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AKTUELLE BERICHTE
Nordbahnhof (Wien): 1860 erbaut, Kriegsruine 1965 gesprengt
/ Berichte /Wien 1020, Leopoldstadtvon IDM_adminORF-SERIE „Verlorenes Erbe“ – Folge 1: Der Wiener Nordbahnhof: In der Zeit der k.u.k. Monarchie (bis 1918) war der Nordbahnhof einer der bedeutendsten Bahnhöfe in Europa und der wichtigste Bahnhof Wiens und galt auch als prunkvollster. Dieser 2. Nordbahnhof wurde 1859–1865 erbaut (der erste Bahnhof stammt aus 1837/38). Das Bahnhofsgebäude wurde nach Entwürfen des Direktionspräsidenten Josef Stummer von Theodor Hoffmann im Stil des romantischen Historismus erbaut (maurische sowie toskanische Einflüsse erkennbar). Das Empfangsgebäude war, wie bei anderen großen Bahnhöfen dieser Zeit, ein ausgesprochenes Repräsentationsgebäude und war z. B. mit einem Hofwartesalon für den kaiserlichen Hof ausgestattet. Für die Züge gab es eine geräumige, dreischiffige Halle in Hochlage und war 137 Meter lang und über 32 Meter breit. Im Vestibül stand eine Statue des Gründers und Hauptfinanziers der Nordbahn, Anselm Salomon Freiherr von Rothschild, die 1869/1870 von Johann Meixner angefertigt worden war. Sie wurde 1938 von den Nationalsozialisten abmontiert und ist heute als Leihgabe des Technischen Museums Wien im Jüdischen Museum Wien zu sehen. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof am 12. März 1945 durch Bombentreffer und Anfang April 1945 durch Artillerie schwer beschädigt. Nach 1945 in Folge des Kalten Krieges verlor die Nordbahnstrecke ihre überregionale Bedeutung, sodass der Bahnhofsbau dem Verfall preisgegeben und schließlich am 21. Mai 1965 gesprengt wurde. ORF-FERNSEHBERICHT ZUM NACHSEHEN (4 MIN): https://tvthek.orf.at/history/Geschichte/13557883/Der-Wiener-Nordbahnhof-als-Aushaengeschild/14067639/Der-Wiener-Nordbahnhof-als-Aushaengeschild/14775047 (4.2.2020, ORF-Studio 2 „Verlorenes Erbe: Der Wiener Nordbahnhof als Aushängeschild“) Der Wiener Nordbahnhof auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Wien_Nordbahnhof sowie auf Wien Geschichte Wiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Nordbahnhof
Denkmalamt (Bgld.): Ende des Abriss-Automatismus gefordert!
/ Berichte /Burgenland / Eisenstadt Stadtvon IDM_adminAnlässlich der beiden aktuellen Abrisse im Burgenland (Jakobhaus in Pöttelsdorf und Altes Lagerhaus in Eisenstadt) meldet sich der Denkmalamt-Abteilungsleiter für das Burgenland, Peter Adam zu Wort: „Es gibt einen regelrechten Abriss-Automatismus“, alte Bauten würden als „vogelfrei“ gelten und nur zu gerne plattgemacht werden, um Platz für moderne Objekte zu schaffen. Er meint auch, die Kriterien für Denkmal-Unterschutzstellung sind gemäß dem Denkmalschutzgesetz sehr hoch angesetzt [siehe iD-Kommentar unten], sodass das alte Lagerhaus in Eisenstadt nicht geschützt werden konnte. Trotzdem wäre es wünschenswert gewesen, wenn das Gebäude nicht abgerissen wird, sondern in den Neubau integriert wird und fügt hinzu „nur weil ein Gebäude nicht denkmalgeschützt ist, heißt das noch lange nicht, dass man es gleich abreißen soll. Aber wir erleben derzeit leider einer Abriss-Kultur, wie man es zum Beispiel auch am alten Jakobhaus in Pöttelsdorf sieht.“ Für Norbert Pingitzer, Landesobservator des Vereins Initiative Denkmalschutz wäre „das Gebäude auf alle Fälle erhaltenswert gewesen. Zumindest über die Erhaltung der Außenhülle sollte nachgedacht werden“. KRONE-WEITERLESEN: https://www.krone.at/2253067 (15.10., „Zu wenig Schutz: Ende des ‚Abriss-Automatismus‘ gefordert“); MEINBEZIRK-WEITERLESEN: https://www.meinbezirk.at/eisenstadt/c-lokales/das-alte-lagerhaus-ist-bald-geschichte_a4297572 (16.10., „Abriss in der Rusterstraße Eisenstadt: Das alte Lagerhaus ist bald Geschichte“) Weiterer Medienbericht: 12.10.2020, MeinBezirk: „Abreißen statt Integrieren: Warum reißt man das alte Lagerhaus komplett ab?“: https://www.meinbezirk.at/eisenstadt/c-regionauten-community/warum-reisst-man-das-alte-lagerhaus-komplett-ab_a4290474 Kommentar Initiative Denkmalschutz: Wir können das Problem absolut bestätigen. Zum Abbruch des Jakobhauses in Pöttelsdorf kam es insbesondere auf Grund des großen Ressourcenmangels im Bundesdenkmalamt (personell wie finanziell), und beim alten Lagerhaus in Eisenstadt lag es an den strengen Kriterien im Denkmalschutzgesetz, denn für lokale und regionale Denkmäler sind primär die Bundesländer und die einzelnen Gemeinden zuständig. Im § 1 Abs. 2 Denkmalschutzgesetz heißt es: „Die Erhaltung liegt dann im öffentlichen Interesse, wenn es sich bei dem Denkmal aus überregionaler oder vorerst auch nur regionaler (lokaler) Sicht umKulturgut handelt, dessen Verlust eine Beeinträchtigung des österreichischen Kulturgutbestandes in seiner Gesamtsicht hinsichtlich Qualität sowie ausreichender [!!!] Vielzahl [!!!], Vielfalt [!!!] und Verteilung [!!!] bedeuten würde. Wesentlich ist auch, ob und in welchem Umfang durch die Erhaltung des Denkmals eine geschichtliche Dokumentation erreicht werden kann.“

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