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AKTUELLE BERICHTE
Hitler Geburtshaus: Von Politik unterdrückte Nutzungsdiskussion muss nachgeholt werden!
/ Presseaussendungen /Oberösterreich / Braunau am Innvon IDM_adminAPA-OTS-Presseaussendung, 26. Mai 2023 Hitler Geburtshaus in Braunau: Die von der Politik unterdrückte Nutzungsdiskussion muss endlich nachgeholt werden! Initiative Denkmalschutz: „Neutralisierung“ mit Nachnutzung als Polizeistation denkbar ungeeignet. Quasi Denkmalschutzaufhebung vor sieben Jahren muss rückgängig gemacht werden! Wien (OTS) – Anlässlich der heutigen Diskussionsveranstaltung „Hitlerhaus – was nun?“ der Initiative „Diskurs Hitler-Haus“ (Presseclub Linz, 11 Uhr) und der vorangegangenen Diskussion im Wiener MAK am 15.3.2023 („How to Hitlerhaus?“ von Diskurs-Architektur.eu), aber auch unter dem Aspekt der aktuellen Kostenexplosion des geplanten Umbauprojekts, ist es mehr als nötig, die geplante Umgestaltung und Nachnutzung von Hitlers Geburtshaus noch einmal zu hinterfragen; denn das von der Bundesregierung seit 2016 vorgesehene Konzept der „Neutralisierung“ entspricht keineswegs den international anerkannten wissenschaftlichen Standards, sondern war ausschließlich und alleiniger Wunsch sowie Vorgabe der Politik (vgl. OTS 17.7.2020)! Jetzt zeigt man sich verlegen und erklärt in der aktuellen Stellungnahme des Innenministeriums („Aktuelles“, 24.5.) die Polizei gar zur „größten Menschenrechts-Organisation Österreichs“ (Hermann Feiner, ehem. Sektionschef im Innenministerium sowie Mitglied der „Kommission zum historisch korrekten Umgang mit dem Geburtshaus Adolf Hitlers“). Politik: Täuschung der Öffentlichkeit und Diskussionverweigerung Im Zuge des Enteignungsgesetzes wurde 2016 auch der Denkmalschutz defacto aufgehoben (OTS 10.4.2018), ohne die Öffentlichkeit darüber zu informieren; ganz im Gegenteil, die Absicht war offenbar, die Öffentlichkeit gezielt zu täuschen und jegliche Diskussion darüber zu verhindern (vgl. OTS 12.7.2016 sowie OTS 19.9.2016). Daher fordert die Initiative Denkmalschutz neuerlich eine Kontextualisierung des Gebäudes statt die Umsetzung des auch von der breiten Öffentlichkeit abgelehnten Konzepts der „Auslöschung“ der Geschichte, denn der geographische Ort des Geschehens an sich lässt sich nicht zum Verschwinden bringen („neutralisieren“). Rückfragehinweis: Markus Landerer (0699/1024 4216) und Dr. Gerhard Hertenberger (0676/7723433), Verein Initiative Denkmalschutz, www.idms.at
Brünner Straße, Schlingerhof (Wien): Stellungnahme zum Planentwurf 8358
/ Stellungnahmen /Wien 1210, Floridsdorfvon IDM_adminInitiative Denkmalschutz, 5. April 2023 Stellungnahme zum Planentwurf 8358 -Brünner Straße, Schlingerhof, Werndlhof Für das Gebiet zwischen Brünner Straße, Linienzug 1-2, Linienzug 2-3 (Nordwestbahntrasse), Werndlgasse, Lottgasse, Pitkagasse und Floridsdorfer Markt im 21. Bezirk, Katastralgemeinde Donaufeld und Großjedlersdorf II Öffentliche Auflage 23. Februar 2023 bis 6. April 2023 Einleitung: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historisch wertvollen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Ebenso möge die Anzahl der Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand angepasst werden. Durch diese Maßnahme – und durch die Festsetzung einer Schutzzone – wird am ehesten der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Anmerkung: Auch wenn folgende Empfehlung formalrechtlich nicht Teil der Stellungnahme sein kann, so möchte die Initiative Denkmalschutz dennoch betonen, dass die hier in der Stellungnahme gegebenenfalls vorgeschlagenen Einschränkungen der Bebaubarkeit im Sinne der Erhaltung des historischen Stadtbildes immer mit entsprechenden Förderungen und Ausgleichsmaßnahmen seitens der Stadt Wien einhergehen müssen, sodass den Eigentümern dadurch keine Nachteile entstehen (z.B. Planwertausgleich, Mehrwertabgabe/-umverteilung bei Umwidmungsgewinnen / Wertsteigerungen).* * Vgl.: Laura Sidonie Mayr, Das Instrument der Mehrwertabgabe – Ein potentielles Anwendungsmodell für Österreich (Kurzzusammenfassung der Ergebnisse der Diplomarbeit: „Die Mehrwertabgabe in der Raumplanung: Abschöpfung von Widmungsgewinnen als potentielles Instrument für Österreich“, 2018, TU Wien). In: „Der öffentliche Sektor – The Public Sector“, 2018, Vol. 44(2), Seite 39-49. (https://oes.tuwien.ac.at/article/484/galley/484/view) Die Stellungnahme im Detail: Scharf kritisiert werden muss und für unseren Verein gänzlich unverständlich ist die Tatsache, dass im Planentwurf keinerlei Schutzzone vorgesehen ist, obwohl bedeutende historische Gebäude im Plangebiet zu liegen kommen. Brünner Straße 34-38, Schlingerhof (Foto Google Maps). Die 1924-26 von Hans Glaser und Karl Scheffel erbaute Wohnhausanlage der Stadt Wien (Dehio S. 634: „Anlage in zurückhaltenden Heimatstilformen, den Marktplatz an 3 Seiten umschließend; durch Anwendung von Motiven aus der Typologie ‚gewachsener‘ Stadtplätze (Giebelfolge, Arkaden, Uhrturm) Schaffung einer neuen lokalen Identität. Gedenktafel Februar 1934 (Brennpunkt des Schutzbund-Widerstandes, durch Artilleriefeuer beschossen); Gedenktafel Anton Schlinger mit Portraitrelief.“; siehe auch Achleitner S. 199). Der Schlingerhof steht unter Denkmalschutz (vorerst nur per Verordnung § 2; finale Denkmalschutz-Prüfung ausstehend). Es wird nachdrücklich empfohlen, den Schlingerhof als Schutzzone auszuweisen. Brünner Straße 40-44. Diese Häuserzeile aus der Spätgründerzeit möge ebenso als Schutzzone ausgewiesen werden, insbesondere Nr. 40 (Foto) und das Eckhaus Nr. 44 (Foto bis Nr. 50). Brünner Straße 46-48. Dreistöckiges, 1913/14 erbautes neoklassizistisches Zinshaus mit Puttenreliefs, Architekt Friedrich Schuhmaier (Achleitner S. 189, Dehio S. 634). Es wird nachdrücklich empfohlen, dieses Spätgründerzeithaus (gemeinsam mit dem Eckhaus Brünner Straße 44) als Schutzzone zu widmen. Brünner Straße 50. Wohnhausanlage der Stadt Wien der Zwischenkriegszeit. Erbaut 1930-32 von Hanns Mondl (oder ‚Mond‘) mit Rahmengliederung und Erker (Achleitner S. 189, Dehio S. 634). Es wird nachdrücklich empfohlen, dieses Gebäude als Schutzzone auszuweisen. (Foto Brünner Straße 46-50) Lottgasse siehe Brünner Straße 34-38 Werndlgasse 11-19. Werndlhof (Foto). Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, erbaut 1931/32 von Heinrich Schmid und Hermann Aichinger; viergeschoßige, sachlich gestaltete Anlage im Sinne des aufgelockerten Superblocks (Hofumbauung bzw. begrünte Promenade). (Dehio S. 634; Achleitner S. 233). Der Werndlhof steht unter Denkmalschutz (per Bescheid, Feststellungsbescheid §2 positiv). Es wird nachdrücklich empfohlen, diesen kommunalen Wohnbau als Schutzzone auszuweisen. Weiters wird empfohlen, die Baufluchtlinien neben den Innenhof-Risaliten des Nordost-Traktes (bei Stiege 5 und 6) mehr dem Bestand anzupassen. Abschließend wird nachdrücklich vorgeschlagen, für die Schutzzone die entsprechenden Architekturteile in einen Katalog nach § 7 (4) Wiener Bauordnung aufzunehmen, sodass auch diese einen rechtsverbindlichen Bestandteil des Bebauungsplanes bilden. Scharf kritisiert werden muss jedoch bei der Stellungnahme Fachbeirat für Stadtplanung und Stadtgestaltung (18. Juli 2022), dass sich – wieder einmal – der Fachmann auf dem Gebiet der Raumplanung, Dipl.-Ing. Thomas Knoll, für befangen erklärt hat, sodass eine Expertise aus dem Fach Raumplanung gänzlich fehlt. Unverständlich, dass bei Befangenheiten von Fachbeiratsmitgliedern keine Ersatzmitglieder vorgesehen sind. Markus Landerer und Dr. Gerhard Hertenberger, im Namen der Initiative Denkmalschutz, Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.initiative-denkmalschutz.at, mobil: +43 (0)699 1024 4216 www.facebook.com/initiative.denkmalschutz https://twitter.com/iDenkmalschutz Fuchsthallergasse 11/5, 1090 Wien, Österreich email: ZVR-Nr.: 049832110 L i t e r a t u r: Achleitner, Friedrich. Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band III/3, Wien: 19.-23. Bezirk, St. Pölten – Salzburg, 2010 Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs (Topographisches Denkmälerinventar, Hrsg. Bundesdenkmalamt), Band: Wien X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk, Wien, 1996, S. 634 Denkmalliste / Denkmalverzeichnis des Bundesdenkmalamtes: https://www.bda.gv.at/service/denkmalverzeichnis/denkmalliste-gemaess-3-dmsg.html In dieser Stellungnahme erwähnte Häuser (u.a.): Brünner Straße 34, Brünner Straße 36, Brünner Straße 38, Brünner Straße 40, Brünner Straße 42, Brünner Straße 44, Brünner Straße 46, Brünner Straße 48, Lottgasse 1, Lottgasse 3, Werndlgasse 9, Werndlgasse 11, Werndlgasse 13, Werndlgasse 15, Werndlgasse 17, Werndlgasse 19

Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0, Wikipedia
Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz
Gastein (Sbg.): Garstenauer-Kugeln beschäftigen Gericht
/ Berichte /Salzburg / Pongau (Pol. Bez. St. Johann)von IDM_adminDer Architekt Gerhard Garstenauer (1925-2016) ist ein bedeutender Vertreter des Brutalismus. Die vier metallischen Wahrzeichen in Sportgastein, auch „Garstenauer Kugeln“ genannt, wurden 1972 errichtet, eine Kugel davon wurde 1993 abgebaut. Das Bundesdenkmalamt wollte im Oktober 2018 die drei erhaltenen Kugeln in Aluminium-/Glasbauweise auf Betonsockel unter Denkmalschutz stellen, doch doch die Bergbahnen haben gegen eine Kugel (bei der Talstation) Beschwerde eingereicht, weil diese schwer beschädigt ist, doch auf diese Argumentation ging das Denkmalamt nicht ein. Dies bemängelte das Bundesverwaltungsgericht im November 2019 (vgl. Bundesverwaltungsgericht-Entscheidung 18.11.2019). Daraufhin schaltete das Bundesdenkmalamt den Verwaltungsgerichtshof ein und dieser hob nun die Entscheidung der Vorinstanz auf, weil nach aktueller Rechtslage nicht der technische Zustand zu prüfen war, sondern nur die „geschichtliche, künstlerischer und kultureller Bedeutung“ (gemäß § 1 Denkmalschutzgesetz). Jetzt heißt es zurück an den Start. KRONE ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.krone.at/2285218 (27.11.2020, „Gasteiner Wahrzeichen: Die Garstenauer Kugeln beschäftigen die Justiz“). Linktipps: Architekturzentrum Wien: Highlight: Gerhard Garstenauers Ufo am Berg. Objekt aus der Sammlung https://www.azw.at/de/artikel/sammlung/gerhard-garstenauers-ufo-am-berg 22.01.2014, KooperativerRaum.at ArchitekturStadtLandGesellschaft Nieder mit Gerhard Garstenauer: https://kooperativerraum.at/2014/01/22/nieder-mit-gerhard-garstenauer
Palais Rothschild (Wien): Ohne große Schäden 1955 gesprengt
/ Berichte /Wien 1040, Wiedenvon IDM_adminDas Palais Albert Rothschild in der Prinz Eugen-Straße 22-24 im 4. Wiener Bezirk Wieden galt als eines der größten und bedeutendsten Palais des Wiener Historismus und wurde im 2. Weltkrieg kaum beschädigt, trotzdem wurde es für den Neubau der Arbeiterkammer abgerissen (heute steht das Gebäude der Arbeiterkammer selbst unter Denkmalschutz; 1957 bis 1960 von Franz Mörth erbaut (vgl. Denkmalliste Wikipedia). Der im Stil der französischen Neorenaissance gehaltene Palais zeichnete sich durch ein besonders eindrucksvolles Stiegenhaus aus, an den Wänden befanden sich wertvolle Gobelins, im Ballsaal und den Salons gab es Deckengemälde von Jean de Witt und Giovanni Battista Tiepolo, die Einrichtung war im Louis XVI-Stil gehalten. Das etwas stärker beschädigte Palais Nathaniel Rotschild gleich ums Eck in der Theresianumgasse 16-18 wurde ebenso abgerissen. Die beiden Palais wurde in den 1950er-Jahren laut dem Wirtschaftshistoriker Roman Sandgruber „gegen den heftigsten Widerstand des Denkmalamtes“ abgerissen. Laut Sandgruber rechtfertigt die Arbeiterkammer den Abriss der beiden Palais in einer kleinen Dauerausstellung „wahrheitswidrig mit der Baufälligkeit der Palais“ (vgl. Standard-Artikel (9.2.2020), „Das verdrängte Erbe der Wiener Rothschilds). In der ORF-Serie „Verlorenes Erbe“ wird berichtet, dass die Ausstattung des Speisesaals 1954 abgebaut und um 6.000 Schilling versteigert wurde. Sie befindet sich heute in der Tanzschule Strobl in Wien-Hernals (der Kalvarienberggasse 28a). In der NS-Zeit wurde der Besitzer Louis Nathaniel von Rothschild verhaftet und enteignet, im Palais wurde die Zentralstelle für jüdische Auswanderung eingerichtet. Vom Palais aus wurde die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung vom Leiter Adolf Eichmann organisiert. In der Besatzungszeit benützte die Rote Armee das Palais als Sportstätte, danach wurde es restituiert. Die Familie Rothschild hatte kein Interesse mehr nach Österreich zurückzukehren und verkaufte es an die Arbeiterkammer. Die Sprengung des Palais erfolgte am 15. Jänner 1955. Die Kunsthistorikerin Ursula Arendt, der Historiker Georg Gaugusch sowie die Immobiliensachverständige Margret Funk kommen im ORF-Beitrag zu Wort. ORF-FERNSEHBERICHT ZUM NACHSEHEN (5 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14073790/Palais-Rothschild-Der-Gipfel-der-Pracht/14807954 (3.12.2020, ORF 2 – Studio 2: „Palais Rothschild: ‚Der Gipfel der Pracht’“) Älterer iD-Bericht 9.2.2020, Wiener Palais abgerissen, Kunstsammlung verstreut – die Familie Rothschild nach dem 2. Weltkrieg https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/wiener-palais-abgerissen-kunstsammlung-verstreut-die-familie-rothschild-nach-2-weltkrieg Rothschild-Palais, Wikipedia-Links: – Das Palais Albert Rothschild: https://de.wikipedia.org/wiki/Palais_Albert_Rothschild – Das Palais Nathaniel Rotschild: https://de.wikipedia.org/wiki/Palais_Nathaniel_Rothschild Buchtipps: – Edgard Haider, Verlorenes Wien. Adelspaläste vergangener Tage. Böhlau, Wien-Köln-Graz 1984 (auf Seite 140 bis 152 die beiden Palais samt Ausstattung ausführlich beschrieben und bebildert; Buch vergriffen) – Dieter Klein, Martin Kupf, Robert Schediwy, Stadtbildverluste Wien. Ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte. 3. Auflage. LIT Verlag, Münster 2005 – Roman Sandgruber, „Rothschild. Glanz und Untergang des Wiener Welthauses“, Molden-Verlag, 2018
Girardihaus (Graz): Auftrag für Abriss trotz Denkmalschutz!
/ Berichte /Steiermark / Grazvon IDM_adminLaut aktuellen Medienberichten hat die Stadt Graz einen „Beseitigungsauftrag“ für das denkmalgeschützte Girardihaus in der Leonhardstraße 28 (2. Grazer Bezirk St. Leonhard) erlassen (Google Maps). Das ist deswegen besonders brisant, weil bei einem Abbruchauftrag (§ 39 Abs. 6 Steiermärkisches Baugesetz) – zum Unterschied einer Abbruchbewilligung (§ 32) – der Eigentümer zum Abriss verpflichtet wird! Doch noch steht das Bundesdenkmalamt dem entgegen, da es gleichzeitig auch das Denkmalschutzgesetz zu beachten gilt. Solange das Denkmalamt dem Abbruch nicht zustimmt oder alternativ kein „Gefahr im Verzug“ festgestellt wird, wäre ein Abbruch rechtswidrig (vgl. § 5 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz). Das Gutachten, das zu dem Bescheid der Stadt Graz führte, wurde vor allem vom Verein „Rettet das Girardihaus“ heftig bekämpft. Bereits im November hatte der Verein angekündigt, eine Anzeige im Grazer Bauamt und beim Bundesdenkmalamt zu erstatten, weil damals die Türen und Fenster sperrangelweit offen standen und somit die große Gefahr bestand, dass Regen und Kälte den Verfall des „Girardihauses“ beschleunigen könnten. Grünen-Klubchef Karl Dreisiebner warnt vor einem zweiten Fall Kommod-Haus, denn mit den gleichen Vorzeichen (Abbruchauftrag) wurde 2003 dieses damals denkmalgeschützte Innenstadthaus (Burggasse 15, Ecke Einspinnergasse) unter heftigem Bürgerprotest abgerissen. Und KPÖ-Gemeinderätin Christine Braunersreuther wirft der Politik (ÖVP und FPÖ) untätiges Zuschauen vor. Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) hat jetzt angekündigt, einen mutwilligen Verfall nicht dulden zu wollen und auch Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ) – politisch zuständig für das Bauamt – betont, dass „der Abbruchbescheid [gemeint wohl der Beseitigungsauftrag!?] durch die Behörde im Vorfeld rechtlich notwendig war, um nicht in Gefahr zu kommen einen Amtsmissbrauch zu begehen.“ Bereits 2017 hat die Altstadtkommission beteuert, sehr entgegenkommend gewesen zu sein, man habe das Objekt sogar aus der Schutzzone herausgenommen, es also als nicht mehr schützenswert im Altstadtensemble bewertet (vgl. Standard-Artikel (27.8.2017): „Ein Geburtshaus und Ex-Beisl mit ungewisser Zukunft in Graz“). Jetzt verhandeln die Stadt Graz gemeinsam mit Christian Brugger, Abteilungsleiter des Bundesdenkmalamts Steiermark um einen endgültigen Abriss abzuwenden. GRAZER-ARTIKEL WEITERLESEN: https://grazer.at/de/Kuhwy6sh/beseitigungsauftrag-fuer-girardihaus-stadt-graz-in (3.12.2020, „Beseitigungsauftrag für Girardihaus: Stadt Graz in Verhandlungen mit Eigentümer“) sowie GRAZER-ARTIKEL: https://grazer.at/de/x8I8JYtM/grazer-girardihaus-verfallen-lassen-wird-die-stadt (22.11.2020: „Grazer Girardihaus: Verfallen-Lassen wird die Stadt nicht dulden!“) +++ Weitere Medienberichte in „Kleine Zeitung“ (Bezahlschranke): „Showdown zum 170. Geburtstag: Girardihaus: Behörde verfügt die Beseitigung“ (3.12.2020, Kleine Zeitung): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5906513/Showdown-zum-170-Geburtstag_Girardihaus_Behoerde-verfuegt-die; „Polit-Reaktionen: Girardi-Haus: „Ein zweites Kommod verhindern“ (3.12.2020, Kleine Zeitung): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5906697/PolitReaktionen_GirardiHaus_Ein-zweites-Kommod-verhindern;„Kommentar: Es ist Zeit, aufeinander zuzugehen – und das Girardihaus zu retten“ (3.12.2020, Kleine Zeitung): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5906763/Kommentar_Es-ist-Zeit-aufeinander-zuzugehen-und-das-Girardihaus; „Breite Front für Rettung: Jetzt kämpft auch Schauspiel-Legende Heltau fürs Girardi-Haus“ (4.12.2020, Kleine Zeitung): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5906781/Breite-Front-fuer-Rettung_Jetzt-kaempft-auch-SchauspielLegende Politische Reaktionen: 4.12.2020, Tagesstimme: FPÖ Graz will Girardihaus vor Abriss bewahren: https://www.tagesstimme.com/2020/12/04/fpoe-graz-will-girardihaus-vor-abriss-bewahren 3.12.2020, KPÖ: Girardihaus: Rathauskoalition hat Verfall sehenden Auges geduldet! https://www.kpoe-graz.at/girardihaus-rathauskoalition-hat-verfall-sehenden-auges-geduldet.phtml Ältere iD-Berichte: 3.8.2020, Girardihaus (Graz): Aktivisten besetzen gefährdetes Altstadthaus https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/girardihaus-graz-aktivisten-besetzen-gefaehrdetes-altstadthaus 12. Juni 2020, Girardihaus (Graz): Trotz Denkmalschutz nicht ‘schützenswert’? https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/girardihaus-graz-trotz-denkmalschutz-nicht-schuetzenswert Linktipps: Verein „Rettet das Girardihaus“: http://www.girardihaus.at Das Girardihaus auf Baugeschichte.at: https://baugeschichte.at/Leonhardstra%C3%9Fe_28 Kommod-Haus (2003 abgerissen): – auf Baugeschichte.at: https://baugeschichte.at/Burggasse_15 – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kommod-Haus
Initiative Denkmalschutz (OÖ): Stadt Wels muss endlich Verantwortung für ihr historisches Stadtbild wahrnehmen! Anlass ‚Denksteinhaus‘
/ Presseaussendungen /Oberösterreich / Wels Stadtvon IDM_adminPRESSEAUSSENDUNG INITIATIVE DENKMALSCHUTZ APA-OTS – Ressorts: KI, CI, Architektur/Bahn/Kultur/Oberösterreich/Politik Initiative Denkmalschutz: Stadt Wels muss endlich Verantwortung für ihr historisches Stadtbild wahrnehmen! Anlass ‚Denksteinhaus‘ Utl.: Drohender Abbruch des einzigartigen ehemaligen Bahnhofsgebäudes aus dem Jahr 1836 (‚Denksteinhaus‘) am Kaiser-Josef-Platz (KJ) Wien (OTS) – Im Zuge der Neugestaltung des KJ-Platzes ist der Abbruch des ‚Denksteinhauses‘ (Bahnhofstraße 6) geplant. Das Haus war Bahnhof der Pferdeeisenbahn Budweis-Linz-(Wels)-Gmunden und hatte eine besondere architektonische Lösung mit zwei Durchfahrten für die Eisenbahn. Am 25.11. hat sich bereits der Kulturreferent der Stadt Wels, Stadtrat Johann Reindl-Schwaighofer (SPÖ) öffentlich für den Erhalt ausgesprochen [siehe: www.regionalinfo.at, www.wt1.at]. Der Verein Initiative Denkmalschutz unterstützt diesen Aufruf und appelliert an die Stadt Wels, das Gebäude zu bewahren. Auch der Österreichische Denkmalrat für das Industrieerbe (TICCIH-Austria) spricht sich in seiner aktuellen Stellungnahme mit Nachdruck für die Erhaltung aus, denn der Abbruch wäre ein „Verlust für die Wurzeln der Identität der Stadt als Mobilitätsdrehscheibe (…) mit europäischer Ausstrahlung“. Bereits einmal, 1995 konnte nach einem Sturm der Entrüstung der drohende Abriss abgewendet werden. Damals hatten sich der Museumsdirektor Dr. Wilhelm Rieß, der Chef des Musealvereins, Dr. Walter Aspernig, der Sprecher des Komitees zur Wiederbelebung der Pferdeeisenbahn, Dr. Heinz Schludermann sowie der berühmte Schriftsteller Alois Brandstetter vehement für die Erhaltung eingesetzt. Nicht nur Denkmalamt: Stadt Wels trägt wesentlich Mitverantwortung! Das Bundesdenkmalamt hat neuerlich die Unterschutzstellung des das ganze Gebäude erfassenden Inneren abgelehnt. Jedoch ist auf jeden Fall die Verantwortung und Schutzkompetenz der Stadt Wels gegeben (Schutz des erhaltenswerten Stadtbildes). Als Teil der ersten kontinentalen Mittelgebirgseisenbahn ist es von europäischer Bedeutung. Mit den Wachthäusern, Bahnhöfen, Geländedenkmalen (Originaltrassen) im Mühlviertel, Linz und Gmunden ist es ein wichtiges bauliches Dokument aus der Frühzeit des Eisenbahnwesens. Einzufordern ist daher der Schutz des Erscheinungsbildes des Gebäudes und des historischen Stadtbildes im Bereich des KJ-Platzes, einem der wichtigsten Stadtbilder in der gesamten Welser Stadtlandschaft. Welser Politik ist gefordert historisches Stadtbild zu erhalten! Jetzt ist die Stadt Wels gefordert, eine Ausarbeitung von Altstadtsatzungen für erhaltenswerte Stadtbilder nach dem Vorbild von Braunau und Freistadt (Ortssatzung gemäß OÖ Raumordnungsgesetz § 32 Abs. 7) sowie Steyr (eigenes baurechtliches Regime) zu machen, bevor weitere Zerstörungen drohen (wie Cafe Urbann, Fischergasse 3 etc.). Rückfragehinweis: Markus Landerer (0699/1024 4216) und DI Dr. Alexander Schmiderer (0664/750 545 42) Initiative Denkmalschutz – Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter (Österreich) Albert Neugebauer (Zweigstelle Wels der Initiative Denkmalschutz), mobil: 0664/283 47 75 www.idms.at PS: Auch Thomas Rammerstorfer, Vorstandsmitglied der Welser Grünen spricht sich ganz aktuell (2.12) für einen „Runden Tisch“ zum Thema Denkmalschutz aus, siehe: https://monatliche.at/gruene-fordern-runden-tisch-zum-thema-denkmalschutz/ PPS: Originale APA-OTS-Presseaussendung hier nachzulesen: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201203_OTS0022
Niederperwarth (NÖ): Ex-Lehrer kauft Schlossruine
/ Berichte /Niederösterreich / Scheibbsvon IDM_adminDer pensionierte Mathematik-Lehrer Anton Wagner hat sich einen Kindheitstraum erfüllt. Er hat die denkmalgeschützte Schlossruine Niederperwarth im kleinen Erlauftal (Gemeinde Randegg) gekauft. Nun will er die zwischen Randegg und Wang gut versteckte Ruine – zumindest teilweise – mit entsprechender archäologischer Begleitung wiederaufbauen. Als Gewölbebauer hat er auch sehr viel bei der Demontage von alten Bauernhäusern und Schlössern gelernt, meint er im Interview. ORF-FERNSEHBERICHT ZUM NACHSEHEN (3 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Niederoesterreich-heute/70017/Niederoesterreich-heute/14073337/Ex-Mathelehrer-wird-Schlossherr/14805669 (29.11.2020, „Ex-Mathelehrer wird Schlossherr“) +++ ORF-BERICHT LESEN: https://noe.orf.at/stories/3072064 (29.11.2020, „‚Menschen im Blickpunkt‘: Ex-Lehrer erfüllt sich Traum als Schlossbesitzer“). Die Gewölbebau Wagner GmbH berichtet auf ihrer Facebook-Seite am 24.11.2020: „Ruine Perwarth…: Nun ist es soweit. Die Vorabeiten auf der Ruine Perwarth haben begonnen. Rund um die Ruine wird der Bewuchs entfernt, eine Zufahrtsmöglichkeit errichtet und erste Sicherungsarbeiten durchgeführt. Danke für die tolle Zusammenarbeit an das Lohnunternehmen Stöger und die Archäologen von der Fa. Silva“ (mit schönen Videoaufnahmen/Luftbildern), siehe: https://www.facebook.com/watch/Gew%C3%B6lbebau-Wagner-GmbH-1028369917341336/ Schlossruine (Kurzbeschreibung): „Dreigeschoßige, annähernd quadratische Anlage mit drei runden Ecktürmen und axialem Torturm. 1555–1561 erbaut, nach mehrmaligem Besitzerwechsel seit 1834 kaiserlich, seither fortschreitender Verfall.“ (Quelle Denkmalliste Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Randegg). 12 Fotos der Schlossruine Niederperwarth auf Wikipedia (Wikimedia Commons): https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Schlossruine_Niederperwarth?uselang=de Ältere Medienberichte: 24.9.2020, NÖN Anton Wagner: Neuhofner hat sich mit Randegger Ruine Traum erfüllt https://www.noen.at/amstetten/anton-wagner-neuhofner-hat-sich-mit-randegger-ruine-traum-erfuellt-neuhofen-an-der-ybbs-randegg-anton-wagner-gewoelbebau-ruine-niederperwarth-225176426 23.9.2020, NÖN Randegg: Weil er ein Schloss bauen will: Neuhofner kauft Ruine https://www.noen.at/erlauftal/randegg-weil-er-ein-schloss-bauen-will-neuhofner-kauft-ruine-randegg-neuhofen-an-der-ybbs-ruine-niederperwarth-claudia-fuchsluger-anton-wagner-gewoelbebau-225144493 Die Schlossruine Niederperwarth: – auf „Wehrbauten in Österreich“: http://www.wehrbauten.at/noe/niederoesterreich.html?/noe/perwarth/perwarth.html – auf „Burgen-Austria.com“: http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=823 – im „Kulturatlas.at„: http://www.kulturatlas.at/aut_no/page/00027144.htm – Auf „Ruine.at„: http://ruine.at/perwarth.htm – auf „Unterirdisch.at„: https://unterirdisch.de/index.php?threads/schlossruine-niederperwarth-s%C3%BCdwestlich-von-wieselburg.14585/ – – Youtube-(Foto-)Video (4 min; März 2020): https://www.youtube.com/watch?v=bUI7dKDLwjs (Schloss Ruine Perwarth (Niederperwarth)) – auf „Sagen.at„: http://www.sagen.at/fotos/showphoto.php/photo/22371/size/big/cat
Hütteldorfer Cottage (Wien): Verwaltungsgericht bestätigt Villenabbruch
/ Berichte /Wien 1140, Penzingvon IDM_adminDie 1916 erbaute Baldia-Villa in der Freyenthurmgasse 16 im Hütteldorfer Cottage wird dieser Tage abgerissen, obwohl die zuständige Magistratsabteilung 19 (MA 19 – Architektur und Stadtgestaltung) das „öffentliche Interesse“ an der Erhaltung dieses Hauses festgestellt hat. Das vom Architekten Ferdinand Baldia (1860-1936) errichtete Gründerzeitgebäude steht in keiner Schutzzone, doch seit der Bauordnungsnovelle vom 29.6.2018 müssen Gebäude, die vor 1945 erbaut wurden, von der MA 19 auf die Erhaltungswürdigkeit geprüft werden (§ 60 Abs. 1 lit. d Bauordnung für Wien). Die Baupolizei (MA 37) hatte jedoch bereits eine Baubewilligung für den Neubau ausgestellt, doch ein Abbruchbescheid wurde dann von der MA 37 verweigert. Dagegen hat der Bauträger und Eigentümer der Liegenschaft, die Firma MEMA Immobilien GmbH, Einspruch erhoben und nun vom Verwaltungsgericht Wien Recht bekommen. Die MEMA Immobilien GmbH meint laut „Mein Bezirk (24.11.2020)„, dass das Verwaltungsgericht auch zu seiner Entscheidung unter dem Aspekt gelangt sei, weil es sich „bei dem Gebäude um ein gründerzeitliches Wohnhaus, das über keine besonderen, herausragenden Qualitäten verfügt,“ handelt. Diese Begründung scheint unserem Verein Initiative Denkmalschutz jedoch nicht nachvollziehbar und könnte seine Ursache in einer Beurteilung des Bundesdenkmalamtes haben (das aber das viel strengere Denkmalschutzgesetz als Entscheidungsgrundlage heranziehen muss). Es könnte sein, dass die zeitliche Überschneidung mit dem Gültigkeitsbeginn der neuen Bauordnung im Sommer 2018 hier eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Wien gespielt hat, denn bis 29. Juni 2018 war keine Abbruchbewilligung nötig. Unser Verein Initiative Denkmalschutz wird weiter recherchieren … . Die Anrainer Wilfred Proske, Peter Stoeckl sowie Thomas Linzbauer hätten noch gerne für die Erhaltung weitergekämpft, aber dafür scheint es nun zu spät. Der Neubau mit 40 Eigentumswohnungen soll bis zum Frühjahr 2023 fertig gestellt sein. MEINBEZIRK-ARTIKEL-WEITERLESEN: https://www.meinbezirk.at/penzing/c-lokales/verwaltungsgericht-bestaetigt-abriss-von-100-jahre-alter-villa_a4364219 (24. November 2020, „Abbruch noch vor Weihnachten: Verwaltungsgericht bestätigt Abriss von 100 Jahre alter Villa“) Älterer Medienbericht: 24. September 2018, Mein Bezirk Neubau: ja, Abriss: nein. Ein Schildbürgerstreich aus Penzing? https://www.meinbezirk.at/penzing/c-lokales/neubau-ja-abriss-nein-ein-schildbuergerstreich-aus-penzing_a2916023 Der Architekt Ferdinand Baldia (* 1860, + 1936) – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Baldia_(Architekt) – im Architektenlexikon (Wien 1770-1945): http://www.architektenlexikon.at/de/16.htm Quelle: Magistratsabteilung 19 bezeichnet: „Villa des Hütteldorfer Cottage von Ferdinand Baldia (1916)“
Schlachthofblock Innsbruck (Tirol): Teilabriss der legendären Wohnbausiedlung (1911-25)
/ Berichte /Tirol / Innsbruckvon IDM_adminDer legendäre Schlachthofblock im Innsbrucker Stadtteil Dreiheiligen-Schlachthof entstand zunächst 1911-13 als Dienstwohngebäude für die Bediensteten des Städtischen Schlachthofs (Schlachthofgasse 2-6). Nach Abriss des Schlachthofs selbst wurden auf dessen Areal die bestehenden Dienstwohngebäude 1922-1925 zu einem geschlossenen Wohnhof unter Leitung des Stadtbaudirektors Jakob Albert (1880-1974) und dem Architekten (und Maler) Theodor Prachensky (1888-1970) im Auftrag der Vaterländischen Baugesellschaft nach Vorbild der Wiener Gemeindebauten erweitert (Bauausführung: Firmen Josef Retter und Anton Fritz; Erzherzog-Eugen-Straße 25-39 und 24-28, Matthias-Schmid-Straße 2-8, Schlachthofgasse 8-14). Der Schlachthofblock gilt somit als ältester Sozialer Wohnbau in Innsbruck. Der Architekt Theodor Prachensky zählt mit seinem Bruder Wilhelm Nikolaus Prachensky und Lois Welzenbacher, Clemens Holzmeister, Franz Baumann sowie Siegfried Mazagg zu den maßgebenden Architekten der Zwischenkriegszeit in Tirol. Die 19 fünfgeschoßigen Häuser bilden eine geschlossene Anlage mit 183 Wohnungen. Der Innenhof dieser Wohnanlage ist völlig frei von Stöcklgebäuden – er dient ausschließlich als Spiel- und Erholungsraum – und zeigt dadurch den qualitativen Unterschied des städtischen vom privaten Wohnbau, der viel profitorienterter ausgerichtet war. Die Wohnhausanlage gilt als Prototyp für weitere städtische Wohnbauten in Innsbruck (u.a. Vorbild für den 1926/27 erbauten, heute denkmalgeschützten Pembaurblock in Innsbruck-Pradl). Nach jahrelangen Debatten zwischen Totalabriss und Komplettsanierung wurde jetzt ein Kompromiss erzielt: Rund zwei Drittel sollen saniert, der Rest soll abgerissen werden. Die Innsbrucker Immobilien GmbH sowie die Mehrheit des Bauausschusses unter dem Obmann Lucas Krackl (Bürgerliste „Für Innsbruck“; gemeinsam mit ÖVP) waren für einen Totalabriss eingetreten, weil man dadurch mehr Wohnungen zu einem günstigeren Preis hätte schaffen können, doch dann fand ein Sanierungsantrag von SPÖ-Stadtparteiobmann Helmut Buchacher mit Unterstützung der Grünen zur Überraschung aller im Gemeinderat eine Mehrheit. Man wollte auch die baukulturelle und soziale Bedeutung des nicht denkmalgeschützten Schlachthofblocks würdigen, sodass man sich für die Erhaltung eines Großteils der Anlage entschieden hatte. Rückenwind für diese Entscheidung gaben nicht nur die Stadtplanung und der Gestaltungsbeirat, sondern auch – in diesem Fall unzuständige(!?!) – Beirat gemäß Stadt- und Ortsbildschutzgesetz (SOG), denn diese Gremien hätten sich gegen einen Abbruch ausgesprochen. Der Gestaltungsbeirat betonte bei einem Abriss auch die Gefahr, dass „dieses Beispiel Schule machen würde“ und „innerhalb kurzer Zeit der großflächige Verlust der bisher Innsbruck prägenden gründerzeitlichen Bausubstanz“ die Folge wäre. Jetzt sollen gerade die ältesten Gebäudeteile Schlachthofgasse 2 bis 6 (Nr. 2: Dienstwohngebäude für Schlachthofangestellte, Nr. 4-6, ehem. Wohnhaus der Wohnfürsorge; erbaut 1911-13) sowie die jüngeren Gebäude in der Ingenieur-Etzel-Straße 24, 26 und 28 (auf der Nordwestseite Richtung Viaduktbögen) abgerissen und neu errichtet werden. Die prägenden Fassaden zur Erzherzog-Eugen-Straße und Matthias-Schmid-Straße bleiben erhalten. AKTUELLER TIROLER-TAGESZEITUNG-ARTIKEL: https://www.tt.com/artikel/17588446/knapp-50-millionen-euro-fuer-den-schlachthofblock-neu-in-innsbruck (27.11.2020, „Knapp 50 Millionen Euro für den ‚Schlachthofblock neu‘ in Innsbruck“) +++ Weiterer aktueller Medienberichte in KRONE: https://www.krone.at/2285114 (27.11.2020, „Teilabriss: Streit um Innsbrucker Schlachthofblock entschieden“); MeinBezirk: https://www.meinbezirk.at/innsbruck/c-lokales/abbruch-neubau-sanierung-studentenwohnungen-und-barrierefreiheit_a4367381 (26.11.2020, „Schlachthof: Abbruch, Neubau, Sanierung, Studentenwohnungen und Barrierefreiheit“). 26.11.2020, Das Sanierungsprojekt auf „Innsbruck informiert“ Richtungsweisende Pläne beim Schlachthofblock: Schritte für Sanierung und teilweisen Neubau in Dreiheiligen präsentiert: https://www.ibkinfo.at/schlachthofblock-plaene Offizielle Presseaussendung der Immobiliengesellschaft der Stadt Innsbruck (IIG): Richtungsweisende Pläne beim Schlachthofblock: Schritte für Sanierung und teilweisen Neubau in Dreiheiligen präsentiert: https://www.iig.at/presse/presseaussendungen/presseaussendungen-detail/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1148&cHash=f3532aa4cb14db4d61e9b0ea48cc0b9d Der Architekt und Maler Theodor Prachensky (*1888, +1970) – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Prachensky – im Archiv für Baukunst (Universität Innsbruck): https://archiv-baukunst.uibk.ac.at/archive_showperson.php?id=6 – auf Website Michael (Familie) Prachensky: http://www.prachensky.com/michael/familie/theodor.php Politische Reaktionen (26.11.2020): Schlachthofblock wird saniert: SPÖ-Buchacher: „Jahrelanger Leerstand wird durch neues, leistbares Wohnen belebt.“: https://www.spoeinnsbruck.at/2020/11/26/schlachthofblock-wird-saniert (SPÖ Jänner 2019: https://www.spoeinnsbruck.at/2019/01/15/gibt-es-eine-zukunft-fuer-den-schlachthofblock) Über die Anfänge des städtischen Wohnbaus in Innsbruck (Innsbrucker Stadtnachrichten 1991, Nr. 11, Seite 32): https://issuu.com/innsbruckinformiert/docs/_innsbrucker_stadtnachrichten_199111_nr11_gesamt/32 Literatur/Quellen (u.a.): Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band 1 (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg), Salzburg und Wien 1980, Seite 374 Architekturführer Innsbruck herausgegeben von Christoph Hölz, Klaus Tragbar, Veronika Weiss, Haymon verlag, 2017, Eintrag-Nr. 124 (CH; Christoph Hölz) (https://www.haymonverlag.at/produkt/7204/architekturfuehrer-innsbruck-architectural-guide-innsbruck) Ältere Medienberichte 12.11.2016, Tiroler Tageszeitung Schlachthofblock: Auf der Suche nach dem Kompromiss https://www.tt.com/artikel/12247329/schlachthofblock-auf-der-suche-nach-dem-kompromiss 30.5.2016, Kurier Ende der sozialen Wohnromantik https://kurier.at/chronik/oesterreich/innsbruck-ende-der-sozialen-wohnromantik/201.554.164 17.5.2016, Mein Bezirk Schlachthofblock: Letzter Anlauf für eine Sanierung https://www.meinbezirk.at/innsbruck/c-lokales/schlachthofblock-letzter-anlauf-fuer-eine-sanierung_a1737737 10.5.2016, Mein Bezirk Schlachthofblock: SPÖ will gegen Abriss ‚kämpfen‘ https://www.meinbezirk.at/innsbruck/c-lokales/schlachthofblock-spoe-will-gegen-abriss-kaempfen_a1731389 5.5.2016, Tiroler Tageszeitung Mehrheit will den Abbruch des Innsbrucker “Schlachthof-Blocks“ https://www.tt.com/artikel/11455489/mehrheit-will-den-abbruch-des-innsbrucker-schlachthof-blocks Linktipp (nebenbei): Filmprojekt „Schlachthofblock“ (Durchführung: 12/2017) Ein Projekt von Melanie Hollaus, GUF Gruppe Unabhängiger FilmemacherInnen, stadt_potenziale 2016 https://stadtpotenziale.at/projektarchiv/2016/schlachthofblock.html 9.10.2014, Stadtteilrelikte – Der Schlachthof (Provinnsbruck-at) http://provinnsbruck.at/allgemein/stadtteilrelikte-der-schlachthof
Hallenbad Neusiedl (Bgld): Gericht bestätigt Denkmalschutz
/ Berichte /Burgenland / Neusiedl am Seevon IDM_adminDas Hallenbad in Neusiedl am See steht jetzt rechtskräftig unter Denkmalschutz. Das Bundesverwaltungsgericht hat jetzt in einer Verhandlung am 27.11. den Bescheid des Bundesdenkmalamtes bestätigt. Der Bescheid wurde vom Bundesdenkmalamt bereits am 7. Juni 2019 ausgestellt und von der Stadtgemeinde und den Freizeitbetriebe Neusiedl Gmbh angefochten. Es ist damit das erste Hallenbad im Stil des Brutalismus, das jetzt unter Denkmalschutz steht. es wurde 1975-77 von den Architekten Rüdiger Stelzer und Walter Hutter erbaut (Adresse: Sportzentrum 4). Auch die Gemeinde wollte den Abriss, jetzt kündigt die Bürgermeisterin LAbg. Elisabeth Böhm (SPÖ) Gespräche mit dem Bundesdenkmalamt an. Laut “Liste brutalistischer Bauwerke in Österreich” auf Wikipedia gilt das Gebäude als “einziges aus dieser Zeit stammendes Hallenbad, das später nicht verändert wurde”. ORF-FERNSEHBERICHT ZUM NACHSEHEN (2 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14073091/Neusiedl-Denkmalschutz-fuer-Hallenbad-fix/14804384 (27.11.2020, Burgenland Heute: „Neusiedl: Denkmalschutz für Hallenbad fix“) +++ ORF-BERICHT LESEN: https://burgenland.orf.at/stories/3077988 Politische Reaktion auf diese Entscheidung: Sportlandesrat Heinrich Dorner (SPÖ): Klares Bekenntnis zu Fortbestand des Hallenbads Neusiedl (27.11.2020), siehe: https://burgenland.spoe.at/de/startseite/aktuell/meldungen/detail/1225/dorner:-klares-bekenntnis-zu-fortbestand-des-hallenbads-neusiedl.html Weitere aktuelle Medienberichte: – BVZ: https://www.bvz.at/neusiedl/neusiedl-am-see-gericht-bestaetigt-denkmalschutz-fuer-hallenbad-neusiedl-am-see-redaktionsfeed-hallenbad-neusiedl-am-see-schliessung-gerichtsprozess-redaktion-235303558 – Kronenzeitung: https://www.krone.at/2285976 – MeinBezirk: https://www.meinbezirk.at/neusiedl-am-see/c-lokales/denkmalschutz-ist-nun-fix_a4370009 Fotos des Hallenbades von Erich J. Schimek (Initiative Denkmalschutz): https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157662143694013 Ältere iD-Berichte: 31.5.2020, Initiative Denkmalschutz Neusiedl Hallenbad: Bundesverwaltungsgericht entscheidet im Sommer über Denkmalschutz https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/neusiedl-bgld-hallenbad-bundesverwaltungsgericht-entscheidet-im-sommer-ueber-denkmalschutz 4.3.2020, Initiative Denkmalschutz Neusiedl Hallenbad: Denkmalamt für Schutz, jetzt Einsturzgefahr https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/neusiedl-bgld-hallenbad-denkmalamt-fuer-schutz-jetzt-einsturzgefahr
Verlorenes Erbe (NÖ): Gustav Klimt-Fakultätsbilder und Schloss Immendorf
/ Berichte /Niederösterreich / Hollabrunnvon IDM_adminORF-SERIE “Verlorenes Erbe“: Das Rätsel von Immendorf“. Schloss Immendorf (Gemeinde Wullersdorf) war ein wichtiger Bergungsort der Nazis für Kunstwerke im 2. Weltkrieg, doch das Schloss ging zu Kriegsende am 8. Mai 1945 in Flammen auf. Inwieweit alle Bilder und Kunstgegenstände dort verbrannt sind, bleibt bis heute eine offene Frage. ORF-FERNSEHBERICHT (7 MIN) ZUM NACHSEHEN: https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14072482/Verlorenes-Erbe-Das-Raetsel-von-Immendorf/14801319 (ORF „Studio 2“: „Verlorenes Erbe: Das Rätsel von Immendorf“, 23.11.2020) Als Anfang Mai 1945 die Rote Armee näher rückte, jagte ein SS-Sprengkommando noch schnell das Schloss Immendorf – mitsamt einem der wertvollsten Kunstdepots im 2. Weltkrieg – in die Luft. Unterlagen und Zeitzeugen, ob tatsächlich etwas davon noch rechtzeitig aus dem Schloss gebracht wurde, gibt es nicht, betont Peter Weinhäupl, Direktor der Klimt-Foundation (Wien 1900 – Privatstiftung). Johannes Freundenthal, Sohn des Schlossbesitzers, war einer der letzten Zeugen, der die Kunstwerke noch mit eigenen Augen im Schloss Immendorf gelagert gesehen hatte. Doch die Kunsthistorikerin Tina Marie Storkovich glaubt Indizien zu haben, dass so manches Kunstwerk rechtzeitig weggeschafft wurde. Besonders im Fokus stehen dabei eine der wichtigsten Hauptwerke von Gustav Klimt, die drei legendärenFakultätsbilder, die den Festsaal der Uni Wien schmücken sollten, den Professoren aber zu wagemutig waren (1899-1907; ehem. jüdische Sammlung August Lederer): „Philosophie“, „Jurisprudenz“ und „Medizin“ (sowie deren gemalten Kompositionsentwürfen). Das ausgebrannte Schloss blieb noch 10 Jahre stehen, bis es – ohne dass die Aschereste jemals untersucht wurden – fast zur Gänze abgerissen wurde. Aus den verwertbaren Mauerresten baute die Familie Freudenthal im Schlosspark ein kleines Wohnhaus, wobei sich letzte kleine Schlossruinen-Reste auf diesem Privatgrund erhalten haben. Seit 2005 können Schwarzweiß-Kopien der vier Fakultätsbilder (drei von Gustav Klimt und eines von Franz Matsch), an der Decke des Großen Festsaals der Universität Wien angebracht und besichtigt werden. Der Brand von Schloss Immendorf war einer der größten Kunstverluste im 2. Weltkrieg in Österreich. Allein von Gustav Klimt sind neben der drei Fakultätsbilder (ink. Kompositionsentwürfe) folgende Gemälde zum Opfer gefallen: aus dem Musikzimmer von Nikolaus Dumba die beiden Supraportenbilder Musik II und Schubert am Klavier (aus dem Palais Dumba auf der Wiener Ringstraße; Parkring 4), Zug der Toten, Goldener Apfelbaum, Bauerngarten mit Kruzifix, Malcesine am Gardasee, Wally, Freundinnen II, Gartenweg mit Hühnern sowie Leda und Gastein (alle stammten aus der zwangsenteigneten, jüdischen Sammlung August Lederer). Kommentar Initiative Denkmalschutz: Unsere Erkenntnisse/Annahme dazu: Alle Kunstwerke, die dort gelagert wurden, sind auch ziemlich sicher dort verbrannt. Bei ein paar wenigen Kunstwerken könnte die Chance bestehen haben, dass diese zwar auf den Bergungslisten gelistet waren, doch nie im Schloss Immendorf angekommen sind. (Es gibt ein paar wenige Indizien dazu, u. a. auf Basis von Akten im Bundesdenkmalamt), darunter aber nicht die drei Fakultätsbilder selbst. Linktipps: Die drei Fakultätsbilder von Gustav Klimt (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Fakult%C3%A4tsbilder_(Universit%C3%A4t_Wien) Das Schloss Immendorf (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Immendorf Schloss Immendorf (Bergungsstelle, Kriegsbedingte Verluste) im „Lexikon der österreichischen Provenienzforschung“: https://www.lexikon-provenienzforschung.org/immendorf-schloss Tina Marie Storkovich (Karl-Franzens-University of Graz, Institut für Kunstgeschichte, Graduate Student): – The Burned Klimt Pictures : The Puzzle of Schloss Immendorf – Das Rätsel um drei verschollene Klimt-Gemälde siehe: https://kfunigraz.academia.edu/TinaMarieStorkovich Literatur: – Andreas Lehne, Die Katastrophe von Immendorf, in: Gustav Klimt, Sonderband Belvedere, Wien 2007, Seite 54-63 – Edgard Haider, „Unvergessen – Schloss Immendorf“, in der Zeitschrift Denkma[i]l, Nachrichten der Initiative Denkmalschutz Nr. 12, 2012/13, Seite 36: https://www.initiative-denkmalschutz.at/denkmail/Denkmail_Nr_12_web.pdf Ältere Medienberichte: 19. April 2018, Kurier Der Tag, an dem die Klimts verbrannten (Georg Leyrer) https://www.pressreader.com/austria/kurier-history/20180419/281646780730929 20.12.2015, Der Standard Klimt-Bilder: Nicht verbrannt und doch verschollen. Kunsthistorikerin bezweifelt Zerstörung von Bildern aus der Sammlung Lederer (Olga Kronsteiner): https://www.derstandard.at/story/2000027848501/nicht-verbrannt-und-doch-verschollen 18.12.2015, Die Presse Verbrannte Klimtbilder: Das Puzzle von Immendorf (Tina Marie Storkovich) https://www.diepresse.com/4890667/verbrannte-klimtbilder-das-puzzle-von-immendorf 17.12.2015, Die Presse Das Rätsel um drei verschollene Klimt-Gemälde (Almuth Spiegler) https://www.diepresse.com/4889859/das-ratsel-um-drei-verschollene-klimt-gemalde