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AKTUELLE BERICHTE

Kobersdorf (Bgld): Desolate Synagoge wird endlich renoviert

Die 1860 erbaute Synagoge in Kobersdorf im Mittelburgenland wurde durch einen glücklichen Zufall nicht von den Nationalsozialisten gesprengt. Das sei wohl daran gelegen, dass die Gemeinde sie 1940 – in der Absicht sie später gewinnbringend weiterzuverkaufen – erworben hatte, meint der Kobersdorfer Altbürgermeister Erwin Hausensteiner. Nach dem Krieg verfiel das Gebäude immer mehr, 1976 wurden erste Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Der im Jahr 1990 gegründete „Verein zur Erhaltung und kulturellen Nutzung der Synagoge Kobersdorf“ kaufte 1994 unter der Obmannschaft des Kobersdorfer Bürgermeisters Manfred Fuchs das Gebäude. Im Kaufvertrag wurde das Gebäude mehrfach als „baufällig“ bezeichnet und wieder wurden erste zaghafte Sanierungsmaßnahmen unter Aufsicht des Vereins durchgeführt. Im Mai 2019 kaufte schließlich das Land Burgenland die ehemalige Synagoge in Kobersdorf und hat jetzt die notwendigen finanziellen Mitteln in die Hand genommen, um das schon recht baufällige Synagogengebäude aufwändig zu restaurieren. Die Restauratoren befunden gerade und eine umfassende Restaurierung ist in Vorbereitung. Der Restaurator Michael Podbelsek freut sich, dass von den Wandmalereien „sehr viel vom Bestand noch da ist“ und nur übertüncht ist. Da es kaum mehr eine jüdische Gemeinde mehr gibt, wird das Synagogengebäude nach der Renovierung nicht mehr als Synagoge oder Gebetshaus benutzt werden, sondern als würdiges Haus für Ausstellungen und Lesungen, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Die Restaurierung soll 2022 abgeschlossen sein. ORF-FERNSEHBERICHT (3 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14072677/Synagoge-Kobersdorf-wird-renoviert/14801951 (24.11.2020) +++ ORF-BERICHT LESEN: https://burgenland.orf.at/stories/3077286 Synagoge Kobersdorf: – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Synagoge_Kobersdorf – Geschichte der Synagoge (Land Burgenland): https://www.burgenland.at/themen/kultur/synagoge-kobersdorf/geschichte-der-synagoge – 150 Jahre Synagoge Kobersdorf (David, Jüdische Kulturzeitschrift): https://davidkultur.at/artikel/150-jahre-synagoge-kobersdorf – auf der Website des Österreichischen Jüdischen Museum: https://www.ojm.at/blog/2020/10/16/die-ehemalige-synagoge-in-kobersdorf – Synagoge Kobersdorf (Baudenkmäler in Österreich Blog, 10.3.2015): https://baudenkmaeler.wordpress.com/2015/03/10/synagoge-kobersdorf-burgenland Ältere Medienberichte: 6./12. Juni 2019, ORF / BVZ Land kauft Synagoge in Kobersdorf https://burgenland.orf.at/stories/1390 https://www.bvz.at/oberpullendorf/sanierung-geplant-land-kauft-synagoge-in-kobersdorf-kobersdorf-synagoge-kobersdorf-150529416 23. Oktober 2018, Kurier Kobersdorf: Neuer Anlauf für die Synagoge https://kurier.at/chronik/burgenland/kobersdorf-neuer-anlauf-fuer-die-synagoge/400154073 7. August 2014, Kurier Burgenlands einzige Synagoge verfällt https://kurier.at/chronik/burgenland/burgenlands-einzige-synagoge-verfaellt/78.960.575 14. Jänner 2011, Oe24 Rechtsstreit um Synagoge Kobersdorf beendet. Eine IKG-Klage auf Rückabwicklung des Verkaufes wurde nun abgewiesen. https://www.oe24.at/oesterreich/chronik/burgenland/rechtsstreit-um-synagoge-kobersdorf-beendet/15093821

Ältester Jüdischer Friedhof Wiens: Fragmente wie Puzzlesteine in der Seegasse

Fragmente von Steinplatten mit hebräischen Inschriften liegen versteckt beim 4. Tor am Zentralfriedhof in Wien-Simmering. Die Bruchstücke von Grabsteine sind sehr viel älter als die Friedshofsanlage selbst, denn sie stammen aus dem ehemaligen Jüdischen Friedhof Rossau – jetzt besser bekannt als Jüdischer Friedhof in der Seegasse 9 am Alsergrund (9. Bezirk), dem ältesten erhaltenen jüdischen Friedhofs in Wien. Hier wurden zwischen 1540 und 1783 die Mitglieder der jüdischen Gemeinde begraben. Die Nationalsozialisten zerstörten Große Teile des heute denkmalgeschützten Friedhofs, doch jüdische Gemeindemitglieder konnten nicht wenige Grabsteine retten und vergruben sie am Friedhof in der Seegasse 9-11 selbst oder brachten viele andere zum Zentralfriedhof, wo sie ebenfalls vergraben – und lange vergessen wurden. Jetzt sollen sie zum angestammten Platz in den 9. Bezirk zurückkehren. Anstelle des heutigen Pensionisten-Wohnhauses stand früher ein jüdisches Siechenhaus. WIENERZEITUNG-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.wienerzeitung.at/meinung/blogs/juedisch-leben/2083099-Steinepuzzle.html Der Jüdische Friedhof in der Seegasse 9: – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_Rossau – Israelitischer Friedhof Roßau auf Wien Geschichte Wiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Israelitischer_Friedhof_Ro%C3%9Fau Bundesdenkmalamt Publikation/Folder: Wiederhergestellt 20 – Der Jüdische Friedhof in der Seegasse, Wien: Der Grabstein von Rabbi Sabbatai Scheftel: https://bda.gv.at/publikationen/details/wiederhergestellt-20-der-juedische-friedhof-in-der-seegasse-wien Ältere Medienberichte: 3./5./9. Juli 2013, Kurier, Mein Bezirk / ORF / APA-OTS (Stadt Wien) Sensationsfund auf jüdischem Friedhof Seegasse https://kurier.at/chronik/wien/sensationsfund-auf-juedischem-friedhof/17.674.997 https://www.meinbezirk.at/innere-stadt/c-lokales/sensationsfund-auf-juedischem-friedhof-seegasse_a626013 https://wien.orf.at/v2/news/stories/2592255 https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130709_OTS0034 22. Juni 2012, Wiener Zeitung Jüdischer Friedhof Seegasse: 50. Grabstein von Wiens ältestem jüdischen Friedhof restauriert. https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/wien/467191_Bewegte-Geschichte-im-Hinterhof.html https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120621_OTS0089 (APA-OTS) 29. Oktober 2010, Der Standard Die steinernen Zeugen von der Rossau: Der jüdische Friedhof Seegasse im neunten Bezirk zeugt von 500 Jahren Geschichte Österreichs – versteckt im Hof eines Altenheims: https://www.derstandard.at/story/1288160232677/juedischer-friedhof-die-steinernen-zeugen-von-der-rossau

Wien: Abriss der Otto-Wagner Stadtbahnstationen 1951-1978

ORF-SERIE “Verlorenes Erbe” – Die Otto Wagner-Stadtbahnstationen in Wien: 25 Stadtbahnstationen aus der Zeit um 1900 gab es Wien. In den 1950er- bis 1970er-Jahren wurde mehrere Stationen abgerissen. Unter besonders großem Protest wurde die Station „Meidling“ 1968 abgebrochen. Bei einer Demonstration vor Ort meldete sich auch der bekannte Architekt und Stadtplaner Roland Rainer zur Bedeutung der Architektur des Jugendstilarchitekten Otto Wagners zu Wort: „Karl Krauss hat 1899 gesagt: ‚Wien wird jetzt zur Großstadt demoliert.‘ Mit der Demolierung der Wagner-Bauten wird aber Wien nicht zur Großstadt, sondern zur Provinzstadt demoliert. Denn die Wagner-Bauten sind ein sehr, sehr großstädtisches Element, ein internationales Element. Es ist müßig heute über die Bedeutung dieses größten Pioniers der Baukunst zu sprechen, den wir in diesem Jahrhundert gehabt haben.“ Der letzte Abriss erfolgte ca. 1978 bei der Station Schottenring. Die erhaltenen Stationen vom weltberühmten Jugendstilarchitekten Otto Wagner – heute Ubahn-Stationen der Linie U4 und U6 –  stehen mittlerweile unter Denkmalschutz und wurden in den letzten Jahren oft aufwändig restauriert und renoviert. ORF-FERNSEHBERICHT (6 MIN) ZUM NACHSEHEN: https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14072186/Die-verlorenen-Stationen-des-Otto-Wagner/14799308 Die abgerissenen Stationsgebäude sind folgende: – 1. Bez., Schwedenplatz (U4) – 1. Bez., Schottenring, Abriss ca. 1978 (U4) – 3. Bez., ‚Hauptzollamt‘ (heute U4 „Landstraße, Wien-Mitte„) – 12., Meidling, Abriss 1968 (U6) – 13., Hietzing (U6) – 15. Bez., Marihilfer Straße / Westbahnhof, Abriss 1951 (U6) Die Wiener Stadtbahn – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Stadtbahn – auf Wien Geschichte Wiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Stadtbahn

Friedlhube aus 17. Jh. (Graz-Ries): Abriss statt Denkmalschutz

Das alte Mühlenhaus im Stiftingtal im 10. Grazer Bezirk Ries soll in Bälde abgerissen werden. Das Bundesdenkmalamt konnte keine Erhaltungswürdigkeit im Sinne des (strengen) Denkmalschutzgesetzes feststellen. Jetzt soll die alte, so genannte Friedl-Hube, das ehemals zu einer Mühle gehörige Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, einem Wohnprojekt weichen. Der Eigentümer hätte das Gebäude in der Stiftingtalstraße 57 gerne an jemanden verkauft, der das Gebäude erhalten hätte, doch fand sich kein einziger Interessent. Dabei handelt es sich um das einzige erhaltene derartige historische Mühlengebäude an einem Bach in Graz. Die Bauverhandlung für einen Neubau wurde für den 26. November angesetzt. GRAZER-ARTIKEL WEITERLESEN: https://grazer.at/de/Zxktv9HC/wohnprojekt-statt-denkmalschutz-altes-grazer-wird Jetzt wird befürchtet, dass sich die im selben Besitz stehende 1908 erbaute secessionistesche Villa in der Stiftingtalstraße 65 ebenso abgerissen werde könnte. Siehe: https://baugeschichte.at/Stiftingtalstra%C3%9Fe_65 (vgl. Dehio Graz, Wien 1979, Seite 217) Zur Geschichte der ehem. Friedl-Hube (Baugeschichte.at): „Zur Friedlhube soll zu Beginn des 17. Jhs. zunächst eine Mühle, später eine Schmiede des Deutschen Ritterordens gehört haben, sagt eine Tafel beim Eingang. Das gut erhaltene Gebäude ist mit seinem steilen Schopfwalmdach ein typischer Bau des 17. Jahrhunderts. Bei Restaurierungsarbeit[en] wurden 1986 in einem ebenerdigen Raum eine alte Esse freigelegt, in dem sich Schmiedehämmer, ein Amboss und anderes Schmiedehandwerk befanden.“ Hier weiterlesen: https://baugeschichte.at/Stiftingtalstra%C3%9Fe_57

Altes Rinnböckhaus (Wien): Geschichtsträchtiges Arbeiterwohnhaus vom Abriss bedroht

Hinter der schlichten und recht unscheinbaren Fassade in der Simmeringer Hauptstraße 3 verbirgt sich eine besondere Rarität der frühen Arbeitergeschichte. Das alte Eckhaus an der Litfaßstraße 2 (Rinnböckstraße 2) bildet den letzten erhaltenen Rest der so genannten Rinnböckhäuser, die in der Frühgründerzeit, von 1861 bis 1865 vom promintenten Deichgräbermeister und Abgeordneten zum Simmeringer Gemeinderat Josef Rinnböck (1816-1880) errichtet wurden. Er war mit seinem Unternehmen am Abriss der Wiener Stadtmauer beteiligt und baute aus diesen Abbruch-Ziegeln diesen frühen Arbeitergroßwohnhof. Im Hof des Rinnböckhauses befand sich der „Schreindorfer Saal“, ein Tanz- und Konzertsaal (Bild). Der Schreindorfer Saal wurde 1955 abgerissen. Das stadteinwärts gelegene, größere, dreigeschoßige Arbeiterwohnhaus in der Simmeringer Hauptstraße 1 musste 1974 dem Autobahnbau der Südosttangente weichen (Foto während Abriss).  Obwohl die Existenz der Arbeiterwohnhäuser einer privaten Initiative verdanken, markieren die Häuser gleichsam den Beginn des modernen sozialen Wohnbaus in Wien und waren zu ihrer Erbauungszeit die zweitgrößte Wohnhausanlage auf dem Gebiet der heutigen Stadt (nach dem Freihof auf der Wieden im 4. Bezirk). MEINBEZIRK-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.meinbezirk.at/simmering/c-regionauten-community/das-alte-rinnboeck-haus-in-gefahr_a4341649 Weitere Infos: Rinnböckhäuser, Wien XI – Baudenkmäler in Österreich: https://baudenkmaeler.wordpress.com/2014/09/14/rinnbockhauser-wien-xi

Abriss Schüttkasten Hohenau/March (NÖ). Initiative Denkmalschutz fordert: Mehr Einsatz der Niederösterreichischen Gemeinden für ihr eigenes Kulturerbe!

PRESSEAUSSENDUNG DER INITIATIVE DENKMALSCHUTZ Bürgermeister begründet Abbruch mit Negativ-Stellungnahme des Denkmalamtes, negiert jedoch völlig die eigene Verantwortung für die Erhaltung der lokal bedeutenden Kulturgüter! Dieser Tage wird der ortsbildprägende und mächtige historische Schüttkasten in der Gemeinde Hohenau an der March (Pol. Bez. Gänserndorf) abgerissen. Der 1904 erbaute Schüttkasten ist neben dem Meierhof (ehemaliger Gutshof) letzter noch bestehender Rest des Hohenauer Gestüts, das ehemals im Besitz der Fürsten von Liechtenstein stand (Fotos des Schüttkastens auf Wikipedia). Einige Bürger/innen sprachen sich gegen den Abbruch aus, doch Bürgermeister Wolfgang Gaider (SPÖ) entgegnete, dass das Denkmalamt in einer Stellungnahme das Gebäude als “nicht schützenswert” erachtet hatte, gleichzeitig musste er aber eingestehen, dass der mächtige Bau “baulich interessant” sei (vgl. MeinBezirk-Artikel „Der Schüttkasten wird abgerissen“ vom 10.11.2020: https://www.meinbezirk.at/gaenserndorf/c-lokales/der-schuettkasten-wird-abgerissen_a4335304). Auch auf der Website Marterl.at der Kultur.Region.Niederösterreich GmbH ist der Hohenauer Schüttkasten verzeichnet und wird dort gar “als architektonisch höchst wertvoll erachtet” (siehe: http://www.marterl.at/index.php?id=23&no_cache=1&oid=8044). Für Kulturgüter von lokaler/regionaler Bedeutung ist das Bundesdenkmalamt jedoch gar nicht zuständig (vgl. § 1 Abs. 2 Denkmalschutzgesetz), sondern eben die Gemeinden selbst. Doch dieser Tage bricht die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Arthur Krupp (Wohnbaugenossenschaft Wien Süd) den Getreidespeicher am Hohenauer Park (Lagerhausgasse 2) ab, und möchte an seiner Stelle Reihenhäuser und Wohnungen bauen. Denkmalamt kann keine Kulturgüter von lokaler/regionaler Bedeutung unter Schutz stellen! Die Zuständigkeit für die Erhaltung von Kulturgütern lokaler und regionaler Bedeutung fällt in diesem Fall den einzelnen Bundesländern, insbesondere den Gemeinden selbst zu. Nicht umsonst hat die Stadt Wien seit 1972 Schutzzonen verordnet, und in immer mehr Gemeinden in Niederösterreich werden Schutzzonen ausgewiesen, um das örtliche Kulturgut zu erhalten (z.B. Baden, Bad Vöslau, Mödling, Wiener Neustadt und Klosterneuburg). Auch Einzelgebäude können so geschützt werden, wie Beispiele aus Wien und Salzburg zeigen. Leider wird obige Begründung (nicht erhaltenswert, weil kein Denkmalschutz durch das Bundesdenkmalamt) jedoch allzu häufig für Abbrüche vorgeschoben, sodass in den letzten Jahren schon viel wertvolles Kulturgut in Niederösterreich verloren ging (siehe Liste unten). Rückfragehinweis: Markus Landerer, mobil: 0699/1024 4216 und DI Dr. Alexander Schmiderer, mobil: 0664/ 750 545 42, Initiative Denkmalschutz, Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.initiative-denkmalschutz.at ZVR-Nr.: 049832110 Stellvertretend für viele bedauerliche Fälle von Abbrüchen (auch bevorstehenden) von nicht geschütztem Kulturgut in Niederösterreich in den letzten Jahren (Auswahl): Bevorstehender Abbruch: Jubiläumswarte am Anninger (Pol. Bez. Mödling), Abriss 2020/21?: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/gaaden-noe-jubilaeumswarte-am-anninger-vor-abriss Krems: Abriss der über 150 Jahre alten Häuser in der Schillerstraße 2-4 (Pol. Bez. Krems-Stad; Abriss ca. 2020/21?): https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200330_OTS0024 Abriss von Altstadthäusern in Zwettl (Bez. Zwettl; Abriss ca. 2020): https://www.derstandard.at/story/2000110800929/wohnprojekt-in-zwettl-hoehe-stoert-den-hausfrieden bzw. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20191016_OTS0044 Abriss in Horner Tuchmachersiedlung (Bez. Horn; Abriss Dez. 2019): https://www.initiative-denkmalschutz.at/presseaussendungen/2019-12-02_id-verlust-horner-tuchmachersiedlung Abriss des Arbeiterwohnhauses in St. Pölten („Eierspeisburg“ am Kardinal Franz König-Platz; Abriss Sept./Okt. 2019): https://www.noen.at/st-poelten/veraenderung-kardinal-koenig-platz-ohne-eierspeisburg-st-poelten-kardinal-koenig-platz-eierspeisburg-abriss-denkmalschutz-abrissarbeiten-166221930 Kattinger Mühle in Haunoldstein (Bez. St. Pölten Land; Abriss ca. 2019): https://www.noen.at/st-poelten/endgueltiges-aus-alte-muehle-in-haunoldstein-wird-abgerissen-haunoldstein-alte-muehle-haunoldstein-147945889 Abriss ehemaliges Pilgerhaus in Pottendorf (Bez. Baden; Abriss ca. 2018): https://www.noen.at/baden/pottendorf-kritik-am-geplanten-kreisverkehr-christian-knecht-kreisverkehr-pottendorf-thomas-sabbata-valteiner-81121806 Linktipps: Offizielle Stellungnahme des Bürgermeisters Wolfgang Gaida (SPÖ) auf der Gemeinde-Website: https://www.hohenau.at/Bgm_Wolfgang_Gaida_zum_Schuettkasten_und_zu_Corona Fotos vom Schüttkasten auf Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Sch%C3%BCttkasten_Hohenau_an_der_March?uselang=de Der Hohenauer Schüttkasten auf der Website Marterl.at der Kultur.Region.Niederösterreich GmbH: http://www.marterl.at/index.php?id=23&no_cache=1&oid=8044 Der Hohenauer Schüttkasten im Kulturatlas.at: http://www.kulturatlas.at/aut_no/page/00080247.htm Lageplan, Hohenauer Schüttkasten (Museum Hohenau): http://museumhohenau.at/iframes/locations/479.html PS: Aktuelle Fotos vom Abbruch sind auf Facebook unter den Stichwörtern „Hohenau“ und „Schüttkasten“ zu finden.

Oberschützen (Bgld.): Alten Bauernhäusern auf der Spur

Bäuerliche Bauten und Arkadenhäuser aus den vergangenen Jahrhunderten prägen das Ortsbild im Burgenland. In den 1960er Jahren hat der Gründer des Oberschützer Heimatmuseums, Franz Simon, die Bauten in den umliegenden Dörfern zeichnerisch dokumentiert und als Buch veröffentlicht. Gerade noch rechtzeitig, denn ein beträchtlicher Teil der Häuser wurde bereits um 1970 abgetragen. 2021 feiert das erste Buch von Franz Simon „Bäuerliche Bauten im Südburgenland“ aus 1971 das 50. Jahr seines Erscheinens. Es gilt heute als ein Standardwerk zu diesem Thema. Jetzt wird den in diesem Buch dokumentierten Häusern nachgegangen. Welche sind noch erhalten, welche wurden mittlerweile abgerissen oder baulich entstellt. Von den heute noch bestehenden Bauten werden nur noch ganz wenige landwirtschaftlich genützt, manche stehen derzeit ganz oder teilweise leer. Der Museumsverein Oberschützen möchte dazu im Herbst 2021 ein Symposium veranstalten (Geschichten von Häusern und Menschen). Ebenso wird es eine Sonderedition der Museumsblätter geben. Auch Hausbesichtigungen sind geplant. Parallel zur Recherche des Museumsvereins arbeitet eine Gruppe von 20 Studierenden der TU Wien zu bäuerlichen Bauten in der Region Südburgenland, deren Ergebnisse ebenfalls einfließen werden. ORF-FERNSEHBEITRAG (3 MIN) ZUM NACHSEHEN: https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14070879/Katalogisierung-alter-Bauernhaeuser/14792272 (ORF, Burgenland Heute“, 8.11.2020, „Katalogisierung alter Bauernhäuser“) +++ ORF-BEITRAG LESEN: https://burgenland.orf.at/stories/3075003 (9.11.2020, „Alten Bauernhäusern auf der Spur“) Linktipps: Vorschau auf das Symposium 2021 (Museumsverein Oberschützen): https://www.museum-oberschuetzen.com/aktuelles/0_aktuelles.php Rede von Peter Wagner anlässlich der Neuauflage des Buches „Bäuerliche Bauten im Südburgenland“ von Franz Simon. 2. Auflage 2012: https://www.peterwagner.at/topmenu/arbeiten/werkliste-kommentare-reden-offene-briefe/versuch-ueber-das-akribische-bei-franz-simon Feier zur Neuauflage: „Bäuerliche Bauten im Südburgenland“: https://www.meinbezirk.at/oberwart/c-lokales/baeuerliche-bauten-im-suedburgenland_a339797 Wissenschaftlicher Lesetipp: Wolfgang Meyer, Das Arkadenhaus im Bezirk Oberwart. Seine bauliche Bestandsaufnahme und seine Stellung innerhalb der Bautätigkeit des Umfeldes. (Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland Heft 85 Sigel WAB 85, 1990. Arkadenhäuser. Bauformen Wohnen und Dorferneuerung. „Schlaininger Gespräche 1988“, Eisenstadt 1990): https://www.zobodat.at/pdf/Wiss-Arbeiten-Burgenland_085_0341-0398.pdf PS: Der ORF hat einen Dokumentarfilm über Franz Simon 1979 gedreht (25 Minuten): „Bäuerliche Bauten im Südburgenland. Franz Simon dokumentiert Bauernhäuser.“

Gaaden (NÖ): Jubiläumswarte am Anninger vor Abriss

Die 16 Meter hohe (Kaiser-Franz-Joseph-) Jubiläumswarte am Anninger im Naturpark Föhrenberge im Wienerwald wurde 1898 erbaut. 1998 erfolgte anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums die Renovierung der Warte. Doch 2019 musste die nicht denkmalgeschützte Aussichtswarte (Gemeinde Gaaden), auf Grund des baulich schlechten Zustandes aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Ein Abriss drohte, denn der für die Warte verantwortliche ‚Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877‚ konnte sich eine Sanierung nicht leisten. Jetzt fand sie Unterstützung durch Johann Graf, Gründer der Novomatic-Gruppe. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Novomatic-Gruppe  hat er sich bereit erklärt, aus privaten „Kunst- und Kulturförderung“-Mittel 250.000 Euro dem Verein bereitzustellen. Vereinsobmann Leopold Lindebner bedankt sich für die großzügige Unterstützung. Doch anstatt einer Sanierung wird jetzt trotz ausreichender Geldmittel ein Neubau angestrebt. Nur Teile der historischen Warte, wie das Portal beim Aufstieg oder Teile des Geländers, sollen erhalten bleiben, denn Johann Graf wünsche sich eine um knapp 10 Meter höhere Warte (25 m), damit nicht immer Bäume gestutzt werden müssen, um die Aussicht freizuhalten. Auch Niederösterreichs Wirtschaftsagentur eco plus sowie alle sechs Anninger-Gemeinden Gaaden, Hinterbrühl, Mödling, Guntramsdorf, Gumpoldskirchen und Wiener Neudorf werden einen finanziellen Beitrag leisten. Derzeit laufe die Planungsphase, im Mai 2021 könnte die Warte dann errichtet werden. NÖN-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.noen.at/moedling/anninger-gaaden-aussichtswarte-neu-gesichert-gaaden-redaktionsfeed-aussichtswarte-anninger-redaktion-231719973 (3.11.2020, „Gaaden: ‚Aussichtswarte neu‘ gesichert) +++ Weiterer aktueller Medienbericht (KURIER): https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/jubilaeumswarte-am-anninger-ist-gerettet/401085840 (3.11.2020, „Jubiläumswarte am Anninger ist gerettet: Novomatic-Gründer schenkt Geld für den Erhalt des beliebten Ausflugsziels. Es muss aber einen Neubau geben.”) Die Jubiläumswarte am Anninger – auf Wikipedia (mit vielen Fotos): https://de.wikipedia.org/wiki/Jubil%C3%A4umswarte_(Anninger) – auf der privaten „Der Anninger“-Website von Josef Müller: http://anninger.heimat.eu/08_anninger_bauwerke.html#Jubilaeumswarte Der Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877 – offizielle Website: http://www.verein1877.at – auf Regiowiki.at: https://regiowiki.at/wiki/Verein_der_Naturfreunde_in_M%C3%B6dling_vom_Jahre_1877 Ältere Medienberichte: 12. Oktober 2020, NÖN Gesucht: Geld für Aussichtsturm: https://www.noen.at/moedling/moedling-gesucht-geld-fuer-aussichtsturm-moedling-aussichtsturm-leo-lindebner-print-227363048 19. Juli 2019, Kurier (Einfache Sprache) Jubiläums-Warte wird abgerissen: Wegen der Absturz-Gefahr ist die Jubiläum-Warte seit Ende Mai gesperrt. Sie soll bald abgerissen werden: https://kurier.at/einfache-sprache/niederoesterreich-jubilaeums-warte-wird-abgerissen/400555898 17. Juli 2019, Kurier Jubiläumswarte am Anninger muss abgerissen werden. Das Bauwerk ist bereits wegen Gefahr in Verzug gesperrt. Eine Sanierung wäre zu teuer und aufwendig: https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/jubilaeumswarte-am-anninger-muss-abgerissen-werden/400553939 17. Juli 2019, NÖN Anninger verliert Warte: Aus für „Jubiläumswarte“ – Abriss ist unumgänglich: https://www.noen.at/moedling/anninger-verliert-warte-aus-fuer-jubilaeumswarte-abriss-ist-unumgaenglich-gaaden-anninger-aussichtswarte-155121271 23. Mai 2019, Kurier Jubiläumswarte am Anninger sucht Retter: Das beliebte Ausflugsziel ist aufgrund massiver Schäden aus Sicherheitsgründen gesperrt: https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/jubilaeumswarte-am-anninger-sucht-retter/400502641 17. Mai 2019, NÖN Kein Ausblick mehr: Eiserne Warte am Anninger gesperrt: https://www.noen.at/moedling/kein-ausblick-mehr-eiserne-warte-am-anninger-gesperrt-gaaden-naturfreunde-kaiser-jubilaeumswarte-anninger-147638922 17. Mai 2019, MeinBezirk.at Warte am Anninger in schlechtem Zustand: Schließung der Eisernen Warte am Anninger https://www.meinbezirk.at/moedling/c-lokales/schliessung-der-eisernen-warte-am-anninger_a3398208

Hohe Warte (Wien): Die verlorenen Gärten des Baron Rothschild

ORF-SERIE “Verlorenes Erbe” – Die berühmten Gärten des Baron Rothschild: In Wien hat es vor hundert Jahren zwei weltbekannte Gärten gegeben: Neben Schönbrunn, der wohl den meisten bekannt ist, waren die Rothschildgärten auf der Hohen Warte in Döbling. Der Banker Nathaniel Meyer Freiherr von Rothschild erwarb in den 1860er Jahren auf der Hohen Warte ein über 80.000 Quadratmeter umfassendes Grundstück, das er 1882 zu einem weitläufigen Herrschaftspark ausgestalten lies. Später, besonders unter Alphonse von Rothschild (1878-1942), Sammler und Liebhaber schöner Gärten sowie exotischer Blumen, wurde der Garten mit seinem wertvollen Pflanzenbestand über die Grenzen Europas bekannt. Das Ensemble bestand aus einer umfangreichen Parkanlage und einer stattlichen, späthistoristischen Villa (im Krieg zerstört). Die Gartenanlage enthielt botanische Raritäten und rund 90 Glashäuser. Gartenliebhaber sind von weit her angereist, um sie zu sehen und in Botanikerzeitschriften ist in höchsten Tönen davon berichtet worden. 1938 von den Nationalsozialisten enteignet, wurde die Anlage im 2. Weltkrieg zum Teil zerstört. Der Garten wurde nach dem Krieg der Familie Rothschild zurückerstattet, kam aber 1950 durch eine Schenkung in den Besitz der Gemeinde Wien. 1969 begann das Stadtgartenamt mit der Umgestaltung in eine kommunale Parkanlage, den heutigen Heiligenstädter Park. Einzelne Gartenelemente (u. a. Formspalierbäumchen) haben sich bis heute erhalten und wurden ins Gartenbau-Museum verbracht, eine marmorne Venusfigur des Mailänder Bildhauers Antardini ist heute im Palmenhaus der Blumengärten Hirschstetten untergebracht. Mit dem Bau des Döblinger Bezirkshallenbads 1978 verschwanden die Glashäuser völlig. Nur noch das denkmalgeschützte Pförtnerhaus mit seinem mächtigem Tor (Geweygasse 6) erinnert heute an das einstige Dorado der Gartenkunst. ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (5 Min): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14070080/Die-beruehmten-Gaerten-des-Baron-Rothschild/14788271 (ORF „Studio 2“, 2.11.2020, ‚Die berühmten Gärten des Baron Rothschild‘) Die Rothschild-Gärten: – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Rothschildg%C3%A4rten – auf Wien Geschichte Wiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rothschildg%C3%A4rten Der Heiligenstädter Park: – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Heiligenst%C3%A4dter_Park – auf der Website der Stadt Wien: https://www.wien.gv.at/umwelt/parks/anlagen/heiligenst.html PS: Rothschild spielte auch eine wesentliche Rolle bei der Etablierung des ersten Fußballvereins in Österreich, des First Vienna FC 1894, der am 22. August 1894 durch Rothschilds Gärtner in Wien-Döbling gegründet wurde. Als Taufpaten fungierten Rothschild und der Generaldirektor des Bankhauses Rothschild. Die Vereinsfarben wurden mit Blau und Gelb, den Wappenfarben des Hauses Rothschild, festgelegt. Mit diesen Farben spielt der Verein nach wie vor im Stadion Hohe Warte. (Quelle: Wikipedia).

Parlamentarische Bürgerinitiative ‚Wirkungsvoller Schutz gefährdeter Kulturgüter‘ präsentiert

Gestern, am Montag, 13. März 2023 wurde unsere „Parlamentarische Bürgerinitiative“ (vulgo ‚Petition‘) der Öffentlichkeit im Rahmen der Diskussionsveranstaltung „Rettet das Hotel Wörthersee – Quo vadis Kärntens Kulturgüter“ präsentiert. Hier PARLAMENTARISCHE BÜRGERINITIATIVE (‚Petition‘) und UNTERSCHRIFTENLISTEN zum DOWNLOADEN: Parlamentarische-BI_Wirkungsvoller-Schutz-gefaehrdeter-Kulturgueter_2023 TEXT: Parlamentarische Bürgerinitiative betreffend: Wirkungsvoller Schutz gefährdeter Kulturgüter in Österreich Bundeskompetenz: Denkmalschutzgesetz / Bundesdenkmalamt / Bundesministerium für Kultur Anliegen: 1.) Anlässlich des Verfalls und der aktuellen Diskussion um das Hotel Wörthersee in Klagenfurt und der heurigen 100-Jahr Feier des Bestehens des österreichischen Denkmalschutzgesetzes (25.9.1923) wird der Nationalrat ersucht, Schritte zu setzen, dass seitens der Republik Österreich die Konvention von Granada (Übereinkommen zum Schutz des architektonischen Erbes Europas) aus dem Jahr 1985 nicht nur unterzeichnet, sondern nach 38 Jahren auch endlich ratifiziert wird, um einen wirkungsvollen Schutz im Sinne der Erhaltung des österreichischen Kulturerbes gewährleisten und im Denkmalschutzgesetz zu verankern. Ebenso möge der Denkmalfonds zur Rettung von unmittelbar vom Verfall bedrohten, denkmalgeschützten Kulturgütern endlich nachhaltig befüllt werden (vgl. § 33 Denkmalschutzgesetz). In diesem Zusammenhang unabdingbar ist es aber auch, gleichzeitig dafür Sorge zu tragen, dass die Eigentümer von denkmalgeschützten Kulturgütern bei der Erhaltung entsprechend unterstützt bzw. es bei einer Erhaltungspflicht deutliche Erleichterungen für diese geben muss (steuerlich/finanziell; Stichwort: „Liebhaberei“; vgl. dazu auch den Wahrnehmungsbericht des Denkmalbeirates beim Bundesdenkmalamt vom 11.2.2019), da der Erhalt des Österreichischen Kulturgutes im öffentlichen Interesse liegt und damit auch zum Wohle der Allgemeinheit. 2.) Des Weiteren fordern die Unterzeichnenden, dass umittelbar mit der Absicht bzw. Beginn eines Unterschutzstellungsverfahrens durch das Bundesdenkmalamt die Gebäude/Objekte automatisch bis zum Abschluss des Verfahrens unter Schutz gestellt sind (ohne eigens einen Mandatsbescheid gemäß § 57 AVG ausstellen zu müssen). Die beiden Anliegen werden nachdrücklich eingefordert von vier NGOs: der Initiative Denkmalschutz – Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter in Österreich, ein ziegel trägt geschichte – Verein zur Rettung des Hotels Wörthersee, der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege sowie der SOKO Altstadt Graz. ad 1.) Begründung: Die letzten Jahrzehnte zeigen sehr schmerzlich auf, dass gefährdete, denkmalgeschützte Kulturgüter zumeist konsequenzenlos verfallen gelassen werden können. Dieser Missstand liegt darin begründet, dass es einerseits keinerlei Erhaltungspflicht im Sinne des Denkmalschutzgesetzes gibt (sondern nur ein Verbot vor der (aktiven) Zerstörung, vgl. § 2 Denkmalschutzgesetz) und andererseits der dafür eingerichtete Denkmalfonds „zur Rettung von unter Denkmalschutz stehenden (…) Objekten, die unmittelbar vom Verfall (…) bedroht sind“, so gut wie nicht dotiert ist; und dieser somit quasi nicht zur Anwendung kommt (Der Denkmalfonds wird vom Bundesministerium für Kultur verwaltet; vgl. § 33 Denkmalschutzgesetz). In Bezug auf die fehlende Erhaltungspflicht ist Österreich mittlerweile einer der allerletzten Staaten des Europarates, die die „Konvention von Granada“ (Übereinkommen zum Schutz des architektonischen Erbes Europas) von 1985 noch immer nicht ratifiziert hat. Von den 46 Europaratsmitgliedern haben diese 41 ratifiziert, nur Österreich nicht, wie auch die Staaten Albanien, Island, Monaco und San Marino. Dabei hat die Republik Österreich als einziges Europaratsmitglied mit der Unterzeichnung der Konvention im Jahr 1985 quasi eine Absichtserklärung zur Umsetzung abgegeben, aber die Konvention selbst bis heute nicht ratifiziert! Aktuell gefährdet sind, um nur eine kleine Auswahl denkmalgeschützter Gebäude zu nennen: das Hotel Wörthersee und der Schrotturm in Klagenfurt sowie Schloss Waldenstein in Wolfsberg (Kärnten); das Jagdschloss Guggenthal in Koppl bei Salzburg; das Biedermeier-Landhaus in der Khevenhüllerstraße 4 in Wien-Währing; Schloss Ladendorf in Niederösterreich; Schloss Greifenberg in Radmer und die Badlwandgalerie in Peggau (beide Steiermark). Zum Opfer gefallen sind, um nur ein paar wenige Beispiele denkmalgeschützter Gebäude zu nennen: Die Linzer Eisenbahnbrücke (OÖ); die Gartlmühle in Gresten (vgl. Youtube-Video „Gartlmühle – Ein Wahrzeichen verblasst“ (2011), das Hammerherrenhaus Reithbachgut in St. Georgen in der Reith, das Gasthaus Goldener Hirsch in Kaumberg sowie das Gasthaus zum schwarzen Adler in Türnitz (alle NÖ); das Palliardi-Haus in Klagenfurt (Karfreitstraße 16), das ehem. Hotel Marienwasserfall in Mariazell (Steiermark). ad 2.) Begründung Es gibt allzu viele Fälle von Kulturgütern, die während(!) eines laufenden Unterschutzstellungsverfahren zerstört oder schwer entstellt wurden. Beispiele sind u.a.: der Abriss eines Biedermeierhauses in Wien-Margareten 2002 (Schloßgasse 5); der Abriss des Gaupmannhauses in Pottendorf/NÖ 2008 (Badener Straße 9); die Zerstörung der Inneneinichtung des Haus Paitl zum Jahreswechsel 2010/11 in Wien-Döbling (Krottenbachstraße 190); der Abriss der Farbenfabrik Reininghaus in Graz 2011, die ehemalige Lederfabrik Bieber in Graz 2016, das Schwimmbad des Künstlers Paul Flora in Innsbruck 2018 und aktuell ein Biedermeierhaus in Wien-Meidling (Schönbrunner Straße 276). Es ist notwendig, dass schon mit der Absicht/Ankündigung einer Besichtigung eines Kulturgutes ein vorübergehender Schutz ausgesprochen werden kann, wie dies drei Beispiele aus Innsbruck, Wien und Oberösterreich zeigen: Innsbruck, Südtiroler Platz 2, „Hotel Europa: Innsbrucker Architekturjuwel abgerissen – ohne ernsthafte Folgen: Nach der mutwilligen Zerstörung eines neobarocken Festsaals gehen in Innsbruck die Wogen hoch“ (Der Standard, 28.1.2021); Wien: Wiedner Hauptstraße 52: „Zufall oder Absicht? Immo-Entwickler reißt vor der Nase des Denkmalamts ein ikonisches Dach ab“ (Der Standard, 6.7.2022); ehemaliges NS-Zwangsarbeiterlager am Achinger Totenweg (Waldlager Neukirchen) bei Braunau (OÖ) im Sommer 2020 (Quelle: Parlamentarische Anfragebeantwortung). Rückfragehinweis / Unterschriftenlisten rücksenden an: Markus Landerer (0699/1024 4216) und DI Dr. Alexander Schmiderer (0664/750 545 42) Initiative Denkmalschutz – Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter, Fuchsthallergassse 11/5, 1090 Wien www.idms.at  

AVISO: Rettet das Hotel Wörthersee – Quo vadis Kärntens Kulturgüter? 13.3.: Start ‚parlamentarische Bürgerinitiative‘

APA-OTS-PRESSEAUSSENDUNG – 9. März 2023 https://www.ots.at/pressemappe/6940/verein-initiative-denkmalschutz AVISO: Rettet das Hotel Wörthersee – Quo vadis Kärntens Kulturgüter? 13.3.: Warum Denkmalschutz in Österreich nicht vor Zerstörung schützt Die ‚Initiative Denkmalschutz‘ präsentiert am Montag bei einer Diskussionsveranstaltung die parlamentarische Bürgerinitiative „Wirkungsvoller Schutz gefährdeter Kulturgüter in Österreich“ Wien (OTS) – Zu viele denkmalgeschützte Gebäude werden in Österreich konsequenzenlos dem Verfall überlassen, so scheint es aktuell auch beim Hotel Wörthersee in Klagenfurt. Dass es auch anders geht, möchten die Vereine Initiative Denkmalschutz und der Verein zur Rettung des Hotels Wörthersee (www.einziegeltraegtgeschichte.com) am Montag, 13. März bei einer Diskussionsveranstaltung aufzeigen. Dass trotzdem Vieles beim Denkmalschutz in Österreich im Argen liegt, möchten die beiden Vereine gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege und der SOKO Altstadt Graz ändern und starten die parlamentarische Bürgerinitiative: „Wirkungsvoller Schutz gefährdeter Kulturgüter in Österreich“. Interessierte Bürger:innen werden eingeladen, das Anliegen mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Rettet das Hotel Wörthersee – Quo vadis Kärntens Kulturgüter? Diskussionsveranstaltung. Anlässlich des Verfalls des „Hotel Wörthersee“ in Klagenfurt wird über den aktuellen Zustand des denkmalgeschützten Gründerzeitjuwels (Villacher Straße 338) und über mögliche Rettungsszenarien diskutiert, dies auch im Kontext weiterer gefährdeter Kulturgüter in Kärnten (z.B. Schloss Waldenstein in Wolfsberg; Bürgerspital Feldkirchen; Schrotturm in Klagenfurt; Gasthaus Pichler in Federaun, Villach; Brunnwirthaus in Grades). Am Podium: Sabine Biedermann und Barbara Hofer, Verein zur Rettung des Hotels Wörthersee („ein ziegel trägt geschichte“); Markus Landerer, Verein Initiative Denkmalschutz (iD); Constantin Staus-Rausch, iD sowie Blue Shield Austria. Weitere Gäste in Planung. Datum: 13.03.2023, 18:30 – 21:00 Uhr Ort: VENTIL – kultur raum Kardinalplatz 1, 9020 Klagenfurt, Österreich Rückfragehinweis: Markus Landerer (0699/1024 4216) und DI Dr. Alexander Schmiderer (0664/750 545 42) Initiative Denkmalschutz – Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.idms.at OTS: Ressorts: CI, KI – Stichworte: Architektur, Termin, Kärnten, Politik, Kultur