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AKTUELLE BERICHTE

AKH (Wien): Vorgängerbau Landesirrenanstalt 1974 gesprengt (Verlorenes Erbe)

In der sehenswerten TV-Serie „Verlorenes Erbe“ (von Rupert Reiter-Kluger) im ORF 2-Vorabendprogramm (“Studio 2”) wurde am 1. Juli 2021 die NÖ Landesirrenanstalt am Brünnlfeld  behandelt. Diese stand am Platz des heutigen, neuen Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien (AKH) in Michelbeuern. Sie war die erste „richtige“ Heilanstalt für ‚Geisteskranke‘ in Wien und ersetzte den Narrenturm (das „Tollhaus“) im (alten) Allgemeinen Krankenhaus. Diese Landesirrenanstalt wurde 1974 gesprengt und machte in Folge den beiden, mächtigen AKH-Bettentürmen Platz. Zur Geschichte der Landesirrenanstalt: 1821 hatte Fürst Schwarzenberg das Brünnlfeld – ein Areal zwischen dem alten AKH und dem Linienwall (heute U6/Stadtbahn) – und einen Garten erworben, um eine moderne Anstalt zu errichten. 1823 wurde das Areal vom Staat angekauft, um eine Irrenanstalt zu errichten. Nach Verzögerungen wurde diese Irrenanstalt 1848-52 nach Plänen von Ferdinand Fellner (* 1815 + 1871) erbaut, 1878 erfolgte eine Erweiterung.  Nach der Errichtung des Psychiatrischen Krankenhauses Am Steinhof von 1903 bis 1907 (später bekannt als Otto Wagner-Spital) wurde die Niederösterreichische Landesirrenanstalt am Brünnlfeld geschlossen und schließlich 1974 gesprengt. Der Zeitzeuge, Historiker Alfred Wolf (Jahrgang 1923) wird im ORF-Beitrag interviewt. In historischen Interviews aus den 1960er-Jahren zu sehen der damalige Psychiater und von 1950 bis 1969 Klinikvorstand Hans Hoff sowie sein Mitarbeiter Erwin Ringel. Der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud hielt seine ersten Vorlesungen in der Klinik. Die prächtige Holzkassettendecke wurde vor der Zerstörung gerettet. Sie wurde in das südburgenländische Schloss Rotenturm eingebaut. Auch der repräsentative, 1904 errichtete Torbau an der Lazarettgasse wurde abgerissen, um den drei Schwesterwohntürmen Platz zu machen. Im Oktober 1974 wurden sieben Sprengungen durchgeführt, die so heftig waren, dass die die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der Hohen Warte ein „Erdbeben“ registriert hatte. Eine der beiden alten Kliniken, die ehemalige I. medizinische Universitätsklinik, wurde noch 2020 abgerissen. In wenigen Jahren folgt der nächste Altbau, die ehemalige Kinderklinik, der abgerissen werden soll. ORF-FERNSEHBEITRAG (5 MIN) ZUM NACHSEHEN: https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14097426/Verlorenes-Erbe-Freud-Klinik-am-Bruennlfeld/14951133 (1.7.2021, ORF ‚Studio 2‘, „Verlorenes Erbe: Freud Klinik am Brünnlfeld“) Linktipp: – Denkmalschutz durch Privatpersonen – Die Revitalisierung von Schloss Rotenturm, in: Zeitschrift Denkma[i]l, Nachrichten der Initiative Denkmalschutz, Nr. 13 / 2013, Seite 39 f. (Foto Holzkassettendecke Seite 40): https://www.initiative-denkmalschutz.at/denkmail/Denkmail_Nr_13_web.pdf

Verlorenes Erbe (Wien): Villa Taussig 1931 abgerissen

In der sehenswerten TV-Serie „Verlorenes Erbe“ (von Rupert Reiter-Kluger) im ORF 2-Vorabendprogramm (“Studio 2”) wurde am 28.6.2021 die Villa Taussig am Fuße des Küniglbergs in Wien-Hietzing behandelt. Die Villa Taussig wurde ab 1894 vom damaligen Generaldirektor der Bodencreditanstalt Theodor Ritter von Taussig (1849-1909) erbaut. Geplant hatte die imposante Villenanlage aus der Gründerzeit mit seiner weitläufigen Gartenanlage, die entfernt an die ca. zehn Jahre früher erbaute Hermesvilla im Lainzer Tiergarten erinnert, der bekannte Architekt Karl König. Bis 1892 stand an deren Stelle die um 1830 erbaute Villa Malfatti, deren Erben diesen damals größten Privatbesitz in Hietzing an den Generaldirektor der Bodencreditanstalt verkauften. Die Villa Taussig war mit den damals neuesten technischen Errungenschaften der Zeit ausgestattet (unabhängige Wasser- und Energiezufuhr mittels Pumpwerk und Generator). Nach Taussigs Tod verkauften die 12 Kinder das Anwesen, denn keines der Kinder konnten die jeweils anderen auszahlen. 1931 wurde das repräsentative Anwesen abgerissen. Heute steht am Gelände der abgebrochenen Villa die denkmalgeschützte Malfattisiedlung, eine Arbeiter- und Angestelltenwohnhausanlage der Arbeiterunfallversicherung am Franz Schalk-Platz (erbaut 1930-32 im internationalen Stil vom Architekt Siegfried C. Drach). Unmittelbar oberhalb (südlich) der Häuser Franz Schalk-Platz 8-14 stand einst die prächtige Villa Taussig, deren Grundfläche noch heute mehr oder weniger erkennbar ist. Nur das Kutscherhaus (Gloriettegasse 49) und das Portiergebäude (Gloriettegasse 47) erinnern heute noch an den einstigen Glanz der Villa, stehen jedoch nicht unter Denkmalschutz (dafür in einer Schutzzone der Stadt Wien). Drei Generationen später hat die Familie am ehemaligen Standort des Schlosses wieder zusammengefunden, darüber berichten die beiden Urgroßenkerl Lili Gogela und Felicitas Eltz in einem ORF-Interview. ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (6 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14097089/Verlorenes-Erbe-Ein-Schloss-bei-Schoenbrunn/14949087 (28.6.2021, ORF ‚Studio 2‘, „Verlorenes Erbe: Ein Schloss bei Schönbrunn“) Linktipps: Villa Malfatti / Villa Taussig (Hietzing.at): http://www.hietzing.at/Bezirk/geschichte2.php?id=279 Kutscherhaus (Gloriettegasse 49): https://www.thecoachmansresidence.com/de/die-residenz Literatur: Gerhard Weißenbacher, In Hietzing gebaut, Architektur und Geschichte eines Wiener Bezirkes, Band II, Wien 1998, Seite 61-66

Heumarkt-Projekt und gefährdetes Welterbe Wien: Appell für einen Neustart

Gastbeitrag in „Die Presse“ (u. a. von Initiative Denkmalschutz) Heumarkt-Projekt: Appell für einen Neustart Das geplante Bauprojekt am Heumarkt steht vor einer wegweisenden Entscheidung: Die Unesco tagt Mitte Juli, und ein entsprechender „Managementplan“ soll Ende Juni finalisiert und im Herbst im Gemeinderat abgestimmt werden. Trotz wiederholter Kritik aus der Öffentlichkeit und von zahlreichen Kulturschaffenden und Experten seit 2012, die sich in Petitionen, Resolutionen und Gutachten artikuliert hatte, wurde unbeirrbar an dem Projekt am Heumarkt weitergewerkt, das Wien 2017 sogar auf die Rote Liste des Weltkulturerbes brachte. Die „Anpassungsversuche“ des Turms von 73 auf 66,3 Meter hatten nicht überzeugt – schließlich waren die Vorgaben der Unesco schon fünf Jahre zuvor glasklar: möglichst niedriger, keinesfalls höher als das bestehende Hotel. Also maximal 38 Meter. Diese Hotelscheibe, zunächst noch ins Projekt übernommen, war dabei einem dickeren, breiteren Neubau von 48 Metern Höhe gewichen, der hart an die Grundstücksgrenze zum Stadtpark heranrückte. Dieser Riegel wuchs dann mit einem „Plan B“ von Dezember 2019 auf 55 Meter, ebenso massiv vergrößert wurde der dritte, am Heumarkt gelegene Baukörper des Projekts. Ohne Turm wurde das Projekt voluminöser denn je. Falscher Weg der Stadt Wien Nach eineinhalb Jahren geheimer „Verhandlungen“ musste auch die Stadt Wien einsehen, dass sie damit nach wie vor auf dem falschen Weg war. Kaum drangen Mitte April Details dieses „Plan B“ an die Öffentlichkeit, wurde schon „Plan C“ angekündigt. Seither herrscht wieder Funkstille – eine Informationspolitik, die eines demokratischen Rechtsstaats unwürdig ist. Dialog, gar Bürgerbeteiligung, sieht anders aus. Doch wie seitens der Fachwelt bereits am 14. April kommuniziert: Mit einer bloßen Nachjustierung und Umschichtung von Baumassen wird auch „Plan C“ nicht genügen. Gefordert ist eine substanzielle Reduktion des Bauvolumens, Basis für einen Neustart des Projekts. In Eile zurechtgeschrieben Ein weiterer Aspekt der jetzigen Situation ist der „Managementplan Welterbe – Historisches Zentrum von Wien“, vorgelegt als Non-Paper-Version am 21. April 2021, um dann in einer Enquete am 6. Mai Thema zu sein. Einen solchen Plan sollte es eigentlich schon ab dem Zeitpunkt der Aufnahme des Zentrums Wiens ins Weltkulturerbe geben, nun wurde er in erkennbarer Eile zurechtgeschrieben und zeigt die ganze Absurdität der parallelen Vorgänge: Da er ja ein quasi übergeordneter Plan sein soll, dessen Aufgabe es wäre, zukünftige Situationen besser zu steuern, kommt das Heumarkt-Projekt (wiewohl Auslöser für die Rote Liste) nicht vor; dafür werden das „Fachkonzept Hochhäuser“ von 2014, mit dem Hochhausausschlusszonen, zuvor im Welterbegebiet festgelegt, abgeschafft wurden, sowie der Gemeinderatsbeschluss zum Ausschluss von Hochhäusern in der Inneren Stadt vom 5. Mai 2017 angeführt. Keinen Monat später, am 1. Juni 2017, war die Hochhauswidmung des Heumarkt-Projekts im Gemeinderat beschlossen worden – es liegt ja auch nicht in der Inneren Stadt, sondern auf dem Gebiet des dritten Bezirks, wohl aber in der Kernzone des Welterbes, und an einem der sensibelsten Punkte dieser Zone noch dazu. (Das damalige Abstimmungsverhalten der Grünen, gegen die eigene Basis den Weg ebnend, markierte wohl einen Tiefpunkt in der Parteigeschichte.) So viel zur Tauglichkeit der hier neuerlich angepriesenen, völlig untauglichen Instrumente. Umgekehrt wird selbst die Minimalanforderung der Verankerung des Welterbes in der Bauordnung auf die lange Bank geschoben. Dennoch soll der Managementplan „im Herbst“ durch den Gemeinderat gebracht werden! Was bleibt, sind viele schöne Worte von der Vereinbarkeit von Tradition und Dynamik und das Ziel, trotz Durchführung des Heumarkt-Projekts von der Roten Liste gestrichen zu werden. Bleibt Wien auf Roter Liste? Politische Entscheidungsträger und Projektbetreiber zu ihrer Verantwortung zu rufen liegt in dieser Situation primär bei der Unesco, die als internationale Organisation mit dem für Welterbefragen letztzuständigen World Heritage Committee (WHC) in ihrer Tagung Mitte Juli in China darüber befinden wird, ob Wien auf der Roten Liste bleibt. Icomos Austria, beratend in diese Entscheidung eingebunden, und die Österreichische Unesco-Kommission haben dabei zum Gutachten von Manfred Wehdorn, der mit dem Verzicht auf den Turm das Problem als gelöst ansieht, eine kritisch-fundierte Stellungnahme vorgelegt. Die unlängst bekannt gemachte Beschlussvorlage für die WHC-Sitzung („Draft Decision“) unterstreicht und konkretisiert nochmals die Forderungen. Insbesondere ist darin zentral, dass nach wie vor von der Bestandshöhe (38 Meter) als Messlatte ausgegangen wird und dass der mit dem Welterbe kompatible „visual impact“ vom Belvedere aus ausdrücklich gefordert wird. Zudem wird eine Verankerung des Welterbeschutzes im nationalen und regionalen Recht gefordert, ein klarer Rechtsstatus des Managementplans, eine Revision des Hochhauskonzepts (Ausschluss nicht nur in der Inneren Stadt, wie im Gemeinderatsbeschluss von 2017, sondern in der gesamten Kern- und Pufferzone plus Sichtachsen) einschließlich „Masterplan Glacis“ und ein neues „Heritage Impact Assessment“ (HIA), das den Methoden von 2019 folgt. So halten die Draft Decisions den Druck auf die Entscheidungsträger aufrecht, die bisherige das Welterbe zerstörende Planungspolitik aufzugeben. Das sollte ein Hoffnungsschimmer sein. Aber es ist auch klar, wie sehr es zur Umsetzung der guten Koordinierung und Zusammenarbeit der internationalen mit den nationalen und regionalen Behörden beziehungsweise den politisch Verantwortlichen bedarf. Appell an Grüne und Neos An Justizministerin Alma Zadić wäre angesichts der zahlreichen laufenden Verfahren in der Causa Heumarkt zu appellieren, die Ermittlungen voranzutreiben, bevor die Stadt Wien die nächsten Schritte in die falsche Richtung setzt. Vizekanzler Werner Kogler hätte es als Kulturminister in der Hand, die Stadt Wien per Weisung zur Einhaltung des völkerrechtlichen Vertrags und somit zum Stopp des Hochhausprojekts zu veranlassen. Die Grünen hätten als Partei insgesamt also einiges an Image zu reparieren. Und die Neos könnten als nunmehriger Juniorpartner einer „Fortschrittskoalition“ zeigen, dass sie ihre Ideale von „Transparenz/Bürgernähe/Neustart statt Comeback“ auch gegenüber einem übermächtigen Partner artikulieren können. Das von der Unesco geforderte „Revised Design of the Heumarkt Neu Project“ unter Berücksichtigung der Welterbe-Vorgaben sollte eigentlich genau ihren Vorstellungen entsprechen. Wir plädieren für einen Neustart des Projekts in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Unesco und unter adäquaten Rahmenbedingungen! Die Unterzeichner: Marion Diederichs-Lafite, Verlegerin und Musikpublizistin Irmgard Griss, ehemalige OGH-Präsidentin und Präsidentschaftskandidatin der Neos Maria Auböck, Präsidentin der ZV der Architektinnen Österreich Otto Kapfinger, Architekturhistoriker Christian Kühn, Vorsitzender der Architekturstiftung Österreich Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz Norbert Mayr, Architekturhistoriker und Publizist Andreas Vass, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Architektur Angelika Zeininger, Architektin, Schulleiterin des Camillo-Sitte-Bautechnikums Johannes Zeininger, Architekt, Vorstandsmitglied der IG-Architektur

Mölbling (Ktn.): Funder-Villa Verkauf: zuerst Inventar, dann Gebäude

Die gut 100 Jahre alte Villa der Industriellenfamilie Funder in der Gemeinde Mölbling steht zum Verkauf, zuvor soll das Inventar versteigert werden. Manche betrachten die Villa nahe Althofen (Adresse: Mölbling 2) als eines der schönsten Herrschaftshäuser des Landes. Die Originaleinrichtung wird jetzt am Samstag, den 3. Juli im Auftrag des Eigentümers versteigert, der Kunsthistoriker Constantin Staus-Rausch organisiert die Auktion. Gemäß aktueller Denkmalliste des Bundesdenkmalamtes (Stand: 2020) steht die Villa nicht unter Denkmalschutz. Ein Kuriosum befindet sich im 1,5 Hektar großen Garten: ein oberirdischer Atombunker aus den 1980er-Jahren, der bis zu sechs Personen aufnehmen kann. ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (3 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Kaernten-heute/70022/Kaernten-heute/14096692/Versteigerung-des-Inventars-der-Funder-Villa/14945932 (23.6.2021, ORF ‚Kärnten Heute‘, „Versteigerung des Inventars der Funder-Villa“) Offizielle Website der Auktion: https://auktion-alte-fundervilla.jimdosite.com Auktion auf Facebook (‚Inventarauktion Alte Funder Villa, Mölbling‘): https://www.facebook.com/events/842895102967036 bzw. https://www.facebook.com/Auktion-Alte-Fundervilla-M%C3%B6lbling-100611725508110 Medienberichte: 28. Juni 2021, ORF Versteigerung von Villen-Inventar. Ein Stück Industriegeschichte steht in Mölbling (Bezirk St. Veit) zum Verkauf. Die Villa der Unternehmerfamilie Funder soll den Besitzer wechseln. Es ist eines der schönsten Herrschaftshäuser des Landes. Das Inventar soll am 3. Juli versteigert werden: https://kaernten.orf.at/stories/3109040 28. Juni 2021, Kleine Zeitung Komplett ausgestattet: Atombunker in Kärnten zum Verkauf angeboten. Im Park der alten Funder-Villa in Mölbling steht ein 15 Meter langer Atombunker aus den 1980er-Jahren. Sechs Personen könnten darin im Ernstfall überleben. Jetzt wird ein Käufer gesucht (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/kaernten/5999482/Komplett-ausgestattet_Atombunker-in-Kaernten-zum-Verkauf-angeboten 26. Juni 2021, Kleine Zeitung Villa in KärntenVom Zimmerklosett bis zur Skelettuhr: Diese Versteigerung ist einzigartig. 300 geschichtsträchtige Exponate aus der alten Funder-Villa in Mölbling, einem der schönsten Herrenhäuser Kärntens, kommen jetzt unter den Hammer. Man darf durchaus auf Schnäppchen hoffen (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/kaernten/5998921/Villa-in-Kaernten_Vom-Zimmerklosett-bis-zur-Skelettuhr_Diese 18. April 2021, Kleine Zeitung Inventar wird versteigert: Eines der schönsten Herrenhäuser Kärntens steht zum Verkauf. Die alte Funder-Villa in Mölbling, eines der schönsten Herrenhäuser Kärntens, wird verkauft. Das gesamte Inventar wird demnächst versteigert – da ist für jeden etwas dabei (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/kaernten/5967479/Inventar-wird-versteigert_Eines-der-schoensten-Herrenhaeuser 23. März 2013, Kleine Zeitung (Pressreader) Einbrecher zogen in Villa Spur der Verwüstung. Über 50.000 Euro Schaden. Zwei Täter gefasst: https://www.pressreader.com/austria/kleine-zeitung-kaernten/20130322/282260957911125

Gefährdetes Welterbe Wien (u. Heumarkt): Streichung von ‚Roter Liste‘ 2022?

Divergierende Interpretationen gibt es derzeit zur aktuell (22. Juni) veröffentlichten „Draft Decision“ der bevorstehenden UNESCO-Welterbe-Komitee Sitzung (32. Historic Centre of Vienna (Austria) (C 1033) , Seite 32 bis 49). Die „Draft Decision“ ist der Beschluss-Entwurf, der beschreibt, wie voraussichtlich das UNESCO-Welterbekomitee bei seiner nächsten Sitzung im Juli abstimmen wird (Extended 44th session of the World Heritage Committee. Fuzhou (China)/Online meeting , 16-31 July 2021). Während der UNESCO-Welterbebeauftragte der Stadt Wien, Landtagspräsident Ernst Woller auf Grund dieser „Draft Decision“ starke Hoffnungen hegt, dass Wien zumindest im Folgejahr 2022 von der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten gestrichen wird (vgl. Presseaussendung der Stadt Wien), sehen das kritische Architekturexperten gänzlich anders. Andreas Vass, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) und Teilnehmer  der Politischen Enquete zum Managementplan am 6. Mai  gegenüber Ö1-Radio letzten Freitag (25.6.) betreffend des umstrittenen Hochhausprojekts am Heumarkt: „Das kann die UNESCO sicherlich nie akzeptieren so etwas“, und auch der Architekturkritiker und Univ. Prof. an der TU Wien, Christian Kühn: „Es ist praktisch ausgeschlossen, dass Wien bei der nächsten UNESCO-Sitzung von der Roten Liste runterkommt. Und die Vorgaben von der UNESCO sind bisher unverändert strikt.„ In China soll im Juli zumindest wieder entschieden werden, wie es weiter geht. Die UNESCO fordert bzgl. Heumarkt-Areal beim Wiener Eislaufverein weiterhin: „nicht höher als Bestand“ d.h. gemäß Bauordnung etwa 38 m Bauhöhe. Dies wäre deutlich niedriger als der Letzt-Entwurf des Heumarkt-Bauprojekts. Auf jeden Fall ist im aktuellen UNESCO-Beschlussentwurf zu lesen, dass das „Historische Zentrum von Wien“ weiterhin auf der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten bleiben soll (‚Draft Decision‘ Seite 49, Punkt 11: „Decides to retain Historic Centre of Vienna (Austria) on the List of World Heritage in Danger.“). Weiters in Kritik bzw. Beobachtung in der ‚Draft Decision‘ sind die Verbauung in der historischen Gartenanlage des Palais Schwarzenberg sowie das Wien Museum (Karlsplatz 8) und das benachbarte Winterthur Haus (Karlsplatz 9) bzgl. visueller Auswirkungen auf die barocke Karlskirche. Alles wird sich jetzt wohl entscheiden, wie es mit dem Hochhausprojekt am Heumarkt konkret weitergeht. Eigentlich hätte schon im Mai ein neuer Projektentwurf der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen. Dieser soll jetzt laut Woller im Spätherbst präsentiert werden. Dass man sich dann strikt an die UNESCO-Vorgaben „nicht höher als Bestand“ (ca. 38 m) halten wird, ist stark zu bezweifeln, zumal Ernst Woller von einem „Kompromiss mit mildernden Maßnahmen (mitigation measures) beim Projekt Heumarkt-Eislaufverein“ spricht (also höher als Bestand?), das in den nächsten Monaten entwickelt werden soll (wobei hier Bezug genommen wird auf die Advisory Mission von UNESCO und ICOMOS; vgl. OTS)). Ebenso im Herbst soll nun endlich der von der UNESCO eingeforderte, längst überfällige Managementplan für das Weltkulturerbe „Historisches Zentrum von Wien“ im Gemeinderat beschlossen werden. Linktipps: Die „Draft Decision“ der UNESCO-Welterbesitzung im Juli 2021 in China (Wien: Seite 32 bis 49): https://whc.unesco.org/archive/2021/whc21-44com-7A.Add-en.pdf Extended 44th session of the World Heritage Committee. Fuzhou (China)/Online meeting. 16-31 July 2021: https://whc.unesco.org/en/sessions/44com/documents/WHC/21/44.COM Politische Enquete „Managementplan Welterbe Historisches Zentrum von Wien“ vom 6. Mai 2021. Damaliger Live-Stream nun online zum Nachsehen/hören: https://vimeo.com/547929950/4a9ea508a2 Weitere Infos siehe: https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/strategien/managementplan-welterbe.html. Damalige offizelle Ankündigung der Enquete: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210429_OTS0051 sowie https://www.wien.gv.at/presse/2021/04/29/aviso-politische-enquete-managementplan-welterbe-historisches-zentrum-von-wien Medienberichte: 25. Juni 2021, ORF, Ö1-Radio (Morgenjournal, 7:00 Uhr) Wien und die rote Liste der UNESCO: https://oe1.orf.at/player/20210625/641920/1624598750000 23. Juni 2021, Österreich-Zeitung UNESCO-Antragsentwurf gibt Hoffnung: Weltkultur-Erbe: Wien wird von Roter Liste gestrichen. Siehe: https://epaper-oesterreich.at, Seite 17 22. Juni 2021, ORF Heumarkt: Hoffen auf Streichung von roter Liste. 2022 könnte Wien wieder von der Roten Liste des gefährdeten Welterbes gestrichen werden. Hoffnung gebe eine von der UNESCO positiv formulierte „Draft Decision“, so Landtagspräsident Ernst Woller (SPÖ): https://wien.orf.at/stories/3109511 22. Juni 2021, Kurier Wien bleibt vorerst auf Roter Liste der UNESCO. Das geht aus einer sogenannten „Draft Decision“ für die Sitzung des Welterbe-Komitees hervor. Die Stadt rechnet mit einer Streichung im Jahr 2022: https://kurier.at/chronik/wien/wien-bleibt-vorerst-auf-roter-liste-der-unesco/401421039 22. Juni 2021, Heute Weltkulturerbe: Stadt hofft von roter Liste zu kommen. Seit 2017 steht Wien wegen dem umstrittenen Heumarkt-Projekt auf der roten Liste der UNESCO. Eine Vorentscheidung lässt nun auf Streichung hoffen: https://www.heute.at/s/weltkulturerbe-stadt-hofft-von-roter-liste-zu-kommen-100148610 22. Juni 2021, Salzburger Nachrichten / APA Wien sieht Weg frei für Streichung von Roter Welterbe-Liste. Im Zuge des wackelnden Welterbestatus für die Wiener Innere Stadt infolge des Heumarktprojekts zeigt sich die Stadt nun zuversichtlich, dass Wien 2022 wieder von der Roten Liste des gefährdeten Welterbes gestrichen wird: https://www.sn.at/kultur/allgemein/wien-sieht-weg-frei-fuer-streichung-von-roter-welterbe-liste-105573973 22.  Juni 2021, Vienna.at Heumarkt: Wien könnte Welterbe-Status doch nicht verlieren. Eine positiv formulierte „Draft Decision“ der UNESCO gibt der Stadt Wien Hoffnung, nächstes Jahr wieder von der Roten Welterbe-Liste gestrichen zu werden: https://www.vienna.at/heumarkt-wien-koennte-welterbe-status-doch-nicht-verlieren/7029740 21. Juni 2021, Der Standard Plan B zum Heumarkt ohne Turm wird erst im Spätherbst präsentiert. Das umstrittene Hochhaus am Wiener Heumarkt kommt nicht. Es wird aber ein anderes Gebäude am Areal geben. Die Präsentation der Details wurde um einige Monate verschoben: https://www.derstandard.at/story/2000127590698/plan-b-zum-heumarkt-ohne-turm-wird-erst-im-spaetherbst Politische Reaktionen (APA-OTS): 23. Juni 2021, Pressedienst der Parlamentsdirektion – Parlamentskorrespondenz Kulturausschuss: Rolle des Bundes beim Schutz des Welterbes soll genauer geregelt werden. Anträge der Opposition mit den Stimmen von ÖVP und der Grünen vertagt: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210623_OTS0236 22. Juni 2021, 13:48 Uhr, ÖVP VP-Wölbitsch/Olischar ad Weltkulturerbe: Ein weiteres Jahr steht Wien auf der Roten Liste: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210622_OTS0150 22. Juni 2021, 11:01 Uhr, PID Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien UNESCO signalisiert: Wien könnte 2022 von der Roten Liste des gefährdeten Welterbes gestrichen werden. Woller: „Beschluss-Entwurf zum ‚Historischen Zentrum Wien‘ für die 44. Welterbe-Komitee Sitzung bestätigt positive Entwicklung und Korrekturkurs zur Streichung von der ‚Roten Liste’“: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210622_OTS0088 22. Juni 2021, 10:38 Uhr, FPÖ FP-Nepp zu Heumarkt: Welche „Planspiele“ erwarten Wien und das Welterbe diesmal? Heumarkt-Projekt muss gänzlich neu aufgerollt werden. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210622_OTS0073 16. Juni 2021, FPÖ FP-Grebner: MD-Wien misst in Sachen Baubescheid beim Hochhausprojekt am Heumarkt mit zweierlei Maß. In der Sitzung der Bezirksvertretung Landstraße vom 17. Juni 2021 sollte der Antrag der FPÖ-Landstraße behandelt werden, mit dem sich der 3. Bezirk dafür ausspricht, dass vorerst kein Baubescheid für das Heumarkt Projekt erlassen wird: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210616_OTS0182 Presseaussendungen der Initiative Denkmalschutz (Auswahl) 9. Jänner 2020, APA-OTS-Presseaussendung Initiative Denkmalschutz zu Heumarkt-Gefeilsche ums Weltkulturerbe: Ein unmoralisches Angebot der Stadt Wien an die UNESCO! Neuer Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler ist jetzt verpflichtet Recht im Sinne des Regierungsprogrammes umzusetzen: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200109_OTS0013 7. Mai 2019, APA-OTS-Pressseaussendung Aviso PK Heumarkt: Kulturminister Blümel und Bundesregierung müssen(!) rechtliche Schritte zur Erhaltung des Welterbes einleiten! Präsentation der neuen, vertiefenden Rechtsanalyse von Dr. Helmut Hofmann durch Initiative Denkmalschutz, Initiative Stadtbildschutz und Aktion 21 – pro Bürgerbeteiligung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190507_OTS0017 26. März 2018, APA-OTS-Presseaussendung UNESCO-Welterbe Wien: Ohne Reduktion des Heumarkt-Hochhausprojekts zielsicher zur Aberkennung. Initiative Denkmalschutz zeigt die Fakten Die ÖVP-FPÖ Bundesregierung muss den Flächenwidmungsplan […]

Krankenhaus Oberwart (Bgld): Denkmalamt prüft Schutz, Landeshauptmann will Abriss

Das Landeskrankenhaus Oberwart, ein Gebäude im Stil des Brutalismus, wurde 1971 bis 1988/93 von den Architekten Matthias Szauer und Gottfried Fickl erbaut. Beim Bundesdenkmalamt läuft gerade ein Unterschutzstellungsverfahren, doch bei der Fragestunde am 10. Juni 2021 im Burgenländischen Landtag glaubt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) bereits jetzt schon zu wissen, dass das Haus nicht geschützt werden wird, denn er sagte: „Aller Voraussicht nach wird dieses Krankenhaus [Anm.: das alte Krankenhaus] nicht unter Denkmalschutz gestellt. Das eröffnet uns natürlich die Möglichkeit in weiterer Folge – und das sage ich auch ganz klar – dieses Krankenhaus abzureißen“ (Quelle: ORF). In Fachkreisen herrschte ob dieses Vorgriffs Verwunderung und gleichzeitig auch die Befürchtung, dass damit der politische Druck auf das Bundesdenkmalamt steigt, damit es das Krankenhaus in der Dornburggasse 80 doch noch für den Abriss freigibt. Begonnen hat alles mit dem NEOS Landessprecher Eduard Posch, der 2019 meinte: „Dieser Bau ist eine Ikone der Architektur des Brutalismus,“ sodass er das Bundesdenkmalamtes bat, eine mögliche Unterschutzstellung zu prüfen. Das Denkmalamt ist dieser Anregung gefolgt und hat den Krankenhausbau mittlerweile als „bedeutsam“ eingestuft, sodass ein Prüfverfahren eingeleitet wurde, das bis heute nicht abgeschlossen ist. Bereits im Mai 2020 meinte Doskozil anlässlich der Grundsteinlegung zum Krankenhausneubau in Oberwart: „Es wird schwierig aufgrund der Bausubstanz das bestehende Gebäude weiter zu verwerten. Gemeinsam mit der TU Wien wird die BELIG ein Projekt starten, um Möglichkeiten zu erarbeiten, wie es weiter gehen kann. Ich gehe aber eher davon aus, dass ein Gutteil des Gebäudes abgerissen werden wird“ [Anm.: die BELIG (Beteiligungs- und Liegenschafts GmbH) wurde 2020 in LIB Landesimmobilien Burgenland GmbH umbenannt]. NEOS Landessprecher Eduard Posch fordert die zeitgerechte Erarbeitung eines Nachnutzungskonzeptes des Altbaues. Von Seiten der KRAGES, der Burgenländischen Krankenanstalten-Ges.m.b.H. heißt es, dass erst nach der Vollinbetriebnahme des Krankenhausneubaues, voraussichtlich 2024, über die Nachnutzung des bestehenden Krankenhauses entschieden wird. Linktipps: #SOSBrutalism: Matthias Szauer / Gottfried Fickl: Hospital Oberwart, 1971D–1988: https://www.sosbrutalism.org/cms/16412891 Landeskrankenhaus Oberwart, Full Documentation Fiche 2020 (Docomomo Austria – Documentation and Conservation of buildings, sites and neighbourhoods of the Modern Movement): https://www.docomomo.at/cms/wp-content/uploads/2020/10/7400_szauer-fickl_lkh-oberwart.pdf Liste brutalistischer Bauwerke in Österreich (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_brutalistischer_Bauwerke_in_%C3%96sterreich Medienberichte: 20. Juni 2021, BVZ Krankenhaus Oberwart: Poker um Denkmalschutz. Der Neubau liegt — so Landeshauptmann Doskozil — im Zeit- und Kostenplan. Altbestand könnte abgerissen werden: https://www.bvz.at/oberwart/neubau-krankenhaus-oberwart-poker-um-denkmalschutz-oberwart-krankenhaus-oberwart-hans-peter-doskozil-denkmalschutz-ilse-benkoe-print-277864957 10. Juni 2021, ORF Landtag: Schlagabtausch zu BELIG. In der Landtagssitzung ist Donnerstagnachmittag der Bericht des Landesrechnungshofes zur Landesgesellschaft BELIG neuerlich Thema gewesen. (mit Doskozil Zitat: „Aller Voraussicht nach wird dieses Krankenhaus nicht unter Denkmalschutz gestellt.“ : https://burgenland.orf.at/stories/3107724 8. Oktober 2020, BVZ Krankenhaus Oberwart. Corona: Denkmalamt muss jetzt warten. Aufgrund der strengen Zugangsbeschränkungen kann das Denkmalamt das Verfahren im Krankenhaus Oberwart derzeit nicht abschließen: https://www.bvz.at/oberwart/krankenhaus-oberwart-corona-denkmalamt-muss-jetzt-warten-oberwart-denkmalamt-krankenhaus-oberwart-zugangsbeschraenkungen-print-227574068 21. Mai 2020, BVZ Neubau KH Oberwart: Spatenstich von historischer Bedeutung. 235 Millionen Euro — die größte Investition in der Geschichte des Landes — werden bis zum Jahr 2024 investiert: https://www.bvz.at/oberwart/neubau-kh-oberwart-spatenstich-von-historischer-bedeutung-oberwart-spatenstich-krankenhaus-oberwart-investition-206485672 19. Mai 2020, MeinBezirk Krankenhaus Oberwart: 235 Millionen Euro für größtes Bauprojekt im Burgenland. Der Spatenstich fürs neue Krankenhaus Oberwart ist erfolgt. Bis 2024 werden maximal 235 Millionen Euro investiert: https://www.meinbezirk.at/oberwart/c-lokales/235-millionen-euro-fuer-groesstes-bauprojekt-im-burgenland_a4072521 7. November 2019, ORF KH Oberwart: Grüne wollen Dialog über Nachnutzung. Die Krankenanstaltengesellschaft KRAGES ist derzeit mit der Ausschreibung für den Neubau des Krankenhauses Oberwart beschäftigt. Was mit dem bestehenden Krankenhaus geschehen soll, ist unklar. Die Grünen fordern einen breit geführten Partizipationsprozess: https://burgenland.orf.at/stories/3020649 11. September 2019, BVZ Krankenhaus Oberwart. Denkmalschutz prüft: Grünes Licht für Bau. Stadtgemeinde erteilt Baubewilligung für Neubau. Das Denkmalamt kündigt für das bestehende Spital nähere Erhebungen an: https://www.bvz.at/oberwart/krankenhaus-oberwart-denkmalschutz-prueft-gruenes-licht-fuer-bau-oberwart-krankenhaus-oberwart-krages-denkmalschutz-161952160 5. September 2019, BVZ Spitalbau. Denkmalamt prüft Oberwarter Krankenhaus. Auf Antrag der NEOS prüft das Bundesdenkmalamt das Oberwarter Spital. Aktuell wird das Gebäude als „bedeutsam“ eingestuft: https://www.bvz.at/burgenland/politik/spitalbau-denkmalamt-prueft-oberwarter-krankenhaus-oberwart-redaktionsfeed-bundesdenkmalamt-neos-krankenhaus-oberwart-krages-161244976 4. September 2019, Kleine Zeitung Soll Neubau weichen. Denkmalschutz für Oberwarter Krankenhaus wird geprüft. Das im Architekturstil des Brutalismus in den 1970er-Jahren geplante Krankenhaus Oberwart sollte nach dem Neubau des Spitals abgerissen werden. Nun hat es das Bundesdenkmalamt als bedeutsam eingestuft und in sein Prüfprogramm aufgenommen (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/oststeier/5684586/Soll-Neubau-weichen_Denkmalschutz-fuer-Oberwarter-Krankenhaus-wird 15. August 2019, BVZ Vorschlag der NEOS: Denkmalschutz für Krankenhaus Oberwart? Die NEOS fordern die Prüfung der Denkmaleigenschaften des Krankenhauses in Oberwart und haben das Bundesdenkmalamt eingeschaltet: https://www.bvz.at/oberwart/vorschlag-der-neos-denkmalschutz-fuer-krankenhaus-oberwart-oberwart-krankenhaus-oberwart-brutalismus-eduard-posch-158391170 9. August 2019, MeinBezirk Krankenhaus Oberwart: NEOS wollen Denkmaleigenschaften prüfen: https://www.meinbezirk.at/oberwart/c-politik/neos-wollen-denkmaleigenschaften-pruefen_a3560649 7. August 2019, Prima Magazin Krankenhaus unter Denkmalschutz? Das bestehende Krankenhaus in Oberwart soll durch einen Neubau ersetzt werden. Jetzt haben die NEOS Burgenland einen Antrag an das Bundesdenkmalamt gestellt, zu überprüfen, ob das alte Gebäude schützenswert ist: https://www.prima-magazin.at/lokalnachrichten/krankenhaus-unter-denkmalschutz

Liezen (Stmk): Jagdschloss Dumba 1960 abgerissen – Verlorenes Erbe

In der sehenswerten TV-Serie „Verlorenes Erbe“ (von Rupert Reiter-Kluger) im ORF 2-Vorabendprogramm (“Studio 2”) wurde am 21.6.2021 das Jagdschloss Dumba in Liezen behandelt. Der Industrielle und Politiker und Förderer des Wiener Musiklebens Nikolaus Dumba (*1830 +1900) kam 1870 als Jagdherr und zur Sommerfrische in die Obersteiermark. Er erbaute sich dort ein Jagdschloss (große Villa) sowie ein Herrenhaus (kleine Villa). Sein Wiener Palais Dumba (Parkring 4) wurde von den berühmten Malern Hans Makart und Gustav Klimt ausgestattet. Das Liezener Jagdschloss war prächtig ausgestattet und reich mit Trophäen, berichtet Ernst Gaigg, Musiker und Zeitzeuge gegenüber dem ORF. Architekt des 1874-76 erbauten Jagdschlosses auf einem rund 15.000 m2 großen Areal im heutigen Bereich Döllacher Straße, Ausseer Straße, Siedlungsstraße und Grimminggasse war August Krumholz, einem Friedrich-von-Schmidt Schüler. Bald nach der Fertigstellung wurde eine bauliche Erweiterung vorgenommen, bei der der Ringstraßenarchitekt Heinrich von Ferstel seine Ideen eingebracht haben soll. Damals befanden sich westlich der Villa schon zwei weitere Gebäude, die heute noch bestehende „Kleine Dumba-Villa“ und ein weiteres Gebäude, das als Wirtschaftsgebäude mit Gästezimmern gedient hat und 2016 für den „Dumbapark“ abgerissen wurde. Weiters standen am Grundstück noch ein kleines Gartenhäuschen und ein einstöckiges Stallgebäude, das später Gesindehaus wurde. Auf dieses Haus (Ausseer Straße 29) wurde anlässlich seiner Renovierung im Jahr 1990 eine Gedenktafel angebracht, die an den ehemaligen Dumba-Park erinnert. Das Jagdschloss war ein asymmetrischer Bau mit seitlichem Turm mit Fachwerkaufsatz. Für das äußere Erscheinungsbild charakteristisch war die Verwendung hölzerner Laubengänge, die dem Bauwerk einen landhausartigen Charakter geben sollten. Auf die Bestimmung des Hauses verwies ein umlaufender Sgraffito-Fries mit Jagdszenen. In der reich ausgestatteten Jagdschloss war ein Teil der umfangreichen Kunstsammlung der Familie Dumba untergebracht. Das Jagdschloss entwickelte sich im letzten Viertel des 19. Jh. zu einem kulturellen Anziehungspunkt (zu Gast waren u. a. der Musikkritiker Eduard Hanslick und der Maler Rudolf von Alt). 1940 wurde im Park der Dumba-Villa eine Südtiroler-Siedlung errichtet. Die Erben Dumbas ließen 1950 den Park in Liezen parzellieren und verkauften diesen. 1953 wird zum ersten mal des Areal an die Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Ennstal übergeben, die für das zuletzt als Musikschule genutzte Jagdschloss einen Antrag auf Abbruch stellte. Der Antrag wird seitens der Stadt Liezen zunächst abgelehnt, weil das Gebäude sich in einem guten Zustand befinde. 1960 wird dieser Antrag wiederholt, und seitens der Stadt Liezen dann sogar eine Abbruchverfügung erteilt, weil es einen katastrophal schlechten Bauzustand aufwies, sodass das Gebäude innerhalb eines halben Jahres abzureißen sei. „Die Enntsal“ erbaute danach vier fünfgeschoßige Wohnhäuser (Ausseer Straße 37, 39, 41 und 43) für Voest Alpine Arbeiter . In der Mitte des Parks errichtete die Stadtgemeinde Liezen 1963 den städtischen Kindergarten und benannte die Aufschließungsstraße „Nikolaus-Dumba-Straße“. Erhalten hat sich bis heute das teilweise in Fachwerk errichtete Herrenhaus der zugehörigen Gutsanlage, aber ohne deren, 2016 zugunsten des „Dumbaparks“ abgebrochenen und bereits stark überformten, Wirtschaftstrakte an der Döllacher Straße. Diese sogenannte Kleine Dumba-Villa (Herrenhaus) in der Ausseer Straße 31 (hinter Nr. 33) wurde vor acht Jahren zum Verkauf angeboten, und Johann Josef Böker schlug sofort zu, obwohl die Villa in den 1960er-Jahren bis zur Unkenntlichkeit verändert wurde (u.a. durch Unterteilungen in Kleinstwohnungen). Der neue Eigentümer Johann Josef Böker, Professor für Architekturgeschichte, entfernte die Zwischendecken und -wände. In allen Räumen waren die originalen Wandausmalungen noch unter den späteren Bemalungen erhalten. Seit 2014 wurde die kleine Villa mit seiner beeindruckenden ornamentalen Innenausmalung umfassend restauriert (steht jedoch nicht unter Denkmalschutz). Der heutige Eigentümer des Herrenhauses, Johann Josef Böker, im Interview mit dem ORF zum Verlust des prächtigen Jagdschlosses: „Heute bedauert in Liezen jeder, einschließlich der Stadtverwaltung, dass das Gebäude [= Jagdschloss] nicht mehr steht.“ (Im ORF zu Wort kommt auch die Liezener Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner). ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (6 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14096317/Jagdschloss-Dumba-in-Liezen/14943950 (21.6.2021, ORF ‚Studio 2‘, „Jagdschloss Dumba in Liezen“) Linktipps: Die Dumba Villa in Liezen auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Dumba-Villa „Nikolaus Dumba, Jagdherr und Mäzen“ (inkl. viele Fotos des Jagdschlosses), in „Liezen im Zeitenwandel“ (Arbeitskreis „Stadtmuseum“; Folge 7, September 2002, Autoren: Rudolf Polzer und Wolfgang Flecker): https://www.liezen.at/images/picdb/35/beilagesept02.pdf Dumba-Villa (#Liezen Bewegt; Liezen.at): https://www.liezen.at/de/stadtarchiv/gebaeude/dumba-villa.html Nikolaus Dumba und (große) Dumba-Villa in „Geschichte der Stadt Liezen“ (Erhard Gaube): http://www.gaube.at/liezen.php Das Dumbapark-Areal im Wandel der Zeit (Raritäten aus dem Stadtarchiv): https://www.liezener-bezirksnachrichten.at/das-dumbapark-areal-im-wandel-der-zeit Medienbericht: 17. November 2019, Krone Steiermark History: Die Geheimnisse der Liezener „Dumba-Villa“. Ein reicher Industrieller aus Wien trat als Gönner des Ennstals im 19. Jahrhundert auf – der repräsentative Wohnsitz von Nikolaus Dumba wurde nun renoviert. Dabei kam Erstaunliches zutage! https://www.krone.at/2043876

Wien Museum: Zahnloser Denkmalschutz? Umbau stößt auf massive Kritik

Das denkmalgeschützte Wien Museum am Karlsplatz befindet sich aktuell in einem tiefgreifenden Um- und Ausbau. Als Historisches Museum der Stadt Wien wurde es 1954-1959 vom bekannten Architekten Oswald Haerdtl (*1899 +1959) erbaut. Der Bau gilt nicht als Haerdtls bestes Werk, hat aber als erster Museumsneubau der Zweiten Republik eine enorme kulturhistorische Bedeutung. Aktuell ist nur noch das Außengerippe des Hauses zu sehen. Beim Anblick dieser „Ruine“ fragen sich viele Bürger nun: Wie kann es sein, dass ein (§ 2a) denkmalgeschütztes Gebäude so radikal umgebaut wird, dass von seiner ursprünglichen Gestalt kaum etwas bleibt? Dieser Frage ging der vergangene ORF „kulturMontag“ nach. Mit Denkmalpflege hat das nicht mehr viel zu tun, meinen Kritiker, sowohl ästhetisch, als auch substanziell. Nott Caviezel, Professor für Denkmalpflege an der TU Wien, bringt es im ORF-Fernsehbeitrag ‚Kulturmontag‘ auf den Punkt: „Wenn man mit Bedürfnissen an ein Gebäude herantritt, die das Gebäude nicht erträgt, die das Gebäude nicht schafft, dann müssen sie schon Abschreibungen machen am Denkmalschutz. Und ich glaube, dass diese Überforderung des Gebäudes schon am Anfang da stand. Und entweder schützt man ein Denkmal, oder man gibt es Preis.“ Weitere Kritik kommt von Anna Wickenhauser, Präsidentin von Docomomo Austria, einem Verein, der sich für die Nachkriegsmoderne einsetzt, von Christian Kühn, Professor für Gebäudelehre an der TU Wien sowie von Friedmund Hueber, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege und emeritierter Professor für Denkmalpflege. Ursprünglich hieß es in den Wettbewerbsunterlagen: „Eine Aufstockung sowie ein weiterer Anbau an das Bestandsgebäude werden aus Sicht des Bundesdenkmalamtes als nicht möglich erachtet.“ Das Siegerprojekt war dann für Friedrich Dahm, Abteilungsleiter im Bundesdenkmalamt Wien „keine Aufstockung, sondern eine vertikale Erweiterung“, denn die Schwebekonstruktion würde den Originalbau in seinen Proportionen klar zutage treten lassen, ja, sogar akzenturieren. Dieses Umbauprojekt stammt von Winkler + Ruck Architekten und Ferdinand Certov. Roland Winkler, Architekt vom „Wien Museum Neu“ erklärt den Umbau: Das Museum bekommt ein zusätzliches Geschoß, das scheinbar über dem Altbestand schwebt. Wolfgang Salcher, stv. Leiter des Bundesdenkmalamt Wien verteidigt den Umbau: Das Stiegenhaus wurde hinter einem Schutzgerüst eingehaust, und das Direktionszimmer vorübergehend ausgebaut. Es werden viele Teile wieder zurückkehren. Die alte Fassade wurde jedoch bereits in den 1980er-Jahren erneuert, nachdem die Original-Haerdtl-Platten der Witterung nicht standhielten. So rekonstruiert man nun die alte Fassade. Wegen seiner rosa Farbe sollen die Wiener einst ‚Himbeerpudding‘ zum Museum gesagt haben, Jetzt soll jedoch die Fassade fast weiß werden. Wolfgang Salcher vom Denkmalamt erklärt dazu, man habe ein widerstandsfähigeres Material verwendet, das nahe am Original sei. Zur Vorgeschichte: 2013 fiel die Entscheidung, das Wien Museum (Karlsplatz 8) zu sanieren – und mit einem Neubau zu erweitern. Ein internationaler Architekturwettbewerb brachte 2015 das Siegerprojekt von Winkler + Ruck und Ferdinand Certov hervor. Der tiefgreifende Um- und Ausbau soll 2023 abgeschlossen sein. ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (9 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/kulturMontag/1303/kulturMontag/14096346/Zahnloser-Denkmalschutz-im-Wien-Museum/14943736 (21.6.2021, ORF ‚Kulturmontag‘, „Zahnloser Denkmalschutz im Wien Museum“) Medienberichte: 21. Juni 2021, APA-OTS (Stadt Wien Presseaussendung) Das neue Wien Museum wächst mit großen Schritten. Sichtbarer Baufortschritt am Karlsplatz; Sanierung und Ausbau im Kosten- und Zeitplan: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210621_OTS0028 21. Juni 2021, MeinBezirk Großbaustelle am Karlsplatz: So schaut’s im Inneren des Wien Museums aus. Wien Museum am Karlsplatz: Die bz durfte sich ein Bild von der Großbaustelle des denkmalgeschützten Haerdtl-Baus machen. Im Dezember 2023 soll wiedereröffnet werden: https://www.meinbezirk.at/wieden/c-lokales/so-schauts-im-inneren-des-wien-museums-aus_a4717139 18. Juni 2021, ORF Wien Museum: Baufortschritt im Plan. Das Wien Museum am Karlsplatz ist seit ziemlich genau einem Jahr eine Großbaustelle und wird dies auch noch eine Weile bleiben. Die gute Nachricht lautet: Die Arbeiten liegen im Zeit- und Kostenplan, wie Direktor Matti Bunzl am Freitagnachmittag versicherte: https://wien.orf.at/stories/3109049 18. Juni 2021, Kurier Wien Museum: Vom Original bleibt nur die Stahlbetonkonstruktion. Das ehemalige Historische Museum der Stadt Wien ist denkmalgeschützt. Davon merkt man am Karlsplatz nichts: https://kurier.at/kultur/wien-museum-vom-original-bleibt-nur-die-stahlbetonkonstruktion/401417703 7. Februar 2021, Salzburger Nachrichten Wien Museum: Wie ein Denkmal vorübergehend zur Ruine werden kann. Kaum ein Stein bleibt auf dem anderen, bis das Wien Museum Neu neue Konturen annimmt. Wie geht das in einem Bau unter Denkmalschutz? (Bezahlschranke): https://www.sn.at/kultur/allgemein/wien-museum-wie-ein-denkmal-voruebergehend-zur-ruine-werden-kann-99472630 1. Juli 2020, Vienna.at Wien Museum am Karlsplatz wird ab Juli umgebaut. Trotz Corona-Komplikationen kann im Juli mit dem Umbau des Wien Museums am Karlsplatz begonnen werden. Die Neueröffnung ist im Herbst 2023 geplant: https://www.vienna.at/wien-museum-am-karlsplatz-wird-ab-juli-umgebaut/6663652 12. Juni 2020, Kurier Ein neues Monument für Wien. Mit dem Umbau des Wien Museums bekommt der Karlsplatz ein architektonisches Makeover. Direktor Matti Bunzl erklärt, was der Neubau bringt, und wie die Fusion von Alt und Neu erreicht wird: https://kurier.at/cm/ubm/ein-neues-monument-fuer-wien/400938242 22. Oktober 2019, APA-OTS (Wien Museum) Wien Museum Neu: Stadtarchäologie stößt auf Fundamente der alten Verkaufshallen am Karlsplatz. Die Stadtarchäologie gräbt auf dem Areal der künftigen Plaza des neuen Wien Museums. Nach Entfernung der Schotterlagen ist sie auf Fundamente der alten Verkaufshallen, die in den 20er Jahren dort gestanden hatten, gestoßen: Das Einkaufszentrum am Karlsplatz – Ein vergessenes Stück Stadtgeschichte! https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20191022_OTS0132 2. Februar 2016, Wiener Zeitung „Keine Aufstockung, sondern eine vertikale Erschließung“. Im Wettbewerb um das „Wien Museum neu“ siegte just ein Projekt, das eine Einschätzung des Bundesdenkmalamts missachtete – indem es eine Aufstockung plant. In der Behörde hat man mittlerweile aber umgedacht: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/mehr-kultur/798867-Keine-Aufstockung-sondern-eine-vertikale-Erschliessung.html?em_no_split=1 Linktipps: Ausführliche Presseinfo zum Umbau (Wien Museum): https://www.wienmuseumneu.at/fileadmin/user_upload/WienMuseumNeu_Presseinfo.pdf Fotos der Baustelle von Erich J. Schimek / Initiative Denkmalschutz (Mai 2021): https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157719338256373/with/51224892174

Herrenhaus Halltal (Tirol): Nach Lawinenschäden 1999 jetzt vor Revitalisierung

Das Herrenhaus im Halltal – auf etwa 1.500 Meter Höhe im Naturpark Karwendel  gelegen – wurde durch einen verheerenden Lawinenabgang im Februar 1999 schwer beschädigt. Die Lawine riss ein großes Loch in die Fassade, welches mit einem „Provisorium“ vorübergehend geschützt wurde. Im Zuge der letzen Jahre schritt der Verfall weiter fort und das Industriedenkmal am Haller Salzberg (Gemeinde Absam) droht zur Ruine zu verkommen. Im Zuge einer Architektur-Masterarbeit „Das Herrenhaus im Halltal : funktionale Neuinterpretation eines bedeutsamen historischen Ortes“ (Franziska Zahn, Juli 2020) wurde die Öffentlichkeit letztes Jahr wieder auf das Herrenhaus aufmerksam. Im März 2021 wurde der Verein „Initiative rettet das Herrenhaus im Halltal“ gegründet. Der Verein beabsichtigt, das Herrenhaus, das auch als Königsberg-Betriebsgebäude bezeichnet wird, vor dem Verfall zu retten. Das Herrenhaus wurde  um 1780  errichtet, später mehrfach umgebaut und erweitert. 1967 stellte die Salinen Austria AG den Bergwerksbetrieb ein. In Vorbereitung eines Verkaufs durch die Österreichische Republik (Österreichische Salinen) wurde das Herrenhaus 1977 fachlich unter Denkmalschutz gestellt (konkret: die Außenerscheinung des Königsberg-Betriebsgebäudes samt den Tonnen- und Kreuzgewölben im Kellergeschoß; zuvor nur ‚ex lege‘ – kraft gesetzlicher Vermutung – unter Denkmalschutz gemäß § 2 Denkmalschutzgesetz). Das Haus stand nach der Betriebseinstellung 13 Jahre lang leer, bis es 1980 von Ekkehard Öfner privat gekauft und saniert wurde. Das Gebäude wurde der Öffentlichkeit durch einen Museumbetrieb und eine Gaststätte zugänglich gemacht. Am 24. Februar 1999 zerstörte eine Lawine den südwestlichen Teil des Königsberg-Wohnhauses, sodass der Betrieb eingestellt werden musste. Ziel des neu gegründeten Vereins ist es, den fortschreitenden Verfall des Herrenhauses aufzuhalten und eine Sanierung nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten anzuregen. Eine nachhaltige Nutzung im Bewusstsein und Respekt der historischen Erzählung sowie eine öffentliche Aufmerksamkeit soll angestrebt werden. In diesem Sinne erfolgt jetzt im ersten Schritt eine Bau- und Bestandsaufnahme durch Studierende des Tagekollegs der HTBLVA Ortweinschule – Bautechnik in Graz (HTBLVA = Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt). Auf dieser Grundlage sollen danach Architektur-Studierende der Uni Innsbruck weiterarbeiten und Nutzungskonzepte erstellen. Bevor man jedoch mit einer Sanierung starten kann, ist die zukünftige Absicherung des Gebäudes (auch vor Lawinen) sicherzustellen und eine Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt nötig. Der neue Verein bittet jetzt um tatkräftige Mithilfe sowie Spenden (Bausteinaktion). Offizielle Website: https://herrenhaus.tirol. Anmerkung: Unserem Verein Initiative Denkmalschutz liegt der aktuell gültige (dreiseitige) Unterschutzstellungsbescheid des Bundesdenkmalamtes aus dem Jahr 1977 vor (16.10.1977; Zl.8289/77). Damals wurde nicht nur die Außenerscheinung des Königsberg-Betriebsgebäudes samt den Tonnen- und Kreuzgewölben im Kellergeschoß unter Schutz gestellt, sondern auch das benachbarte Objekt: „die Außenerscheinung des Material- und Zeugbewahrungsgebäudes mit angebauter Kapelle in ihrer Gesamtheit“. Für die weiteren elf Nebengebäude wurde damals kein Denkmalschutz ausgesprochen (vgl. auch die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Absam auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Absam). Linktipps: – Podcast (22 min) Museum Absam – Herrenhaus im Halltal: Vergangenheit und Zukunft (10.12.2020). Franziska Zahn aus Reutlingen bei Stuttgart hat sich für ihre Masterarbeit über ein Jahr lang intensiv mit den baulichen Überresten des Salzbergbaus im Absamer Halltal beschäftigt. Im Zentrum der Recherchen für ihre Masterarbeit stand das Herrenhaus. Mit der Studie „Das Herrenhaus im Halltal – Funktionale Neuinterpretation eines bedeutsamen historischen Ortes“ hat sie unlängst ihr Architekturstudium an der Universität Innsbruck erfolgreich abgeschlossen. Im September haben wir mit Franzsika Zahn ein Interview geführt: Über die Baugeschichte im Halltal und über ihre Vorschläge für eine zukünftige Nutzung des Herrenhauses: https://soundcloud.com/museumabsam/franziska-zahn – Die Geschichte und Areal des Herrenhauses: https://herrenhaus.tirol/geschichte – Der Salzbergbau in Hall: https://www.hall-wattens.at/de/salzbergbau-zu-hall.html – Wandertipp zum Herrenhaus (und der Magdalenenkapelle): https://tirolischtoll.wordpress.com/2018/06/29/die-magdalenenkapelle-im-halltal – Wandertipp: ‚Mehr Geschichte geht nicht‘: https://www.tt.com/artikel/13489990/mehr-geschichte-geht-nicht – Podcast (37 min) Museum Absam – Im Herrenhaus 1907 – der Journalist Max Winter (1870–1937) besuchte 1907 das Absamer Halltal. In einer Artikelserie für die »Arbeiter-Zeitung« berichtete er im Oktober 1907 darüber, welche Verhältnisse er in den Unterkünften der Salzberger im Herrenhaus vorgefunden hat: https://soundcloud.com/museumabsam/herrenhaus Medienberichte: 18. Juni 2021, MeinBezirk Initiative fordert Erhalt des historischen Herrenhauses. Absam. Das Herrenhaus im Halltal, gelegen im Karwendelgebirge auf zirka 1.500 m Seehöhe, ist ein Stück Salz- und Bergbaugeschichte. Außerdem zählt das historische Gebäude zu einem der wichtigsten Industriedenkmäler Tirols – doch nun droht es zur Ruine zu verkommen: https://www.meinbezirk.at/hall-rum/c-lokales/erhalt-des-historischen-herrenhauses_a4711604 14. Juni 2021, Tiroler Tageszeitung Initiative will historisches Herrenhaus im Halltal retten: Ein neuer Verein möchte den Verfall des bergbaugeschichtlich einmaligen Komplexes stoppen und eine denkmalgerechte Revitalisierung angehen: https://www.tt.com/artikel/30793912/initiative-will-historisches-herrenhaus-im-halltal-retten 18.12.2020, Tiroler Tageszeitung Herrenhaus im Halltal: Frische Ideen für einen historisch bedeutsamen Ort. Eine junge Architektin hat die Baugeschichte des Herrenhauses im Halltal akribisch aufgearbeitet – und regt eine Aufwertung des Areals an (Bezahlschranke): https://www.tt.com/artikel/17662376/herrenhaus-im-halltal-frische-ideen-fuer-einen-historisch-bedeutsamen-ort

Am Cobenzl (Wien): Stellungnahme zum Planentwurf 8424

Initiative Denkmalschutz, 19. Februar 2025 Stellungnahme zum Planentwurf 8424 Am Cobenzl Für das Gebiet zwischen Höhenstraße und dem Linienzug 1-3 im 19. Bezirk, Katastralgemeinde Grinzing Öffentliche Auflage 9. Jänner bis 20. Februar 2025 Einleitung: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historisch wertvollen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Ebenso möge die Anzahl der Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand angepasst werden. Durch diese Maßnahme – und durch die Festsetzung einer Schutzzone – wird am ehesten der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Anmerkung: Auch wenn folgende Empfehlung formalrechtlich nicht Teil der Stellungnahme sein kann, so möchte die Initiative Denkmalschutz dennoch betonen, dass die hier in der Stellungnahme gegebenenfalls vorgeschlagenen Einschränkungen der Bebaubarkeit im Sinne der Erhaltung des historischen Stadtbildes immer mit entsprechenden Förderungen und Ausgleichsmaßnahmen seitens der Stadt Wien einhergehen müssen, sodass den Eigentümern dadurch keine Nachteile entstehen (z.B. Planwertausgleich, Mehrwertabgabe/-umverteilung bei Umwidmungsgewinnen / Wertsteigerungen).* * Vgl.: Laura Sidonie Mayr, Das Instrument der Mehrwertabgabe – Ein potentielles Anwendungsmodell für Österreich (Kurzzusammenfassung der Ergebnisse der Diplomarbeit: „Die Mehrwertabgabe in der Raumplanung: Abschöpfung von Widmungsgewinnen als potentielles Instrument für Österreich“, 2018, TU Wien). In: „Der öffentliche Sektor – The Public Sector“, 2018, Vol. 44(2), Seite 39-49. (https://oes.tuwien.ac.at/article/484/galley/484/view) Die Stellungnahme im Detail: Es ist für den Verein Initiative Denkmalschutz nicht nachvollziehbar, dass für kein einziges Objekt im Plangebiet Am Cobenzl (auch „am Reisenberg“ genannt) eine Schutzzone vorgesehen ist, obwohl manche Objekte aus unserer Sicht klar als erhaltenswert einzustufen sind, insbesondere wenn man – wie unser Verein – die Praxis der Schutzzonenausweisungen der letzten Jahre sehr genau verfolgt, in der Bauten von zum Teil gleicher und sogar geringerer historischer Prägnanz als schutzzonenwürdig eingestuft und ausgewiesen wurden. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere am 10. April 2017 eingebrachte Petition „Für die Erhaltung des ‚Café-Restaurant Schloss Cobenzl‘ in Grinzing“ (gemäß Gesetz über „Petitionen in Wien“, LGBI. 2/2013), die am 29.11.2017 begründet, jedoch negativ, abgeschlossen wurde (Petitionstext und abschließende Begründung hier nachlesbar: https://www.wien.gv.at/petition/online/PetitionDetail.aspx?PetID=3323a83dc5034bb592f1671a9d4851e3). Daher empfehlen wir neuerlich das Areal bzw. das Ensemble Am Cobenzl als Schutzzone auszuweisen. Die Schutzzone soll das Cafe-Restaurant „Schloss“ (ehem. Meierei) Cobenzl, das ein wichtiges Beispiel des secessionistisch beeinflussten barockisierenden Heimatstils darstellt (den auch Bauten wie das 1903-1906 von Friedrich Ohmann gebaute Wienflussportal beim Stadtpark vertreten) und unter der Leitung des Baurats Josef Pürzl vom Wiener Stadtbauamt erbaute wurde (Planverfasser: Architekt und Stadtbaumeister Rudolf Beck), den nordwestlich anschließenden Meierhof aus 1887, das „Weingut Cobenzl“ (Am Cobenzl 96, Rundumadum), die Bedienstetenwohnhäuser in Heimatstilformen aus 1910 und den Pfeiler-Torbau vom Ende des 18. Jh. aus der Zeit des Grafen Cobenzl (Am Cobenzl 96A) beim Zugang Landgut Cobenzl umfassen. Im Dehio-Handbuch (Hrsg. Bundesdenkmalamt, 1996) ist der Cobenzl folgendermaßen beschrieben: „Cobenzl, auch Reisenberg. Wienerwald-Anhöhe südwestlich des Kahlenbergs. (…). Café-Restaurant-Cobenzl, erbaut 1910-12 unter Einbeziehung älterer Bausubstanz (…). Neobarocke eingeschossiger schlößchenartiger Bau (Mansarddach, pavillonartige Eckrisalite), Inneres großteils erneuert (…). Nr. 96: Meierhof der Gemeinde Wien, im Kern wohl 3. Viertel 19. Jh., stark verändert; hufeisenförmige Anlage. Dahinter Nr. 95A, 2geschossige Arbeiterwohnhäuser 1. Viertel 20. Jh.“. Die in der Petitionsbeantwortung angeführten Argumente gegen die Schutzzone, nämlich (neben einzelnen getätigten Zu-, Umbauten und baulichen Adaptierungen) die (laut Stadt Wien) „extreme Unterschiedlichkeit der Baustile als auch der Gebäudefunktionen“, ist kein objektives und nachweisbares Kriterium gegen eine Schutzzone, zumal bereits ein Jahr nach der Petition, im Jahr 2018 erstmals Objekte einzeln beurteilt und als Schutzzone ausgewiesen wurden (die beiden ersten Einzelgebäude, die als Schutzzone ausgewiesen wurden, waren die Gebäude Nikolsdorfer Gasse 20 im 5. Bezirk, Plandokument 8191, kundgemacht am 12.04.2018, sowie das Objekt Darwingasse 35 im 2. Bezirk, Plandokument 8166, kundgemacht am 17.05.2018). Ebenso scharf kritisiert werden muss, dass im Erläuterungsbericht eine Äußerung der für Schutzzonen zuständigen Magistratsabteilung 19 („Architektur und Stadtgestaltung“) gänzlich fehlt, sodass offen bleiben muss, ob diese Fachabteilung für den aktuell vorliegenden Planentwurf nicht doch auch einzelne Objekte für eine Schutzzone vorgeschlagen hat. Es wird empfohlen für das Gebäude „Am Cobenzl 95A“ die Baufluchtlinien exakt dem Bestand anzupassen (in Richtung Südosten ist hier im Hinblick auf die historische äußere Fassadengestaltung zu viel Spielraum vorgesehen). Es wird empfohlen für das Gebäude „Am Cobenzl 96“ („Heurigen Restaurant Waldgrill Cobenzl“) die Baufluchtlinien so zu belassen wie im aktuell gültigen Plandokument 7714, ansonsten könnte das äußere Fassadenbild des zum Teil historischen Gebäudes hinter einem Neubautrakt/Anbau gänzlich verschwinden (vgl. Google Street View). Auf das Allerschärfste kritisiert werden muss, dass die jetzt beabsichtigte Neu- bzw. Umwidmung, also der vorliegende Planentwurf, offensichtlich die Folge des bereits umgesetzten Siegerprojekts mit dem Titel „Weitsicht Cobenzl“ von Mostlikely Architecture gemeinsam mit Realarchitektur ist. Zitat Erläuterungsbericht (S. 2): „2017 startete ein Architekturwettbewerb für die Sanierung des Café-Restaurants (heute unter anderem als „Schlosscafé“ oder „Schloss Cobenzl“ bezeichnet) sowie Neuerrichtung des Rondell-Cafés und Erweiterung um ein Veranstaltungsgebäude. 2023 kam es zur vollständigen Fertigstellung dieses Projektes.“ (vgl.: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180704_OTS0117/simawimmerrohla-siegerprojekt-steht-fest-so-sieht-das-neue-schloss-cobenzl-aus). Zuerst einen EU-weiten Architekturwettbewerb auszuschreiben, ein Siegerpojekt küren und dieses noch dazu auch baulich umsetzen (gemäß § 71 Bauordnung für Wien, „Bewilligung für Bauten vorübergehenden Bestandes“, in diesem konkreten Fall befristet bis 31.1.2029 erteilt**) und erst danach die dafür nötige Umwidmung vorzunehmen, ist ein absolutes No Go, zumal dieser Paragraph eigentlich nur für „Bauwerke, die vorübergehenden Zwecken dienen oder nicht dauernd bestehen bleiben können“ gedacht ist, und nicht dafür, um noch vor einer Umwidmung vollendete bauliche Tatsachen zu schaffen. Noch dazu ragen die Baukörper nicht unbeträchtlich über die im aktuell gültigen Plandokument Nr. 7714 festgelegten Baufluchtlinien hinaus (z.B. Am Cobenzl 92, „Rondell-Cafe“ oder Am Cobenzl 94, „Schloss Cobenzl“. Hier verkommt die Abgabe einer Stellungnahme endgültig zu jeglicher Makulatur (ähnliche solche Fälle gab es bereits bei der Sport und Fun Halle am Praterstern im 2. Bezirk 2024, vgl. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20240612_OTS0027 oder auch bei der nachträglichen Bauplatzwidmung der Gärtnerunterkunft der Stadtgärten am Schlickplatz im 9. Bezirk oder das Bankgebäude in der Kolingasse 14-16 (nördlich des Schottenrings) beides 2012, vgl. Die Presse, Wien: Widmungen auf Wunsch?“ vom 13. März 2018: https://www.diepresse.com/1269916/wien-umwidmungen-auf-wunsch bzw. MeinBezirk vom 6. August 2012, „Streit um illegalen Megabau entbrannt“: https://www.meinbezirk.at/alsergrund/c-lokales/streit-um-illegalen-megabau-entbrannt_a234745). Abschließend wird nachdrücklich vorgeschlagen, für die Schutzzone die entsprechenden Architekturteile in einen Katalog nach § 7 (4) Wiener Bauordnung aufzunehmen, sodass auch diese einen rechtsverbindlichen Bestandteil des Bebauungsplanes bilden. Markus Landerer und Dr. Gerhard Hertenberger, im Namen der Initiative Denkmalschutz, Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.initiative-denkmalschutz.at, mobil: +43 (0)699 1024 4216 www.facebook.com/initiative.denkmalschutz https://twitter.com/iDenkmalschutz Fuchsthallergasse 11/5, 1090 Wien, Österreich email: ZVR-Nr.: 049 […]

Confraternität (Wien): Stellungnahme zum Planentwurf 8411 – Abriss Confraternität

Initiative Denkmalschutz, 30. Jänner 2025 Stellungnahme zum Planentwurf 8411 Skodagasse, Lederergasse – Abriss und Neubau Privatklinik Confraternität Für das Gebiet zwischen Skodagasse, Trude-Waehner-Platz, Alser Straße, Kochgasse, Haspingergasse und Lederergasse im 8. Bezirk, Katastralgemeinde Josefstadt Öffentliche Auflage: 19. Dezember 2024 bis 30. Jänner 2025 Einleitung: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historisch wertvollen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Ebenso möge die Anzahl der Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand angepasst werden. Durch diese Maßnahme – und durch die Festsetzung einer Schutzzone – wird am ehesten der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Anmerkung: Auch wenn folgende Empfehlung formalrechtlich nicht Teil der Stellungnahme sein kann, so möchte die Initiative Denkmalschutz dennoch betonen, dass die hier in der Stellungnahme gegebenenfalls vorgeschlagenen Einschränkungen der Bebaubarkeit im Sinne der Erhaltung des historischen Stadtbildes immer mit entsprechenden Förderungen und Ausgleichsmaßnahmen seitens der Stadt Wien einhergehen müssen, sodass den Eigentümern dadurch keine Nachteile entstehen (z.B. Planwertausgleich, Mehrwertabgabe/-umverteilung bei Umwidmungsgewinnen / Wertsteigerungen).* * Vgl.: Laura Sidonie Mayr, Das Instrument der Mehrwertabgabe – Ein potentielles Anwendungsmodell für Österreich (Kurzzusammenfassung der Ergebnisse der Diplomarbeit: „Die Mehrwertabgabe in der Raumplanung: Abschöpfung von Widmungsgewinnen als potentielles Instrument für Österreich“, 2018, TU Wien). In: „Der öffentliche Sektor – The Public Sector“, 2018, Vol. 44(2), Seite 39-49. (https://oes.tuwien.ac.at/article/484/galley/484/view) Die Stellungnahme im Detail: Zitat Erläuterungsbericht (S. 3): „Als erhaltenswerte Bausubstanz werden seitens der Magistratsabteilung für Architektur und Stadtgestaltung die beiden nördlichen Gebäude an der Kochgasse (ONr. 27 und 29) eingestuft (…).“ Die Behauptung, dass die anderen Altbauten nicht schützenswert seien, verwundert ein wenig (Zitat Erläuterungsbericht, S. 3: „Bei den übrigen Gebäuden im Plangebiet handelt es sich entweder um über mehrere Jahrzehnte hinweg stark überformte Gebilde, die durch Zubauten noch weiter in ihrer Wirkung geschwächt sind, oder aber – wie im Fall des kommunalen Wohnbaus Kochgasse ONr. 25 um einen Solitär, dessen Architektur noch nicht die Kraft eigenständigen Ensembles generieren konnte.“), insbesondere wenn man – wie unser Verein – die Praxis der Schutzzonenausweisungen der letzten Jahre sehr genau verfolgt, in der Bauten von zum Teil geringerer historischer Prägnanz als schutzzonenwürdig eingestuft und ausgewiesen wurden. Denn im Plangebiet befindet sich ein Baublock mit älterer, historischer Bausubstanz, wie auch im Erläuterungsbericht (S. 3) ausgeführt: „Die einzelnen Gebäude stammen aus unterschiedlichen Bauepochen, wobei sich das älteste von ihnen an der Skodagasse [Nr. 32] befindet und aus der Zeit des Klassizismus aus 1821 stammt. Jene Gebäude an der Lederergasse [Nr. 30-32] stammen aus der Zeit des Strengen Historismus, ein Gebäude im Mittleren Teil der Liegenschaft stammt aus der Zeit des Späthistorismus, Jugendstil und Neoklassizismus, ein Zubau an der Haspingergasse wurde 1929 errichtet. (…).“ Auch bleibt im Erläuterungsbericht im Dunkeln, ob die Magistratsabteilung 19 („Architektur und Stadtgestaltung“) die Bauten tatsächlich expressis verbis nicht als erhaltenswert eingestuft hat, was unser Verein stark in Zweifel ziehen will. Diese unsere Ansicht deckt sich auch mit den Ausführungen des WienSchauen-Artikels von Georg Scherer: „Privatklinik will halben Häuserblock abreißen“ vom 2. Juni 2024 (siehe: https://www.wienschauen.at/privatklinik-will-halben-hauserblock-abreissen), daraus zitiert: „Von der MA 19 hieß es im April 2024 zum Fall der Confraternität: Im Zuge der Beantwortung von Abbruchansuchen zu den von Ihnen genannten Liegenschaften hat die MA19 ein öffentliches Interesse an der Erhaltung der betreffenden Gebäude hinsichtlich ihrer stadtgestalterischen Wirkung festgestellt. Heißt also: Im Sinne des Stadtbildes sind die Altbauten der Klinik erhaltenswert. Von der MA 19 gibt es keine Zustimmung zum Abbruch. Interessant ist der Nachsatz: Demnach könnten ‚Verpflichtungen zur Daseinsvorsorge ebenfalls dem öffentlichen Interesse‘ zugerechnet werden. Das würde ‚möglicherweise schwerer wiegen als stadtgestalterische Aspekte.‘“ Wenn das so zutrifft, was wohl jetzt anzunehmen ist, kritisiert unser Verein Initiative Denkmalschutz aufs Schärfste, im Erläuterungsbericht zu insinuieren, die Magistratsabteilung 19 hätte aus Stadtbildschutzgründen eine Erhaltung nicht empfohlen und daher einem Abbruch „zugestimmt“, indem man sich hinter Begriffen wie „stark überformte Gebilde“ zu verstecken versucht, anstatt auszusprechen, was Sache zu sein scheint: „Verpflichtungen zur Daseinsvorsorge“ (Gesundheitswesen) könnten wohl „schwerer wiegen als stadtgestalterische Aspekte,“ auch wenn es sich dabei um eine Privatklinik handelt. Unsere Frage dazu lautet dann aber, durch welche Rechtsnorm eine solche Abwägung überhaupt gedeckt wäre? In der Bauordnung für Wien, Grundlage für Flächenwidmungs- und Bebauungspläne und somit auch Schutzzonen, können wir eine solche Abwägung nicht finden. Da für diese Spitalsliegenschaft jedoch bereits ein „Gestaltungs- und Realisierungswettbewerb durchgeführt“ (vgl. Erläuterungsbericht S. 10) und das Siegerprojekt präsentiert wurde (vgl. Bericht der Stadtplanung Wien auf: https://www.wien.gv.at/stadtplanung/skodagasse, dort auch Presseaussendung vom 2.10.2024 erwähnt: „Gemeinsamer Neubau für Confraternität und Goldenes Kreuz: Das Siegerprojekt steht fest“) scheint der Abriss des Baublocks Skodagasse 30-34 / Lederergasse 30-32 / Haspingergasse 6 ohnehin besiegelt zu sein. Auch in einem Dokument zum Architekturwettbewerb ist dies zu lesen: „Durch den bereits baurechtlich bewilligten Abbruch der Bestandsgebäude ist es möglich am Standort der Privatklinik Confraternität ein neues Privatspital zu errichten. Darüber hinaus wurde eine Änderung des Bebauungsplanes angesucht.“ (zitiert aus dem genannten WienSchauen-Artikel). Unser Verein hätte grundsätzlich die Erhaltung großer Teile des Baublocks empfohlen, doch da jetzt die Abgabe einer Stellungnahme zur Umwidmung reine Makulatur zu sein scheint und daher wohl absolut sinnlos ist, werden wir uns dazu nicht detaillierter äußern. Warum hier die Stadt Wien ernsthaft noch die Meinung der Wiener Bürger:innen und NGOs im Rahmen der öffentlichen Auflage einholen will, wo doch längst alles lange vor dem Beschluss des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans politisch beschlossen wurde, muss offen bleiben. Die Abgabe einer solchen Stellungnahme wird damit wohl zu einem reinen Formalakt ohne Wirkungsmöglichkeit degradiert. Hier hätte der Gesetzgeber in der „Bauordnung für Wien“ bereits vor dem Umwidmungsverfahren die formale Möglichkeit zur Abgabe einer Stellungnahme einfügen müssen (im Sinne eines formalen „Anhörungsrechts“ und nicht nur durch informelle Informationskanäle und -veranstaltungen). Unser Verein Initiative Denkmalschutz gibt trotz allem eine Stellungnahme ab, um damit gleichzeitig diese seit längerem eingerissene Unsitte der Stadt Wien aufzuzeigen, die Bürger:innen erst dann formal in die Stadtplanung/Stadtentwicklung einzubinden, wenn unter Umgehung jeglicher Bürgerbeteiligung alles längst politisch festgelegt wurde. Begrüßt wird die neuerliche Ausweisung einer Schutzzone für die beiden späthistoristischen Gebäude in der Kochgasse 27 sowie Kochgasse 29 / Ecke Skodagasse 31, beide Gründerzeitgebäude finden auch im Dehio-Handbuch (Hrsg. Bundesdenkmalamt) Erwähnung (S.353). Wie in der Einleitung angeführt wäre es aber wichtig, die Anzahl der Hauptgeschoße in einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand anzupassen, ähnlich wie im Planentwurf Nr. 8379 geschehen (Währinger Gürtel, 18. Bezirk, öffentliche Planauflage 1.2. bis 14.3.2024), der jedoch noch nachteilig mittels […]