Soweit auf unserer Homepage durch Links der Zugang zu fremden Informationen ermöglicht wird, übernehmen wir für die inhaltliche Richtigkeit dieser Informationen keine Gewähr; zum Zeitpunkt der Linksetzung haben wir von rechtswidrigen Tätigkeit oder Informationen keine Kenntnis und sind uns auch keiner Tatsachen oder Umstände bewusst, aus denen eine rechtswidrige Tätigkeit oder Information offensichtlich wird; wir sind jederzeit bereit, elektronische Verweise zu entfernen, wenn uns entsprechende Mitteilungen über rechtswidrige Inhalte der verlinkten sites zukommen (§ 17 ECG).

AKTUELLE BERICHTE

Leopoldstadt, Stellungnahme zu Planentwurf 7475E, 21.2.2013

Stellungnahme zum Entwurf Flächenwidmungs- und Bebauungsplan 7475E, 2. Bezirk Leopoldstadt Für das Gebiet zwischen Ausstellungsstraße, Präuscherplatz, Perspektivstraße, Nordportalstraße und Messeplatz, Katastralgemeinde Leopoldstadt Der Verein Initiative Denkmalschutz gibt folgende Stellungnahme ab: Im Plangebiet befindet sich in der Ausstellungsstraße 44 (Ecke Max-Koppe-Gasse) gleich bei der U2-Haltestelle Messe-Prater eine Polizeistation. Die Zweckwidmung Polizei besitzt dieser ein- bis 2stöckige Gründerzeitbau bereits seit seiner Erbauungszeit im Jahr 1900 (Tafel im Gebäudeinneren: „Erbaut im Jahre MCM unter dem k.k. Polizeipräsidenten Johann Habrda durch die k.k. Dikasterial-Gebaüde-Direction“). Der historistische, 2stöckige Hauptbaukörper zeichnet sich durch seine Sichtziegel in den beiden oberen Stockwerken, die Eckquadergliederung und den seichten Mittelrisalit mit seinem dominanten Dreiecksgiebelfeld aus. Die verputzte Erdgeschoßzone ist horizontal genutet und die Fenster weisen in allen drei Geschoßen profilierte Rahmen sowie gerade Fensterverdachungen im 1. Stock auf.

Informationspflicht statt Amtsgeheimnis, Presseaussendung

Informationspflicht statt Amtsgeheimnis, VwGH-Beschwerde Informationspflicht statt Amtsgeheimnis – Initiative Denkmalschutz legte gestern Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof ein Verein Initiative Denkmalschutz – Presseaussendung Wien (OTS, www.ots.at) – Politik und Medien sind sich einig: Eine Abkehr von beamteter Geheimniskrämerei ist das Gebot der Stunde. Nichts könnte dies besser demonstrieren als die jüngste Entscheidung des Wiener Berufungssenats. In dieser wurde die Beantwortung der simplen Frage nach der Frist, die der Bezirksvertretung für die Stellungnahme zu einem Flächenwidmungsplanentwurf eingeräumt worden war, abgelehnt.

Oberdöbling, Stellungnahme zu Planentwurf 7569E, 14.2.2013

Türkenwirt, Stellungnahme zu Planentwurf 7569E, Kat.G. Oberdöbling Für das Gebiet zwischen Peter-Jordan-Straße, Dänenstraße, Nedergasse im 19. Bezirk, Katastralgemeinde Oberdöbling Der Verein Initiative Denkmalschutz gibt folgende Stellungnahme ab: Das Plangebiet umfasst den so genannten Türkenwirten (Tüwi; Peter Jordan-Straße 76, Dänenstraße 2) und das im Norden anschließende ebenerdige Holzgebäude (Dänenstraße 4, Nedergasse 27), beides Einrichtungen der BOKU. Der Türkenwirt ist ein Gründerzeithaus, das vom Architekt Anton Korneisl um 1908 erbaut wurde und weist einen typischen Gründerzeitdekor aus der Zeit kurz nach 1900 auf (Neobarock und Neoempire). Besonders betont wird der Baukörper durch den gestaffelten Rücksprung im Nordwesten, wobei die Ecke durch die beidseitigen Rücksprünge und durch den mächtigen, färbigen Dachaufsatz wie ein Eckturm zur Wirkung kommt (Die Rücksprünge sind bedingt durch die Nähe zur unterirdischen Trasse der Vorortelinie, zu der ein Mindestabstand von 6 Meter eingehalten werden musste.)

Die Kaisergruft bei den Kapuzinern am Neuen Markt

Die Kaisergruft bei den Kapuzinern am Neuen Markt Ein besonderer Friedhof, eine wichtige Stätte des Weltkulturerbes, eine denkmalpflegerische Herausforderung zur Bewahrung von wertvollsten Kunstgegenständen und eine Auseinandersetzung mit Geschichte und dem Genius loci. Die Kaisergruft ist 1618 durch Kaiserin Maria Anna, Gemahlin von Kaiser Matthias, welcher die habsburgische Residenz von Prag nach Wien zurückverlegte, als Stiftung mit dem Recht einer Grablege begründet worden (Gründergruft). Kirche und Kloster sind 1632 fertig gestellt worden. Der Großneffe des Stifterpaares, Kaiser Ferdinand III, hat die Gruft zur Erbbegräbnisstätte der Familie Habsburg auserkoren. Die Kaisergruft ist den Erfordernissen entsprechend durch Erweiterungen immer wieder vergrößert worden, jeweils im Stil ihrer Zeit und unter Mitwirkung höchstrangiger Künstler für Raum und Särge. Nacheinander sind als Bestandteile des gewachsenen Ganzen der Kaisergruft entstanden: Leopoldsgruft und Karlsgruft (Lukas von Hildebrandt), das barocke Prunkstück der Maria- Theresien-Gruft, die Franzensgruft im Biedermeier (Peter von Nobile für Sarg und Raum), die Ferdinands- und Toskanagruft (gemeinsam mit der Neuerrichtung des Klosters) sowie die Franz Josefs-Gruft und die Gruftkapelle in den letzten Jahren der Monar chie 1908-11 durch den Hof – architekten Perisic im secessionis – tischen Stil. Die Neue Gruft ist 1960 durch Karl Schwanzer als ein neu geschaffener Zubau unter dem Klostergarten geschaffen worden, ein besonders geglückter, einfühlsamer, aber kraftvoller Beitrag moderner österreichischer Architektur, der die historischen Gebäudeteile qualitätsvoll, aber nicht anbiedernd, ergänzt. Wir, Arch. Brenner und ich als Projektleiter, dürfen die Kaisergruft seit vielen Jahren begleiten und Sanierungen entwickeln und leiten. In der Folge will ich einige Projekte, die jeweils in engster und einvernehmlicher Zusammenarbeit mit den Kapuzinern und dem Bundesdenkmalamt abgewickelt worden sind, in knappster Form beschreiben. Jedes Projekt unterscheidet sich in der Aufgabenstellung vollkommen von den anderen, gemeinsam ist ihnen aber, dass jedes einzelne spannend war. Klimatisierung der Kaisergruft und Verbesserung der Infrastruktur Die massiven Korrosionsschäden an den künstlerisch und historisch hochbedeutenden Sarkophagen sind Folge der baulich begründeten, vormals ungünstigen Klimabedingungen, verstärkt durch Belastungen durch Besucher (nasse Kleidung), gewesen. Jahrelange Klimamessungen haben ergeben: Die Temperatur im Winter betrug ca. 8°C (Zinn, das Material der barocken Sarkophage, korrodiert unter 12,4°C), die relative Luftfeuchte im Sommer bis 98%. Die Vorarbeiten gingen einher mit einer umfassenden Bestandsaufnahme der Raumhülle sowie der Sarkophage. Das Projekt der Klimatisierung beinhaltete auch eine Wegführung um die Gruft, um Querungen zu vermeiden und Eingriffe zu minimieren, mit Einstichen, die kaum merkbar sind. Durch die Aufteilung der Zuleitung auf fünf von einander unabhängige Äste soll bei Bedarf auf sich verändernde Raumkonditionen rasch und zielgerichtet reagiert werden können. Verbunden mit einem neuen Besuchereingang (Kassa, Infrastruktur für Besucher, Aufzug) ist es zudem seither möglich, eine gegenstromlose und zumindest in den ältesten Bereichen chronologisch richtige Wegführung anbieten zu können. Die Klimatisierung funktioniert seit Inbetriebnahme. Das Fortschreiten der Korrosion dürfte gestoppt sein. Restaurierung Gruftkapelle / Franz Josephsgruft, begleitet von der Neuentwicklung einer innovativen Steinverhängung Die vor der Klimatisierung herrschenden klimatischen Bedingungen haben sowohl die Eisenträger der Durchgänge, die Verhängung der wandbegleitenden Steinanordnung als auch die Tragstruktur der Stuckdecken massiv angegriffen. Die Träger waren aufwändig (Nadelungen) zu tauschen, alle Steine abzunehmen und neu zu verhängen, die Decken zu sichern. Als wesentliche Neuerung der Sanierung sei die neue Steinverhängung kurz beschrieben: Zahnschienen aus Edelstahl mit eingelaserten Zähnen ermöglichten die Befestigung der Steine fugenlos, präzise und in der richtigen Distanz zur Wand mit herkömmlichen Ankern, jeweils einzelverhängt und ausreichend hinterlüftet. Die ursprünglichen Bohrlöcher konnten ohne Substanzverlust verwendet werden. Neubeschriftung der Kaisergruft Neben den Hauptdaten der hier bestatteten Persönlichkeiten (Name, Titel bei der Geburt, Geburtsjahr und -ort, Sterbejahr und -ort) und Information über direkte Vorfahren (Stichwort Heiratspolitik) wurde durchaus subjektiv ausgewählte Wissensvermittlung angeführt. Nicht Schlachten stehen dabei im Vordergrund, sondern überwiegend Wienbezüge, um auf die im Stadtbild ablesbaren Spuren der hier bestatteten Habsburger zu verweisen. Restaurierung der Maria Theresien- Gruft Umfangreiche Vorbefundungen des Kuppelfreskos von Josef Ignaz Mildorfer haben ein ernüchterndes Ergebnis zur Folge gehabt. Restaurierungen im 19. Jahrhundert und 1951 haben gemeinsam mit Schädigungen durch Klima und Fackeleinsatz zu starkem Substanzverlust des Originals geführt. Als hilfreich für die Restaurierung erwies sich der Vergleich mit dem kaiserlichen Frühstücks – pavillon in Schönbrunn – er und die Maria-Theresien-Gruft bilden ein untrennbares Gebäudepaar, beide beauftragt durch die Herrscherin Maria Theresia und Kaiser Franz Stephan und gestaltet von den renommiertesten Künstlern der Zeit: Architekt Jadot de Ville-Issey und Freskenmaler Mildorfer, dem Akademiepreis – träger. Als Glücksfall erwies sich, dass das Gemälde im Tierpark unmittelbar vor der Kaisergruft von Restaurator Riedel bearbeitet worden ist. Er konnte sich mit der Handschrift Mildorfer gut vertraut machen. Als Hauptmotiv des Freskos ist die Darstellung der Auferstehungsvision des Propheten Ezechiel zu finden. Seine Entsprechung finden wir in der Darstellung des Metallkünstlers Moll am Sargdeckel des Doppelsarkophags. Maria Theresia und Franz Stephan werden im Augenblick des Wiedererhebens nach dem Tod gezeigt. Insgesamt ist die gesamte Raumschale der Maria Theresiengruft bearbeitet worden: Kuppelfresko, Quadraturmalerei, Stuckmarmor, Steinboden und Steinsockel, Holz, Metallgitter und Ochsenaugen, verbunden mit erforderlichen Nebenarbeiten wie Einhausung des Doppelsarkophags, Gerüstung, Elektriker- und Beleuchtungsarbeiten, Sargbewegungen. Resümee Es gibt auch in der Zukunft noch einiges zu tun in der Kaisergruft, etwa die Sanierung der Franzensgruft (Stuckmarmor, Sanierung der Malschicht am Steinsockel) sowie weitere Steinsanierungen und Sargrestaurierungen. Wären jedoch alle wesentlichen Kunststätten in Österreich in so gutem Zustand wie dieser von den Kapuzinern bewahrte Friedhof der ehemaligen Herrscherfamilie, so wäre es gut bestellt um das Kulturgut in Österreich. Die Kapuziner nehmen ihre Aufgabe ernst. Sie gestatten Archivarbeit (die sich lohnt und zudem spannend ist), und sie ermöglichen der allerersten Garnitur von Restauratoren, hier zu arbeiten. Ich hoffe, Ihre Neugier auf das Original geweckt zu haben. Die Sonderführung im Jänner beinhaltet zudem auch Einblicke hinter die Kulissen und Vermittlung weiterer Projekte (Steinrestaurierung Sockel Kaiser Ferdinand und Herstellung neuer Särge) und einen Besuch der Restaurierwerkstätte. DI Karl M. Schleritzko Architekt, Projektleiter  iD-Führung: Kaisergruft 26.01.2013 (siehe S. 43)

1120_Aichhorngasse_14

Gaudenzdorf, Stellungnahme zu Planentwurf 7973, 6.12.2012

Stellungnahme zum Entwurf Flächenwidmungs- und Bebauungsplan 7973, Katastralgemeinde Gaudenzdorf, 12. Bezirk Meidling Für das Gebiet zwischen Arndtstraße, Gierstergasse, Bezirksgrenze zwischen 15. und 6. Bezirk (Trasse der U-Bahnlinien U4 und U6) und Gaudenzdorfer Gürtel Der Verein Initiative Denkmalschutz gibt folgende Stellungnahme ab: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historischen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Ebenso mögen die Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand festgelegt werden. Dadurch wird auch am ehesten – neben der Festsetzung einer Schutzzone – der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Auf Grund des Fehlens von Daten der Bestandshöhen können wir bei den aus unserer Sicht historisch relevanten Objekten nur die augenfälligen Abweichungen von Bestandshöhe zur geplanten Widmungshöhe aufzeigen.

1120_Schoenbrunnerstrasse_177-179

Soll ganz Gaudenzdorf in Meidling abgerissen werden? 4.12.2012

Initiative Denkmalschutz: Soll ganz Gaudenzdorf in Meidling abgerissen werden? Die Stadt Wien beabsichtigt den Komplettabriss für den Heimatbezirk von Georg Danzer und Hermann Leopoldi zu ermöglichen – die Initiative Denkmalschutz ist schockiert Noch bis 6. Dezember befindet sich der Planentwurf 7973 zum Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes vom nordöstlichsten Bezirksteils von Meidling in öffentlicher Auflage (siehe: http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/flaechenwidmung/aktuell), der beinahe die gesamte Katastralgemeinde Gaudenzdorf umfasst (südlich des Wienflusses bis zum Gaudenzdorfer Gürtel gelegen). Die Initiative Denkmalschutz hat nach zwei Begehungen des Plangebietes zahlreiche erhaltenswerte historische Gebäude ausgemacht und zeigt sich regelrecht schockiert, dass die Stadt Wien (Magistratsabteilung 21 B) nun wieder keine einzige Schutzzone vorsieht, obwohl bereits 1996 die Stadt Wien in einer umfassenden Schutzzonen-Studie das Plangebiet als „mit hoher Wahrscheinlichkeit schutzzonenwürdig“ deklariert hat („Schutzzonenmodell Wien“, Magistratsabteilung 19).

1230_Erlaaer_Strasse_74

Liesing, Breitenfurt, Altmannsdorf, Hetzendorf, Erlaaer Straße – Stellungnahme zu Planentwurf 8045, 29.11.2012

Stellungnahme zum Entwurf Flächenwidmungs- und Bebauungsplan 8045 im 23. Bezirk, Katastralgemeinde Erlaa Für das Gebiet zwischen Carlbergergasse, Forchheimergasse, Kugelmannplatz, Kugelmanngasse, Erlaaer Straße und Canevalestraße Der Verein Initiative Denkmalschutz gibt folgende Stellungnahme ab: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historischen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Dadurch wird auch am ehesten – neben der Festsetzung einer Schutzzone – der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden.

1120_Breitenfurter_Strasse_38

Altmannsdorf, Breitenfurter Straße 4-44, Stellungnahme zu Planentwurf 7860, 20.11.2012

Stellungnahme zum Entwurf Flächenwidmungs- und Bebauungsplan 7860, Katastralgemeinde Altmannsdorf und Hetzendorf, 12. Bezirk Meidling Für das Gebiet zwischen Breitenfurter Straße, Altmannsdorfer Straße, ÖBB-Verbindungsbahn Der Verein Initiative Denkmalschutz gibt folgende Stellungnahme ab: Grundsätzliches Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historisch wertvollen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Ebenso mögen die Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand festgelegt werden. Dadurch wird auch am ehesten – neben der Festsetzung einer Schutzzone – der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden.

1140_GEBE-Fabrik

Penzing, GEBE-Fabrik, Stellungnahme zu Planentwurf 8039, 15.11.2012

Stellungnahme zum Entwurf Flächenwidmungs- und Bebauungsplan 8039, Katastralgemeinde Penzing, 14. Bezirk Für das Gebiet zwischen Linzer Straße, Goldschlagstraße, Einwanggasse, Karlingergasse, Ameisbrücke, Ameisgasse und Westbahn Der Verein Initiative Denkmalschutz gibt folgende Stellungnahme ab: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historischen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Dadurch wird auch am ehesten – neben der Festsetzung einer Schutzzone – der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Auf Grund des Fehlens von Daten der Bestandshöhen können wir bei den aus unserer Sicht historisch relevanten Objekten nur die augenfälligen Abweichungen von Bestandshöhe zur geplanten Widmungshöhe aufzeigen.

Leiner (Wien): Jugendstilgeländer abtransportiert, Haus wird abgerissen

Nach Versteigerung: Zehn neue Besitzer für das in 27 Teile zerstückelte, ursprünglich 320 Meter lange Jugendstilgeländer aus dem ehemaligen Leiner-Kaufhaus in der Mariahilfer Straße 18 im 7. Bezirk Neubau. Jetzt wurden die Teile abgeholt. Alfred Bazalka hat 9.600 € für 67 Laufmeter gezahlt und möchte das Jugenstilgeländer für einen Laubengang in Kärnten verwenden. Patrick Eder wiederum ersteigerte 70 Meter Geländerteile, damit er sich ein neues Haus in Wien im Stil der Zeit um 1900 erbauen kann, und da passen diese Teile nicht nur perfekt, sondern sind dazu auch noch von höchster Qualität, meint er. Der Erlös der Auktion kommt dem Wiener Hilfswerk zugute. Aber auch das Bezirksmuseum Neubau bekommt sechs Teile des Jugendstilgeländers. Diese müssen aber erst zurechtgeschweißt und mit Verbindungsgliedern ausgestattet werden. Das Bezirksmuseum sucht daher einen Metalltechniker oder Sponsoren für die Kosten von rund 5.000 Euro. ORF-FERNSEHBEITRAG (2 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Wien-heute/70018/Wien-heute/14091476/67-Meter-Leiner-Gelaender-fuer-Laubengang/14914133 (7.5.2021, ORF ‚Wien Heute‘, „67 Meter Leiner-Geländer für Laubengang“). Youtube-Video (Drohnenflug Michael Hierner / Aurena): „Jugendstil Geländer“  im Leiner-Gebäude: https://www.youtube.com/watch?v=WRyobQgJBC0 Der Immobilien- und Handelskonzern, die Signa Holding GmbH von René Benko wird bis Herbst 2024 anstelle des ehemaligen Leiner-Flaggschiffs auf der Mariahilfer Straße ein Kaufhaus (https://mahi10-18.at) nach Vorbild des Berliner KaDeWe (Kaufhaus des Westens) samt Hotel und Park am Dach errichten. Seitens des Eigentümers wurde betont, dass das Haus nicht unter Denkmalschutz steht und das Geländer auch nicht aus der Erbauungszeit 1894/95 stammt. Signa-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber führt gegenüber der Zeitung „Der Standard“ (28.4.) aus, dass natürlich überlegt wurde, das Stiegenhaus zu erhalten, doch dies war aus vielen Gründen nicht möglich, u.a. wegen der unterschiedlichen Geschoßhöhen. Für Verwunderung in der Fachwelt sorgte jedoch Friedrich Dahm, Abteilungsleiter für Wien im Bundesdenkmalamt mit der Aussage im „Der Standard“: „Dieses Haus ist kein Jugendstil-Juwel, sondern nach all den Umbauten und Zerstörungen ein Schandfleck. Ja, das nachträglich eingebaute Stiegenhaus ist zwar ganz schön, war aber schon zum Zeitpunkt seines Einbaus 1912 altmodisch und retardierend. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist hier keine Schutzwürdigkeit gegeben.“ Kritisiert werden die Argumentation „retardierend“ im Zusammenhang mit einer möglichen Schutzwürdigkeit, die Begrifflichkeiten „Schandfleck“ sowie „Schönheit“, die in der kunsthistorischen Welt, insbesondere in der denkmalpflegerischen Fachwelt strikt vermieden werden. Unser Verein Initiative Denkmalschutz hatte bereits 2019 mit Bedauern auf den bevorstehenden Verlust dieses Jugendstilgeländers hingewiesen. Georg Scherer hatte noch im Februar auf seinem WienSchauen-Blog für einen Erhalt des Gebäudes samt Rekonstruktion der historischen Fassade plädiert: „Leiner-Haus: Verpasste Chance“. Auch das Bezirksmuseum Neubau wird einen Teil des Jugendstilgeländers bekommen. In den sozialen Medien wird über die Zerstörung des Stiegengeländers getrauert. 1894/95 als „Warenhaus zur großen Fabrik“ bzw. Warenhaus Stefan Esders an der Ecke Mariahilfer Straße 18, Karl-Schweighofer-Gasse 2 erbaut (Entwurf: Friedrich Schachner), war es das erste große Wiener Kaufhaus. Schon 1898 wurde es um ein Geschoß aufgestockt, und 1912 ersetzte man das ganze große Stiegenhaus durch eine neu hineingestellte(!), viergeschoßige Eisenkonstruktion, die nur noch bis Anfang Mai bestehen wird. Die ausführende Baufirma war damals das bekannte Duo „Kupka & Orglmeister„. Das Geschäftshaus wurde 1964 von Leiner übernommen und blieb in seiner Grundstruktur bis heute erhalten.  Mit dem Abriss wurde bereits im April begonnen (die erhaltene Gründerzeitfassade an der Mariahilfer Straße 12-16 bleibt bestehen). Herzstück des einstigen Geschäftshauses, das durch viele Umbauten im Laufe der Zeit stark verändert wurde (u.a. Vereinfachung der Fassade nach dem 2. Weltkrieg), ist das große Jugendstil-Geländer aus dem Jahr 1912. Diese Eisentreppe ist in Wien vermutlich in ihrer Größe einzigartig, nachdem z. B. das etwas ältere Hauptstiegenhaus im alten Warenhaus Gerngroß von 1904, in der Größe vergleichbar – 1979 durch Brand vernichtet wurde (Mariahilfer Straße 44-46). Aktuelle Medienberichte 7. Mai 2021, ORF Wien 67 Meter Leiner-Geländer für Laubengang. 320 Meter Jugendstilgeländer aus dem ehemaligen Leiner-Haus in der Mariahilfer Straße haben neue Besitzer gefunden. Jetzt haben sie ihre ersteigerten Teile abgeholt, quasi bei einer letzten Warenausgabe im ehemaligen Möbelhaus: https://wien.orf.at/stories/3102846 7. Mai 2021, Kurier Großbaustelle Wiener KaDeWe: Mehr als nur Fassade. Die Signa-Gruppe schleift das Leiner-Haus auf der Mariahilfer Straße, um Platz für ein echtes Kaufhaus zu schaffen. Das wirbelt Staub auf: https://kurier.at/chronik/wien/grossbaustelle-wiener-kadewe-mehr-als-nur-fassade/401374382 5. Mai 2021, Krone Kommentar des Tages: MAHÜ Signa-Haus: „Jugendstilteile wären Hingucker“: https://www.krone.at/2405586 4. Mai 2021, Krone Signa-Haus auf Mahü: Bezirksrätin zu Klotz: „Ich bin todunglücklich“: https://www.krone.at/2404990 30. April 2021, Krone Projekt Leiner: Wie die Grünen einem Investor die Rutsche legen: https://www.krone.at/2402257 29. April 2021, Krone Ehemaliges Leiner-Haus: Abriss in Schutzzone: Das Bauglück des Jongleurs: https://www.krone.at/2401288 28. April 2021, Der Standard Auktion: Leiner-Stiegenhaus wird versteigert. Aus dem Leiner auf der Mahü will Signa ein „Kaufhaus des Westens“ machen. Das Jugendstil-Stiegenhaus kommt online unter den Hammer: https://www.derstandard.at/story/2000126241647/leiner-stiegenhaus-wird-versteigert 26. April 2021, MeinBezirk Neubau: Ein Geländer für die neue Grätzeloase. Techniker oder Sponsoren gesucht: https://www.meinbezirk.at/neubau/c-lokales/ein-gelaender-fuer-die-neue-graetzeloase_a4595588 Nebenbei: 8. Mai 2021, Der Standard Retter oder Bösewicht: René Benko und die Politik: Opposition will Kika/Leiner-Übernahme durchleuchten. Der Milliardär René Benko übernahm im Sommer 2018 die Möbelkette Kika/Leiner. Die Opposition glaubt, dass Türkis-Blau ihm dabei zu sehr half: https://www.derstandard.at/story/2000126481589/rene-benko-und-die-politik-opposition-will-kikaleiner-uebernahme-durchleuchten Älterer iD-Bericht vom 23. April 2021 Leiner (Wien): Trauer um Jugendstilgeländer aus 1912 – Für Versteigerung zerstückelt: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/leiner-wien-trauer-um-jugendstilgelaender-aus-1912-fuer-versteigerung-zerstueckelt Initiative Denkmalschutz in den Medien: 3. Oktober 2019, Kurier KaDeWe: Das sagen Experten zum Neubau. Aus dem Leiner der Mariahilferstraße wird ein Warenhaus nach Berliner Vorbild. Experten loben vor allem Dach und Fassade des Neubaus in Neubau: https://kurier.at/chronik/oesterreich/kadewe-das-sagen-experten-zum-neubau/400637384 12. August 2019, MeinBezirk Mariahilfer Straße: Initiative Denkmalschutz schlägt Alarm wegen Leiner: https://www.meinbezirk.at/neubau/c-lokales/initiative-denkmalschutz-schlaegt-alarm-wegen-leiner_a3565320

Welterbe Wien (u. Heumarkt): Managementplan mit 15 Jahren Verspätung?

Am Donnerstag, 6. Mai 2021 lud Planungsstadträtin Ulli Sima gemäß § 58 Wiener Stadtverfassung zu einer Enquete mit dem Titel „„Managementplan Welterbe Historisches Zentrum von Wien“. Unter dem Vorsitz von Gemeinderat Omar Al-Rawi und im Beisein der beiden Stadträtinnen Kathrin Gaál und Veronika Kaup-Hasler sowie von Landtagspräsident Ernst Woller (alle SPÖ), diskutierten im Wiener Rathaus VertreterInnen aus Politik, Fachwelt, Zivilgesellschaft und Verwaltung den vorliegenden Management-Entwurf des mit seinen mehr oder weniger konkreten Vorschlägen. Der Managementplan benennt Schutzziele und Empfehlungen und definiert, wie und mit welchen Instrumenten die Erhaltung der Welterbestätte in Zukunft gemanagt werden soll. In zwei Reflexionsrunden im Wiener Rathaus wurde der in den letzten 1 1/2 Jahren ausgearbeitete Entwurf erörtert und entsprechende Fragen an die Autoren, vertreten durch Planungsdirektor Thomas Madreiter und MA21A-Abteilungsleiter Bernhard Steger, formuliert.  ORF-FERNSEHBEITRAG: https://tvthek.orf.at/profile/Wien-heute/70018/Wien-heute/14091348/Plan-soll-Wiens-Welterbestatus-retten/14913397 (6.5.2021, ORF ‚Wien Heute‘, „Plan soll Wiens Welterbestatus retten“). Die Teilnehmer an der Enquete An den Reflexionsrunden teilgenommen haben u.a. die Gemeinderät*innen Anton Mahdalik (FPÖ), Heidemarie Sequenz (GRÜNE), Elisabeth Olischar (ÖVP), Selma Arapovic (NEOS) und Ernst Woller (SPÖ), Markus Figl (Bezirksvorsteher 1. Bezirk), Rudolf Zabrana (Vertreter des 3. Bezirks), Ruth Pröckl (Bundesministerium für Kultur, BMKÖS) und Ernst-Peter Brezovszky (Leiter des UNESCO-Referat im Außenministerium, BMEIA) als Vertreter*in der State Party, Renate Bornberg (ICOMOS Austria), Sabine Haag (Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission), Brigitta Ringbeck (Koordinierungsstelle Welterbe, Auswärtiges Amt Berlin), Martin Fritz (Kurator, Berater, Publizist), Rüdiger Lainer (Architekt), Anita Mayer-Hirzberger (Professorin am Institut für Musikwissenschaft, mdw), Maria Auböck (Architektin), Michael Kloos (Architekt, planning and heritage consulting), Andreas Vass (Architekt und Vorsitzender der ÖGFA), Elke Delugan-Meissl (Architektin und Vorsitzende des Fachbeirats), Christoph Stadlhuber (CEO SIGNA Prime Selection AG), Christa Reicher (Leiterin Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen, Aachen), Hannes Swoboda (Präsident des Architekturzentrums Wien), Christoph Bazil (Präsident des Bundesdenkmalamtes) und weitere Expert*innen. (Stand: 29.4.) Wien beim Managementplan seit vielen Jahren säumig! 2001 wurde dem „Historischen Zentrum von Wien“ das UNESCO-Weltkulturerbe-Prädikat verliehen. 2005 trat die neue Fassung der „Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ in Kraft, seitdem sind eigene Managementpläne für Welterbestätten zwingend erforderlich. Die Stadt Wien machte sich damals gleich an die Arbeit und präsentierte ein Jahr später – im Dezember 2006 – die Publikation „Wien, Weltkulturerbe – Der Stand der Dinge“, der als „Bericht und integrierender Bestandteil des erforderlichen Managementplanes„ zu verstehen war, wie es in einer offiziellen Presseaussendung der Stadt Wien damals hieß. Darin findet sich auf Seite 95 folgende wichtige Schutzvorgabe: Alle Welterbeareale in Wien sind Ausschlusszonen für Hochhäuser. Doch dieser Managementplan-Entwurf mit diesem vorliegenden „integrierenden Bestandteil“ trat dem Vernehmen nach nie offiziell in Kraft. Unser Verein Initiative Denkmalschutz hatte bereits 2013 den Widerspruch zwischen Heumarkt-Projekt und diesem Management-Plan Entwurf aufgezeigt (OTS 20.3.2013: Wiener Eislaufverein: Initiative Denkmalschutz deckt auf: Stadt Wien verstößt gegen ihre eigene Welterberichtlinie!) Der Managementplan und seine Bedeutung für zukünftige Hochhäuser So wurde jetzt, am 6. Mai 2021 im Wiener Rathaus im Rahmen der Enquete zum Managementplan ein neuer Entwurf der Öffentlichkeit präsentiert. Im 90-Seiten starken Entwurf des Managementsplans für das UNESCO-Weltkulturerbe „Historisches Zentrum von Wien“ (Version vom 21. April 2021, dieser liegt der Initiative Denkmalschutz vor) wird unter Punkt „4.1. Handlungsfeld Erhalten und Bauen“ auf Seite 59 betreffend „Historische Bausubstanz und charakteristische Stadtmorphologie“ ein kurz- bis mittelfristige Handlungsempfehlung (1 bis 5 Jahre) ausgesprochen, die eine „Klarstellung betreffend die Entwicklung von Hochhäusern“ empfiehlt. Im Kapitel „Konsolidierung von Höhenentwicklung und welterberelevanten Blickzielen“ (Seite 87 f.) heißt es: „Wien wächst – unter Berücksichtigung stadtstruktureller Bezüge auch in die Höhe. Dafür gibt Wien mit dem Fachkonzept Hochhäuser einen strukturierten und den vielfältigen Anforderungsansprüchen einer modernen Stadt entsprechenden Entscheidungsprozess vor. (…) Die Stadt als lebendigen Organismus begreifend, folgt das Fachkonzept Hochhäuser der Logik von Überprüfungs- anstatt Ausschlusszonen. Aufgrund des Stufenbaus der Rechtsordnung sowie vielfältiger ineinandergreifender Instrumente sind jedoch in der Kerzone neue Hochhäuser (über die bestehenden hinaus) faktisch ausgeschlossen.“ Man beachte jedoch den Begriff „neue Hochhäuser“, gilt das auch für bereits bestehende Hochhausstandorte wie am Heumarkt? Erfreulich zumindest, dass der Welterbe-Begriff in die Bauordnung verankert werden soll. Politische Reaktionen der Opposition Eine „Ausschlusszone für Hochhäuser im historischen Zentrum Wien“ sowie eine „Welterbe-Koordinierungsstelle“ forderte Planungssprecherin der ÖVP, Elisabeth Olischar (vgl. Presseaussendung). Grundsätzlich mangle es dem Managementplan an „ausreichender Verbindlichkeit“, was mit „ausgeprägter Beliebigkeit“ einhergehe, so Olischar. „Bisher hat die Wiener SPÖ nach dem Motto agiert: Was nicht passt, wird passend gemacht.“ Der Wiener Heumarkt sei exemplarisch dafür. Durch die Verankerung der Welterbezonen in der Wiener Bauordnung erwartet sie sich in Zukunft jedenfalls rechtliche Verbindlichkeit“. Die FPÖ fragt in einer Presseaussendung: „Hochhäuser künftig im historischen Zentrum Wiens möglich?“ und kritisiert – wie die ÖVP: „Die Opposition war in die Erstellung des Entwurfs wie üblich nicht einmal im Ansatz eingebunden und hat diesen erst im Vorfeld der gestrigen Enquete zur Verfügung gestellt bekommen„. Zivilgesellschaft kaum eingebunden Von der Einbindung der Zivilgesellschaft kann auch kaum gesprochen werden. Von den prononcierten Hochhaus-Kritikern für diesen Standort am Heumarkt war nur Andreas Vass beteiligt. Und auch die „breite Öffentlichkeit“ war nur bedingt eingebunden, konnte man die dreistündige Enquete nur via Livestream verfolgen. Und dieser fand zu einer für die Mehrheit der berufstätigen Menschen zu einer unmöglichen Zeit statt, nämlich von 9 Uhr bis 12:30 Uhr. Von einem späteren Online-Stellen des Live-Streams, damit auch die Interessierten zu einem späteren Zeitpunkt die Diskussions verfolgen können, ist nichts bekannt. Was bedeutet das für den Heumarkt? Der Hotelneubau beim Eislaufverein könnte – so wie bisher – etwa 43 Meter hoch werden (gemäß Bauordnung für Wien entspricht dies etwa 38 Meter ohne technischer Aufbauten), entsprechend der Welterbe-Auflage „nicht höher als Bestand“. Eine Einigung mit der UNESCO wäre dann leicht möglich. Ernst Woller (SPÖ) , Landtagspräsident und Welterbe-Beauftragter der Stadt, möchte noch heuer die Lösung präsentieren, damit Wien nächstes Jahr von der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten gestrichen werden kann. Zur Vorgeschichte: Obwohl die UNESCO seit 2013 der Stadt Wien unmissverständlich klar gemacht hat, dass am Heumarkt-Areal „nicht höher als Bestand“ gebaut werden darf, ignorierte die Stadt Wien 2017 diese Vorgabe und beschloss den bis heute gültigen Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes, der eine höhere Bebauung erlaubt. Konsequenter Weise setzte daraufhin die UNESCO das Welterbe „Historisches Zentrum von Wien“ auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten. Managementplan Welterbe Historisches Zentrum Wien (Stadt Wien): https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/strategien/managementplan-welterbe.html Managementpläne für Welterbestätten. Ein Leitfaden für die Praxis. Brigitte Ringbeck, Deutsche UNESCO-Kommission, Bonn 2008 (116 Seiten): https://www.unesco.de/sites/default/files/2018-06/Managementplaene_Welterbestaetten.pdf Aktuelle Medienberichte: 6. Mai 2021, Kurier Welterbe-Enquete im Wiener Rathaus: Der Versuch einer Debatte. Am Donnerstag wurde der Managementplan für das historische Stadtzentrum Wiens, seines Zeichens Welterbe-Stätte, […]