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AKTUELLE BERICHTE

Pinkafeld (Bgld.): Freiwillige renovierten Kreuzweg

Die Kalvarienbergkirche und die 14 Kreuzwegstationen in Pinkafeld wurden um 1748 durch Graf Adam Batthyany III. errichtet. Nach mehrfachen Renovierungen der Kreuzwegstationen wurden 1981 die Blechbilder durch die noch heute vorhandenen Mosaike ersetzt. Von 2018 bis 2020 erfolgte jetzt die fünfte Renovierung, die durch 3600 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet wurde. Dazu wurde 2017 der „Verein zur Renovierung der Kreuzwegstationen auf dem Kalvarienberg“ mit dem Obmann Wolfgang Krutzler und Vizebürgermeister Friedrich Luisser gegründet (Bild 2018). Jetzt sind die Arbeiten an den nicht denkmalgeschützten, gemauerten Kapellenbildstöcken (Kreuzwegstationen) fertig gestellt. Die Einweihung erfolgt am Sonntag, 18. Oktober 2020 um 14:00 Uhr. ORF-FERNSEHBEITRAG (3 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14067659/Kreuzwegstationen-auf-den-Kalvarienberg-sind-renoviert/14775691 (Burgenland Heute, 10.10.2020) +++ ORF-BERICHT LESEN: https://burgenland.orf.at/stories/3070753 (Freiwillige renovierten Pinkafelder Kreuzweg, 10.10.2020) +++ Weiterer aktueller Medienbericht: „Kreuzwegstationen auf den Kalvarienberg sind renoviert“ (7.10.2020): https://www.meinbezirk.at/oberwart/c-lokales/kreuzwegstationen-auf-den-kalvarienberg-sind-renoviert_a4280994 Wandertipp (4 Stunden): https://www.bvz.at/freizeit/ausflug-reise/wandertipp-am-neusiedlersee-von-neusiedl-nach-weiden-neusiedl-am-see-weiden-am-see-wandern-erleben-wandern-freizeit-141731936 Weitere Medienberichte: 4.5.2020: Pinkafeld: Zehn Kreuzwegstationen zum Kalvarienberg fast fertig renoviert (MeinBezirk): https://www.meinbezirk.at/oberwart/c-lokales/zehn-kreuzwegstationen-zum-kalvarienberg-fast-fertig-renoviert_a4054401 6.6.2019: Pinkafeld: Kreuzwegstationen mit Nazisymbolen beschmiert (BVZ): https://www.bvz.at/oberwart/pinkafeld-kreuzwegstationen-mit-nazisymbolen-beschmiert-pinkafeld-vandalismus-nationalsozialismus-vandalenakt-kalvarienberg-149809344 sowie 12.6.2019: Schmieraktionen: Vandalenakte in Pinkafeld sorgen für Entsetzen (BVZ): https://www.bvz.at/oberwart/schmieraktionen-vandalenakte-in-pinkafeld-sorgen-fuer-entsetzen-pinkafeld-vandalismus-nazisymbole-nazi-schmierer-fritz-luisser-kalvarienberg-150503474 18.9.2018: Verein renoviert Kreuzweg in Pinkafeld (MeinBezirk; mit Geschichte des Kreuzweges): https://www.meinbezirk.at/oberwart/c-lokales/verein-renoviert-kreuzweg-in-pinkafeld_a2900399 Der Kreuzweg/Kalvarienberg Pinkafeld: Der Kalvarienberg in Pinkafeld mit Geschichte des Kreuzweges (Kreuzweg.online): https://www.kreuzweg.online Der Kreuzweg Pinkafeld (Pfarre Pinkafeld): http://www.pfarrepinkafeld.at/pfarre/1123/downloads/article/2650.html Kalvarienberge in Österreich: Burgenland – Pinkafeld (Bezirk Oberwart, Burgenland): http://www.sagen.at/doku/kalvarienberge/pinkafeld_oberwart.html

Karl Lueger-Denkmal (Wien): Streit um Erinnerungskultur

Weiterhin Auseinandersetzungen um rund das denkmalgeschützte und umstrittene Karl Lueger-Denkmal am Dr.-Karl-Lueger-Platz (bei U3-Stubentor am Ring). Karl Lueger war Politiker und Wiener Bürgermeister von 1897-1910. Wegen seiner Bedeutung für die Entwicklung Wiens zu einer modernen Großstadt einerseits und seines Antisemitismus andererseits ist er bis heute Gegenstand teils heftig geführter Kontroversen (vgl. Wikipedia). Eine Künstlergruppe rund um Eduard Freudmann hat am Montag (5.10.) eine „Schandwache“ beim Lueger-Denkmal gebildet. Diese sollte die Stadt Wien daran hindern, die im Sommer aufgesprühten Schande-Graffitischriftzüge zu entfernen. Dabei wurden die Schande-Graffitti abgenommen, in Beton gegossen und mit Goldfarbe überzogen wieder angebracht. Daraufhin haben Mitglieder der Identitären Bewegung eine Gegenaktion gestartet und unter den Augen der Polizei die goldenen Betonbuchstaben wieder mit Hammer und Meißel abgeschlagen. Die Polizei hat angekündigt, den Vorfall zu untersuchen. ORF-FERNSEHBEITRAG (KULTURMONTAG) (5.10., 4 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/kulturMontag/1303/kulturMontag/14066770/Kuenstlerische-Schandwache-am-Karl-Lueger-Denkmal/14772819; ORF-FERNSEHBEITRAG (ZIB 1; 1 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-1/1203/ZIB-1/14067035/Schandwache-am-Lueger-Denkmal/14773058 +++ ORF-BERICHT LESEN: https://wien.orf.at/stories/3069961 +++Weiteres Video (Standard): https://www.derstandard.at/story/2000120527691/lueger-denkmal-antisemiten-auf-dem-podest (7.10.2020, Standard: „Lueger-Denkmal: Antisemiten auf dem Podest“). Weitere aktuelle Medienberichte (5.10.2020): „Antisemitismus: Rechtsextreme zerstören Kunstintervention am Karl-Lueger-Denkmal“ (Standard): https://www.derstandard.at/story/2000120484297/kuenstler-verewigten-graffiti-auf-karl-lueger-denkmal-mit-beton; Lueger-Statue: Ein Denkmal als Schandmal (Die Presse): https://www.diepresse.com/5877582/ein-denkmal-als-schandmal; „‚Schandwache‘ in Wien: Lueger-Denkmal: Proteste gegen Graffiti-Entfernung“ (Krone): https://www.krone.at/2245120 Nach der Aktion: „Anzeigen und weitere Demos nach Kunstaktion beim Karl-Lueger-Denkmal“ (7.10.2020, Standard): https://www.derstandard.at/story/2000120556102/anzeigen-und-weitere-demo-nach-kunstaktion-beim-karl-lueger-denkmal „Was tun mit dem Lueger-Denkmal?“ User-Diskussion (Standard-Forum): https://www.derstandard.at/story/2000120543526/was-tun-mit-dem-lueger-denkmal Kommentar der Anderen: Eva Blimlinger: „Karl Lueger mit Theodor Herzl verdecken“ (6.10.2020, Standard): „Ein neuer Vorschlag in der Debatte über das Lueger-Denkmal in Wien: Stellt es in den Schatten!„: https://www.derstandard.at/story/2000120507212/karl-lueger-mit-theodor-herzl-verdecken Initiative fordert Umgestaltung des Lueger-Denkmals: Der Aufruf an die Wiener Politik kurz vor der Wahl wird von bekannten Vertretern der Kulturszene unterstützt (1.10.2020, Standard): https://www.derstandard.at/story/2000120381787/initiativ Aufruf von 40 Persönlichkeiten aus Kunst und Gesellschaft (3.10.2020): „Lueger-Denkmal: Antisemitisch, verfälscht Geschichte. Mehr als 40 Unterzeichnende sprechen sich für Veränderung an Platz und Ehrenmal aus“ (Standard): https://www.derstandard.at/story/2000120451725/lueger-denkmal-antisemitisch-verfaelscht-geschichte Erinnerungspolitik: Künstler Martin Krenn zu Denkmalsturm: „Nichts ist für die Ewigkeit“. Krenn plädiert in der Debatte über historisch belastete Denkmäler zwischen Wegreißen und Stehenlassen für einen dritten Weg: die Bearbeitung (1.10.2020, Standard): https://www.derstandard.at/story/2000120381868/kuenstler-martin-krenn-zu-denkmalsturm-nichts-ist-fuer-die-ewigkeit Ljiljana Radonić: Von fehlenden und überholten Denkmälern (Blog: Geschichte Österreichs): Manche Denkmäler fehlen, andere sollen künstlerisch dekonstruiert werden. Denkmäler erinnern niemals nur an Vergangenes. Sie polarisieren oftmals in der Gegenwart. Das ist gut so, denn Debatten über Denkmäler sind in einer Demokratie wichtig (27.9.2020, Standard): https://www.derstandard.at/story/2000120203507/von-fehlenden-und-ueberholten-denkmaelern Reaktionen im APA-OTS-Medienportal: 6.10.2020: FP-Stenzel/Kohlbauer ad Innenminister: „Es ist Zeit zu handeln!“: Schwere Sachbeschädigung linksextremer Fanatiker muss strafrechtliche Konsequenzen haben: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201006_OTS0029 9.10.2020: Karl Lueger repräsentiert Antisemitismus im Herzen der Stadt: Die jüdischen Österreichischen HochschülerInnen (JöH) veranstalteten am Mittwoch, 7. Oktober, ihre kritische Kunstinstallation am Lueger Denkmal: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201009_OTS0174 Älterer iD-Bericht: 28.7.2020: Initiative Denkmalschutz: Belastete Denkmäler – Beispiel Lueger-Denkmal (Wien): Denkmäler stürzen keine Lösung! https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/belastete-denkmaeler-beispiel-lueger-denkmal-wien-denkmaeler-stuerzen-keine-loesung

Ungargasse 25 (Wien): Biedermeierhaus in Schutzzone vom Abriss bedroht

Die Kündigung des Mietvertrages einer 88jährigen Frau – sie soll jetzt bis Ende Oktober ausziehen – hat das Spekulationshaus in der Ungargasse 25 wieder in den Fokus gerückt. 2015 wurde ein Ansuchen um Abbruch gestellt. Seitdem liefert sich die Stadt Wien mit dem Eigentümer einen jahrelangen Gerichtsstreit über die Abbruchreife des Hauses in der Ungargasse, da dieses in einer Schutzzone steht. Der Eigentümer will seit vielen Jahren das Grundstück mit dem Vorstadt-Biedermeierhaus gemeinsam mit dem ehemaligen Hotel Roter Hahn in der Parallelstraße Landstraßer Hauptstraße 40 gänzlich neu entwickeln. Der SP-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Rudolf Zabrana fürchtete 2017, dass vom Roten Hahn nichts als die Fassade übrigbleiben könnte. Siehe: Google Maps.

Kleinhöflein (Bgld.): Alter Streckhof aus 17./18. Jh. weicht Neubausiedlung

Nachdem der Abriss des Jakobhauses in Pöttelsdorf nun fix ist (das Denkmalamt greift doch nicht mehr ein) folgt wenige Tage später jetzt die nächste Abrissmeldung aus dem Burgenland. In Kleinhöflein, einem Ortsteil von Eisenstadt, wurde bereits letzte Woche der alte Streckhof in der Kleinhöfleiner Hauptstraße 15 abgerissen (siehe: Google Maps). Das Haus stammt aus dem 17./18. Jh. und wird auch im Dehio-Handbuch (Hrsg. Bundesdenkmalamt) beschrieben. Die am 21. September beschlossene Bausperre kommt für dieses Haus zu spät, denn der Neubau wurde bereits genehmigt. BVZ-ARTIKEL (8.10.2020) WEITERLESEN: https://www.bvz.at/eisenstadt/kleinhoeflein-siedlung-soll-streckhof-ersetzen-kleinhoeflein-bauprojekt-abriss-streckhof-print-227598680 Kommentar (BVZ): „Mehr als nur Steine und Ziegel. Über die Abrisse alter Häuser rund um Eisenstadt“ (8.10.2020): https://www.bvz.at/eisenstadt/kommentar/kommentar-mehr-als-nur-steine-und-ziegel-bezirk-eisenstadt-lokal-kommentar-print-227597047 Bausperre 21.9.2020 beschlossen (gemäß § 52 Burgenländisches Raumplanungsgesetz 2019): „Bausperre im Gemeinderat einstimmig beschlossen“ (22.9.2020; Stadt Eisenstadt): https://www.eisenstadt.gv.at/buergerservice/news-archiv/aktuelles/bausperre-im-gemeinderat-einstimmig-beschlossen; „Eisenstadt erlässt befristete Bausperre“ (11.9.2020, Stadt Eisenstadt): https://www.eisenstadt.gv.at/buergerservice/news-archiv/aktuelles/eisenstadt-erlaesst-befristete-bausperre +++ Bericht auf MeinBezirk (11.9.2020) „Flächendeckender Bebauungsplan wird entwickelt: Eisenstadt soll Bausperre bekommen“: https://www.meinbezirk.at/eisenstadt/c-politik/eisenstadt-soll-bausperre-bekommen_a4233555 Literatur: Dehio-Handbuch – Die Kunstdenkmäler Österreichs, Band: Burgenland, Wien (2. verbesserte Auflage) 1980, Seite 150

Bundesdenkmalamt: Weiter in Kritik des Rechnungshofes

Nach der harschen Kritik des Rechnungshofs am Bundesdenkmalamt im Jahr 2017 kontrollierten die Prüfer das Amt im Herbst 2019 erneut. Nun liegen die Ergebnisse einer Follow-Up-Überprüfung vor, die dieses Mal deutlich positiver ausfielen: Ein Großteil der zwölf Empfehlungen wurde umgesetzt, lediglich vier teilweise.  Weiter Kritik gibt es u. a. an der Forschungsstrategie und an der fehlenden Evaluierung dazu. Vgl. APA-Meldung in der Wiener Zeitung: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/mehr-kultur/2077311-Bundesdenkmalamt-in-Rechnungshof-Kritik.html bzw. im Standard: https://www.derstandard.at/story/2000120435107/bundesdenkmalamt-empfehlungen-grossteils-umgesetzt oder in den Salzburger Nachrichten: https://www.sn.at/kultur/allgemein/bundesdenkmalamt-reagierte-auf-rechnungshof-empfehlungen-93642445; Oberösterreichische Nachrichten: https://www.nachrichten.at/kultur/denkmalamt-rechnungshof-will-mehr-transparenz;art16,3307931 Originale Presseinformation zum Follow-up-Bericht des Rechnungshofes (2.10.2020): https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home_1/fragen-medien/Presseinfo_02.10.pdf Der 32-seitige Follow-up-Bericht des Rechnungshofes zum Bundesdenkmalamt (im vollen Wortlaut): https://bda.gv.at/de/aktuelles/artikel/2020/10/rechnungshof-legt-follow-up-bericht-zum-bda-vor Rechnungshofbericht 2017 Parlament (Oktober 2017): Prüfung der Gebarung des Bundeskanzleramts und des Bundesdenkmalamts inklusive seiner Abteilungen in den Bundesländern: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/I/I_01782/index.shtml darin: Der 18-seitige Bericht des Rechnungshofausschusses (11.10.2017) im vollen Wortlaut: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/I/I_01782/fname_671813.pdf Der 122 Seiten umfassende, orginale Bericht des Rechungshofes: Bundesdenkmalamt (April 2017): https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/Bund_Bundesdenkmalamt_2017_23_1.pdf Ältere Medienberichte: 12.10.2017, APA-OTS, Pressedienst der Parlamentsdirektion Bericht des Rechnungshofausschusses zum Bundesdenkmalamt bleibt letzter Tagesordnungspunkt. Einwendungen gegen die Tagesordnung abgelehnt: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20171012_OTS0136 11.10.2017, APA-OTS, Pressedienst der Parlamentsdirektion Rechnungshofausschuss: Viel Kritik am Bundesdenkmalamt. Bereits erste Reformen eingeleitet, aber noch einiges zu tun: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20171011_OTS0174 14.9.2017, Der Standard Rechnungshof: Prüfung des Bundesdenkmalamts ohne Hauptkritiker. In einem kleinen U-Ausschuss wurden Vorwürfe gegen das Denkmalamt geprüft. Die letzte Sitzung fand ohne Mitinitiator und Hauptkritiker Wolfgang Zinggl statt: https://www.derstandard.at/story/2000064032436/pruefung-des-bundesdenkmalamtes-ohne-hauptkritiker 19.5.2017: Der Standard Nach Rechnungshofbericht: Grüne und FPÖ: Denkmalamt soll vor „kleinen U-Ausschuss“. Ob der vom Rechnungshof attestierten Mängel fordern Kultursprecher Wolfgang Zinggl (Grüne) und Walter Rosenkranz (FPÖ) eine detaillierte Untersuchung und die Offenlegung bislang unter Verschluss gehaltener Dokumente: https://www.derstandard.at/story/2000057942835/gruene-und-fpoe-denkmalamt-soll-vor-kleinen-u-ausschuss 28.4.2017, APA/Der Standard Strukturprobleme: Rechnungshof übt harsche Kritik am Bundesdenkmalamt. Wegen Personalaufwands, mangelnder Transparenz und Kosten für Computersystem – Drozda: „Strukturelle Neuordnung wird auch Neuorganisation der Leitungsfunktionen zur Folge haben. https://www.derstandard.at/story/2000056723218/rechnungshof-uebt-harsche-kritik-am-bundesdenkmalamt +++ APA/Die Presse: https://www.diepresse.com/5208692/rechnungshof-ubt-harsche-kritik-am-bundesdenkmalamt

Pöttelsdorf (Bgld.): Kurz vor Besuch Denkmalamt – Abriss altes Jakobhaus

UPDATE (5./7.10.2020): ORF–FERNSEHBERICHT (3 min; mit INITIATIVE DENKMALSCHUTZ): https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14067079/Widerstand-gegen-Abriss-von-Jakobhaus-im-Poettelsdorf/14772910 („Widerstand gegen Abriss von ‚Jakobhaus‘ im Pöttelsdorf“, 5.10.2020). +++ Weitere Berichte mit Initiative Denkmalschutz Erwähnungen: „Widerstand in Pöttelsdorf gegen Abriss“ (ORF, 6.10.2020): https://burgenland.orf.at/stories/3069973 sowie „Abriss des Jakobhauses: Widerstand am Pöttelsdorfer Hauptplatz“ (MeinBezirk, 6.10.2020): https://www.meinbezirk.at/mattersburg/c-lokales/widerstand-am-poettelsdorfer-hauptplatz_a4279731 Jetzt wurde – für viele überraschend – mit dem Abriss des alten Jakobhauses samt Nachbarhaus in der Gemeinde Pöttelsdorf bei Mattersburg begonnen, obwohl ein Lokalaugenschein des Bundesdenkmalamtes für nächste Woche vereinbart war. Nach Meinung des Abteilungsleiters des Bundesdenkmalamtes im Burgenland, Peter Adam, handelt es sich bei diesem Haus an der Hauptstraße 54 (Ecke Hauptplatz) um ein „bedeutendes Zeugnis traditioneller bäuerlicher Architektur und fürs ganze Burgenland“. Bereits 2014 fand ein Ideenwettbewerb für einen Neubau statt, das Projekt schien dann aber eingeschlafen zu sein (vgl. Chronologie weiter unten). Jetzt protestieren die Kunsthistorikerin Sabrina Hanny und der Architekt Stefan Tenhalter gegen den Abriss. Die Gemeinde begründet den Abriss mit den zu hohen Revitalisierungskosten im Vergleich mit einem Neubau. KURIER-ARTIKEL WEITERLESEN : https://kurier.at/chronik/burgenland/kein-geld-fuer-baujuwel/401052706 (Kurier, 3.10.2020; „Kein Geld für Baujuwel: 1,7 Millionen Euro für die Revitalisierung des Jakobhauses sind der Gemeinde zu viel“) +++ Foto Google Maps (Aug. 2018) Kommentar Initiative Denkmalschutz: Das Bundesdenkmalamt hat – seit langem ausgehungert und von der Politik allzu oft im Stich gelassen – kaum Ressourcen alle schützenswerten Gebäude rechtzeitig unter Denkmalschutz zu stellen. So hat sich wieder einmal das Denkmalamt sehr spät – hoffentlich nicht zu spät – eingeschaltet. Auch stellt sich die Frage, wie die Gemeinde Pöttelsdorf dieses Projekt gegenüber dem Bundesdenkmalamt und der Öffentlichkeit kommuniziert hat (offenbar wurde das Bundesdenkmalamt auch zwischenzeitlich „beruhigt“, dass doch kein Abriss stattfinden wird, siehe u. a. Chronologie unten). Beschreibung der beiden im Abriss befindlichen Häuser in der Österreichischen Kunsttopographie des Bundesdenkmalamtes (Band 49: Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Mattersburg, Wien 1993, Seite 417 f.): „Hauptstraße Nr. 54: Dreiseithof, an der Ecke von Hauptstraße und Hauptplatz; zarte Putzquaderung, segmentbogiges Einfahrtstor mit profilierten Umrahmungen und aufgedoppelter Holztüre; im Hof mächtige geziegelte Querscheune, freistehend mit Satteldach, großes hölzernes Einfahrtstor. – Nr. 56: Zwei Streckhöfe, durch freistehende Tormauer miteinander verbunden, der rechte im Putz bezeichnet ‚1868‘, der linke mit Walmdach über teilweise erneuertem Wohntrakt.“ C H R O N O L O G I E 2011: Dorferneuerungsleitbild 2011 Pöttelsdorf, darin enthalten Kapitel: „Ortsstruktur, Ortsbild“ (Seite 34): Verweis auf das „Dehio-Handbuch“ (Die Kunstdenkmäler Österreichs, Band: Burgenland, Wien 1980, Hrsg. Bundesdenkmalamt). Erstaunlich: Kein Verweis auf die aktuellere und viel ausführlicher Österreichische Kunsttopographie, die ebenfalls vom Bundesdenkmalamt herausgegeben wurde (siehe obigen Eintrag). Kapitel „Stärkung des Dorfzentrums“ (Seite 48): das kompakt wirkende Breitangerdorf mit stark dörflichem Charakter (…) soll weitgehend erhalten bleiben. Das im Bereich um die Elisabethsäule leerstehende Althausensemble nördlich des Hauptplatzes soll dabei als künftiges Dorzentrum dienen.“ siehe: https://www.yumpu.com/de/document/read/21343965/leitbild-dorferneuerung-474-mb-pdf-pottelsdorf Februar 2014: Präsentation Ideenwettbewerb „Neues Gemeindezentrum Pöttelsdorf“, den das  Architekturbüros „AllesWirdGut Architektur ZT GmbH“ im Dezember 2013 gewonnen hat. Dieser Entwurf beinhaltet den Komplettabriss des Jakobhauses (Hautplatz 54), siehe Gemeindewebsite: https://www.gemeindepoettelsdorf.at/Ergebnispraesentation_des_Ideenwettbewerbs_Gemeindezentrum_Neu_ bzw. Website „AllesWirdGut“: http://www.awg.at/de/project/poe-d Juli 2019: Präsentation Studie Ortskern Pöttelsdorf. In dieser Modell-Visualisierung sieht man plötzlich die weitgehende Erhaltung des Jakobhauses, siehe: https://www.gemeindepoettelsdorf.at/PRAeSENTATION_STUDIE_ORTSKERN_POeTTELSDORF_5 bzw. Einladung zur Präsentation: https://www.gemeindepoettelsdorf.at/Praesentation September 2020: Pöttelsdorfer Dorfbote 02/2020 (Zeitschrift, Herausgeber: Gemeinde Pöttelsdorf): „Ein neues Dorfzentrum für Pöttelsdorf“ (Seite 4): „Das Grundstück des Jakobhauses ist seit Jahren ungenutzt, durch seine zentrale lage an Hauptplatz und Hauptstraße jedoch unglaublich wichtig für das Dorf. Dieser Ort soll, im Zuge einer Gemeindeinitiative, den Dorfkern mit einem multi-funktionalen Ortszentrum nun belebt werden. (…). Die neuen Gebäude nehmen die traditionelle Form der bestehenden Bebauung und ihrer Dächer auf und interpretieren diese neu, indem ihre Dimensionen variieren.“, siehe: https://www.gemeindepoettelsdorf.at/Poettelsdorfer_Dorfbote_2_2020

Taborstraße, u.a. Hotel National (Wien): Finale Stellungnahme Planentwurf 8318

Nach unserem Protest bei der Bezirksvertretung Leopoldstadt, die Bezirksstellungnahme vor Ende der öffentlichen Auflagefrist (1.10.) abzugeben, ist jetzt doch – erfreulicher Weise – geplant diese am 19. Oktober (ab 17:00 Uhr) in einer Sondersitzung im Festsaal des Neuen Rathauses zu beschließen (vgl. unseren Protest im iD-Artikel (21.8.2020): “Bezirkspolitik in Wien: Kein Interesse an Stellungnahmen der eigenen Bürger! “: siehe: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/bezirkspolitik-in-wien-kein-interesse-an-stellungnahmen-der-eigenen-buerger).   Initiative Denkmalschutz, 1. Oktober 2020 Stellungnahme zum Planentwurf 8318 (unsere vorläufige, unvollständige Stellungnahme vom 7. September: https://www.initiative-denkmalschutz.at/stellungnahme/taborstrasse-u-a-hotel-national-wien-vorlaeufige-stellungnahme-planentwurf-8318). Für das Gebiet zwischen Taborstraße, Schmelzgasse, Große Mohrengasse 2. Bezirk, Katastralgemeinde Leopoldstadt Einleitung: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historisch wertvollen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Ebenso möge die Anzahl der Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand angepasst werden. Dadurch wird auch am ehesten – neben der Festsetzung einer Schutzzone – der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Anmerkung: Wir beziehen uns in dieser Stellungnahme für Schutzzonenerweiterungen primär auf die Außenerscheinung der Gebäude. Im Wissen, dass so manche Objekte eine unscheinbare bzw. im Verlauf von Jahrzehnten stark vereinfachte Fassade haben, im Inneren aber durchaus erhaltenswerte Bausubstanz aufweisen können, ist immer eine eingehende Untersuchung des Objektes notwendig. Da uns ein solcher Befund mangels Zutritt zu vielen Objekten und aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist, empfehlen wir den Verantwortlichen, immer auch die innere Bausubstanz bei Schutzzonenerweiterungen zu berücksichtigen. Die Stellungnahme im Detail: Große Mohrengasse 11-13 Unverständlich erachtet unser Verein, dass dieser Teil der breit gelagerten historischen Krankenhausanlage nicht als Schutzzone gewidmet werden soll. Es wird daher eindringlich empfohlen, auch den Trakt rechts (nördlich) vom dominanten Mittelrisalit (auf Höhe der Kreuzung Komödiengasse) als Schutzzone zu widmen. Laut Dehio-Handbuch (Seite 7) wurde dieser nördliche Trakt von Franz Ritter von Neumann 1903-05 erbaut. Siehe Google Maps Foto Fassadenfront Große Mohrengasse 11. Taborstraße 8, 8a, 8b (Große Mohrengasse 3, 3a, 3b) Hotel (City-) Central, erbaut 1914, von Siegfried Theiß und Hanns Jaksch. Großer, prägender Hotelbau mit secessionistisch-neoklassizistischer Gliederung. Hier wird empfohlen auch die dominante Innenhofausbildung mit Erkern u.ä. mit Baufluchtlinien dem Bestand exakt anzupassen, sodass auch die Fassadenausprägungen zum Innenhof hin erhalten bleiben bzw. geschützt werden (nicht wie jetzt mit Planentwurf vorgesehen mit undifferenzierter „85 % Beschränkung der bebaubaren Fläche“; also ohne Baufluchtlinien nach Innen hin). Siehe Google Maps Foto Taborstraße 8 Innenhof. Taborstraße 18 / Schmelzgasse 2, ehem. Grand Hotel National Zwischen Wiens allererstem Bahnhof und der Innenstadt entstand das wohl früheste Grand Hotel der Monarchie, eines oder das fortschrittlichste Hotel Europas seiner Zeit, Markstein und Orientierungsbau für spätere Hotels sowie dem Wohnbau der Wiener Ringstraße. Einer der luxuriösesten Bauten seiner Zeit und Schlüsselwerk der Wiener Architektur des 19. Jahrhunderts, geplant von den beiden berühmten Ringstraßenarchitekten Christian Ludwig Förster und Theophil Hansen. Dachgarten mit Springbrunnen und Blick über Wien, Hebevorrichtung für Gäste – noch vor Erfindung des Aufzugs, Heiß- und Kaltluft mittels Dampfmaschine sowie Wasserklosetts boten damals Luxus pur. In dem Gebäude wurde auch ein Café eingerichtet. Das Besondere an diesem Kaffeehaus war der außerordentlich große Reichtum an Zeitungen. Es war etwa das einzige Lokal in ganz Wien, welches den Besuchern die britische „Times“ anbieten konnte. Zu den Hauptattraktionen des Hauses gehörte ein Dachgarten mit Aussichtsterrasse. Auf dieser Dachterrasse wurde später (1862) das Porträtatelier mit speziellem Glas-Dach errichtet, in dem der Fotograf Emil Rabending das berühmte Foto von Kaiserin Elisabeth mit voluminöser Kleiderschleppe anfertigte. Die Atelierräume sind bis heute erhalten und stellen eine der letzten erhaltenen Fotografenateliers des 19. Jh. in Wien dar. Die auf Fotografiegeschichte spezialisierte Kunsthistorikerin Monika Faber (langjährige Albertina-Fotokuratorin und seit 2011 Leiterin einer privaten Forschungsinstitution und Photoinstituts Bonartes) bezeichnete die „heute noch existierenden Räumlichkeiten“ als „einzige Überreste einer außergewöhnlichen Fotoatelier-Kultur in Wien“ (Zeitungsartikel: „Kaiserin im Grand Hotel“, in: Wiener Zeitung, 21. September 2019). Umso bedauerlicher ist es, dass das Bundesdenkmalamt das Gebäude nur in wenigen Teilbereichen im September 2018 unter Denkmalschutz gestellt hat (straßenseitige Außenerscheinung, das Innere des ehemaligen Gasthofs, das Hauptstiegenhaus sowie die Durchfahrt in der Taborstraße). Im Bewusstsein einer allzu späten, klassischen Anlass-Unterschutzstellung (das Unterschutzstellungsverfahren wurde erst eingeleitet, nachdem das benachbarte Krankenhaus der Barmherzigen Brüder das Haus angekauft und erste Erweiterungspläne bereits artikuliert hatte), verzichtete das Bundesdenkmalamt offenbar auf eine weitergehende Unterschutzstellung. Ob dieser hochbedeutenden architekturhistorischen gut erhaltenen Bausubstanz ist diese Entscheidung seitens des Denkmalamtes für unseren Verein mehr als unverständlich und in keiner Weise nachvollziehbar. Dieses in der Hotel-Geschichte einzigartige Haus aus der Frühzeit des Historismus erachtet unser Verein daher auch mit der inneren Struktur/Räumlichkeiten sowie den beiden Innenhöfen (u.a. ein charakteristischer, großer hufeisenförmige Innenhof) als klar erhaltenswürdig. Die Schutzzonenwidmung für dieses Gebäude wird daher grundsätzlich sehr begrüßt. Doch ebenso wichtig wäre es, dass die Baufluchtlinien exakt den Fassadenfronten zu den Innenhöfen hin angeglichen bleiben – derzeit sind beide Innenhöfe ja in ihrem Bestand gewidmet. Die jetzt im Planentwurf vorgesehene Innenhofwidmung an anderer Stelle bereitet die Entkernung und damit Zerstörung im Inneren des Gebäudes widmungstechnisch vor, dies lehnt unser Verein strikt ab. Siehe Google Maps Foto Taborstraße 18 Luftbild Innenhöfe. Weitere Infos/Literatur zum ehem. Grand Hotel National, Taborstraße 18: – Petition „Rettet das ehemalige Hotel National – kein Abriss der Taborstraße 18!“ (nov. 2016, in der Petitionssitzung im April 2017 abschließend behandelt): https://www.wien.gv.at/petition/online/PetitionDetail.aspx?PetID=788ddaf45c354c658847c87d49cd6390 – Stefan Ohrhallinger, Ehemaliges „Grand Hotel National“ in Wien vom Abriss bedroht, in: Zeitschrift „Denkma[i]l“, Nachrichten der Initiative Denkmalschutz, Nr. 24/2017, Seite 14f., siehe: https://www.initiative-denkmalschutz.at/denkmail/DenkMail_Nr-24-2017_web.pdf – 12seitiger Unterschutzstellungsbescheid des Bundesdenkmalamtes: Ehem. Grand Hotel National, Stellung unter Denkmalschutz (Teilunterschutzstellung), 24. September 2018 (GZ: BDA-39054.obj/0011-RECHT/2018) – APA-OTS-Presseaussendung Initiative Denkmalschutz (21.7.2017): „Das erste Grand Hotel Wiens darf vom Bundesdenkmalamt (BDA) nicht filetiert werden!“ (2., Taborstraße 18). Für den von Ludwig Förster und Theophil Hansen 1848 erbauten herausragenden Markstein späterer Ringstraßenhotels ist eine Teilunterschutzstellung in potemkinscher Manier zu befürchten, siehe: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170721_OTS0028 – Nachtrag: APA-OTS-Presseaussendung Initiative Denkmalschutz (10.11.2016): „Wien-Leopoldstadt: Ehem. Grand Hotel National muss erhalten bleiben! Initiative Denkmalschutz unterstützt die soeben gestartete Petition. Ein wichtiges Frühwerk des berühmten Ringstraßenarchitekten Theophil Hansen am Karmeliterplatz soll – trotz Schutzzone – für die Erweiterung eines Spitals abgerissen werden.“: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161110_OTS0014 – Hotel National auf Wien Geschichte Wiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Hotel_National sowie auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_National_(Wien) Markus Landerer und Dr. Gerhard Hertenberger, im Namen der Initiative Denkmalschutz, Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.initiative-denkmalschutz.at, mobil: +43 (0)699 1024 4216 www.facebook.com/initiative.denkmalschutz https://twitter.com/iDenkmalschutz Fuchsthallergasse 11/5, 1090 Wien, Österreich email: ZVR-Nr.: 049832110

Fasanviertel (Wien): Finale Stellungnahme zum Planentwurf 8254

Nach unserem Protest bei der Bezirksvertretung Landstraße, die Bezirksstellungnahme vor Ende der öffentlichen Auflagefrist (1.10.) abzugeben, ist jetzt doch – erfreulicher Weise – geplant diese am 15. Oktober in einer Sondersitzung zu beschließen (vgl. unseren Protest im iD-Artikel (21.8.2020): „Bezirkspolitik in Wien: Kein Interesse an Stellungnahmen der eigenen Bürger! „: siehe: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/bezirkspolitik-in-wien-kein-interesse-an-stellungnahmen-der-eigenen-buerger).   Initiative Denkmalschutz, 1. Oktober 2020 Finale Stellungnahme zum Planentwurf 8254 – Fasanviertel (unsere vorläufige, unvollständige Stellungnahme vom 7. September:  https://www.initiative-denkmalschutz.at/stellungnahme/fasanviertel-wien-vorlaeufige-unvollstaendige-stellungnahme-planentwurf-8254) Für das Gebiet zwischen Aspangstraße, Josef-Schmid-Platz, Adolf-Blamauer-Gasse, Landstraßer Gürtel, Jacquingasse, Mechelgasse, Magazingasse, Rennweg im 3. Bezirk, Katastralgemeinde Landstraße Einleitung: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historisch wertvollen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Ebenso möge die Anzahl der Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand angepasst werden. Dadurch wird auch am ehesten – neben der Festsetzung einer Schutzzone – der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Anmerkung: Wir beziehen uns in dieser Stellungnahme für Schutzzonenerweiterungen primär auf die Außenerscheinung der Gebäude. Im Wissen, dass so manche Objekte eine unscheinbare bzw. im Verlauf von Jahrzehnten stark vereinfachte Fassade haben, im Inneren aber durchaus erhaltenswerte Bausubstanz aufweisen können, ist immer eine eingehende Untersuchung des Objektes notwendig. Da uns ein solcher Befund mangels Zutritt zu vielen Objekten und aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist, empfehlen wir den Verantwortlichen, immer auch die innere Bausubstanz bei Schutzzonenerweiterungen zu berücksichtigen. Die Stellungnahme im Detail: Die im aktuellen Planentwurf ausgewiesenen Schutzzonenwidmungen werden sehr begrüßt. Darüber hinaus empfehlen wir folgende Gebäude in die Schutzzone aufzunehmen: Es wird empfohlen die Wohnhausanlage Khunngasse 20 in die Schutzzone aufzunehmen. „Volkswohnhaus 3., Khunngasse 20, städtisches Wohnhaus, erbaut 1928/1929 nach Plänen von Rudolf Scherer (16 Wohnungen). Die äußeren beiden Achsen der Fassade sind durch spitze Erker vorgezogen, was den expressionistischen Einfluss auf den kommunalen Wohnbau der 1920er Jahre unterstreicht. An der Eingangstür ist der zierende Charakter der Schraubenköpfe auffallend.“ (Quelle: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Volkswohnhaus_Khunngasse_20). Weitere ausführliche Beschreibung des Hauses siehe Eintrag „Khunngasse 20“ auf Wiener Wohnen (mit Foto): https://www.wienerwohnen.at/hof/438/Khunngasse-20.html +++ Über den Architekten Rudolf Scherer (im Architektenlexikon): http://www.architektenlexikon.at/de/537.htm Ebenso wird empfohlen das Gründerzeithaus Mohsgasse 31 (siehe Foto) mit seiner gut erhaltenen Gründerzeitfassade in die Schutzzone aufzunehmen.   Zu prüfen/überlegen wären auch noch folgende Objekte in die Schutzzone aufzunehmen: Das Gründerzeithaus Landstraßer Gürtel 21 (Ecke Hohlweggasse 39), erbaut 1894, mit großteils abgeschlagener Fassade, bildet gemeinsam mit dem der Hohlweggasse gegenüberliegendem – in der Schutzzone gelegenen – Gebäude Landstraßer Gürtel 19 (Ecke Hohlweggasse 46) eine markante städtebauliche Ecksituation. (Foto Google Maps: https://www.google.at/maps/place/Landstra%C3%9Fer+G%C3%BCrtel+21,+1030+Wien/@48.1880705,16.3865856,67a,35y,39.47t/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x476d076212fc396d:0x4f8550fca14b09da!8m2!3d48.1884887!4d16.3868145) Landstraßer Gürtel 33 (Ecke Kleistgasse 32), „Freiheits-Hof“ (Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Landstrasser_Guertel_33_DSC_9043w.jpg). Eigentumswohnhaus, erbaut 1954/1955, benannt zur Erinnerung an den Abschluss des österreichischen Staatsvertrags im nahegelegenen Oberen Belvedere (15. Mai 1955). Der von Johann Wolfsberger geschaffene Fassadenschmuck hat lokale Bezugspunkte: „Ballonaufstieg 1784“ (Ballonfahrten, Johann Georg Stuwer) und „Tierhetztheater 1790“ (Hetztheater). (Quellen: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Freiheitshof bzw. mit Fotos: https://www.austriasites.com/vienna/bezirk03_freiheitshof.htm). Dem Freiheitshof der Kleistgasse gegenüber liegt das 1894 erbaute Gründerzeithaus Landstraßer Gürtel 35 (Ecke Kleistgasse 33). Trotz großteils abgeschlagener Fassade bildet dieses Gebäude städtebaulich eine markantes Eckhaus für den Landstraßer Gürtel, der großteils seiner gründerzeitlichen Charakteristik beraubt wurde. (Foto Google Maps Landstraßer Gürtel 33-35: https://www.google.at/maps/place/Landstra%C3%9Fer+G%C3%BCrtel+35,+1030+Wien/@48.1880106,16.388721,68a,35y,39.45t/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x476d0761f3de8925:0x3ec0baf7baea3c49!8m2!3d48.1883645!4d16.3891258).   Markus Landerer und Dr. Gerhard Hertenberger, im Namen der Initiative Denkmalschutz, Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.initiative-denkmalschutz.at, mobil: +43 (0)699 1024 4216 www.facebook.com/initiative.denkmalschutz https://twitter.com/iDenkmalschutz Fuchsthallergasse 11/5, 1090 Wien, Österreich email: ZVR-Nr.: 049832110

Innsbruck (Tirol): Bauträger will Gründerzeithaus Innrain 21 abreißen

Gründerzeithaus mit Neorenaissancefassade in der Innsbrucker Innenstadt soll Neubau weichen, doch die letzte Mieterin wehrt sich und fühlt sich schikaniert. Gleichzeitig gilt für das Haus Innrain 21 seit Herbst 2019 eine Bausperre, sodass hier mit einer bevorstehenden Umwidmung zu rechnen ist.  TIROLER TAGESZEITUNG WEITERLESEN: https://www.tt.com/artikel/17367815/letzter-mieterin-gas-abgedreht-teppichgeschaeft-in-innsbruck-will-neubau-nicht-weichen Im Dehio-Handbuch Tirol – Die Kunstdenkmäler Österreichs (Hrsg. Bundesdenkmalamt), Wien 1980, Seite 53 erwähnt: Innrain: „Nr. 21: 5geschossig mit Neorenaissancefassade“ „Innsbruck – Die Landeshauptstadt informiert“ Offizielle Mitteilungszeitung (Nov. 2019): Rathausmitteilungen: Die Stadtplanung informiert (Seite 56 f.): Der Gemeinderat der Landeshauptstadt Innsbruck hat in seiner Sitzung am 10. Oktober 2019 die Auflage folgender Entwürfe beschlossen: „Erlassung einer Bausperre im Bereich Innenstadt, Innrain 21 und 23, Bürger-straße 1 und 3 sowie Colingasse 12″ (Quelle: https://www.ibkinfo.at/media/10708/ibkinfo_ausgabe_1911.pdf)

Sanatorium Purkersdorf Parkverbauung: Stellungnahme zur geplanten Umwidmung

Initiative Denkmalschutz Stellungnahme zur 19. Änderung des Flächenwidmungsplanes und 26. Änderung des Bebauungsplanes in 3002 Purkersdorf bei Wien (NÖ) Zl.: B-031/2-wo-4596/2-2022 betreffend Wiener Straße 68 (Teil des ehemaligen Sanatoriumsparks) Grundstücksnummer (GST-NR) 170/14 (ÄP 2) FW-Änderungen: Widmungsänderung von BS-Pflegeheim Seniorenbetreuung in BKN-1,1-Generationenhaus BB-Änderungen: Festlegung 1,1/g/III, Anpassung Freifläche, Festlegung seitliche Baufluchtlinie im Zusammenhang mit dem denkmalgeschütztem Sanatorium Purkersdorf („Seniorenresidenz Hoffmannpark“) auf dem Nachbargrundstück Wiener Straße 64-66 (GST-NR. 170/3; EZ 2489) sowie der historischen Gartenanlage auf beiden Grundstücken. S t e l l u n g n a h m e: Die laut Planentwurf zur Verbauung vorgesehene Grünfläche mit der GST-NR 170/14 (EZ 2605) grenzt unmittelbar an das weltberühmte Gebäude des ehemaligen Sanatoriums Purkersdorf (ehem. „Sanatorium Westend“) an, das als ein „Gesamtkunstwerk“ gilt und „zu einem Inkunabel der Architektur des 20. Jahrhunderts“ wurde (Zitat aus dem Unterschutzstellungsbescheid des Bundesdenkmalamtes aus 1992, S. 5). Diese Grünfläche bildet nicht nur einen essenziellen Teil des (ehemaligen) Sanatoriumsparks, sondern gilt auch als eine wichtige Freifläche für die Sichtbarkeit und Wirkung einer der Ikonen der österreichischen Architektur der Moderne, insbesondere die Blickbeziehung von der Wiener Straße her betreffend. Das Sanatorium-Hauptgebäude (Hoffmann-Pavillon) gilt als Hauptwerk der kubisch-geometrischen Phase des Wiener Jugendstils. Es wurde 1904-06 vom berühmten Architekten Josef Hoffmann erbaut und bildet mit dem Park eine kulturgeschichtliche Anlage und Einheit. Nicht umsonst fand der „Sanatoriumspark“ Aufnahme im Standardwerk „Historische Gärten Österreichs – Garten und Parkanlagen von der Renaissance bis 1930“ von Eva Berger (Band 1: Niederösterreich, Burgenland, Wien-Köln-Weimar 2002, Seite 472 f.). Noch viel mehr betont der Unterschutzstellungsbescheid des Bundesdenkmalamtes (BDA) die Bedeutung und Wichtigkeit der dem Sanatorium zugehörigen Parkanlage: „Die den Objekten zugehörige und den Charakter der Anlage unterstützende Ausformung des Gartenbereiches mit seinen Wegen, Beeten und Bepflanzungen, stellt einen integrierenden Teil des Denkmals im Hinblick auf das intendierte Gesamtkunstwerk dar.“ (Zitat aus dem BDA-Unterschutzstellungsbescheid von 1992, S. 5). Gemäß unseren umfassenden Grundbuchs-Recherchen unterliegt das betreffende Grundstück 170/14 weiterhin den Denkmalschutzbestimmungen, da eine entsprechende amtliche Löschung des Denkmalschutzes für das Grundstück nicht gefunden werden konnte, und diese Fläche im Unterschutzstellungsbescheid aus 1992 mitumfasst ist (damals mit der GST-NR. 170/1 (EZ 1827) und 170/3 (EZ 1826); eine abschließende Beurteilung respektive Verifizierung war uns in der kurzen Zeit jedoch nicht möglich). Es findet somit unserer Auffassung nach weiterhin der § 5 Abs. 1 im Zusammenhang mit dem § 4 Abs. 1 des Denkmalschutzgesetzes Anwendung, in der „jede Veränderung, die (…) die überlieferte (gewachsene) Erscheinung oder künstlerische Wirkung beeinflussen könnte“, einer Bewilligung des Bundesdenkmalamtes bedarf. Das Denkmalamt konnte die Freifläche / Parkanlage jedoch nicht als „historische Gartenanlage“ unter Schutz stellen (obwohl im Unterschutzstellungsbescheid auf Seite 5 klar intendiert), da das österreichische Denkmalschutzgesetz hier – einzigartig in Europa – eine große verfassungsrechtliche Lücke aufweist. Umso mehr liegt daher die kulturelle Verantwortung, dieses Kulturjuwel von der Verbauung freizuhalten, bei der Gemeinde Purkersdorf und dem Land Niederösterreich, zumal auch ein „generelles Leitziel“ gemäß § 1 Abs. 2 (1) lit. f. NÖ Raumordnungsgesetz 2014 die „Erhaltung (…) des Orts- und Landschaftsbildes“ darstellt. Dies wird hier – ob der einzigartigen Bedeutung des Hoffmann-Baues – in keiner Weise entsprochen, ganz im Gegenteil. Umso befremdlicher wirkt daher auch die im Erläuterungsbericht zur geplanten Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes profane Begründung zur Verbauung: „Eine Nutzung der gegenständlichen Liegenschaft als Parkanlage für die Seniorenresidenz Hoffmannpark ist im gegebenen Ausmaß nicht erforderlich [!], da die umgebenden Bereiche des Areals des ehemaligen Sanatoriums ein ausreichendes Maß an Freiräumen zur Verfügung stellen. Nicht zuletzt da die Parkanlage nicht öffentlich zugänglich ist, liegt im Bereich der gegenständlichen Liegenschaft eine sehr geringe Nutzungsdichte vor.“ (Zitat ident sowohl im Erläuterungsbericht zur Änderung des Bebauungsplanes, S. 6 als auch im Erläuterungsbericht zur Änderung des Flächenwidmungsplanes, S. 7). Umso absurder muss daher auch die profane Interessensabwägung erscheinen: „In der Abwägung der Interessen wird der Ermöglichung von zwei für die Aufrechterhaltung einer bedarfsgerechten sozialen Infrastruktur erforderlichen Kindergartengruppen ggü. dem größtmöglichen Erhalt der Sichtachse zum Sanatorium Vorrang eingeräumt.“ (Erläuterungsbericht zum Bebauungsplan, S. 8). Es ist das übliche, allzu oft schlechte Spiel der Politik. Nutzungen für den „guten Zweck“ werden für geplante Verbauungen in sensible Natur- und Kulturräume als Argument vorgeschoben, im Wissen, dass man deren Verbauung anders schwerlich begründen kann. Unser Verein möchte daher ganz klar hinterfragen, ob die Gemeinde Purkersdorf wirklich nur im Bereich des Sanatoriums die dafür nötige Bebauungsfläche (oder Gebäude) finden kann, um hier die oben erwähnte soziale Infrastruktur für die Gemeinde herstellen zu können. Unser Verein möchte das ganz stark in Zweifel ziehen (Vgl. dazu, Robert Schediwy, Von guten Zwecken und Verwertungsinteressen, in: Zeitschrift „Denkma[i]l Nr. 3 / Okt. 2009, Nachrichten der Initiative Denkmalschutz, S. 15 f.: https://www.initiative-denkmalschutz.at/denkmail/Denkmail_Nr_03_web.pdf). Der Verein Initiative Denkmalschutz spricht sich daher ganz klar gegen diese Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes aus. Ganz im Gegenteil, es wird nachdrücklich angeregt, diesen Bereich, der auch aktuell schon für eine – etwas geringere Verbauung – zugelassen ist, wieder rückzuwidmen, damit dieser weiterhin unverbaut bleiben und damit der überragenden kulturgeschichtlichen Bedeutung des ehemaligen Sanatoriums, ein Denkmal von internationaler Bedeutung(!), gerecht werden kann. Markus Landerer und DI Dr. Alexander Schmiderer Initiative Denkmalschutz – Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter Fuchsthallergasse 11/5, 1090 Wien www.initiative-denkmalschutz.at Mobil: 0699 / 1024 4216 ZVR-Nr.: 049 832 110 PS: Ebenso kritische Stellungnahmen haben dazu u. a. auch die Zentralvereinigung der Architekt:innen Österreichs LV Wien Niederösterreich Burgenland sowie die Aktionsgruppe „Bauten in Not“. PPS: Die öffentliche Auflage zur Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes war vom 12.12.2022 bis 23.01.2023 (= Ende Stellungnahmefrist)

Presseaussendung: Heutige Fachenquete zur Bauordnungsnovelle in Wien muss neue Weichen für den Erhalt des Kulturerbes stellen!

APA-OTS- PRESSEAUSSENDUNG, https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20221109_OTS0016 Initiative Denkmalschutz: Heutige Fachenquete zur Bauordnungsnovelle in Wien muss neue Weichen für den Erhalt des Kulturerbes stellen! „Wirtschaftliche Abbruchreife“ als Totengräber des Wiener Kulturerbes. Auch die Seele der Stadt, das Innere der Altstadthäuser, gehört neu in den Erhaltungs-Fokus genommen. Wien (OTS) – Heute und morgen findet die Fachenquete zur geplanten Bauordnungsnovelle 2023 im Wiener Rathaus statt. Da die Initiative Denkmalschutz nicht eingeladen wurde und auch, trotz Nachfrage, nicht daran teilnehmen darf, möchten wir hier das Wichtigste darlegen: „Wirtschaftliche Abbruchreife“ als Totengräber des Kulturerbes! Viel zu leicht können wertvolle Altbauten trotz Erhaltungspflicht abgerissen werden. Die Begründung „wirtschaftliche Abbruchreife“ öffnet hier Tür und Tor, da auch der Wiener Altstadterhaltungsfonds sich außer Stande sieht, die immer höher werdenden und schwer nachvollzieh- und nachprüfbaren Fehlbeträge auszugleichen. So wurde beispielsweise im März 2022 für das klar erhaltenswerte, um 1830/40 erbaute Spätbiedermeierhaus (mit frühhistoristischer Fassade) in der Gentzgasse 4 in Währing trotz Schutzzone eine Abbruchbewilligung erteilt. Für das um 1870 erbaute Gründerzeithaus in der Pötzleinsdorfer Straße 90 wurde unlängst mit einem Gutachten („wirtschaftliche Abbruchreife“) ein Abbruchansuchen gestellt (ebenso in Schutzzone). Noch schlimmer trifft es Häuser, die zwar gemäß Bauordnungsnovelle 2018 auch außerhalb von Schutzzonen geschützt sein sollen, bei denen aber der Altstadterhaltungsfonds erst gar keine finanziellen Mittel bereitstellt. So unlängst geschehen beim 1931 erbauten Haus in der Hofwiesengasse 29 (Hietzing); dem Vernehmen nach mit der Begründung, weil sich das Gebäude in keiner Schutzzone befindet (und auch in absehbarer Zeit nicht befinden wird). Die Seele der Stadt besteht auch aus dem Gebäudeinneren! Viele zum Teil sehr wertvolle Wand-, Fenster- und Stiegenhaus- Gestaltungen finden sich auch im Gebäudeinneren von Altbauten. Doch nur die Außenfassaden sind gemäß Bauordnung schützenswert (und auch dann nur, wenn diese vom öffentlichen Straßenraum aus sichtbar sind, vgl. Abriss der Baldia-Villa im Hütteldorfer Cottage 2020). Und auch das Bundesdenkmalamt kann gemäß limitiertem Denkmalschutzgesetz nur sehr eingeschränkt den in seiner Gesamtheit erhaltenswerten Baubestand unter Schutz stellen. Aus diesem Grund konnte auch problemlos das Jugendstil-Stiegenhaus im ehemaligen Leiner-Kaufhaus in der Mariahilfer Straße 18 2021 abgerissen werden. Jetzt im Oktober wurde im Stiegenhaus des Gründerzeithauses Streichergasse 5 (3. Bezirk) der aus der Erbauungszeit 1893 gut erhaltene, sehr dekorative historische Terrazzo-Boden brutal herausgeschlagen und ohne ersichtlichen Grund zerstört. Damit hat das Haus einen wesentlichen Teil seiner inneren Seele verloren. Sehr viel an Innerem wurde in den letzten Jahrzehnten, ohne Rücksicht auf deren Erhaltungswürdigkeit zerstört. Auch hier gehört die Bauordnung entsprechend nachgeschärft, wenn man kein „potemkinsches Dorf“ Wien erzeugen will. Weitere Forderungen unseres Vereins sind in der OTS vom 30.9. nachzulesen. Rückfragen & Kontakt: Markus Landerer (0699/1024 4216) und Dr. Gerhard Hertenberger (0676/7723433), Verein Initiative Denkmalschutz, www.idms.at Weitere Links: Gentzgasse 4: https://www.wienschauen.at/schutzzone-versagt-abriss-fuer-altbau-in-waehring-gentzgasse-4/ Pötzleinsdorfer Straße 90: https://www.meinbezirk.at/waehring/c-wirtschaft/abbruchreife-in-waehring-auf-bestellung_a5659750 Hofwiesengasse 29: https://www.wienschauen.at/villa-aus-den-1930ern-in-gefahr-hofwiesengasse-29/ Leiner-Kaufhaus, Mariahilfer Straße 18, Jugendstil-Stiegenhaus: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/leiner-wien-jugendstilgelaender-abtransportiert-haus-wird-abgerissen/