Alte Residenz (Salzburg): Geheime Kapelle wird restauriert

In der Alten Residenz in Salzburg wird derzeit ein versteckter Schatz erneuert. Bisher war diese Hauskapelle unter weißer Leimfarbe verborgen: die Privatkapelle von Friedrich Fürst zu Schwarzenberg, der von 1835 bis 1850 Fürsterzbischof von Salzburg war. Ein Restauratorenteam gibt ihr alten Glanz. Die Kapelle soll wieder für Besucher zugänglich gemacht werden. ORF-FERNSEHBERICHT (3 MIN; 24.8.2020): https://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/14062476/Geheime-Kapelle-in-der-Alten-Residenz/14750283 +++ ORF-BERICHT LESEN: https://salzburg.orf.at/stories/3063673 +++ Die Salzburger Residenz auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Salzburger_Residenz.

Linz (OÖ): Scharfe Kritik an Umwidmung des Bergschlössl-Parks

Das Bergschlössel nahe des Linzer Hauptbahnhofes wurde in den Jahren 1717 bis 1718 unter der Leitung des Barockbaumeisters Johann Michael Prunner errichtet. Es besitzt den ältesten Park von Linz (Bergschlößlgasse 1) und befindet sich seit 1986 im Eigentum der Stadt. Nun soll dieser Park im Volksgartenviertel  verbaut werden. Entsprechend heftige Kritik gibt es jetzt für die Umwidmung, die am 24. September im Gemeinderat von SPÖ und FPÖ beschlossen wurde. “Mit der heute beschlossenen Umwidmung des teilweise denkmalgeschützten Bergschlösslareals auf ‘Kerngebiet’ werden Tür und Tor für die Zerstörung der Grünfläche geöffnet. Somit ist es nun möglich, dass Büroflächen oder sogar ein Supermarkt in der wertvollen Grünanlage Platz finden, kritisiert die Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne), “da jetzt einen historischen Park, der schon einmal durch das Engagement von BürgerInnen gerettet wurde, auch nur anzutasten, zeigt, dass man immer noch nicht verstanden hat, worum es geht.” Dies wurde 1985 durch die Initiative “Rettet das Bergschlössl”, zu der auch Maler Christian Ludwig Attersee gehörte, verhindert. TIPS-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.tips.at/nachrichten/linz/wirtschaft-politik/517194-bergschloessl-park-umgewidmet-scharfe-kritik-von-umweltstadtraetin +++ Originale Stellungnahme Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne): https://linz.gruene.at/themen/umwelt-naturschutz/schutz-des-bergschloesslparks-muss-an-erster-stelle-stehen-stadt-soll-liegenschaft-selbst-nutzen +++ Stellungnahme Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ): “Bergschlösselpark bleibt unberührt” (9.9.2020): https://linz.news/2020/09/hein-bergschloesselpark-bleibt-unberuehrt +++ Auch Lorenz Potocnik (NEOS) kritisiert im Februar 2020: Ein möglicher Verkauf des Bergschlössls und somit Teilen des Parks – beide bilden seit jeder eine schlüssige Einheit – ist aus historischer, volkswirtschaftlicher sowie aus städtebaulicher Sicht abzulehnen. +++ Noch im Jahr 2005 erstellte die Landschaftsarchitektin DIin Elisabeth Lehner ein Parkpflegewerk als Grundlage für die weitere Entwicklung, siehe: “Vom Barock bis ins Heute – 300 Jahre Bergschlößlpark” (2018, Linz.at): https://botanischergarten.linz.at/8069.php

Über die Geschichte des Bergschlössls samt Garten: “Bergschlösslpark blieb lange im Verborgenen” (Oberösterreichische Nachrichten, 23.9.2020): https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/bergschloesslpark-blieb-lange-im-verborgenen;art66,3304234

Das Bergschlössl und Park auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Bergschl%C3%B6ssl sowie auf Linz Wiki: https://www.linzwiki.at/wiki/Bergschl%C3%B6sslpark

Ältere Medienberichte:

10.9.2020: “Bergschlössl: Debatte um Umwidmung” (Oberösterr. Nachrichten): https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/bergschloessl-debatte-um-umwidmung;art66,3292044

10.9.2020: “Grüne warnen vor Garage unter dem Bergschlössl” (Krone): https://www.krone.at/2227005

9.9.2020: “Aufregung um geplante Umwidmung des Bergschlösslparks” (TIPS): https://www.tips.at/nachrichten/linz/wirtschaft-politik/515870-aufregung-um-geplante-umwidmung-des-bergschloesslparks

28.2.2020: “Bergschlössl-Zukunft wird zum Thema im Gemeinderat”: https://www.tips.at/nachrichten/linz/wirtschaft-politik/500355-bergschloessl-zukunft-wird-zum-thema-im-gemeinderat

25.2.2020: “Wird jetzt auch noch das Linzer Bergschlössl verkauft?” (Linza): https://www.linza.at/bergschloessllinz

6.12.2019: “Tiefgarage unter dem Bergschlösslpark? “Das wird es sicher nicht spielen”(Oberösterr. Nachrichten; Bezahlartikel): https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/tiefgarage-unter-dem-bergschloesslpark-das-wird-es-sicher-nicht-spielen;art66,3196774

Literaturtipp:

Eva Berger, “Linz Schloßpark, Bergschlößl” in: Historische Gärten Österreichs, Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930, Band 2 (Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Tirol), Wien Köln Weimar 2003, Seite 80 f.

Felixdorf (NÖ): Erstmals Feldlager der napoleonischen ‘Grande Armée’ in Österreich entdeckt

Eigentlich wollten Mitarbeiter des Amtes für Rüstung und Wehrtechnik (ARWT) des Bundesheeres, des Ludwig-Boltzmann-Instituts und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) nur neue Sensortechniken für das Auffinden von Sprengfallen und Kampfmittel tief unter der Erde erproben, doch daraus ist eine kleine archäologische Sensation geworden. Es wurden archäologische Fundstücke und die Umrisse eines gigantischen Lagers am Rande eines militärischen Übungsplatzes im Steinfeld gefunden (Gemeinde Felixdorf). Nach angeordneten Grabungen des Bundesdenkmalamtes steht nun fest: Es handelt sich um das ehemalige Lager der französischen Armee im Zweiten Napoleonischen Krieg 1805. Dieser Fund ist bisher der einzig belegte Fall eines französischen Feldlagers in Österreich. Es ist vorgesehen, im Frühjahr 2021 alle Fundstellen zu öffnen und zu untersuchen. KRONE-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.krone.at/2266573 (3.11.2020, Historische Funde: Bundesheer mit Sensation: Lager Napoleons entdeckt) +++ Weitere Medienberichte: “Napoleonische Kriege: Feldlager in Niederösterreich entdeckt” (28.10.2020, Kurier): https://kurier.at/chronik/oesterreich/napoleonische-kriege-feldlager-in-niederoesterreich-entdeckt/401080038; “Lager der französischen Armee entdeckt” (28.10.2020, ORF): https://noe.orf.at/stories/3073478; “Felixdorf: Lager der französischen Armee aus 1805 entdeckt” (28.10.2020, NÖN): https://www.noen.at/wr-neustadt/felixdorf-lager-der-franzoesischen-armee-aus-1805-entdeckt-felixdorf-archaeologie-militaer-230869722

Originale APA-OTS-Presseaussendung (28.10.2020):
Bundesheer: Grabungsfund – Vermutliches Feldlager der französischen „La Grande Armée“ aus 1805 entdeckt. Übungsplatz wird zum archäologischen Schauplatz: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201028_OTS0177

Gastein (Sbg.): Garstenauer-Kugeln beschäftigen Gericht

Der Architekt Gerhard Garstenauer (1925-2016) ist ein bedeutender Vertreter des Brutalismus. Die vier metallischen Wahrzeichen in Sportgastein, auch “Garstenauer Kugeln” genannt, wurden 1972 errichtet, eine Kugel davon wurde 1993 abgebaut. Das Bundesdenkmalamt wollte im Oktober 2018 die drei erhaltenen Kugeln in Aluminium-/Glasbauweise auf Betonsockel unter Denkmalschutz stellen, doch doch die Bergbahnen haben gegen eine Kugel (bei der Talstation) Beschwerde eingereicht, weil diese schwer beschädigt ist, doch auf diese Argumentation ging das Denkmalamt nicht ein. Dies bemängelte das Bundesverwaltungsgericht im November 2019 (vgl. Bundesverwaltungsgericht-Entscheidung 18.11.2019). Daraufhin schaltete das Bundesdenkmalamt den Verwaltungsgerichtshof ein und dieser hob nun die Entscheidung der Vorinstanz auf, weil nach aktueller Rechtslage nicht der technische Zustand zu prüfen war, sondern nur die “geschichtliche, künstlerischer und kultureller Bedeutung” (gemäß § 1 Denkmalschutzgesetz). Jetzt heißt es zurück an den Start. KRONE ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.krone.at/2285218 (27.11.2020, “Gasteiner Wahrzeichen: Die Garstenauer Kugeln beschäftigen die Justiz”).

Linktipps:

Architekturzentrum Wien: Highlight: Gerhard Garstenauers Ufo am Berg. Objekt aus der Sammlung
https://www.azw.at/de/artikel/sammlung/gerhard-garstenauers-ufo-am-berg

22.01.2014, KooperativerRaum.at ArchitekturStadtLandGesellschaft
Nieder mit Gerhard Garstenauer: https://kooperativerraum.at/2014/01/22/nieder-mit-gerhard-garstenauer

Verlorenes Erbe (Wien): Rothberger Warenhäuser, Haas-Haus, Stephansdom-Brand

In der ORF-Serie “Verlorenes Erbe” wurden diesmal die Rothberger-Warenhäuser sowie die Brandursache des Stephansdoms behandelt. Die Rothberger Warenhäuser standen bis zum Brand in den letzten Kriegstagen 1945 direkt gegenüber des Stephansdom-Riesentores am Stephansplatz (ehemals  Nr. 9 und 11, heute Stephansplatz 9 und 10). (Jüdischer) Bauherr war Jakob Rothberger, erbaut von den berühmten Theater-Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer (Büro Fellner & Helmer) 1884/85 (Stephansplatz 9) sowie 1893/95 (Stephansplatz 11). Die beiden Rothberger-Häuser flankierten das schmale, zentrale Krannerhaus, mit dem sie eine symmetrische städtebauliche Einheit bildeten. Das so genannte Krannerhaus (Anton Kranner’s Sohn, Wäsche und Ausstattungen) wurde bereits 1879/80 von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer erbaut. Die strenghistoristische Fassade in nordischen Neorenaissance-Formen war mit einem hohen, volutengeschmückten Giebel abgeschlossen.  Nach schweren Kriegsschäden erfolgte der Wiederaufbau 1948/49 und 1956, wobei das Haus Nr. 11 mit dem in Betonkonstruktion neu errichteten Haus Nr. 10 (ehem. Krannerhaus) verbunden wurde (Architekt Josef Becvar). Umbauten bei weitgehender Verwendung der alten Bausubstanz, beide Nebenstiegen der Rothberger-Häuser sind erhalten. Auch das Haas-Haus (Foto), eines der ersten Warenhäuser in Wien  fiel 1945 dem Brand zum Opfer (erbaut 1865-67, Architekten August Siccard von Siccardsburg und Eduard von der Nüll). +++ Zu den Warenhäusern spricht im ORF-Beitrag der Denkmalschutzexperte und Buchautor Andreas Lehne, zum Dombrand kommen Restaurator Martin Kupf, die Historikerin Annemarie Fenzl sowie der Dombaumeister Wolfgang Zehetner zu Wort. Ausführliche ORF-Doku zum Dombrand “Brandakte Stephansdom” (Video).  ORF-FERNSEHBEITRAG ANSEHEN (6 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14079847/Der-Mythos-vom-Dombrand/14846018 (27.1.2021, “Der Mythos vom Dombrand”) +++ “Brandakte Stephansdom – Rekonstruktion einer Katastrophe” (45 min; Youtube): https://www.youtube.com/watch?v=uK5QT5IQCD4

Literatur / Quellen:

Andreas Lehne, Wiener Warenhäuser 1865-1914, Wien 1990, Seite 124 – 129 (Warenhaus der Teppichfirma Philipp Haas und Söhne), Seite 136 – 139 (Warenhaus Anton Kranner) und Seite 144 – 149 (Warenhaus Jakob Rothberger)

Paul Kortz, Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Zweiter Band, Wien 1906, Seite 361 ff.

 

Hinterstoder (OÖ): Villa Peham trotz Abriss 2015 weiterhin unter Denkmalschutz?

In der Nacht vom 6. auf den 7. September 2015 (Sonntag auf Montag) brannte die denkmalgeschützte Villa Peham in Hinterstoder im oberösterreichischen Traunviertel lichterloh, rasch wurde Brandstiftung als Ursache festgestellt, unbekannte Täter waren eingebrochen und hatten am Dach Feuer gelegt (Fotos und Video nach dem Brand). Bereits im November 2015 begannen die Abrissarbeiten des ehemaligen Landes-Erholungsheims unweit der Polsterlucke. Doch aus bisher noch unerfindlichen Gründen blieb die Villa Peham im Bundesdenkmalamt weiterhin als Denkmal gelistet (vgl. Denkmalliste 2020). Die Villa Peham am Goierweg 21 wurde 1924-1926 für den Wiener Gynäkologen Prof. Dr. Heinrich Peham als geräumiges Ferienhaus mit Gästezimmern von den bekannten Architekten Siegfried Theiss (1882-1963) und Hans Jaksch (1879-1970) erbaut.

Villa Peham nach Brand, Hinterstoder

Die Villa Peham nach dem Brand vom 7.9.2015, Foto: privat

2007 kaufte die Gemeinde Hinterstoder die per Verordnung (§ 2a) denkmalgeschützte Villa vom Land Oberösterreich. So stellen sich Fragen: Wurde das Bundesdenkmalamt nicht über den Abriss informiert? War der Abriss rechtskonform?  Letztere Frage gelang dieser Tage erneut in den Fokus, da an dessen Stelle jetzt ein umstrittens Luxus-Campingressort entstehen soll. Die Projektgegner schalteten das Bundesdenkmalamt ein. Der Bürgermeister soll beim Abriss des historischen Gebäudes voreilig agiert haben, um rasch Platz für neue Projekte zu schaffen. Der Bürgermeister von Hinterstoder, Helmut Wallner (ÖVP) rechtfertigt sich: „Nach dem Brand habe ich in erster Linie nicht an das Denkmalamt gedacht. Jetzt werden wir die Sache wieder reparieren. Aber einen vollständigen Wiederaufbau der Peham-Villa können und konnten wir uns nicht leisten“. Karin Zörrer Zeiner hat nun die Petition “Rettet das Hintere Stodertal ! Das Villa Peham – Areal (nahe Schiederweiher) soll Grünland bleiben!” gestartet. Darin wird zur Villa selbst ausgeführt: “Die denkmalgeschützte Villa Peham wurde am 07.09.2015 unter bisher ungeklärten Umständen durch Brandstiftung beschädigt und danach ohne Genehmigung des Denkmalamts einzuholen abgerissen.”

Medienberichte zum umstrittenen Campingplatz: OÖN (9.3.2021): Petition: Rettung des Stodertals; Tips (29.1.2021): Bebauungsplan für Luxus-Resort in Hinterstoder einstimmig beschlossen;  Krone (8.9.2020): In Hinterstoder: Für Luxuscamp sogar den Herzog verärgert

Villa Peham nach Brand, Hinterstoder

Die Villa Peham nach dem Brand vom 7.9.2015, Foto: privat

Medienberichte zu Brand und Abriss der Villa Peham:

3. März 2021, Krone
Betreiber verwundert: ‘Wir errichten hier doch kein Atomkraftwerk!’: https://www.krone.at/2356214

26. November 2015, Oberösterreichische Nachrichten
Millionenschaden: Peham-Villa wird nach Brand abgerissen: https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/Millionenschaden-Peham-Villa-wird-nach-Brand-abgerissen;art68,2042005

8. September 2015, Laumat.at
Ermittlungen nach Brand eines denkmalgeschützen Erholungsheimes in Hinterstoder: https://www.laumat.at/medienbericht,ermittlungen-nach-brand-eines-ehemaligen-erholungsheimes-in-hinterstoder,4551.html

8. September 2015, Oberösterreichische Nachrichten
Feuer in Erholungsheim war Brandstiftung: https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Feuer-in-Erholungsheim-war-Brandstiftung;art4,1966057

Literatur:

Georg Schwalm-Theiss, Theiss & Jaksch, Architekten 1907-1961, Wien 1986, Seite 78

Bludenz (Vbg): Südtiroler Siedlung vor Abriss?

Ist die Südtiroler Siedlung im Stadtteil Obdorf in Bludenz vor dem Abriss? Der Eigentümer, die Alpenländische Heimstätte hat die Mieter im März darüber informiert, dass keine größeren Investitionen mehr in die Siedlung gesteckt werden sollen, dass die Erhaltung wirtschaftlich nicht mehr vertretbar sei. Das hat zur Verunsicherung der Mieter geführt. Die Siedlung wurde ab 1940 geplant und 1942 bis 1947 erbaut, später bis 1962 erweitert. Gemeinsam mit der Stadt Bludenz möchte der Eigentümer jetzt einen Diskussions- und Planungsprozess starten. Die Siedlung in der St. Antonius-, Bozner und Meraner Straße steht nicht unter Denkmalschutz, soll aber Thema beim Prozess werden.

Bau-Beschreibung (Dehio):
“Südtiroler Siedlung. Wohnhäuser, 2geschossig, zu großem viereckigem Hof zusammengeschlossen, rundbogige Tordurchfahrten (Hauptzugang talseitig von der Sonnenbergstraße her). Erb[aut]. von der Vorarlberger Siedlungsgesellschaft unter Alois Tschabrun, Ludwig Schweizer, H. G. Förnzler, ab 1940″

KRONE-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.krone.at/2387661 (12.4.2021, “Abriss oder Sanierung: Unklare Zukunft der Südtiroler Siedlung in Bludenz”)

Südtiroler Siedlung in Bludenz, Luftbild

Die Südtiroler Siedlung Bludenz, Luftbild, Foto: Jän. 2008, (c) böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5, Wikipedia

Südtiroler Siedlung, Bludenz

Die Südtiroler Siedlung in Bludenz, ab 1942 erbaut, Foto: Jän. 2008, (c) böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5, Wikipedia

Über die “Südtiroler Siedlung” (Bludenz) auf Vorarlberg Online: https://www.vol.at/vor-70-jahren-entstand-die-bludenzer-sudtiroler-siedlung/1605619 (19.10.2010, “Vor 70 Jahren entstand die Bludenzer Südtiroler Siedlung”)

Über “Südtiroler Siedlungen allgemein” auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdtiroler-Siedlung

Weitere Medienberichte:

9. April 2021, Vorarlberg Online
Stadt Bludenz als Fürsprecher für die Südtiroler Siedlung: https://www.vol.at/stadt-bludenz-als-fuersprecher-fuer-die-suedtiroler-siedlung/6952264

31. März 2021, Vorarlberger Nachrichten
Große Verunsicherung bei Siedlungsbewohnern in Bludenz (Bezahlschranke): https://www.vn.at/vorarlberg/2021/03/31/grosse-verunsicherung-bei-siedlungsbewohnern-in-bludenz.vn

27. März 2021, Vorarlberger Nachrichten
Verunsicherung über Zukunft der Südtiroler Siedlung in Bludenz (Bezahlschranke): https://epaper.vn.at/lokal/vorarlberg/2021/03/26/verunsicherung-ueber-zukunft-der-suedtiroler-siedlung-in-bludenz.vn

26. März 2021, Vorarlberg Online
Bludenz: Wirbel um Pläne für die Südtiroler Siedlung: https://www.vol.at/bludenz-wirbel-um-plaene-fuer-die-suedtiroler-siedlung/6940206

Die Südtiroler Siedlung neben dem Galgentobelbach in Bludenz

Die Südtiroler Siedlung mit dem Galgentobelbach, Foto Jän. 2008, (c) böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5, Wikipedia

Literatur / Quellen:

Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Band: Vorarlberg, Topographisches Denkmälerinventar, herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Wien 1983, Seite 45

Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band 1: ‘Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg’, Salzburg und Wien 1980, Seite 405

Lesetipp:

“Genossenschaftlicher Wohnbau – Gründung der Vogewosi (Vorarlberger gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft), ab Seite 98: https://www.vr-elibrary.de/doi/pdf/10.7767/boehlau.9783205789741.fm (in: Günther Prechter, Architektur als soziale Praxis)

 

Leiner (Wien): Jugendstilgeländer abtransportiert, Haus wird abgerissen

Nach Versteigerung: Zehn neue Besitzer für das in 27 Teile zerstückelte, ursprünglich 320 Meter lange Jugendstilgeländer aus dem ehemaligen Leiner-Kaufhaus in der Mariahilfer Straße 18 im 7. Bezirk Neubau. Jetzt wurden die Teile abgeholt. Alfred Bazalka hat 9.600 € für 67 Laufmeter gezahlt und möchte das Jugenstilgeländer für einen Laubengang in Kärnten verwenden. Patrick Eder wiederum ersteigerte 70 Meter Geländerteile, damit er sich ein neues Haus in Wien im Stil der Zeit um 1900 erbauen kann, und da passen diese Teile nicht nur perfekt, sondern sind dazu auch noch von höchster Qualität, meint er. Der Erlös der Auktion kommt dem Wiener Hilfswerk zugute. Aber auch das Bezirksmuseum Neubau bekommt sechs Teile des Jugendstilgeländers. Diese müssen aber erst zurechtgeschweißt und mit Verbindungsgliedern ausgestattet werden. Das Bezirksmuseum sucht daher einen Metalltechniker oder Sponsoren für die Kosten von rund 5.000 Euro. ORF-FERNSEHBEITRAG (2 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Wien-heute/70018/Wien-heute/14091476/67-Meter-Leiner-Gelaender-fuer-Laubengang/14914133 (7.5.2021, ORF ‘Wien Heute’, “67 Meter Leiner-Geländer für Laubengang”).

Youtube-Video (Drohnenflug Michael HiernerAurena): “Jugendstil Geländer”  im Leiner-Gebäude: https://www.youtube.com/watch?v=WRyobQgJBC0

Leiner-Haus, Mariahilfer Str. 18, 1070 Wien

Das Jugendstilgeländer aus 1912 im ehem. Leiner-Kaufhaus Mariahilfer Straße 18 wird bis 5. Mai versteigert (27 Teile), Besichtigungsmöglichkeit vor Ort am Fr., 30. April, (c) Aurena.at

Der Immobilien- und Handelskonzern, die Signa Holding GmbH von René Benko wird bis Herbst 2024 anstelle des ehemaligen Leiner-Flaggschiffs auf der Mariahilfer Straße ein Kaufhaus (https://mahi10-18.at) nach Vorbild des Berliner KaDeWe (Kaufhaus des Westens) samt Hotel und Park am Dach errichten. Seitens des Eigentümers wurde betont, dass das Haus nicht unter Denkmalschutz steht und das Geländer auch nicht aus der Erbauungszeit 1894/95 stammt. Signa-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber führt gegenüber der Zeitung “Der Standard” (28.4.) aus, dass natürlich überlegt wurde, das Stiegenhaus zu erhalten, doch dies war aus vielen Gründen nicht möglich, u.a. wegen der unterschiedlichen Geschoßhöhen. Für Verwunderung in der Fachwelt sorgte jedoch Friedrich Dahm, Abteilungsleiter für Wien im Bundesdenkmalamt mit der Aussage im “Der Standard”: “Dieses Haus ist kein Jugendstil-Juwel, sondern nach all den Umbauten und Zerstörungen ein Schandfleck. Ja, das nachträglich eingebaute Stiegenhaus ist zwar ganz schön, war aber schon zum Zeitpunkt seines Einbaus 1912 altmodisch und retardierend. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist hier keine Schutzwürdigkeit gegeben.” Kritisiert werden die Argumentation “retardierend” im Zusammenhang mit einer möglichen Schutzwürdigkeit, die Begrifflichkeiten “Schandfleck” sowie “Schönheit”, die in der kunsthistorischen Welt, insbesondere in der denkmalpflegerischen Fachwelt strikt vermieden werden.

Das Leiner-Kaufhaus, Mariahilfer Straße 18, 1070 Wien

Das Leiner-Kaufhaus in der Mariahilfer Straße 18, Foto: Okt. 2019, (c) Erich J. Schimek / Initiative Denkmalschutz

Unser Verein Initiative Denkmalschutz hatte bereits 2019 mit Bedauern auf den bevorstehenden Verlust dieses Jugendstilgeländers hingewiesen. Georg Scherer hatte noch im Februar auf seinem WienSchauen-Blog für einen Erhalt des Gebäudes samt Rekonstruktion der historischen Fassade plädiert: “Leiner-Haus: Verpasste Chance”. Auch das Bezirksmuseum Neubau wird einen Teil des Jugendstilgeländers bekommen. In den sozialen Medien wird über die Zerstörung des Stiegengeländers getrauert.

1894/95 als “Warenhaus zur großen Fabrik” bzw. Warenhaus Stefan Esders an der Ecke Mariahilfer Straße 18, Karl-Schweighofer-Gasse 2 erbaut (Entwurf: Friedrich Schachner), war es das erste große Wiener Kaufhaus. Schon 1898 wurde es um ein Geschoß aufgestockt, und 1912 ersetzte man das ganze große Stiegenhaus durch eine neu hineingestellte(!), viergeschoßige Eisenkonstruktion, die nur noch bis Anfang Mai bestehen wird. Die ausführende Baufirma war damals das bekannte Duo „Kupka & Orglmeister“. Das Geschäftshaus wurde 1964 von Leiner übernommen und blieb in seiner Grundstruktur bis heute erhalten.  Mit dem Abriss wurde bereits im April begonnen (die erhaltene Gründerzeitfassade an der Mariahilfer Straße 12-16 bleibt bestehen). Herzstück des einstigen Geschäftshauses, das durch viele Umbauten im Laufe der Zeit stark verändert wurde (u.a. Vereinfachung der Fassade nach dem 2. Weltkrieg), ist das große Jugendstil-Geländer aus dem Jahr 1912. Diese Eisentreppe ist in Wien vermutlich in ihrer Größe einzigartig, nachdem z. B. das etwas ältere Hauptstiegenhaus im alten Warenhaus Gerngroß von 1904, in der Größe vergleichbar – 1979 durch Brand vernichtet wurde (Mariahilfer Straße 44-46).

Warenhaus Esders, Mariahilfer Straße 18, 1070 Wien

Historisches Foto des Warenhaus Esders, Foto: unbekannter Fotograf, Wien am Anfang des 20. Jh.

Aktuelle Medienberichte

7. Mai 2021, ORF Wien
67 Meter Leiner-Geländer für Laubengang. 320 Meter Jugendstilgeländer aus dem ehemaligen Leiner-Haus in der Mariahilfer Straße haben neue Besitzer gefunden. Jetzt haben sie ihre ersteigerten Teile abgeholt, quasi bei einer letzten Warenausgabe im ehemaligen Möbelhaus: https://wien.orf.at/stories/3102846

7. Mai 2021, Kurier
Großbaustelle Wiener KaDeWe: Mehr als nur Fassade. Die Signa-Gruppe schleift das Leiner-Haus auf der Mariahilfer Straße, um Platz für ein echtes Kaufhaus zu schaffen. Das wirbelt Staub auf: https://kurier.at/chronik/wien/grossbaustelle-wiener-kadewe-mehr-als-nur-fassade/401374382

5. Mai 2021, Krone
Kommentar des Tages: MAHÜ Signa-Haus: „Jugendstilteile wären Hingucker“: https://www.krone.at/2405586

4. Mai 2021, Krone
Signa-Haus auf Mahü: Bezirksrätin zu Klotz: „Ich bin todunglücklich“: https://www.krone.at/2404990

30. April 2021, Krone
Projekt Leiner: Wie die Grünen einem Investor die Rutsche legen: https://www.krone.at/2402257

29. April 2021, Krone
Ehemaliges Leiner-Haus: Abriss in Schutzzone: Das Bauglück des Jongleurs: https://www.krone.at/2401288

28. April 2021, Der Standard
Auktion: Leiner-Stiegenhaus wird versteigert. Aus dem Leiner auf der Mahü will Signa ein “Kaufhaus des Westens” machen. Das Jugendstil-Stiegenhaus kommt online unter den Hammer: https://www.derstandard.at/story/2000126241647/leiner-stiegenhaus-wird-versteigert

26. April 2021, MeinBezirk
Neubau: Ein Geländer für die neue Grätzeloase. Techniker oder Sponsoren gesucht: https://www.meinbezirk.at/neubau/c-lokales/ein-gelaender-fuer-die-neue-graetzeloase_a4595588

Nebenbei:

8. Mai 2021, Der Standard
Retter oder Bösewicht: René Benko und die Politik: Opposition will Kika/Leiner-Übernahme durchleuchten. Der Milliardär René Benko übernahm im Sommer 2018 die Möbelkette Kika/Leiner. Die Opposition glaubt, dass Türkis-Blau ihm dabei zu sehr half: https://www.derstandard.at/story/2000126481589/rene-benko-und-die-politik-opposition-will-kikaleiner-uebernahme-durchleuchten

Älterer iD-Bericht vom 23. April 2021

Leiner (Wien): Trauer um Jugendstilgeländer aus 1912 – Für Versteigerung zerstückelt: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/leiner-wien-trauer-um-jugendstilgelaender-aus-1912-fuer-versteigerung-zerstueckelt

Initiative Denkmalschutz in den Medien:

3. Oktober 2019, Kurier
KaDeWe: Das sagen Experten zum Neubau. Aus dem Leiner der Mariahilferstraße wird ein Warenhaus nach Berliner Vorbild. Experten loben vor allem Dach und Fassade des Neubaus in Neubau: https://kurier.at/chronik/oesterreich/kadewe-das-sagen-experten-zum-neubau/400637384

12. August 2019, MeinBezirk
Mariahilfer Straße: Initiative Denkmalschutz schlägt Alarm wegen Leiner: https://www.meinbezirk.at/neubau/c-lokales/initiative-denkmalschutz-schlaegt-alarm-wegen-leiner_a3565320

Herrenhaus Halltal (Tirol): Nach Lawinenschäden 1999 jetzt vor Revitalisierung

Das Herrenhaus im Halltalauf etwa 1.500 Meter Höhe im Naturpark Karwendel  gelegen – wurde durch einen verheerenden Lawinenabgang im Februar 1999 schwer beschädigt. Die Lawine riss ein großes Loch in die Fassade, welches mit einem “Provisorium” vorübergehend geschützt wurde. Im Zuge der letzen Jahre schritt der Verfall weiter fort und das Industriedenkmal am Haller Salzberg (Gemeinde Absam) droht zur Ruine zu verkommen. Im Zuge einer Architektur-Masterarbeit “Das Herrenhaus im Halltal : funktionale Neuinterpretation eines bedeutsamen historischen Ortes” (Franziska Zahn, Juli 2020) wurde die Öffentlichkeit letztes Jahr wieder auf das Herrenhaus aufmerksam. Im März 2021 wurde der Verein „Initiative rettet das Herrenhaus im Halltal“ gegründet. Der Verein beabsichtigt, das Herrenhaus, das auch als Königsberg-Betriebsgebäude bezeichnet wird, vor dem Verfall zu retten. Das Herrenhaus wurde  um 1780  errichtet, später mehrfach umgebaut und erweitert. 1967 stellte die Salinen Austria AG den Bergwerksbetrieb ein. In Vorbereitung eines Verkaufs durch die Österreichische Republik (Österreichische Salinen) wurde das Herrenhaus 1977 fachlich unter Denkmalschutz gestellt (konkret: die Außenerscheinung des Königsberg-Betriebsgebäudes samt den Tonnen- und Kreuzgewölben im Kellergeschoß; zuvor nur ‘ex lege’ – kraft gesetzlicher Vermutung – unter Denkmalschutz gemäß § 2 Denkmalschutzgesetz). Das Haus stand nach der Betriebseinstellung 13 Jahre lang leer, bis es 1980 von Ekkehard Öfner privat gekauft und saniert wurde. Das Gebäude wurde der Öffentlichkeit durch einen Museumbetrieb und eine Gaststätte zugänglich gemacht. Am 24. Februar 1999 zerstörte eine Lawine den südwestlichen Teil des Königsberg-Wohnhauses, sodass der Betrieb eingestellt werden musste. Ziel des neu gegründeten Vereins ist es, den fortschreitenden Verfall des Herrenhauses aufzuhalten und eine Sanierung nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten anzuregen. Eine nachhaltige Nutzung im Bewusstsein und Respekt der historischen Erzählung sowie eine öffentliche Aufmerksamkeit soll angestrebt werden. In diesem Sinne erfolgt jetzt im ersten Schritt eine Bau- und Bestandsaufnahme durch Studierende des Tagekollegs der HTBLVA Ortweinschule – Bautechnik in Graz (HTBLVA = Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt). Auf dieser Grundlage sollen danach Architektur-Studierende der Uni Innsbruck weiterarbeiten und Nutzungskonzepte erstellen. Bevor man jedoch mit einer Sanierung starten kann, ist die zukünftige Absicherung des Gebäudes (auch vor Lawinen) sicherzustellen und eine Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt nötig. Der neue Verein bittet jetzt um tatkräftige Mithilfe sowie Spenden (Bausteinaktion). Offizielle Website: https://herrenhaus.tirol.

Das Herrenhaus im Halltal 1999, Tirol

Das Herrenhaus im Halltal, Schäden nach dem Lawinenabgang, Foto: 1999, (c) Verein ‘Initiative rettet das Herrenhaus im Halltal’

Anmerkung: Unserem Verein Initiative Denkmalschutz liegt der aktuell gültige (dreiseitige) Unterschutzstellungsbescheid des Bundesdenkmalamtes aus dem Jahr 1977 vor (16.10.1977; Zl.8289/77). Damals wurde nicht nur die Außenerscheinung des Königsberg-Betriebsgebäudes samt den Tonnen- und Kreuzgewölben im Kellergeschoß unter Schutz gestellt, sondern auch das benachbarte Objekt: “die Außenerscheinung des Material- und Zeugbewahrungsgebäudes mit angebauter Kapelle in ihrer Gesamtheit”. Für die weiteren elf Nebengebäude wurde damals kein Denkmalschutz ausgesprochen (vgl. auch die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Absam auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Absam).

Das Herrenhaus im Halltal vor 1999, Tirol

Das Herrenhaus im Halltal vor dem Lawinenunglück, Foto: ca. Mitte 1990er-Jahre, (c) Verein ‘Initiative rettet das Herrenhaus im Halltal’

Linktipps:

Podcast (22 min) Museum Absam – Herrenhaus im Halltal: Vergangenheit und Zukunft (10.12.2020). Franziska Zahn aus Reutlingen bei Stuttgart hat sich für ihre Masterarbeit über ein Jahr lang intensiv mit den baulichen Überresten des Salzbergbaus im Absamer Halltal beschäftigt. Im Zentrum der Recherchen für ihre Masterarbeit stand das Herrenhaus. Mit der Studie „Das Herrenhaus im Halltal – Funktionale Neuinterpretation eines bedeutsamen historischen Ortes“ hat sie unlängst ihr Architekturstudium an der Universität Innsbruck erfolgreich abgeschlossen. Im September haben wir mit Franzsika Zahn ein Interview geführt: Über die Baugeschichte im Halltal und über ihre Vorschläge für eine zukünftige Nutzung des Herrenhauses: https://soundcloud.com/museumabsam/franziska-zahn

– Die Geschichte und Areal des Herrenhauses: https://herrenhaus.tirol/geschichte

– Der Salzbergbau in Hall: https://www.hall-wattens.at/de/salzbergbau-zu-hall.html

Wandertipp zum Herrenhaus (und der Magdalenenkapelle): https://tirolischtoll.wordpress.com/2018/06/29/die-magdalenenkapelle-im-halltal

Wandertipp: ‘Mehr Geschichte geht nicht’: https://www.tt.com/artikel/13489990/mehr-geschichte-geht-nicht

Podcast (37 min) Museum Absam – Im Herrenhaus 1907 – der Journalist Max Winter (1870–1937) besuchte 1907 das Absamer Halltal. In einer Artikelserie für die »Arbeiter-Zeitung« berichtete er im Oktober 1907 darüber, welche Verhältnisse er in den Unterkünften der Salzberger im Herrenhaus vorgefunden hat: https://soundcloud.com/museumabsam/herrenhaus

Herrenhaus im Halltal, Luftbild, Tirol

Das Herrenhaus im Vordergrund (auch Königsberg-Betriebsgebäude genannt). Links dahinter zu sehen das ebenso denkmalgeschützte Material- und Zeugbewahrungsgebäude mit angebauter Kapelle. Die weiteren Nebengebäude stehen nicht unter Denkmalschutz, Foto: 2021, (c) Verein ‘Initiative rettet das Herrenhaus im Halltal’

Medienberichte:

18. Juni 2021, MeinBezirk
Initiative fordert Erhalt des historischen Herrenhauses. Absam. Das Herrenhaus im Halltal, gelegen im Karwendelgebirge auf zirka 1.500 m Seehöhe, ist ein Stück Salz- und Bergbaugeschichte. Außerdem zählt das historische Gebäude zu einem der wichtigsten Industriedenkmäler Tirols – doch nun droht es zur Ruine zu verkommen: https://www.meinbezirk.at/hall-rum/c-lokales/erhalt-des-historischen-herrenhauses_a4711604

14. Juni 2021, Tiroler Tageszeitung
Initiative will historisches Herrenhaus im Halltal retten: Ein neuer Verein möchte den Verfall des bergbaugeschichtlich einmaligen Komplexes stoppen und eine denkmalgerechte Revitalisierung angehen: https://www.tt.com/artikel/30793912/initiative-will-historisches-herrenhaus-im-halltal-retten

18.12.2020, Tiroler Tageszeitung
Herrenhaus im Halltal: Frische Ideen für einen historisch bedeutsamen Ort. Eine junge Architektin hat die Baugeschichte des Herrenhauses im Halltal akribisch aufgearbeitet – und regt eine Aufwertung des Areals an (Bezahlschranke): https://www.tt.com/artikel/17662376/herrenhaus-im-halltal-frische-ideen-fuer-einen-historisch-bedeutsamen-ort

Verlorenes Erbe (Wien): Villa Regenstreif in Pötzleinsdorf, 1965 abgerissen

In der sehenswerten TV-Serie „Verlorenes Erbe“ (von Rupert Reiter-Kluger) im ORF 2-Vorabendprogramm (“Studio 2”) wurde am 13. August 2021 die Villa Regenstreif in Pötzleinsdorf behandelt: https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14101968/Die-Villa-des-Bundespraesidenten/14978929. Die vom bekannten Architekten Friedrich Ohmann für den jüdischen Industriellen Friedrich (‘Fritz‘) Regenstreif 1914 bis 1916 erbaute Villa (Pötzleinsdorfer Straße 36-38) wurde prachtvoll ausgestattet und stand inmitten eines zwei Hektar großen Gartens. Marie-Theres Arnbom, Autorin des Buches “Die Villen in Pötzleinsdorf” erzählt im ORF-Interview, dass Fritz Regenstreif riesige Wälder in Bosnien (bei Zavidovići) angekauft hatte und durch den Holzhandel reich wurde (nötig u. a. für die vielen großen Baustellen im Wien der Gründerzeit). 1941 wurde er von den Nationalsozialisten gezwungen, die Villa weit unter Wert an die Deutsche Arbeitsfront (DAF) zu verkaufen, er starb zwei Monate später. Seine Familie konnte noch in letzter Sekunde flüchten. Viel kostbares Inventar wurde damals aus der Villa entfernt. Von 1945 bis 1955  wurde das Herrenhaus von den USA gemietet und als Offiziersclub für Offiziere der United States Air Force genutzt. Im Zuge eines Restitutionsverfahrens (1948-53) kam die Villa wieder in das Eigentum der Familie, die diese 1958 schlussendlich verkaufte. In den frühen 1960er-Jahren wurde das Herrenhaus für den damaligen Bundespräsidenten Adolf Schärf als Dienstvilla auserkoren. Kurz vor dem Ende der Generalrenovierung brannte das Hauptgebäude am 17. März 1964 aus, ausgelöst durch Schweißarbeiten. 1965 wurde nicht nur die Ruine des Hauptgebäudes abgetragen, sondern es fielen auch die unterkellerte Terrasse und die in den unteren Teil des Parkes führende Stiegenanlage dem Abriss zum Opfer. Nur mehr einzelne Elemente im Garten (Pförtnerhaus, Wasserbassin, Pavillon) sowie die Einfriedung erinnern heute noch an den imposanten Villenbau. Die erhaltenen “Restbaulichkeiten” stehen heute unter Denkmalschutz (vgl. Denkmalliste Währing). Anstelle der Villa befindet sich heute ein Studentenheim der Akademikerhilfe (Bokuheim).

ORF-FERNSEHBEITRAG HIER NACHSEHEN (5 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14101968/Die-Villa-des-Bundespraesidenten/14978929 (13.8.2021, ORF ‘Studio 2’, Verlorenes Erbe, “Die Villa des Bundespräsidenten”)

Quellen / Linktipps:

Die Villa Regenstreif auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Regenstreif

Geschichtliches (Teil 5) – Villa Regenstreif (Bokuheim): https://www.bokuheim.at/index.php/geschichte-des-hauses/16-geschichtliches-teil-5-villa-regenstreif

37 historische Fotos auf Kultur-pool.at: http://kultur-pool.at/plugins/kulturpool/kuposearch.action?searchText=P%25C3%25B6tzleinsdorferstra%25C3%259Fe%2B36%252F38&refineResult=true&resultsPerPageSelect=50

Literatur:

Marie-Theres Arnbom, Die Villen in Pötzleinsdorf. Wenn Häuser Geschichten erzählen, Wien 2020, Seite 31-39

Dieter Klein, Martin Kupf, Robert Schediwy, Stadtbildverluste Wien – Ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte, Wien 2004 (aktualisierte Neuauflage), Seite 193

Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Band III/2: Wien, 13.–18. Bezirk, Salzburg 1995, Seite 227