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AKTUELLE BERICHTE
Ehem. AUVA-Gebäude (Wien): Stellungnahme zum Planentwurf 8444
/ Stellungnahmen /Wien 1200, Brigittenauvon IDM_adminInitiative Denkmalschutz, 19. Jänner 2025 Stellungnahme zum Planentwurf 8444 – ehem. AUVA-Verwaltungsgebäude, Adalbert-Stifter-Straße 65 Für das Gebiet zwischen Lorenz-Böhler-Gasse, Pasettistraße, Linienzug 1-3, Adalbert-Stifter-Straße, Lorenz-Müller-Gasse und Kornhäuselgasse im 20. Bezirk, Katastralgemeinde Brigittenau Öffentliche Auflage: 12. Dezember 2024 bis 23. Jänner 2025 Die Initiative Denkmalschutz gibt folgende Stellungnahme ab: Das ehem. Forschungs- und Verwaltungszentrum der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) in der Adalbert-Stifter-Straße 65 wurde 1972 bis 1977 nach Plänen des österreichischen Architekten Kurt Hlaweniczka (https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Hlaweniczka) erbaut; vor dem Gebäudekomplex steht die monumentale Nirosta-Skulptur „Offener Raum“ des Bildhauers Oskar Höfinger (https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_H%C3%B6finger). Das Büro- und Verwaltungsgebäude „zählt“ laut der Fachorganisation Docomomo Austria „im Gebäudebestand der Nachkriegsmoderne in Wien aus konstruktiv-technischer Sicht sicherlich zu den herausragenden Bauten. Seinen Landmark-Charakter hat das Hauptgebäude der AUVA trotz baulicher Veränderung in der unmittelbaren Umgebung bis heute behalten. Es handelt sich um ein in seiner Entstehungszeit für Österreich herausragendes, technisch und funktional visionäres Gebäude und wird in der Literatur mehrfach in Zusammenhang mit dem Juridicum (Ernst Hiesmayr, 1970–84) und der UNO-City (Johann Staber, 1973-79) erwähnt.“ (vgl. https://www.docomomo.at/gebaeude/hauptgebaeude-allgemeine-unfallversicherungsanstalt) Seit März 2024 ist ein Unterschutzstellungsverfahren des Bundesdenkmalamtes im Laufen, dieser Umstand dokumentiert damit grundsätzlich die besondere Bedeutung dieses monumentalen und stadtbildprägenden Verwaltungsgebäudes der Nachkriegsmoderne. Auch im Erläuterungsbericht zum vorliegenden Planentwurf wird die Bedeutung des Gebäudekomplexes insofern anerkannt, als im Kapitel „Festsetzungen / Bebauungsstruktur“ ausgeführt wird, dass „der Positionierung, Gestaltung und bauhistorischen Bedeutung des Gebäudekomplexes (…) Rechnung getragen werden soll“ (Seite 9). Daher wird nachdrücklich angeregt, für das Plangebiet eine Schutzzone gemäß § 7 Bauordnung für Wien auszuweisen, zumal Gebäude, die nach 1945 errichtet wurden, gemäß § 60 Abs. 1 lit. d baurechtlich nicht von einem Schutz vor Abbruch umfasst sein können. Eine solche Schutzzonenwidmung wird als umso wichtiger erachtet, da weiters nicht abgeschätzt werden kann, ob das Gebäude tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt werden wird (die Schutzkriterien gemäß Denkmalschutzgesetz sind nämlich deutlich strenger und enger anzulegen als diejenigen der Bauordnung für Wien). Auch der Fachbeirat für Stadtplanung, Stadtgestaltung und Welterbe „unterstützt“ in seiner Stellungnahme vom 13.11.2024 „nachdrücklich das Ziel, das Gebäude unter den Aspekten von Umwelterwägungen und Nachhaltigkeit zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen.“ Positiv ist auch das Bestreben im Planentwurf anzuerkennen, den Bebauungsplan des Gebäudekomplexes dem Bestand deutlich anzupassen. (Zitate aus dem Erläuterungsbericht, Seite 9: „Mit der Bedachtnahme auf das spezielle Erscheinungsbild des Gebäudekomplexes aufgrund seiner Konstruktionsweise und der daraus resultierenden Konfiguration sollen die Baufluchtlinien (…) dem Baubestand entsprechend festgesetzt werden. Um der differenzierten Höhenentwicklung des Baubestandes Rechnung zu tragen, sollen bestandsorientierte Gebäudehöhenfestsetzungen vorgenommen werden. (…) Um zusätzliche Kubaturen im Dachbereich hintanzuhalten und der vorhandenen Gebäudestruktur zu entsprechen, sind auf den mit der Bauklasse VI ausgewiesenen Grundflächen die zur Erichtung gelangenden Dächer von Gebäuden als Flachdächer auszuführen“). Kleinere Anpassungen des Bebauungsplanes im Sinne des Bestandes werden seitens der Initiative Denkmalschutz jedoch als notwendig erachtet, um die im Planentwurf noch vorhandenen baulichen Spielräume hintanzuhalten, die die bauhistorisch bedeutende Außenerscheinung negativ beeinflussen könnten. Abschließend wird angeregt für die Schutzzone in Betracht zu ziehen, entsprechende Architekturteile in einen Katalog nach § 7 (4) Wiener Bauordnung aufzunehmen, sodass auch diese einen rechtsverbindlichen Bestandteil des Bebauungsplanes bilden. Markus Landerer und Dr. Gerhard Hertenberger, im Namen der Initiative Denkmalschutz, Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.initiative-denkmalschutz.at, mobil: +43 (0)699 1024 4216 www.facebook.com/initiative.denkmalschutz https://twitter.com/iDenkmalschutz Fuchsthallergasse 11/5, 1090 Wien, Österreich email: ZVR-Nr.: 049 832 110 Literatur / Quellen: Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs (Topographisches Denkmälerinventar, Hrsg. Bundesdenkmalamt), Band: Wien II. bis IX. und XX. Bezirk, Wien, 1993, S. 444 Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band III/3: Wien: 19.-23. Bezirk, St. Pölten – Salzburg 2010, Seite 119 Docomomo Austria: Hauptgebäude Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (Beschreibung): https://www.docomomo.at/gebaeude/hauptgebaeude-allgemeine-unfallversicherungsanstalt/ (DOCOMOMO is a non-profit organization dedicated to the documentation and conservation of buildings, sites and neighborhoods of the Modern Movement). AUVA-Zentrale in der Internationalen Architektur-Datenbank archINFORM: https://deu.archinform.net/projekte/17318.htm Wikipedia-Fotos der AUVA-Zentrale: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:AUVA-Zentrale Ö1-Radio Serie „Hundert Häuser“ (18.10.2018): 1977. Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Wien https://oe1.orf.at/artikel/644841/Allgemeine-Unfallversicherungsanstalt-Wien Wien Geschichte Wiki: Allgemeinde Unfallversicherungsanstalt (Letzte Änderung: 7.5.2021): https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Allgemeine_Unfallversicherungsanstalt AUVA-Metallplastik „Offener Raum“ aus 1977 des Bildhauers Oskar Eberhard Höfinger: Foto 1: https://austria-forum.org/af/Bilder_und_Videos/Bilder_Wien/1200/9816 Foto 2: https://austria-forum.org/af/Bilder_und_Videos/Bilder_Wien/1200/9817 ORF Wien (4.7.2024): „Böhler-Spital könnte auf Parkdeck übersiedeln“, darin Zitat: „Alte AUVA-Zentrale als weitere Standortoption: (…) Für die abgesiedelte AUVA-Zentrale aus den 1970er Jahren ist seit März ein Denkmalschutzverfahren im Gange.“: https://wien.orf.at/stories/3263749 Kronenzeitung (16.3.2024): „Alte AUVA-Zentrale steht seit Jahren leer: Die ehemalige AUVA-Zentrale in der Brigittenau verkommt zur Bauruine. Doch wie soll es mit der alten Hauptstelle weitergehen?“: https://www.krone.at/3296005
Change.org-Petition und Demo (Sa., 11.1.): Gegen den Abriss der Gründerzeithäuser Elterleinplatz 8 und Währinger Gürtel 41 im Zuge des U5-Baus
/ Petitionen, Presseaussendungen /Wien 1170, Hernalsvon IDM_adminChange.org-Petition und Demo (Sa., 11.1.) gegen den Abriss der Gründerzeithäuser Elterleinplatz 8 und Währinger Gürtel 41 im Zuge des U5-Baus Architekturrebellion Österreich und die Initiative Denkmalschutz laden zur Versammlung am Elterleinplatz ein, um gegen die geplanten Abrisse der historischen Gebäude Elterleinplatz 8 (17. Bezirk) und Währinger Gürtel 41 (18. Bezirk) durch die Wiener Linien zu protestieren (vgl. Presseaussendung vom 9.12.). Durch diese Abrisse im Zuge des U5-Baus wird nicht nur unnötig das historische Stadtbild Wiens und die Grätzlstruktur empfindlich gestört, sondern es werden ohne Not gut funktionierende und vermietete Wohn- und Geschäftsflächen abgerissen. Online-Petition für die Erhaltung unterzeichnen: https://chng.it/crk5FzT2Lm Demonstration Treffpunkt: Samstag, 11. Jänner, 10:30 Uhr, Elterleinplatz 8 (beim Alszauberbrunnen), 1170 Wien Mit der Demonstration wollen wir dagegen ein Zeichen setzen: Für den Schutz unseres baukulturellen Erbes, mehr Transparenz seitens der Wiener Linien und eine städtebauliche Lösung, die den U-Bahnbau in das historische Stadtbild nahtlos und respektvoll eingliedert, statt Ensembles zu zerreißen. Partizipation ist notwendig, um das Bewusstsein in der Bevölkerung für diese Abrisse zu schärfen, wurden die Abrisse doch eigentlich bis diesen Sommer trotz der sonst reichlichen Informationen zum U5 Bau de facto von Seiten der Stadt und Wiener Linien verschleiert. Die technische Möglichkeit zum Erhalt der betroffenen Gebäude bzw. derer Fassaden bestünde mit Rückblick auf die zahlreichen Stationen der Wiener U-Bahn in Bestandsgebäude sicher, doch sind weitere Informationen und Erwägungen zum Abriss für die Bevölkerung nicht zugänglich. Im Zuge der Demonstration haben wir auch parallel eine Change.org-Petition gestartet, da eine Petition nach Landesgesetz vom zuständigen Magistrat der Stadt Wien mit einer fadenscheinig anmutenden Begründung abgelehnt wurde. Damit wollen wir aufzeigen, dass sowohl EinwohnerInnen als auch BesucherInnen Wiens das Stadtbild nicht egal ist ! Hier Online-Petition unterzeichnen: https://chng.it/crk5FzT2Lm Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme bzw Berichterstattung! Mag. Stephan Erath, Für Architekturrebellion Österreich https://www.instagram.com/architekturrebellion_austria mobil: 0681 / 8113 70 46 Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz https://www.initiative-denkmalschutz.at mobil: 0699 / 1024 4216

C.Stadler/Bwag, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Stephan Erath
Unter Purkersdorf (NÖ): 1.100 Unterschriften zur Rettung des Bahnhofsgebäudes
/ Berichte /Niederösterreich / St. Pölten Landvon IDM_adminAls im Jänner 2021 erste Pläne publik wurden, dass das historische Bahnhofsgebäude in Unter-Purkersdorf bei Wien abgerissen werden soll, regte sich erster Widerspruch in der Bevölkerung. Noch Ende Mai meinte der Bürgermeister der Stadtgemeinde Purkersdorf, dass das Bahnhofsgebäude aufgrund seiner zahlreichen Umbauten nicht erhaltenswert sei und verwies auf die ÖBB, die Eigentümer des Areals sind. Am 10. Juni 2021 hat jetzt die „Bürgerinitiative zur Rettung des Bahnhofsgebäudes Unter Purkersdorf und für eine sinnvolle Nutzung des Areals“ dem SPÖ-Bürgermeister Stefan Steinbichler unglaubliche 1.100 Unterschriften übergeben und damit den Bürgerinitiativantrag zur Rettung des Bahnhofsgebäudes Unter-Purkersdorf eingeleitet. Unterstützt wurde die Bürgerinitiative von den Initiativen „Vision statt Beton“ (www.visionstattbeton.at) sowie „die Bahnhofsfrauen“ (www.bahnhofsfrauen.at; mit sehr kreativen Videos z.B.: Video ‚Ba-Ba-Bahnhofserhalt‘) um eine „aktive und verbindliche Bürgerbeteiligung“ zu erreichen. Der Bürgerinitiativantrag im genauen Wortlaut: Wir Purkersdorfer BürgerInnen unterstützen folgenden Bürgerinitiativantrag an den Gemeinderat (möglich nach § 16 Gemeindeordnung): – Der Bürgermeister und Gemeinderat der Stadtgemeinde Purkersdorf werden aufgefordert, sich bei den dafür zuständigen Stellen (Bundesdenkmalamt, ÖBB usw.) aktiv für den Erhalt, für eine sinnvolle Nutzung und gegen den Abriss des historischen Bahnhofsgebäudes in Unter Purkersdorf einzusetzen. – Außerdem wird die Gemeinde aufgefordert, einen öffentlichen Wettbewerb durchzuführen mit dem Ziel eines nachhaltigen Gesamtkonzepts für das Areal in Unter Purkersdorf, aufbauend auf einer aktiven und verbindlichen Einbeziehung der Bevölkerung (z.B. BürgerInnenrat). – Wir verlangen, dass keine Umwidmung des Areals Unter Purkersdorf stattfindet, bevor der Gemeinderat dieses Forderungen umgesetzt hat. Damit haben sich rund 13 Prozent aller Wahlberechtigten in Purkersdorf für den Erhalt des Bahnhofsgebäudes ausgesprochen (gemäß § 16 Gemeindeordnung sind soviele Stimmen notwendig, wie für die Erlangung eines Gemeinderatsmandats bei der letzten Gemeinderatswahl). Bis übermorgen, Dienstag, 22. Juni 2021 (nächste Gemeinderatssitzung) können noch Unterschriften abgegeben werden. Die Stellungnahme der Stadtgemeinde Purkersdorf zur Petition: „Als Stadtgemeinde begrüßen wir aktives Engagement von Bürgerinnen und Bürgern. Momentan befasst sich eine vom Gemeinderat nominierte Planungsgruppe unter der Leitung StR Sabina Kellner und GR Berd Wiltschek mit der Entwicklung eines Konzepts für das Gelände in Unterpurkersdorf. Ihnen zur Seite stehen weitere – von den Parteien entsandte – Experten, die aktuell erarbeiten, welche Infrastruktur aus Sicht der Stadt dort entwickelt werden sollte. Die Ideen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern werden in diesen Prozess mit einbezogen. Die von der Initiative gesammelten Unterschriften zur Erhaltung des Bahnhofsgebäudes werden der ÖBB als Eigentümerin übergeben.„ (Quelle: MeinBezirk) Eine weitere Petition lief vom 21.3.2021 bis 15.6.2021: – „Bahnhofsareal Unter-Purkersdorf: Umwidmung in Grünland statt Bauland“ – Erhaltung des historischen Bahnhofsgebäudes – Errichtung eines multifunktionalen Stadtparks für alle Generationen siehe: https://www.openpetition.eu/at/petition/online/bahnhofsareal-unter-purkersdorf-umwidmung-in-gruenland-statt-bauland Medienberichte: 17. Juni 2021, NÖN Bahnhofsgebäude: Erfolg für Initiativen in Unterpurkersdorf. „Bahnhofsfrauen“ und „Vision statt Beton“ konnten 1.100 Unterschriften für Erhalt des Bahnhofsgebäudes übergeben: https://www.noen.at/purkersdorf/bahnhofsgebaeude-erfolg-fuer-initiativen-in-unterpurkersdorf-purkersdorf-bahnhof-unterpurkersdorf-print-277701643 16. Juni 2021, MeinBezirk Purkersdorf: Unterschriften von Petitionen an Bürgermeister übergeben: https://www.meinbezirk.at/purkersdorf/c-lokales/unterschriften-zur-rettung-des-bahnhofsgebaeudes-unter-purkersdorf-uebergeben_a4707299 29. Mai 2021, NÖN Blues und mehr: „Bahnhofsfrauen“-Aktionen für Unterpurkersdorfs Bahnhof. „Bahnhofsfrauen“ setzen sich mit kreativen Aktionen für Erhalt des Bahnhofsgebäudes ein: https://www.noen.at/purkersdorf/blues-und-mehr-bahnhofsfrauen-aktionen-fuer-unterpurkersdorfs-bahnhof-purkersdorf-bahnhofsfrauen-bahnhof-unterpurkersdorf-print-275144402 22. Mai 2021, Heute Bahnhofsgebäude in Unter Purkersdorf soll bleiben. Die Kulturinitiative „Bahnhofsfrauen“ setzt sich für den Erhalt des Bahnhofsgebäudes in Unter Purkersdorf ein. Nachhaltige Gestaltung ist geplant: https://www.heute.at/s/bahnhofsgebaeude-in-unter-purkersdorf-soll-bleiben-100143587 25. März 2021, NÖN Purkersdorf: Bahnhofsgebäude soll vor Abriss gerettet werden. Bürgerinitiative sammelt Unterschriften sowie Ideen, um Bahnhofsgebäude Unterpurkersdorf vor Abriss zu bewahren: https://www.noen.at/purkersdorf/purkersdorf-bahnhofsgebaeude-soll-vor-abriss-gerettet-werden-purkersdorf-bahnhof-unterpurkersdorf-print-267157980 Älterer iD-Bericht: 19. Februar 2021: Unter Purkersdorf (NÖ): Gegen Bahnhof-Abriss regt sich Widerstand https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/unter-purkersdorf-noe-gegen-bahnhof-abriss-regt-sich-widerstand
Groß-Enzersdorf (NÖ): Der Auhof wird abgerissen
/ Berichte /Niederösterreich / Gänserndorfvon IDM_adminDas „geschichtliche Juwel“ Auhof in Groß-Enzersdorf bei Wien war ursprünglich ein Altersheim aus der Kaiserzeit. Dieser Tage wurde mit dem Abriss begonnen, so die Informationen, die unserem Verein zugetragen wurden. Eine Sanierung käme zu teuer, hieß es bereits 2017 von Seiten der Gemeinde, auch die Barrierefreiheit und die Schaffung von Parkplätzen seien Argumente für den Abriss, die ebenso die Erhaltung teurer gemacht hätten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Gründerzeitbau in der Lobaustraße 64 zum Gemeindebau umfunktioniert. Einige Anrainer und Bürger in Groß-Enzersdorf bedauern den Abbruch. Medienbericht: 6. April 2017, Niederösterreichische Nachrichten Groß-Enzersdorf: Geschichtliches Juwel: Auhof steht vor Abriss. Das Bauwerk aus der Kaiserzeit wird wohl nicht zu retten sein. Zu teuer kämen Sanierung und Erhalt, berichtet SP-Bürgermeister Hubert Tomsic: https://www.noen.at/gaenserndorf/gross-enzersdorf-geschichtliches-juwel-auhof-steht-vor-abriss-geschichtliches-juwel-auhof-44287317 Linktipp: Weitere Auhof-Fotos von Erich J. Schimek / Initiative Denkmalschutz: https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157680551884182
Bad Ischl (OÖ): Grand Hotel Bauer 1975 abgerissen (‚Verlorenes Erbe‘)
/ Berichte /Oberösterreich / Gmundenvon IDM_adminIn der sehenswerten TV-Serie „Verlorenes Erbe“ (von Rupert Reiter-Kluger) im ORF 2-Vorabendprogramm (“Studio 2”) wurde am 16.6.2021 der Grand Hotel Bauer in Bad Ischl behandelt. Das ehemalige Luxushotel für die gehobene Gesellschaft in der ehemaligen Kaiserstadt wurde in den 1970er-Jahren abgerissen. Auf einer Anhöhe gelegen, hatte man einen schönen Blick auf die Kurstadt, heute befindet sich an seiner Stelle eine Wiese. 1860 erwarb Andreas Bauer das Areal des ehemals an diesem Ort sich befindlichen Bauernhauses „Am Haischberg“ und erbaute ab 1861 das neue Luxushotel. Ursprünglich war es als „Sommerhotel“ nur während der Sommermonate in Betrieb. Nach dem 1. Weltkrieg musste sich Bad Ischl neu orientieren, weil das Kaiserhaus abhanden kam. In schwierigen Zeiten gelang aber noch einmal eine kleine Blütezeit (u. a. mit Tennis und Golf). Nach mehrmaliger Versteigerung erwarb eine Aktiengesellschaft in Zürich 1934 die Liegenschaft. 1936-37 wurde es vom österreichischen Architekten Anton Potyka umgebaut. Im 2. Weltkrieg wurde der Betrieb 1940 eingestellt. Erst mit der Nutzung als Lazarett 1943 wurde eine Zentralheizung eingebaut, um das Haus erstmals ganzjährig nutzen zu können. Im gleichen Jahr wurden vier Baracken errichtet, die den Kranken und der Rehabilitation dienten. 1949 als „Privatsanatorium Salzkammergut“ geführt, ging das ehem. Grand Hotel drei Jahre später in Konkurs. Danach betrieb die Wiener Neulandschule dort eine Volksschule und die Unterstufe des Gymnasiums, doch auch dieser Betrieb wurde 1966 eingestellt. Im ORF-Fernsehbeitrag spricht darüber Maria Sams vom Stadtmuseum Bad Ischl. Danach war das Gebäude etwas desolat, stand leer und wurde schließlich zur Ruine, bis es 1974/75 abgerissen wurde. Drei der 1943 erbauten Baracken stehen heute noch und dienen als Schule, der Lebenshilfe, sowie Vereinen. 2002 gab es Überlegungen wieder an der gleichen Stelle ein Hotel zu errichten, zu dem kam es aber nicht. Heute gibt es erneut Pläne ein neues Grand Hotel anlässlich der Ernennung Bad Ischl 2024 zur Europäischen Kulturhauptstadt zu errichten, jedoch an einem anderen Ort. Das neue „Grand Elisabeth“ (Video) soll den Tourismus im Salzkammergut wieder ankurbeln (Unterlagen Pressekonferenz). ORF-FERNSEHBEITRAG (4 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14095799/Grand-Hotels-in-Bad-Ischl/14939011 (16.6.2021, ORF-Studio 2, „Grand Hotels in Bad Ischl“) Linktipps / Quellen: Die Geschichte des Areal „Bauerpark“ bzw. „Hotel Bauer“: http://www.bauerpark.at/Mehr%2008.htm RADIOBEITRAG (10 min): Zeitsprünge – Hotel Bauer und Bauerpark mit Helga Peer: https://cba.fro.at/406097 (Cultural Broadcasting Archive)
Haus Beer (Wien): Architekturjuwel von Josef Frank wird Museum
/ Berichte /Wien 1130, Hietzingvon IDM_adminDas Haus (oder die Villa) Beer ist „das wohl bedeutendste Beispiel der Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit“ (Zitat Friedrich Achleitner*) und steht – so gut wie in seinem Originalzustand erhalten – seit 1987 unter Denkmalschutz. Es wurde vom Gummisohlenfabrikanten Julius Beer in Auftrag gegeben und ist ein Vorzeigebauwerk moderner Architektur aus 1929-31 vom österreichisch-schwedischen Architekten und Designer Josef Frank (* 15. Juli 1885 in Baden bei Wien; † 8. Jänner 1967 in Stockholm) gemeinsam mit Oskar Wlach. Kaum ein Haus der Wiener Moderne ist öffentlich zugänglich. Jetzt ist ein Glücksfall eingetreten. Vor kurzem hat Lothar Trierenberg (Villa Beer Immobilien GmbH) das Haus gekauft und möchte es restaurieren, als Museum gestalten und somit der Öffentlichkeit zugänglich machen. Aktuell sind Renovierungsarbeiten in Planung und ein Nutzungskonzept in Zusammenarbeit mit Fachexperten in Ausarbeitung. Lothar Trierenberg hat die Idee gemeinsam und kooperativ einen inhaltlich interessanten Ort zu schaffen bereits vor über 20 Jahren bei der Gründung von „das möbel – das café“ konsequent verfolgt. Sein Interesse an Architektur und Design hat er mit „das möbel“ (das café und das geschäft) zu seinem Beruf gemacht. Nach dem Verkauf des Geschäftes mit dem Ziel Zeit für neue Projekte zu schaffen, spielte ein glücklicher Zufall letzten November die Information, dass die „Villa Beer“ zum Verkauf stand, in seine Hände. Jetzt möchte Trierenberg dieses architekturhistorisch so wertvolle Haus ohne Zeitdruck wohlüberlegt und gut beraten wiederbeleben. Wer die Geschichte dieses Hauses ab jetzt mitverfolgen will, kann auf der offiziellen Website www.villabeer.wien einen Newsletter abonnieren. Siehe: https://www.villabeer.wien/das-haus. ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (7 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/kulturMontag/1303/kulturMontag/14095559/Villa-Beer-goes-Museum/14937160 (14.6.2021, ORF 2 Kulturmontag, „Villa Beer goes Museum“: https://tv.orf.at/program/orf2/20210614kumo120.html) Aktuelle Medienberichte: 12. Juni 2021, Kurier Villa Beer: Hietzinger Architektur-Juwel wird zu Museum. Die Villa zählt zu den wichtigsten architektonischen Bauten Österreichs. Der neue Eigentümer will jetzt ein Museum daraus machen (Bezahlschranke): https://kurier.at/chronik/wien/villa-beer-hietzinger-architektur-juwel-wird-zu-museum/401410242 5. Mai 2021, APA-OTS Architekturjuwel Villa Beer soll Museum werden. Wie das Wirtschaftsmagazin GEWINN in seiner neuen Ausgabe berichtet, soll die von Josef Frank und Oskar Wlach entworfene Villa Beer in Hietzing für Besucher geöffnet werden: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210505_OTS0170 Interessante Weblinks: Tano Bojankin, Das Haus Beer und seine Bewohner: http://www.ipts.at/Texte_Publikationen/Das%20Haus%20Beer%20und%20seine%20Bewohner,%202008.pdf(in: Iris Meder (Hrsg.), Josef Frank. Eine Moderne der Unordnung, Salzburg u. Wien (Pustet) 2008, S. 101-107) Das Haus Beer auf „Hietzing“ (Online-Plattform für den 13. Bezirk): http://www.hietzing.at/Bezirk/geschichte2.php?id=329 (Wenzgasse 12: Dieses Haus von Josef Frank und Oskar Wlach mit seiner durchkomponierten Raumfolge wurde für Julius und Margarete Beer erbaut.) Fotos vom Haus Beer (Erich J. Schimek für die Initiative Denkmalschutz): https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157666766443856. Älterer iD-Bericht: 18. Juli 2020: Haus Beer (Wien): Wie geht es weiter mit einem Schlüsselwerk moderner Architektur? https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/haus-beer-wien-wie-geht-es-weiter-mit-einem-schluesselwerk-moderner-architektur Vergangene Petitionen zum Haus Beer: – Petition: „Haus Beer in Gefahr – Petition zur Rettung des Hauptwerks von Josef Frank“ (Dez. 2016): https://www.wien.gv.at/petition/online/PetitionDetail.aspx?PetID=4ece6f8323e243ad938edf2585df4fca (mit Antworten der zuständigen Stellen der Stadt Wien und Stellungnahme des Bundesdenkmalamtes) / Die Empfehlung des Petitionsausschusses (21.6.2018, OTS): https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180621_OTS0105 – Internationale Petition „Villa Beer by Josef Frank under threat“: https://www.petitions.net/villa_beer_by_josef_frank_under_threat Ältere Medienberichte: 21. Juli 2020, Heute Architektur-Juwel „Haus Beer“ um 5,3 Mio. Euro zu haben: https://www.heute.at/s/architektur-juwel-haus-beer-um-53-mio-euro-zu-haben-100092811 12. Juli 2020, MeinBezirk Wie geht es weiter mit der Villa Beer? Sie ist als wichtiger Bau der europäischen Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts eingestuft: https://www.meinbezirk.at/hietzing/c-regionauten-community/wie-geht-es-weiter-mit-der-villa-beer-sie-ist-als-wichtiger-bau-der-europaeischen-architekturgeschichte-des-20-jahrhunderts-eingestuft_a4144899 4. September 2018, OTS Architekturzentrum Wien: „Alles Frank!“ in der Villa Beer. Besichtigungsmöglichkeit: Sa 08.09. & So 09.09.2018, 11:30 – 18 Uhr, Villa Beer, Wenzgasse 12, 1130 Wien: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180904_OTS0128 12. September 2017, MeinBezirk Die Villa Beer in Hietzing: Zukunft noch ungewiss, Verfall des Hauses oder Öffentlichkeits-Konzept? https://www.meinbezirk.at/hietzing/c-lokales/die-villa-beer-in-hietzing-zukunft-noch-ungewiss-verfall-des-hauses-oder-oeffentlichkeits-konzept_a2246706 17. November 2016, OTS Österreichische Gesellschaft für Architektur: Haus Beer in Gefahr: Petition zur Rettung des Hauptwerks von Josef Frank: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161117_OTS0190 28. Oktober 2016, OTS DOCOMOMO Austria: Hilferuf für ein Baudenkmal – Villa Beer akut gefährdet! Umbaupläne zerfetzen originale Raumkomposition: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161028_OTS0064 21. Juli 2016, Profil Architektur: Moderne Gebäude sind massiv bedroht. Umbau, Leerstand, Abriss: Die architektonischen Schätze der Moderne sind in Österreich heftigen Bedrohungen ausgesetzt. Experten und Bürgerinitiativen laufen Sturm (u.a. Haus Beer): https://www.profil.at/kultur/architektur-moderne-gebaeude-7317126 4. April 2016, OTS Architekturzentrum Wien: BesucherInnenansturm bei „Alles Frank!“ in der Villa Beer. Rund 2.500 Architekturinteressierte besuchten am Wochenende das Meisterwerk der Zwischenkriegsmoderne von Josef Frank: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160404_OTS0125 26. März 2016, ORF Baujuwel von Josef Frank: Villa Beer verfällt. Ein Baujuwel verfällt in Wien-Hietzing: die Villa Beer des österreichischen Architekten Josef Frank aus den frühen 1930er Jahren. Das Haus ist im Privatbesitz, am ersten April-Wochenende wird die Villa erstmals zugänglich sein.: https://wien.orf.at/v2/news/stories/2764985 4. Juli 2012, MeinBezirk „Villa Beer war mein Zuhause“ Udo Pöschmann lebte 66 Jahre in dem Schlüsselwerk der Moderne: https://www.meinbezirk.at/hietzing/c-lokales/villa-beer-war-mein-zuhause_a210391 9. Juli 2009, Wiener Zeitung Die Villa Beer wird wiederbelebt. (…) Josef Franks „Villa Beer“ in Hietzing wird in ihrer ursprünglichen Widmung wiederauferstehen: als Wohnhaus einer kunstsinnigen Wiener Familie. Die Zweidrittel-Mehrheit an diesem brüchig gewordenen Juwel wurde von der gemeinnützigen Privatstiftung des Wiener Unternehmers Dr. Johannes Strohmayer erworben: https://www.wienerzeitung.at/startseite/archiv/75011_Die-Villa-Beer-wird-wiederbelebt.html 18. Jänner 2006, OTS VP-Dworak zur Villa Beer: Ohne Nutzungskonzept ist der Kauf ein konzeptloses Projekt. Wien (VP-Klub) – Die Ankündigung von SP-Stadtrat Rudi Schicker, die von Josef Frank 1931 erbaute Villa Beer, Josef Franks Hauptwerk der „Moderne“, durch die Stadt Wien anzukaufen, begrüßt LAbg. Bernhard Dworak, Bezirksparteiobmann der ÖVP Hietzing: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20060118_OTS0035 17. Jänner 2006, OTS Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien: Villa Beer – Schlüsselwerk moderner österreichischer Architektur. Studie über Zugängigkeit des Gebäudes für die Öffentlichkeit ist fertig: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20060117_OTS0129 * Zitat aus: Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jh., Band III/2, Salzburg und Wien 1995, Seite 65 PS: Der originale, 4-seitige Unterschutzstellungsbescheid des Bundesdenkmalamtes liegt unserem Verein Initiative Denkmalschutz vor
Linz Arbeitersiedlung Sintstraße (OÖ) Initiative Denkmalschutz: Teilabriss wäre Bankrotterklärung des Denkmalschutzes in Österreich!
/ Presseaussendungen /Oberösterreich / Linz Stadtvon IDM_adminAPA-OTS-PRESSEAUSSENDUNG (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210614_OTS0020) Linz Sintstraße: Initiative Denkmalschutz zur Arbeitersiedlung: Teilabriss wäre Bankrotterklärung des Denkmalschutzes in Österreich! Noch 2012 war Zerstörung dieser Zwischenkriegs-Moderne für Denkmalamt wegen Einzigartigkeit und Geschlossenheit undenkbar! Wien (OTS) – Heute wollen die neuen Eigentümer der denkmalgeschützten Arbeiterhäuserkolonie, die GWG (Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft der Stadt Linz GmbH) sowie Strabag Real Estate die weitere Zukunft der Anlage in der Sintstraße 3-37 (Lustenau/Industriegebiet-Hafen) präsentieren und beabsichtigen dabei offenbar den Teilabriss, obwohl das Bundesdenkmalamt in einem langen Unterschutzstellungsverfahren 2006-2012 gerade die Wichtigkeit der gesamten Erhaltung der 1927-31 vom bekannten und für Linz prägenden Architekten und Stadtbaudirektor Curt Kühne erbauten Anlage betont hatte (14-seitiger Bescheid). Will jetzt Eigentümer Denkmalamt vor vollendete Tatsachen stellen? Im Februar wurden – in einem streng geheimen Verfahren, abseits der Öffentlichkeit und ohne Kenntnis des Bundesdenkmalamtes (BDA)! – Vorbereitungen zum Abriss von sieben der 18 denkmalgeschützten Arbeiterwohnhäuser getroffen, indem man bereits am 8.2.2021 eine Einladung zur Abgabe von Bewerbungsunterlagen für Architekturleistungen, Wohnbebauung Sintstraße 3-37 ausgegeben hat. Darin wird behauptet, dass es bereits eine Absprache mit dem BDA gäbe, dass der Abriss der Häuser Sintstraße 3 und 5 im Norden sowie Sintstraße 27-37 im Süden seitens des BDA als „denkmalverträglich eingestuft“ wird! Nach Rücksprache im BDA seitens der Initiative Denkmalschutz (19.4.) wusste man davon nichts und sprach hingegen von „vielen Falschmeldungen“, die „kursieren“, denn es wurde auch noch kein Antrag auf Veränderung gemäß § 5 Denkmalschutzgesetz gestellt. Vor Bankrotterklärung des Denkmalschutzes in Österreich? Im Rahmen des Unterschutzstellungsverfahrens hat der beim BDA angesiedelte Denkmalbeirat 2011 die Sanierbarkeit aller Gebäude bestätigt. Seitdem wird sich die Bausubstanz kaum verbessert haben. Will man den Eigentümer jetzt auch noch dafür belohnen, dass er nichts in die Bausubstanz investiert hat, und einem Teilabriss doch noch zustimmen? Wenn die STRABAG die Anlage nicht schützen will, dann soll sie diese weiterverkaufen, es gäbe genug interessierte Käufer, die die Arbeiterhäuser komplett sanieren wollen. Offenbar geht es aber nur um reine Profitmaximierung, zum Schaden des österreichischen Kulturerbes. Dieser Fall ist beispielhaft für den maroden Zustand des Denkmalschutzes in Österreich. Wann werden endlich nachhaltige Reformen seitens der Bundesregierung unternommen? Oder will man sich ernsthaft mit dieser skandalösen Bankrotterklärung zufrieden geben? Die Initiative Denkmalschutz fordert – wie auch das Denkmalamt 2012 – die Gesamterhaltung der denkmalgeschützten Arbeitersiedlung. Rückfragehinweis: Markus Landerer (0699/1024 4216) und DI Dr. Alexander Schmiderer (0664/750 545 42) Initiative Denkmalschutz – Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.idms.at OTS: Ressorts: CI, KI – Stichworte: Architektur/Immobilien/Bundesregierung/Oberösterreich/Kultur Älterer iD-Bericht: 18. April 2021: Linz (OÖ): Wohnsiedlung Sintstraße – Teilabriss trotz Denkmalschutz? https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/linz-ooe-wohnsiedlung-sintstrasse-teilabriss-trotz-denkmalschutz Literatur/Quellen: Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österrreichs: Oberösterreich, Band II: Linz, Topographisches Denkmälerinventar, Hrsg. Bundesdenkmalamt, Horn/Wien 2009, Seite 363 Österreichische Kunsttopographie, Band LV: Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil: ‚Außenbereiche, Urfahr, Ebelsberg‘, Horn 1999, Seite 247 Andrea Bina und Lorenz Potocnik (Hrsg.), Architektur in Linz, 1900-2011, Wien 2012, Seite 75 Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band I: ‚Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg‘, Salzburg und Wien 1980, Seite 177
Neusiedler See (Bgld./Ungarn): UNESCO fordert Baustopp in Fertörakos und droht mit ‚Roter Liste‘
/ Berichte /Burgenland / Neusiedl am Seevon IDM_adminDas geplante Tourismusgroßprojekt am Neusiedler See bei Fertörakos in Ungarn schlägt weiter hohe Wellen. Es soll nun tatsächlich das Welterbestatus der ganzen Neusiedler Region gefährden. Das UNESCO-Welterbezentrum in Paris forderte jetzt in einem Schreiben an den ungarischen Botschafter den Baustopp, andernfalls drohe dem UNESCO-Welterbe „Kulturlandschaft Fertö/Neusiedlersee“ die Eintragung auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten. Bereits im August 2020 hatten 30 Umweltorganisationen aus 20 Ländern Alarm geschlagen und davor gewarnt, jetzt werden sie bestätigt. Christian Schuhböck von der Umweltorganisation Alliance for Nature: Jetzt gibt es das offizielle Schreiben des UNESCO-Welterbezentrums in Paris, dass das Mega-Bauprojekt in Fertörakos nicht mit dem Welterbestatus vereinbar ist. Das bedeutet nicht nur weniger Förderungen für die Region, sondern auch einen enormen Imageschaden. ORF-FERNSEHBEITRAG (3 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14095266/Neusiedler-See-koennte-Welterbe-Status-verlieren/14934613 (ORF ‚Burgenland Heute‘, 11.6.2021: „Neusiedler See könnte Welterbe-Status verlieren“) +++ ORF-BERICHT LESEN: https://burgenland.orf.at/stories/3107777 (11.6.2021, „UNESCO fordert Baustopp in Fertörakos“) Weitere aktuelle Medienberichte: 12. Juni 2021, NÖN UNESCO Österreich zu Fertörakos: „Handlungsbedarf“. Nach der jüngsten Kritik des UNESCO-Fachbeirats für Weltkulturerbe, ICOMOS International, am geplanten Großprojekt am Neusiedler See in Fertörakos in Ungarn sieht UNESCO Österreich ebenso „Handlungsbedarf“: https://www.noen.at/in-ausland/grossprojekt-unesco-oesterreich-zu-fertoerakos-handlungsbedarf-fertoerakos-neusiedler-see-burgenland-grossprojekte-tourismus-unesco-ungarn-wasser-277369053 10. Juni 2021, BVZ Fertörakos/Neusiedler See: Wegen Mega-Bau: Rote Liste der UNESCO wird konkreter. Nach langem Drängen von Naturschützern stellt die UNESCO nun Ungarn die Rute ins Fenster und droht mit der„Roten Liste“, sollte der Mega-Bau am Neusiedler See nicht gestoppt werden: https://www.bvz.at/eisenstadt/fertoerakos-neusiedler-see-wegen-mega-bau-rote-liste-der-unesco-wird-konkreter-neusiedler-see-fertoerakos-unesco-alliance-for-nature-print-277038410 10. Juni 2021, BVZ Kommentar: Wen juckt die „Rote Liste“? Über einen Welterbestatus, den keiner verteidigt: https://www.bvz.at/neusiedl/kommentar/kommentar-wen-juckt-die-rote-liste-neusiedl-kommentar-lokal-welterbe-redaktion-277019003 4. Juni 2021, BVZ Gefahr für Welterbegebiet: Fertörakos: UNESCO-Beirat will Aus für Großprojekt. Der UNESCO-Fachbeirat für Weltkulturerbe, ICOMOS International, hat das geplante Großprojekt am Neusiedler See im ungarischen Fertörakos in einer Analyse als Gefahr für das Welterbegebiet bezeichnet: https://www.bvz.at/burgenland/wirtschaft/gefahr-fuer-welterbegebiet-fertoerakos-unesco-beirat-will-aus-fuer-grossprojekt-neusiedler-see-fertoerakos-grossprojekte-tourismus-bauprojekt-276404657 Ältere Medienberichte: 16. April 2021, BVZ Mega-Projekt. Bauten in Fertörakos: Betonblock statt Schilfhütte. Die Bauarbeiten in Fertörakos nehmen Fahrt auf. Video zeigt Fortschritt und Ausmaße des umstrittenen neuen Seeareals: https://www.bvz.at/eisenstadt/mega-projekt-bauten-in-fertoerakos-betonblock-statt-schilfhuette-fertoerakos-bauprojekt-print-270058487 13. März 2021, BVZ Umweltschutz: Baupläne am Neusiedler See: Droht die „Rote Liste“? Die Alliance for Nature wiederholt ihre Forderung nach UNESCO-Sanktionen für die umstrittenen Baupläne am Neusiedler See: https://www.bvz.at/eisenstadt/umweltschutz-bauplaene-am-neusiedler-see-droht-die-rote-liste-bezirk-eisenstadt-neusiedler-see-umweltschutz-bauplaene-print-265391769 8. Jänner 2021, BVZ Fertörakos: Pfahlbauten vor dem Abriss. Die Schilfhütten auf ungarischer Seite des Neusiedler Sees werden abgerissen, verkündete Soprons Bürgermeister: https://www.bvz.at/eisenstadt/fertoerakos-pfahlbauten-vor-dem-abriss-fertoerakos-print-241448818 24. Dezember 2020, BVZ Mega-Projekt. Baustart in Fertörakos. Die Anrainer des Seegeländes auf der ungarischen Seite des Neusiedler Sees sind nach einem Schreiben verunsichert: https://www.bvz.at/eisenstadt/mega-projekt-baustart-in-fertoerakos-fertoerakos-bauprojekt-print-239017539 3. September 2020, BVZ Neusiedler See. Kein Einspruch: Mega-Bau kommt. Das Wasser sinkt weiter, die Temperatur des Neusiedler Sees steigt. Nun soll auch noch Süßwasser und – nachdem Klagen aus Österreich ausblieben – und der Mega-Bau Fertörakos dazukommen: https://www.bvz.at/eisenstadt/neusiedler-see-kein-einspruch-mega-bau-kommt-burgenland-neusiedler-see-fertoerakos-221872516 Ältere iD-Berichte: iD-Bericht (16.8.2020): Fertörákos/Neusiedler See (Bgld.): 30 Umweltorganisationen sehen UNESCO-Weltkulturerbe bedroht: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/fertoerakos-neusiedler-see-bgld-30-umweltorganisationen-sehen-unesco-weltkulturerbe-bedroht iD-Bericht (12.7.2020): Neusiedler See (Bgld.): Bauprojekte bedrohen UNESCO-Weltkulturerbe: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/neusiedler-see-bgld-bauprojekte-bedrohen-unesco-weltkulturerbe/
Klein-Mariazell (NÖ): Klosterabriss 1964 – Verlorenes Erbe
/ Berichte /Niederösterreich / Baden bei Wienvon IDM_adminIn der sehenswerten TV-Serie „Verlorenes Erbe“ im ORF 2-Vorabendprogramm (“Studio 2”) war am 9. Juni 2021 die Zerstörung des jahrhundertealten Klosters von Klein-Mariazell Thema (Bericht: Rupert Reiter-Kluger). Im Mittelalter, 1136 gegründet, war es ursprünglich ein Stift der Benediktiner in der Klostersiedlung Klein-Mariazell in der heutigen Gemeinde Altenmarkt an der Triesting. Nach der Klosteraufhebung durch Kaiser Josef II. 1782 wurde es 1825 versteigert und erlebte, zum Schloss umgebaut, eine zweite Blüte. Das Schloss von Kleinmariazell war bis zu seiner Zerstörung 1964 einer der ganz wenigen original erhaltenen Benediktinerklosterbauten in Österreich. Der Niedergang begann mit dem 2. Weltkrieg: 1940 wurde das Schloss als Umsiedlungslager genutzt. Nach dem Krieg war der Betrieb neun Jahre lang ein USIA-Betrieb, wurde also von der sowjetisch/russischen Besatzungsmacht verwaltet. In dieser Zeit begann der Verfall. Wertvolles Inventar wurde abgeführt, Einheimische plünderten zusätzlich. Trotzdem gab es in den 1950er-Jahren den Konsens über den hohen kulturellen Werte der Klosteranlage und die einhellige Auffassung, dass es nicht abgerissen werden darf. Auch gab es eine eigene Initiative des Publizisten Otto Schulmeister zur Rettung der Klosteranlage, doch alles vergeblich. 1964 wurde das Kloster wegen Baufälligkeit abgerissen. Im Zuge der Abbrucharbeiten wurden romanische Bauteile freigelegt, die dann doch noch vor der gänzlichen Zerstörung gerettet wurden. So blieb vor allem der Kreuzgang für die Nachwelt erhalten. Im Fernsehbeitrag werden interviewt: Stefan Smidt, Miteigentümer, und Thomas Aigner vom Verein für Kultur und Denkmalpflege im Oberen Triestingtal, der berichtet, dass seit etwa 25/30 Jahren hier wieder eine richtige Aufbruchsstimmung, ausgelöst durch die Generalsanierung der Basilika Klein-Mariazell 1994-98 und durch die Wiederansiedelung einer Ordensgemeinschaft und durch die Initiative Kulturverein Mariazell im Wienerwald, dessen Anliegen es ist, das alte Kloster in seiner alten Größe wieder sichtbar zu machen. ORF-FERNSEHBEITRAG (5 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14094950/Verlorenes-Erbe-Kloster-Kleinmariazell/14933381 (9.6.2021, ORF 2, ‚Studio 2‘: „Verlorenes Erbe: Kloster Kleinmariazell“) Linktipps: – Kloster Klein-Mariazell (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Klein-Mariazell – Mariazell im Wienerwald – Verein für Kultur und Denkmalpflege im oberen Triestingtal: https://www.mariazell-wienerwald.at/team – Mariazell im Wienerwald – gemeinnützige Kulturbetriebs GmbH: https://www.mariazell-wienerwald.at/team Medienberichte: 3. September 2020, NÖN Kulturelles Erbe. Thomas Aigner: „Mariazell liegt im Triestingtal“. Verein „Mariazell im Wienerwald“ revitalisiert die besonderen Schätze der Region: https://tab.noen.at/baden/kulturelles-erbe-thomas-aigner-mariazell-liegt-im-triestingtal-bezirk-baden-thomas-aigner-mariazell-im-wienerwald-221739615 30. Dezember 2019, NÖN Altenmarkt: Mariazell im Wienerwald soll zu Kulturregion werden. Mariazell im Wienerwald soll zu einer Kulturregion werden, die sich positiv auf die gesamte Region im südlichen Wienerwald auswirkt. Vielfältige Maßnahmen geplant: https://www.noen.at/baden/altenmarkt-mariazell-im-wienerwald-soll-zu-kulturregion-werden-altenmarkt-an-der-triesting-mariazell-im-wienerwald-leader-region-triestingtal-179239793 3. März 2019, NÖN Klein-Mariazell: Keller wird Kulturtreff. Verein für Denkmalpflege erwarb ehemaligen Stiftkeller und nützt ihn nun als Museumsdepot für historische Kleinode: https://www.noen.at/baden/klein-mariazell-keller-wird-kulturtreff-altenmarkt-an-der-triesting-stiftweinkeller-klein-mariazell-dioezesanarchiv-st-poelten-137423833
Klagenfurt (Ktn): Hausabriss neben Gasthof ‚Weißes Ross‘
/ Berichte /Kärnten / Klagenfurt Stadtvon IDM_adminNeben dem denkmalgeschützten Gasthaus ‚Zum weißen Ross“, einem spätbarocken Gebäude (spätes 18. Jh., mit Pilastergliederung und Fassadendekor) am St.-Veiter-Ring 19, befindet sich ein kleines, einstöckiges Häuschen in der Mondgasse 1 (Foto Gasthaus mit Abriss Mondgasse). Obwohl sich viele Klagenfurter eine Renovierung wünschten, wurde es Anfang Juni 2021 abgerissen. Zuvor stand es jahrzehntelang leer. Medienberichte: 3. Juni 2021, 5min Abbrucharbeiten in der Mondgasse haben begonnen. Klagenfurt – Die Abbrucharbeiten in der Klagenfurter Mondgasse haben begonnen. Viele kennen das Gebäude von vorbeifahren. Es stand zuletzt jahrelang leer: https://www.5min.at/202106385778/abbrucharbeiten-in-der-mondgasse-haben-begonnen 5. Juni 2021, MeinBezirk Mondgasse: Abbrucharbeiten haben begonnen: https://www.meinbezirk.at/klagenfurt/c-regionauten-community/abbrucharbeiten-haben-begonnen_a4687460
Österreich: Die vergessenen Lager der NS-Zeit (Beispiel Pulkau)
/ Berichte /Österreich allgemein / Hollabrunnvon IDM_adminIn der NS-Zeit gab es über ganz Österreich verteilt KZ-Lager samt Außenstellen, Zwangsarbeitslager, Kriegsgefangenenlager u.v.m. Das Bundesdenkmalamt arbeitet seit einigen Jahren an einem Verzeichnis dieser Orte, bevor diese noch mehr in Vergessenheit geraten und von der Natur zurückerobert werden. Über 2.000 solcher Orte soll es in ganz Österreich gegeben haben, mehr als tausend davon hat man schon verorten können. Am Beispiel von Pulkau im niederösterreichischem Weinviertel (Bez. Hollabrunn) wird diese Thematik vorgestellt, u. a. von Dr. Paul Mahringer, dem Leiter der Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung im Bundesdenkmalamt. Das kleine, ehemalige Zwangsarbeitslager von Pulkau z.B. ist noch immer Sperrzone. ORF-BERICHT WEITERLESEN: https://orf.at/stories/3215700 (4.6.2021, „NS-Opfer: Die vergessenen Lager“) ORF ZiB 2-FERNSEHBEITRAG (5 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-2/1211/ZIB-2/14094442/Liste-vergessener-NS-Orte-in-Oesterreich/14930746 (4.6.2021, ORF Zeit im Bild 2, „Liste vergessener NS-Orte in Österreich“)