird. Die erlaubte Baufluchtlinie entlang der – für den Josefstädter-Straßen-Blick so bedeutenden – Stadiongasse wird zwar – so wie beim bestehenden „Glaspalast“ (Architekt Harry Glück) gemäß aktuell gültigen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan eingehalten, jedoch soll die Bauhöhe hier an der Gebäudekante um 4,74 Meter (!) überschritten werden! Diese Erhöhung der Traufenkante ist aber nur möglich, wenn eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird. Initiative Denkmalschutz: Keine Ausnahmegenehmigung gemäß § 69 Bauordnung! Bezirk Innere Stadt und Josefstadt sind aufgefordert zu handeln! Da der Bauplatz sowohl im 1. als auch – zu einem geringen Teil – im 8. Bezirk zu liegen kommt, und die Bewilligung für den Neubau nur mittels § 69 Ausnahmegenehmigung erfolgen kann, müssen sich beide Bezirk damit befassen. „Dem Bauausschuss der örtlich zuständigen Bezirksvertretung obliegt als Behörde[!] die Entscheidung“ über eine solche Abweichung von den Bebauungsbestimmungen“ (vgl. § 133 Abs. 1 Bauordnung für Wien). Somit sind die politischen Vertreter des Bezirks die eigentlichen Entscheidungsträger, ob eine solche Traufkanten-Höhenüberschreitungen um 4,05 bis 4,95 Metern erteilt wird oder nicht. Die Initiative Denkmalschutz fordert daher die Bauauschüsse der beiden Bezirke auf, eine solche nicht zu gewähren.

Hallein

Abriss Wolf Dietrich-Berghaus am Dürrnberg – Eine Kulturschande für Salzburg, 16.3.2015

Abriss Wolf Dietrich-Berghaus am Dürrnberg – Eine Kulturschande für Salzburg, 16.3.2015 Initiative Denkmalschutz: Abriss Wolf-Dietrich Berghaus in Hallein Eine Kulturschande für ein Kulturland wie Salzburg Letzte Woche (11. März) wurde mit dem Abbruch des 1597/98 erbauten Wolf-Dietrich Berghauses begonnen. Mit großem Unverständnis nimmt der Verein Initiative Denkmalschutz den Abriss dieses Salinengebäudes am Dürrnberg bei Hallein wahr. Unglaublich, welche Kulturgüter in Salzburg unter den Augen der Politik und Behörden vernichtet werden! Das Wolf Dietrich-Berghaus im Raingraben (Riesenschmiedstraße 5), ein über 400 Jahre altes Bauwerk aus der Hochblüte des Salzabbaues, das dem Bundesland seinem Namen gab, weist sogar noch Werksteingewände (Adneter Marmor) in spätgotischer Formensprache auf und stellt ein wichtiges Dokument des erzbischöflich-salzburgischen Salzabbaus dar (in der ältesten Halleiner Stadtansicht von 1632 ist das Wolfdietrich-Berghaus bereits dargestellt). Trotz der jahrzehntelangen Vernachlässigung (zuletzt wurde das Dach 1982 neu eingedeckt) wies das einstöckige Haus mit Krüppelwalmdach eine erstaunlich gute Bausubstanz auf. Auch wenn das Gebäude gerade der Spitzhacke zum Opfer fällt, gilt dem ehemaligen Landtagpräsidenten und Historiker Dr. Michael Neureiter Dank und Anerkennung. Er war die einzig wahrnehmbare Stimme im Land, die sich für die Rettung dieses bedeutenden bergbaugeschichtlichen Kulturdenkmals eingesetzt hat. Gefahrenzone und kein Denkmalschutz Nach der Einstellung des Salzabbaues 1989 wurde der Reingraben als „Rote Zone“ ausgewiesen, wodurch das Bundesdenkmalamt letztes Jahr – als die Abbruchabsichten bekannt wurden – von einer Unterschutzstellung abgesehen hat. Unser Verein kann die zurückhaltende Position des Bundesdenkmalamtes nicht nachvollziehen. Man hätte das zweifellos schutzwürdige Gebäude auf jeden Fall unter Denkmalschutz stellen und sich danach gemeinsam der Problematik Hochwasserschutz annehmen sollen! Mildernde Umstände bilden die völlige Aushungerung des Denkmalamtes durch die Bundespolitik, wie Rechnungshof und parlamentarische Anfragebeantwortungen schonungslos aufzeigen. Warum das Land Salzburg und die Stadt Hallein sich nicht eher des Baujuwels angenommen hat, bleibt ein Rätsel. Mit ein wenig gutem Willen hätte man sicher Wege zur Rettung finden können. Weltkurort Bad Gastein das nächste Opfer? Seit über 10 Jahren verfällt im weltberühmten Pongauer Kurort Bad Gastein das denkmalgeschützte historische Ortszentrum: Das Badeschloss (Straubingerplatz 4; brannte im März 2013), das Hotel Straubinger (Straubingerplatz 2), das ehem. Kurhotel Austria (Kaiser Franz Josef-Straße 1), das k. k. Postamt (Straubingerplatz 3). Hier ist nun die Politik endlich aufgefordert, wirkungsvolle Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Wann wacht die Landespolitik endlich auf und ergreift selbst die Initiative, anstatt das Bundesdenkmalamt mit seinen viel zu geringen Ressourcen und Möglichkeiten allein zu lassen? Die herausragende Bedeutung dieses Gebäudeensembles für das Land Salzburg ist mehr als offensichtlich.

Linz Arbeitersiedlung Sintstraße (OÖ) Initiative Denkmalschutz: Teilabriss wäre Bankrotterklärung des Denkmalschutzes in Österreich!

APA-OTS-PRESSEAUSSENDUNG (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210614_OTS0020) Linz Sintstraße: Initiative Denkmalschutz zur Arbeitersiedlung: Teilabriss wäre Bankrotterklärung des Denkmalschutzes in Österreich! Noch 2012 war Zerstörung dieser Zwischenkriegs-Moderne für Denkmalamt wegen Einzigartigkeit und Geschlossenheit undenkbar! Wien (OTS) – Heute wollen die neuen Eigentümer der denkmalgeschützten Arbeiterhäuserkolonie, die GWG (Gemeinnützige Wohnungs­gesellschaft der Stadt Linz GmbH) sowie Strabag Real Estate die weitere Zukunft der Anlage in der Sintstraße 3-37 (Lustenau/Industriegebiet-Hafen) präsentieren und beabsichtigen dabei offenbar den Teilabriss, obwohl das Bundesdenkmalamt in einem langen Unterschutzstellungsverfahren 2006-2012 gerade die Wichtigkeit der gesamten Erhaltung der 1927-31 vom bekannten und für Linz prägenden Architekten und Stadtbaudirektor Curt Kühne erbauten Anlage betont hatte (14-seitiger Bescheid). Will jetzt Eigentümer Denkmalamt vor vollendete Tatsachen stellen? Im Februar wurden – in einem streng geheimen Verfahren, abseits der Öffentlichkeit und ohne Kenntnis des Bundesdenkmalamtes (BDA)! – Vorbereitungen zum Abriss von sieben der 18 denkmalgeschützten Arbeiterwohnhäuser getroffen, indem man bereits am 8.2.2021 eine Einladung zur Abgabe von Bewerbungsunterlagen für Architekturleistungen, Wohnbebauung Sintstraße 3-37 ausgegeben hat. Darin wird behauptet, dass es bereits eine Absprache mit dem BDA gäbe, dass der Abriss der Häuser Sintstraße 3 und 5 im Norden sowie Sintstraße 27-37 im Süden seitens des BDA als „denkmalverträglich eingestuft“ wird! Nach Rücksprache im BDA seitens der Initiative Denkmalschutz (19.4.) wusste man davon nichts und sprach hingegen von „vielen Falschmeldungen“, die „kursieren“, denn es wurde auch noch kein Antrag auf Veränderung gemäß § 5 Denkmalschutzgesetz gestellt. Vor Bankrotterklärung des Denkmalschutzes in Österreich? Im Rahmen des Unterschutzstellungsverfahrens hat der beim BDA angesiedelte Denkmalbeirat 2011 die Sanierbarkeit aller Gebäude bestätigt. Seitdem wird sich die Bausubstanz kaum verbessert haben. Will man den Eigentümer jetzt auch noch dafür belohnen, dass er nichts in die Bausubstanz investiert hat, und einem Teilabriss doch noch zustimmen? Wenn die STRABAG die Anlage nicht schützen will, dann soll sie diese weiterverkaufen, es gäbe genug interessierte Käufer, die die Arbeiterhäuser komplett sanieren wollen. Offenbar geht es aber nur um reine Profitmaximierung, zum Schaden des österreichischen Kulturerbes. Dieser Fall ist beispielhaft für den maroden Zustand des Denkmalschutzes in Österreich. Wann werden endlich nachhaltige Reformen seitens der Bundesregierung unternommen? Oder will man sich ernsthaft mit dieser skandalösen Bankrotterklärung zufrieden geben? Die Initiative Denkmalschutz fordert – wie auch das Denkmalamt 2012 – die Gesamterhaltung der denkmalgeschützten Arbeitersiedlung. Rückfragehinweis: Markus Landerer (0699/1024 4216) und DI Dr. Alexander Schmiderer (0664/750 545 42) Initiative Denkmalschutz – Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.idms.at OTS: Ressorts: CI, KI – Stichworte: Architektur/Immobilien/Bundesregierung/Oberösterreich/Kultur Älterer iD-Bericht: 18. April 2021: Linz (OÖ): Wohnsiedlung Sintstraße – Teilabriss trotz Denkmalschutz?  https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/linz-ooe-wohnsiedlung-sintstrasse-teilabriss-trotz-denkmalschutz Literatur/Quellen: Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österrreichs: Oberösterreich, Band II: Linz, Topographisches Denkmälerinventar, Hrsg. Bundesdenkmalamt, Horn/Wien 2009, Seite 363 Österreichische Kunsttopographie, Band LV: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil: ‚Außenbereiche, Urfahr, Ebelsberg‘,  Horn 1999, Seite 247 Andrea Bina und Lorenz Potocnik (Hrsg.), Architektur in Linz, 1900-2011, Wien 2012, Seite 75 Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band I: ‚Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg‘, Salzburg und Wien 1980, Seite 177

Neusiedler See (Bgld./Ungarn): UNESCO fordert Baustopp in Fertörakos und droht mit ‚Roter Liste‘

Das geplante Tourismusgroßprojekt am Neusiedler See bei Fertörakos in Ungarn schlägt weiter hohe Wellen. Es soll nun tatsächlich das Welterbestatus der ganzen Neusiedler Region gefährden. Das UNESCO-Welterbezentrum in Paris forderte jetzt in einem Schreiben an den ungarischen Botschafter den Baustopp, andernfalls drohe dem UNESCO-Welterbe „Kulturlandschaft Fertö/Neusiedlersee“ die Eintragung auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten. Bereits im August 2020 hatten 30 Umweltorganisationen aus 20 Ländern Alarm geschlagen und davor gewarnt, jetzt werden sie bestätigt. Christian Schuhböck von der Umweltorganisation Alliance for Nature: Jetzt gibt es das offizielle Schreiben des UNESCO-Welterbezentrums in Paris, dass das Mega-Bauprojekt in Fertörakos nicht mit dem Welterbestatus vereinbar ist. Das bedeutet nicht nur weniger Förderungen für die Region, sondern auch einen enormen Imageschaden. ORF-FERNSEHBEITRAG (3 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14095266/Neusiedler-See-koennte-Welterbe-Status-verlieren/14934613 (ORF ‚Burgenland Heute‘, 11.6.2021: „Neusiedler See könnte Welterbe-Status verlieren“) +++ ORF-BERICHT LESEN: https://burgenland.orf.at/stories/3107777 (11.6.2021, „UNESCO fordert Baustopp in Fertörakos“) Weitere aktuelle Medienberichte: 12. Juni 2021, NÖN UNESCO Österreich zu Fertörakos: „Handlungsbedarf“. Nach der jüngsten Kritik des UNESCO-Fachbeirats für Weltkulturerbe, ICOMOS International, am geplanten Großprojekt am Neusiedler See in Fertörakos in Ungarn sieht UNESCO Österreich ebenso „Handlungsbedarf“: https://www.noen.at/in-ausland/grossprojekt-unesco-oesterreich-zu-fertoerakos-handlungsbedarf-fertoerakos-neusiedler-see-burgenland-grossprojekte-tourismus-unesco-ungarn-wasser-277369053 10. Juni 2021, BVZ Fertörakos/Neusiedler See: Wegen Mega-Bau: Rote Liste der UNESCO wird konkreter. Nach langem Drängen von Naturschützern stellt die UNESCO nun Ungarn die Rute ins Fenster und droht mit der„Roten Liste“, sollte der Mega-Bau am Neusiedler See nicht gestoppt werden: https://www.bvz.at/eisenstadt/fertoerakos-neusiedler-see-wegen-mega-bau-rote-liste-der-unesco-wird-konkreter-neusiedler-see-fertoerakos-unesco-alliance-for-nature-print-277038410 10. Juni 2021, BVZ Kommentar: Wen juckt die „Rote Liste“? Über einen Welterbestatus, den keiner verteidigt: https://www.bvz.at/neusiedl/kommentar/kommentar-wen-juckt-die-rote-liste-neusiedl-kommentar-lokal-welterbe-redaktion-277019003 4. Juni 2021, BVZ Gefahr für Welterbegebiet: Fertörakos: UNESCO-Beirat will Aus für Großprojekt. Der UNESCO-Fachbeirat für Weltkulturerbe, ICOMOS International, hat das geplante Großprojekt am Neusiedler See im ungarischen Fertörakos in einer Analyse als Gefahr für das Welterbegebiet bezeichnet: https://www.bvz.at/burgenland/wirtschaft/gefahr-fuer-welterbegebiet-fertoerakos-unesco-beirat-will-aus-fuer-grossprojekt-neusiedler-see-fertoerakos-grossprojekte-tourismus-bauprojekt-276404657 Ältere Medienberichte: 16. April 2021, BVZ Mega-Projekt. Bauten in Fertörakos: Betonblock statt Schilfhütte. Die Bauarbeiten in Fertörakos nehmen Fahrt auf. Video zeigt Fortschritt und Ausmaße des umstrittenen neuen Seeareals: https://www.bvz.at/eisenstadt/mega-projekt-bauten-in-fertoerakos-betonblock-statt-schilfhuette-fertoerakos-bauprojekt-print-270058487 13. März 2021, BVZ Umweltschutz: Baupläne am Neusiedler See: Droht die „Rote Liste“? Die Alliance for Nature wiederholt ihre Forderung nach UNESCO-Sanktionen für die umstrittenen Baupläne am Neusiedler See: https://www.bvz.at/eisenstadt/umweltschutz-bauplaene-am-neusiedler-see-droht-die-rote-liste-bezirk-eisenstadt-neusiedler-see-umweltschutz-bauplaene-print-265391769 8. Jänner 2021, BVZ Fertörakos: Pfahlbauten vor dem Abriss. Die Schilfhütten auf ungarischer Seite des Neusiedler Sees werden abgerissen, verkündete Soprons Bürgermeister: https://www.bvz.at/eisenstadt/fertoerakos-pfahlbauten-vor-dem-abriss-fertoerakos-print-241448818 24. Dezember 2020, BVZ Mega-Projekt. Baustart in Fertörakos. Die Anrainer des Seegeländes auf der ungarischen Seite des Neusiedler Sees sind nach einem Schreiben verunsichert: https://www.bvz.at/eisenstadt/mega-projekt-baustart-in-fertoerakos-fertoerakos-bauprojekt-print-239017539 3. September 2020, BVZ Neusiedler See. Kein Einspruch: Mega-Bau kommt. Das Wasser sinkt weiter, die Temperatur des Neusiedler Sees steigt. Nun soll auch noch Süßwasser und – nachdem Klagen aus Österreich ausblieben – und der Mega-Bau Fertörakos dazukommen: https://www.bvz.at/eisenstadt/neusiedler-see-kein-einspruch-mega-bau-kommt-burgenland-neusiedler-see-fertoerakos-221872516 Ältere iD-Berichte: iD-Bericht (16.8.2020): Fertörákos/Neusiedler See (Bgld.): 30 Umweltorganisationen sehen UNESCO-Weltkulturerbe bedroht: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/fertoerakos-neusiedler-see-bgld-30-umweltorganisationen-sehen-unesco-weltkulturerbe-bedroht iD-Bericht (12.7.2020): Neusiedler See (Bgld.): Bauprojekte bedrohen UNESCO-Weltkulturerbe: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/neusiedler-see-bgld-bauprojekte-bedrohen-unesco-weltkulturerbe/