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AKTUELLE BERICHTE
Jüdischer Friedhof Währing (Wien): Vor umfangreichen Sanierungsmaßnahmen
/ Berichte /Wien 1190, Döblingvon IDM_adminAuf Initiative von Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler (Grüne), wird die Republik Österreich die Sanierung und Erhaltung des verwahrlosten, denkmalgeschützten Jüdischen Friedhof Währings drei Jahre lang mit je 200.000 Euro finanziell unterstützen. Der Friedhof, der oft wegen seines Namens und seiner unmittelbaren Nähe zum 18. Bezirk fälschlicherweise in Währing vorortet wird, liegt unmittelbar in der Nähe der U6-Station Nußdorfer Straße, versteckt in der Schrottenbachgasse 3. STANDARD-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.derstandard.at/story/2000120608684/bund-unterstuetzt-sanierung-des-juedischen-friedhofs-in-wien-waehring (8.10.2020, „Bund unterstützt Sanierung des jüdischen Friedhofs in Wien-Währing“) +++ Weiterer aktueller Medienbericht: „Geld für jüdischen Friedhof von Regierung“ (ORF, 8.10.2020): https://wien.orf.at/stories/3020839; Jetzt ist für die Erhaltung und Sanierung auch der Verein „Rettet den Jüdischen Friedhof Währing“ aktiv, der eigens dafür im Mai 2017 gegründet wurde (Vorstand: Obmann Günther Havranek, Obmann-Stv. Ariel Muzicant, Schriftführerin und Sprecherin Jennifer Kickert). Denn schon seit 1995 nimmt sich Kunsthistorikerin Tina Walzer des Friedhofs an und gründete bereits 2009 dafür gemeinsam mit Architekt Werner Winterstein den Verein Jüdisches Erbe Austria, der mittlerweile auf respektable Erfolge verweisen kann. +++ Tipp: Facebook-Seite: „Rettet den jüdischen Friedhof Währing“: https://www.facebook.com/friedhof18.wien Kurzbeschreibung (Wikipedia): „Der Friedhof wurde 1784 angelegt, im 19. Jahrhundert mehrfach erweitert, 1884 letztmals belegt und 1942 zum Teil zerstört. Er erhält zahlreiche klassizistische und historistische Grabsteine, teilweise auch von berühmten Rabbinern und anderen bedeutenden Persönlichkeiten. Das Totengräberhaus (Taharahaus) ist ein symmetrischer zweigeschoßiger Bau mit eingeschoßigen Flügeln aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die Zeremonienhalle ist eine hohe kubische Torhalle mit Lünettenfenstern.“ (Quelle: Denkmalliste Döbling Wikipedia). Ältere Medienberichte: 30.9.2020, Kurier Van der Bellen besuchte Jüdischen Friedhof Währing. Bundespräsident: „Selbstverständliche Verpflichtung“ Österreichs, Friedhof zu erhalten.: https://kurier.at/chronik/wien/van-der-bellen-besuchte-juedischen-friedhof-waehring/401049799 13.9.2020, APA-OTS (Pressedienst der Parlamentsdirektion) Nationalratspräsident Sobotka besuchte Jüdischen Friedhof Währing. Erhalt des Friedhofs als Denkmal des jüdischen Lebens in Wien wichtiges Zeichen für Sobotka: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200913_OTS0041 14.11.2019, Der Standard Bundesheer hilft bei Sanierung des Jüdischen Friedhofs in Währing. Der stark sanierungsbedürftige Friedhof könnte in naher Zukunft zumindest in Teilen wieder öffentlich begehbar werden. Die Grabsteine sind zum Teil schon stark abgewittert: https://www.derstandard.at/story/2000111060785/bundesheer-hilft-bei-sanierung-des-juedischen-friedhofs-in-waehring 1.11.2019, Der Standard Die Grabmalretter am jüdischen Friedhof Währing. Der Verein Jüdisches Erbe Austria sorgt dafür, dass toten Juden ihre Würde wiedergegeben wird. Sie forschen Nachfahren aus und organisieren die Sanierung der geschändeten Gräber: https://www.derstandard.at/story/2000110062223/die-grabmalretter-am-juedischen-friedhof-waehring 8.10.2019, APA-OTS (Verein Jüdisches Erbe Austria) Verein „Jüdisches Erbe Austria-JEA“: neuerlich erfolgreiche Instandsetzungen am Jüdischen Friedhof Währing: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20191008_OTS0041 12.7.2019, Der Standard Der Versuch, die Ruhestätte der toten Juden in Währing zu retten. Der Jüdische Friedhof im 18. Wiener Bezirk verrottet. Die Zeit drängt, denn der Verfall schritt in den letzten Jahren stark voran: https://www.derstandard.at/story/2000106056594/der-versuch-die-ruhestaette-der-toten-juden-in-waehring-zu 30.4.2018, ORF Jüdischer Friedhof: 130.000 für Luftaufnahmen. Einige Gräber am Jüdischen Friedhof in Währing sollten heuer endlich saniert werden. Ein Großteil des dafür vorhandenen Geldes wurde jedoch für eine digitale Karte aufgebraucht, die nicht einmal den gesamten Friedhof erfasst.: https://wien.orf.at/v2/news/stories/2909450 4.3.2018, MeinBezirk.at Neue Initiative zur Rettung des Jüdischen Friedhofs. Ein neuer Verein soll den Friedhof wieder zu einem würdigen Erinnerungsort machen.: https://www.meinbezirk.at/doebling/c-lokales/neue-initiative-zur-rettung-des-juedischen-friedhofs_a2422062 23.8.2015, ORF Jüdische Friedhöfe überlebten „nur zufällig“. Die insgesamt fünf jüdischen Friedhöfe in Wien hätten den Zweiten Weltkrieg und die Schoah nur „zufällig“ überlebt, wie der Historiker Tim Corbett sagt. Teilweise würden noch Sanierungskonzepte fehlen, kritisiert der Historiker.: https://wien.orf.at/v2/news/stories/2727709 16.3.2007, Der Standard Neue Chance auf Rettung für Jüdischen Friedhof. Wien setzt auf rasche Gespräche mit Bund – Stadt will erst einmal ärgste Schäden beseitigen: https://www.derstandard.at/story/2791216/neue-chance-auf-rettung-fuer-juedischen-friedhof
Linzer Wollzeugfabrik (OÖ) 1969 gesprengt – eine der größten Kulturgutverluste Österreichs
/ Berichte /Oberösterreich / Linz Stadtvon IDM_adminDie einst größte Textilmanufaktur Europas wurde zwischen September und November 1969 trotz anhaltender Proteste in die Luft gesprengt (Foto vom Abriss). Die starken Mauern leisteten zähen Widerstand, sodass Nachsprengungen notwendig wurden. Ein Spektakel der besonderen Art für Tausende Schaulustige. Um die Erhaltung des äußerlich schlossartigen und repräsentativen Monumentalgebäudes gab es gegen Ende der 1960er-Jahre erbitterte Debatten. Auch der damalige Landeskonservator Norbert Wibiral (1956-85) stemmte sich bis zuletzt gegen diesen Kulturfrevel. Sie war die erste Textilfabrik Österreichs und galt im 19. Jh. als bemerkenswerte Sehenswürdigkeit. Der bekannte Architekturkritiker und Architekt Friedrich Achleitner bezeichnete den Abriss als „Demolierungsskandal“. Der einzig erhaltene Bestandteil der ehemaligen Linzer Wollzeugfabrik ist das so genannte Zwirnerstöckl an der Unteren Donaulände 66. 1980 wurden dann auch Magazin und Werkstättengebäude mit Dynamit beseitigt, um Platz für durchschnittliche Wohn- und Bürobauten zu schaffen. ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (6 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14067909/Verlorenes-Erbe-Tabakfabrik-in-Linz/14777478 (13.10.2020, Verlorenes Erbe: Tabakfabrik in Linz, ORF-Vorabendsendung „Studio 2“) Friedrich Achleitner schreibt ein Jahr vor dem Abriss (Die Presse, 9./10.3.1968): „Steter Tropfen zerstört den gesündesten Bau. Vor wenigen Jahren hatte man der Linzer Wollzeugfabrik noch nicht den raschen Verfall angemerkt. (…) Eines steht fest: mit einigen Quadratmetern Decke der Linzer Wollzeugfabrik dürfte auch die endgültige Entscheidung für deren Abbruch gefallen sein. Damit geht Linz einem Demolierungsskandal entgegen, der sowohl im In- als auch im Ausland seinesgleichen kaum finden dürfte. (…). Dieses Gebäude bekommt aber für den heutigen Besitzer erst seinen Wert, wenn es abgebrochen ist. Dabei steht ein wenig der Denkmalschutz im Wege. Dagegen gibt es aber wiederum, wie man weiß, genug Wässerchen. Die besten rinnen durchs Dach, wenn man dieses verfallen läßt. Und mit der Fäulnis wächst die Macht der Baupolizei. Obwohl schon fünf Jahre ein Demolierungsbescheid vorliegt, hat man es aber bisher nicht gewagt, an den Abbruch zu gehen. Jetzt ist es aber soweit. Geduld bringt einstürzende Decken.“ Die Linzer Wollzeugfabrik wurde 1672 gegründet. Der große Ausbau der Fabrik erfolgte 1722 bis 1726 und bekam damals vom bekannten oberösterreichischen Barockarchitekten Johann Michael Prunner ein schlossartiges Aussehen. Sie gilt als erste Textilfabrik Österreichs in dieser Frühzeit des industriellen Zeitalters. Das Hauptgebäude hatte die stolze Länge von 110 Metern zur Donauseite, der Ost- und der Westflügelmaßen je 62 Meter. In der Mitte des Hofes erhob sich ein wappengeschmückter Turm. Ein französischer Dachstuhl (Mansarddach mit Schopf) gab dem ganzen eine besondere Note. Ab 1774 entstand eine zweite Vierflügelanlage (56 x 51 Meter) neben dem Hauptgebäude. Kaiserin Maria Theresia sorgte dafür, dass eine Kapelle eingerichtet wurde. 1850 wurde die Fabrik stillgelegt. Von 1854 bis 1945 als Kaserne verwendet, diente die ehemalige Fabrik nach dem 2. Weltkrieg als Flüchtlingslager. Adresse: Früher Untere Donaulände 68 – Heute: Gruberstraße 1 und 2 Die Linzer Wollzeugfabrik auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Linzer_Wollzeugfabrik sowie auf Linz Wiki: https://www.linzwiki.at/wiki/Wollzeugfabrik +++ Das bestehende Zwirnerstöckl (Stadtgeschichte Linz): https://stadtgeschichte.linz.at/denkmal/Default.asp?action=denkmaldetail&id=908 +++ Nachruf Landeskonservator Norbert Wibiral: „Schloss Hohenbrunn konnte er retten, nicht aber die Linzer Wollzeugfabrik“ (19.5.2011, Oberösterreichische Nachrichten): https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/nachrufe/Schloss-Hohenbrunn-konnte-er-retten-nicht-aber-die-Linzer-Wollzeugfabrik;art86198,626120 Literatur: Die Linzer Wollzeugfabrik und das Zwirnerstöckl, in: Österreichische Kunsttopographie, Band LV (Hrsg. Bundesdenkmalamt), Die profanen Bau- und Knstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil, Außenbereiche Urfahr, Ebelsberg, Horn 1999, Seite 260 bis 264 Friedrich Achleitner, Demolierungsskandal in Linz. Wird die barocke Wollzeugfabrik ein weiteres Opfer der städtischen Selbstzerstörung? In: Friedrich Achleitner, Nieder mit Fischer von Erlach – Architekturkritik, Salzburg und Wien 1986 (Auswahl der Architekturkritiken in diversen Tageszeitungen in der Zeit von 1961 bis 1971), Seite 184-186. (Über das Buch „Nieder mit Fischer von Erlach“ ein Interview mit dem Autor Friedrich Achleitner zum Nachhören im Ö1-Radio (1986; 30 min): https://www.mediathek.at/oesterreich-am-wort/suche/treffer/atom/10D4A96E-34B-001E9-00000E64-10D46B2E/pool/BWEB/ Ute Streit, Denk-Mal: Wollzeugfabrik – Spurlos verschwunden – Die Geschichte der Linzer Wollzeugfabrik: in: „Mitteilungen der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich„, 45. Jahrgang – heft 2, September 2015, Seite 12f., hier nachlesbar: http://www.ooelandeskunde.at/images/Dokumente/Mitteilungsblatt/MB02-15-web.pdf Edgard Haider, Unvergessen – Die Linzer Wollzeugfabrik, in der Zeitschrift: Denkma[i]l, Nachrichten der Initiative Denkmalschutz, Nr. 7/2011, Seite 6, hier nachlesbar: https://www.initiative-denkmalschutz.at/denkmail/Denkmail_Nr_07_web.pdf Roman Sandgruber, Die Linzer Wollzeugfabrik 1672 – 1851 – 1969; in: Der Gesellschaft im Wort. Eine Festschrift der Universität für Künstlerische und Industrielle Gestaltung Linz anlässlich der Emeritierung von O. Univ. Prof. Dr. Wilfried Posch, Weitra 2008, S. 37–62 Wilhelm Rausch, Notgemeinschaft Wollzeugfabrik, in: Mühlviertler Heimatblätter Jg. 8 (1968), Nr. 5/6, S. 92–93

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