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Mozarteum Salzburg: Trotz Denkmalschutz-Protest Umbaustart mit Teilabriss

Die Stiftung Mozarteum startet mit dem großen Umbau beim Mozarteum Salzburg Gebäude: Hauptstück ist der Neubau eines modernen Glasfoyers, das künftig die beiden Hauptgebäude miteinander verbinden soll. Entstanden ist das denkmalgeschützte Gebäudeensemble in der Schwarzstraße 26-28 aus der Verbindung der 1910-11 um- bzw. ausgebauten ehemaligen Villa Lasser mit dem 1912 bis 1914 realisierten Jugendstilneubau des Münchner Architekten Richard Berndl. Da dafür der denkmalgeschützte, historische Verbindungstrakt abgerissen werden muss, sorgte das Projekt im Vorfeld für zum Teil heftige Proteste. Auch das Bundesdenkmalamt kam scharf in Kritik. Diesen Montag, 21.9.2020, ist der erste Bagger aufgefahren. ORF-FERNSEHBERICHT (3 MIN; 23.9.2020): https://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/14065740/Neun-Millionen-fuer-Verbindungsbau/14766286; ORF-BERICHT LESEN: https://salzburg.orf.at/stories/3068231 +++ Weitere aktuelle Medienberichte (23.9.2020): “Altes Mozarteum erhält neues Gesicht” (Salzburger Nachrichten): https://www.sn.at/salzburg/politik/altes-mozarteum-erhaelt-neues-gesicht-93236239; “Nach einem Jahrhundert: Baustart für Umbau des Mozarteums” (Krone): https://www.krone.at/2236195; “Ein gläsernes ‘Nichts’ für Mozart” (DrehPunktKultur): http://www.drehpunktkultur.at/index.php/178-meldungen/14496-ein-glaesernes-nichts-fuer-mozart; “Stiftung Mozarteum Salzburg erhält ein ‘Facelifting'” (Oberösterreichisches Volksblatt): https://volksblatt.at/stiftung-mozarteum-salzburg-erhaelt-ein-facelifting

Älterer iD-Bericht mit vertiefenden Infos und Fotos:
24.7.2020: Mozarteum Salzburg: Bürgerinitiative gegen Foyer-Neubau
https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/mozarteum-salzburg-buergerinitiative-gegen-foyer-neubau

Das Mozarteum Salzburg Gebäude auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Mozarteum_(Geb%C3%A4ude) sowie auf Salzburg Wiki: https://www.sn.at/wiki/Mozarteum_(Geb%C3%A4ude)

Literaturtipp:

Hannes P. Schneilinger, “Dem Salzburger Gesamtkunstwerk ‘Mozarteum’ droht Gefahr”, in der Zeitschrift: Denkma[i]l, Nachrichten der Initiative Denkmalschutz, Nr. 25, September 2019, Seite 24-27, siehe: https://www.initiative-denkmalschutz.at/zeitschrift

Mozarteum Salzburg: Teilabriss trotz Denkmalschutz begonnen

Mit dem Abriss des Verbindungstraktes der beiden Mozarteums-Gebäude an der Schwarzstraße 24-26  wurde am Montag, 8. März 2021 begonnen. Dieser Mitteltrakt wird einem großen Glasfoyer weichen, das alte Pausenfoyer im Verbindungstrakt war seit langem zu klein geworden. Entstanden ist das denkmalgeschützte Gebäudeensemble aus der Verbindung der 1910-11 um- bzw. ausgebauten ehemaligen Villa Lasser mit dem 1912 bis 1914 realisierten Jugendstilneubau des Münchner Architekten Richard Berndl. Vorausgegangen ist dem Abriss ein Streit um den Denkmalschutz (noch dazu innerhalb des UNESCO-Weltkulturerbes “Das historische Zentrum der Stadt Salzburg”). Eine Bürgerinitiative hatte sich gegründet und sich für den Erhalt des in den frühen 1910er-Jahren erbauten Verbindungstraktes eingesetzt. Die Hintergründe, wie ein solcher Abriss trotz Denkmalschutz bewilligt werden konnte, entwickelte sich jedoch zu einem veritablen Skandal hinter den Kulissen (siehe: Der eklatante Sündenfall – Actio und Reactio”). Innerhalb von zwei Wochen soll der alte Mitteltrakt vollständig abgebrochen sein, im Herbst 2021 ist mit dem Beginn des Glasfoyer-Neubaues zu rechnen. Die Pläne stammen vom Salzburger Architektenbüro Maria Flöckner und Hermann Schnöll, die 2018 den Wettbewerb gewannen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2022 geplant. Danach soll der Große Konzertsaal umfassend saniert werden. ORF-FERNSEHBERICHT ZUM NACHSEHEN (3 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/14084562/Abrissarbeiten-Mozarteum/14876856 +++ ORF-BERICHT LESEN: https://salzburg.orf.at/stories/3093941 (9.3.2021, “Teilabriss des Mozarteums hat begonnen”). +++ Salzburg24-Bericht: Bagger rollen durchs Mozarteum: Neuer Trakt mit großem Foyer wird gebaut” (mit vielen ABRISSFOTOS): https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/bagger-rollen-in-salzburger-mozarteum-100840819 +++ Salzburger Nachrichten: “Ins Mozarteum wird ein Durchblick gerissen” (10.3.2021; mit vielen ABRISSFOTOS): https://www.sn.at/salzburg/kultur/ins-mozarteum-wird-ein-durchblick-gerissen-100793179

Architektenwettbewerb, Mozarteum Salzburg, Siegerentwurf

Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs Mozarteum Salzburg, Pressefoto

Bericht auf der Website des Bundesdenkmalamtes (27.8.2018): “Barrierefreie Erschließung des Mozarteums durch einen neuen Verbindungsbau” (mit Plänen und Fotos): https://bda.gv.at/aktuelles/artikel/2020/08/barrierefreie-erschliessung-des-mozarteums-durch-einen-neuen-verbindungsbau

“Erweiterung Mozarteum Salzburg” (gbd Holding ZT GmbH) mit Projektfotos Neubau Glasfoyer: https://gbd.group/de/referenzen/erweiterung-mozarteum-salzburg

 

Der historische Verbinungstrakt, der abgerissen werden soll (Hofseite), Foto: Dez. 2018, (c) Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz

Ältere iD-Berichte:

25. September 2020:  “Mozarteum Salzburg: Trotz Denkmalschutz-Protest Umbaustart mit Teilabriss”: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/mozarteum-salzburg-trotz-denkmalschutz-protest-umbaustart-mit-teilabriss
24. Juli 2020: “Mozarteum Salzburg: Bürgerinitiative gegen Foyer-Neubau” (inklusive Kapitel: “Der eklatante Sündenfall – Actio und Reactio”): https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/mozarteum-salzburg-buergerinitiative-gegen-foyer-neubau

Mozarteum Salzburg, Gartenseite

Der historische Verbindungstrakt (Gartenseite), der abgerissen werden soll, Foto: Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz

Weitere Medienberichte:

9. März 2021, Salzburg24
Stiftung Mozarteum wird umgebaut: Bauarbeiten bis Sommer 2022: https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/stiftung-mozarteum-wird-umgebaut-93227701

9. März 2021, APA
Umbau von Salzburger Mozarteum voll angelaufen
k.at: : https://k.at/news/umbau-von-salzburger-mozarteum-voll-angelaufen/401212783
Vorarlberg Online: https://www.vol.at/umbau-von-salzburger-mozarteum-voll-angelaufen/6921361
Tiroler Tageszeitung: https://www.tt.com/artikel/17926411/umbau-von-salzburger-mozarteum-voll-angelaufen

8. März 2021, Krone
Umbauarbeiten: Das Mozarteum ist zurzeit eine Baustelle: https://www.krone.at/2360232

Literaturtipp:

Hannes P. Schneilinger, “Dem Salzburger Gesamtkunstwerk ‘Mozarteum’ droht Gefahr”, in der Zeitschrift: Denkma[i]l, Nachrichten der Initiative Denkmalschutz, Nr. 25, September 2019, Seite 24-27, siehe: https://www.initiative-denkmalschutz.at/zeitschrift

Wien Museum: Zahnloser Denkmalschutz? Umbau stößt auf massive Kritik

Das denkmalgeschützte Wien Museum am Karlsplatz befindet sich aktuell in einem tiefgreifenden Um- und Ausbau. Als Historisches Museum der Stadt Wien wurde es 1954-1959 vom bekannten Architekten Oswald Haerdtl (*1899 +1959) erbaut. Der Bau gilt nicht als Haerdtls bestes Werk, hat aber als erster Museumsneubau der Zweiten Republik eine enorme kulturhistorische Bedeutung. Aktuell ist nur noch das Außengerippe des Hauses zu sehen. Beim Anblick dieser “Ruine” fragen sich viele Bürger nun: Wie kann es sein, dass ein (§ 2a) denkmalgeschütztes Gebäude so radikal umgebaut wird, dass von seiner ursprünglichen Gestalt kaum etwas bleibt? Dieser Frage ging der vergangene ORF “kulturMontag” nach. Mit Denkmalpflege hat das nicht mehr viel zu tun, meinen Kritiker, sowohl ästhetisch, als auch substanziell. Nott Caviezel, Professor für Denkmalpflege an der TU Wien, bringt es im ORF-Fernsehbeitrag ‘Kulturmontag’ auf den Punkt: “Wenn man mit Bedürfnissen an ein Gebäude herantritt, die das Gebäude nicht erträgt, die das Gebäude nicht schafft, dann müssen sie schon Abschreibungen machen am Denkmalschutz. Und ich glaube, dass diese Überforderung des Gebäudes schon am Anfang da stand. Und entweder schützt man ein Denkmal, oder man gibt es Preis.” Weitere Kritik kommt von Anna Wickenhauser, Präsidentin von Docomomo Austria, einem Verein, der sich für die Nachkriegsmoderne einsetzt, von Christian Kühn, Professor für Gebäudelehre an der TU Wien sowie von Friedmund Hueber, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege und emeritierter Professor für Denkmalpflege. Ursprünglich hieß es in den Wettbewerbsunterlagen: “Eine Aufstockung sowie ein weiterer Anbau an das Bestandsgebäude werden aus Sicht des Bundesdenkmalamtes als nicht möglich erachtet.” Das Siegerprojekt war dann für Friedrich Dahm, Abteilungsleiter im Bundesdenkmalamt Wien “keine Aufstockung, sondern eine vertikale Erweiterung”, denn die Schwebekonstruktion würde den Originalbau in seinen Proportionen klar zutage treten lassen, ja, sogar akzenturieren. Dieses Umbauprojekt stammt von Winkler + Ruck Architekten und Ferdinand Certov. Roland Winkler, Architekt vom “Wien Museum Neu” erklärt den Umbau: Das Museum bekommt ein zusätzliches Geschoß, das scheinbar über dem Altbestand schwebt. Wolfgang Salcher, stv. Leiter des Bundesdenkmalamt Wien verteidigt den Umbau: Das Stiegenhaus wurde hinter einem Schutzgerüst eingehaust, und das Direktionszimmer vorübergehend ausgebaut. Es werden viele Teile wieder zurückkehren. Die alte Fassade wurde jedoch bereits in den 1980er-Jahren erneuert, nachdem die Original-Haerdtl-Platten der Witterung nicht standhielten. So rekonstruiert man nun die alte Fassade. Wegen seiner rosa Farbe sollen die Wiener einst ‘Himbeerpudding’ zum Museum gesagt haben, Jetzt soll jedoch die Fassade fast weiß werden. Wolfgang Salcher vom Denkmalamt erklärt dazu, man habe ein widerstandsfähigeres Material verwendet, das nahe am Original sei. Zur Vorgeschichte: 2013 fiel die Entscheidung, das Wien Museum (Karlsplatz 8) zu sanieren – und mit einem Neubau zu erweitern. Ein internationaler Architekturwettbewerb brachte 2015 das Siegerprojekt von Winkler + Ruck und Ferdinand Certov hervor. Der tiefgreifende Um- und Ausbau soll 2023 abgeschlossen sein.

ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (9 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/kulturMontag/1303/kulturMontag/14096346/Zahnloser-Denkmalschutz-im-Wien-Museum/14943736 (21.6.2021, ORF ‘Kulturmontag’, “Zahnloser Denkmalschutz im Wien Museum”)

Wien Museum Karlsplatz, 2017

Das Wien Museum am Karlsplatz kurz vor dem Umbau, Foto: März 2017, (c) Gugerell, CC0, Wikipedia

Medienberichte:

21. Juni 2021, APA-OTS (Stadt Wien Presseaussendung)
Das neue Wien Museum wächst mit großen Schritten. Sichtbarer Baufortschritt am Karlsplatz; Sanierung und Ausbau im Kosten- und Zeitplan: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210621_OTS0028

21. Juni 2021, MeinBezirk
Großbaustelle am Karlsplatz: So schaut’s im Inneren des Wien Museums aus. Wien Museum am Karlsplatz: Die bz durfte sich ein Bild von der Großbaustelle des denkmalgeschützten Haerdtl-Baus machen. Im Dezember 2023 soll wiedereröffnet werden: https://www.meinbezirk.at/wieden/c-lokales/so-schauts-im-inneren-des-wien-museums-aus_a4717139

18. Juni 2021, ORF
Wien Museum: Baufortschritt im Plan. Das Wien Museum am Karlsplatz ist seit ziemlich genau einem Jahr eine Großbaustelle und wird dies auch noch eine Weile bleiben. Die gute Nachricht lautet: Die Arbeiten liegen im Zeit- und Kostenplan, wie Direktor Matti Bunzl am Freitagnachmittag versicherte: https://wien.orf.at/stories/3109049

18. Juni 2021, Kurier
Wien Museum: Vom Original bleibt nur die Stahlbetonkonstruktion. Das ehemalige Historische Museum der Stadt Wien ist denkmalgeschützt. Davon merkt man am Karlsplatz nichts: https://kurier.at/kultur/wien-museum-vom-original-bleibt-nur-die-stahlbetonkonstruktion/401417703

7. Februar 2021, Salzburger Nachrichten
Wien Museum: Wie ein Denkmal vorübergehend zur Ruine werden kann. Kaum ein Stein bleibt auf dem anderen, bis das Wien Museum Neu neue Konturen annimmt. Wie geht das in einem Bau unter Denkmalschutz? (Bezahlschranke): https://www.sn.at/kultur/allgemein/wien-museum-wie-ein-denkmal-voruebergehend-zur-ruine-werden-kann-99472630

1. Juli 2020, Vienna.at
Wien Museum am Karlsplatz wird ab Juli umgebaut. Trotz Corona-Komplikationen kann im Juli mit dem Umbau des Wien Museums am Karlsplatz begonnen werden. Die Neueröffnung ist im Herbst 2023 geplant: https://www.vienna.at/wien-museum-am-karlsplatz-wird-ab-juli-umgebaut/6663652

12. Juni 2020, Kurier
Ein neues Monument für Wien. Mit dem Umbau des Wien Museums bekommt der Karlsplatz ein architektonisches Makeover. Direktor Matti Bunzl erklärt, was der Neubau bringt, und wie die Fusion von Alt und Neu erreicht wird: https://kurier.at/cm/ubm/ein-neues-monument-fuer-wien/400938242

22. Oktober 2019, APA-OTS (Wien Museum)
Wien Museum Neu: Stadtarchäologie stößt auf Fundamente der alten Verkaufshallen am Karlsplatz. Die Stadtarchäologie gräbt auf dem Areal der künftigen Plaza des neuen Wien Museums. Nach Entfernung der Schotterlagen ist sie auf Fundamente der alten Verkaufshallen, die in den 20er Jahren dort gestanden hatten, gestoßen: Das Einkaufszentrum am Karlsplatz – Ein vergessenes Stück Stadtgeschichte! https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20191022_OTS0132

2. Februar 2016, Wiener Zeitung
“Keine Aufstockung, sondern eine vertikale Erschließung”. Im Wettbewerb um das “Wien Museum neu” siegte just ein Projekt, das eine Einschätzung des Bundesdenkmalamts missachtete – indem es eine Aufstockung plant. In der Behörde hat man mittlerweile aber umgedacht: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/mehr-kultur/798867-Keine-Aufstockung-sondern-eine-vertikale-Erschliessung.html?em_no_split=1

Linktipps:

Ausführliche Presseinfo zum Umbau (Wien Museum): https://www.wienmuseumneu.at/fileadmin/user_upload/WienMuseumNeu_Presseinfo.pdf

Fotos der Baustelle von Erich J. Schimek / Initiative Denkmalschutz (Mai 2021): https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157719338256373/with/51224892174

Großenzersdorf bei Wien (NÖ): Kantorhaus der ehem. Synagoge abgerissen

Alles ist planiert, das Kantorhaus (früher Sitz des Rabbiners) abgerissen, jetzt sind viele Bewohner von Groß-Enzersdorf erschrocken: Hätte man das Denkmal nicht erhalten können? Die Synagoge mit dem Kantorhaus wurde 1897 vom Architekten Jakob Gartner erbaut. Nach den Verwüstungen in der NS-Zeit wurde das Synagogengebäude direkt an der Kaiser Franz Josef-Straße 11 1961 abgerissen, das ehemalige Kantorhaus am rückwärtigen Grundstück wurde erst jetzt geschleift (Luftbild Google Maps mit Kantorhaus). Das Bundesdenkmalamt hatte zuvor noch das Fundament der Synagoge archäologisch untersucht. Die Archäologin Ute Scholz (Leiterin der archäologischen Grabung) bedauert, dass das Kantorhaus einem Neubau weichen muss. Die Firma Glorit wird auf dem Grundstück eine Wohnhausanlage bauen. NÖN-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.noen.at/gaenserndorf/gross-enzersdorf-synagoge-letzter-stein-weg-gross-enzersdorf-synagoge-neubau-214604758 +++ Information der Stadtgemeinde zum Bauvorhaben am Grundstück der ehemaligen Synagoge (9.7.2020): https://www.gross-enzersdorf.gv.at/de/Aktuelles-Veranstaltungen/Aktuelles/Aktuelles-Berichte/Information-zum-Bauvorhaben-am-Grundstueck-der-ehemaligen-Synagoge +++ Diplomarbeit ‘Virtuelle Rekonstruktion Synagoge Groß Enzersdorf’ (Pepa Nalbantova, 2017) mit Fotos der alten Synagoge: https://publik.tuwien.ac.at/files/publik_260192.pdf +++ Älterer Medienbericht: “Grabungen abgeschlossen: Das Untergeschoß der Synagoge wurden in Groß-Enzersdorf freigelegt.” (29.5.2020, NÖN): https://www.noen.at/gaenserndorf/grabungen-abgeschlossen-gross-enzersdorf-das-unterirdische-stadtl-gross-enzersdorf-archaeologie-ausgrabungen-synagoge-burghofgelaende-burghof-gross-enzersdorf-207409085. +++ Die jüdische Gemeinde Groß Enzersdorf: https://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/e-g/781-gross-enzersdorf-niederoesterreich. +++ Nebenbei: “Der Architekt Jakob Gartner (1861-1921) und die Hochblüte des Synagogenbaus”(David Kultur): https://davidkultur.at/artikel/der-architekt-jakob-gartner-1861-1921-und-die-hochblute-des-synagogenbaus.

 

 

Pöttelsdorf (Bgld.): Kurz vor Besuch Denkmalamt – Abriss altes Jakobhaus

UPDATE (5./7.10.2020): ORFFERNSEHBERICHT (3 min; mit INITIATIVE DENKMALSCHUTZ): https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14067079/Widerstand-gegen-Abriss-von-Jakobhaus-im-Poettelsdorf/14772910 (“Widerstand gegen Abriss von ‘Jakobhaus’ im Pöttelsdorf”, 5.10.2020). +++ Weitere Berichte mit Initiative Denkmalschutz Erwähnungen: “Widerstand in Pöttelsdorf gegen Abriss” (ORF, 6.10.2020): https://burgenland.orf.at/stories/3069973 sowie “Abriss des Jakobhauses: Widerstand am Pöttelsdorfer Hauptplatz” (MeinBezirk, 6.10.2020): https://www.meinbezirk.at/mattersburg/c-lokales/widerstand-am-poettelsdorfer-hauptplatz_a4279731

Jetzt wurde – für viele überraschend – mit dem Abriss des alten Jakobhauses samt Nachbarhaus in der Gemeinde Pöttelsdorf bei Mattersburg begonnen, obwohl ein Lokalaugenschein des Bundesdenkmalamtes für nächste Woche vereinbart war. Nach Meinung des Abteilungsleiters des Bundesdenkmalamtes im Burgenland, Peter Adam, handelt es sich bei diesem Haus an der Hauptstraße 54 (Ecke Hauptplatz) um ein “bedeutendes Zeugnis traditioneller bäuerlicher Architektur und fürs ganze Burgenland”. Bereits 2014 fand ein Ideenwettbewerb für einen Neubau statt, das Projekt schien dann aber eingeschlafen zu sein (vgl. Chronologie weiter unten). Jetzt protestieren die Kunsthistorikerin Sabrina Hanny und der Architekt Stefan Tenhalter gegen den Abriss. Die Gemeinde begründet den Abriss mit den zu hohen Revitalisierungskosten im Vergleich mit einem Neubau. KURIER-ARTIKEL WEITERLESEN : https://kurier.at/chronik/burgenland/kein-geld-fuer-baujuwel/401052706 (Kurier, 3.10.2020; “Kein Geld für Baujuwel: 1,7 Millionen Euro für die Revitalisierung des Jakobhauses sind der Gemeinde zu viel”) +++ Foto Google Maps (Aug. 2018)

Kommentar Initiative Denkmalschutz: Das Bundesdenkmalamt hat – seit langem ausgehungert und von der Politik allzu oft im Stich gelassen – kaum Ressourcen alle schützenswerten Gebäude rechtzeitig unter Denkmalschutz zu stellen. So hat sich wieder einmal das Denkmalamt sehr spät – hoffentlich nicht zu spät – eingeschaltet. Auch stellt sich die Frage, wie die Gemeinde Pöttelsdorf dieses Projekt gegenüber dem Bundesdenkmalamt und der Öffentlichkeit kommuniziert hat (offenbar wurde das Bundesdenkmalamt auch zwischenzeitlich “beruhigt”, dass doch kein Abriss stattfinden wird, siehe u. a. Chronologie unten).

Beschreibung der beiden im Abriss befindlichen Häuser in der Österreichischen Kunsttopographie des Bundesdenkmalamtes (Band 49: Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Mattersburg, Wien 1993, Seite 417 f.): Hauptstraße Nr. 54: Dreiseithof, an der Ecke von Hauptstraße und Hauptplatz; zarte Putzquaderung, segmentbogiges Einfahrtstor mit profilierten Umrahmungen und aufgedoppelter Holztüre; im Hof mächtige geziegelte Querscheune, freistehend mit Satteldach, großes hölzernes Einfahrtstor. – Nr. 56: Zwei Streckhöfe, durch freistehende Tormauer miteinander verbunden, der rechte im Putz bezeichnet ‘1868’, der linke mit Walmdach über teilweise erneuertem Wohntrakt.”

Hauptstraße 54 und 56, Pöttelsdorf

Pöttelsdorf, Hauptstraße 56 (li.) und Nr. 54 (Jakobhaus; re.), Foto: Jänner 2020, (c) Privat

C H R O N O L O G I E

2011: Dorferneuerungsleitbild 2011 Pöttelsdorf, darin enthalten Kapitel: “Ortsstruktur, Ortsbild” (Seite 34): Verweis auf das “Dehio-Handbuch” (Die Kunstdenkmäler Österreichs, Band: Burgenland, Wien 1980, Hrsg. Bundesdenkmalamt). Erstaunlich: Kein Verweis auf die aktuellere und viel ausführlicher Österreichische Kunsttopographie, die ebenfalls vom Bundesdenkmalamt herausgegeben wurde (siehe obigen Eintrag). Kapitel “Stärkung des Dorfzentrums” (Seite 48): das kompakt wirkende Breitangerdorf mit stark dörflichem Charakter (…) soll weitgehend erhalten bleiben. Das im Bereich um die Elisabethsäule leerstehende Althausensemble nördlich des Hauptplatzes soll dabei als künftiges Dorzentrum dienen.” siehe: https://www.yumpu.com/de/document/read/21343965/leitbild-dorferneuerung-474-mb-pdf-pottelsdorf

Februar 2014: Präsentation Ideenwettbewerb “Neues Gemeindezentrum Pöttelsdorf”, den das  Architekturbüros “AllesWirdGut Architektur ZT GmbH” im Dezember 2013 gewonnen hat. Dieser Entwurf beinhaltet den Komplettabriss des Jakobhauses (Hautplatz 54), siehe Gemeindewebsite: https://www.gemeindepoettelsdorf.at/Ergebnispraesentation_des_Ideenwettbewerbs_Gemeindezentrum_Neu_ bzw. Website “AllesWirdGut”: http://www.awg.at/de/project/poe-d

Juli 2019: Präsentation Studie Ortskern Pöttelsdorf. In dieser Modell-Visualisierung sieht man plötzlich die weitgehende Erhaltung des Jakobhauses, siehe: https://www.gemeindepoettelsdorf.at/PRAeSENTATION_STUDIE_ORTSKERN_POeTTELSDORF_5 bzw. Einladung zur Präsentation: https://www.gemeindepoettelsdorf.at/Praesentation

September 2020: Pöttelsdorfer Dorfbote 02/2020 (Zeitschrift, Herausgeber: Gemeinde Pöttelsdorf): “Ein neues Dorfzentrum für Pöttelsdorf” (Seite 4): “Das Grundstück des Jakobhauses ist seit Jahren ungenutzt, durch seine zentrale lage an Hauptplatz und Hauptstraße jedoch unglaublich wichtig für das Dorf. Dieser Ort soll, im Zuge einer Gemeindeinitiative, den Dorfkern mit einem multi-funktionalen Ortszentrum nun belebt werden. (…). Die neuen Gebäude nehmen die traditionelle Form der bestehenden Bebauung und ihrer Dächer auf und interpretieren diese neu, indem ihre Dimensionen variieren.”, siehe: https://www.gemeindepoettelsdorf.at/Poettelsdorfer_Dorfbote_2_2020

Novomatic Forum (Wien): Denkmalamt rügt Farbgebung

Beim (per Bescheid) denkmalgeschützten, ehemaligen Novomatic Forum gegenüber der Wiener Secession gibt es aktuell denkmalrechtliche Probleme. Denn die neue Fassadenfärbelung in Weiß entspricht nicht der ursprünglich zweifärbigen (rot-weißen) Farbgebung. Dies war nicht mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt, auch ein entsprechender Veränderungsantrag wurde nicht gestellt.  Die Zentrale des ehemaligen Österreichische Verkehrsbüro wurde 1922/23 von den beiden Otto Wagner-Schülern Heinrich Schmid und Hermann Aichinger erbaut (der Bau wurde damals nur als ein zwanzigjähriges Provisorium genehmigt) und 2007 an den niederösterreichischen Glücksspielkonzern Novomatic verkauft. Novomatic veräußerte den bemerkenswerten Bau der Zwischenkriegszeit im Februar 2021 an die LNR Development GmbH respektive die LNR Projekt FS7 Immobilien GmbH [FS7 = Friedrichstraße 7]). Geschäftsführer Lukas Neugebauer rechtfertigt sich, dass die vorgefundene Fassade nicht mehr dem Originalzustand entsprach, sodass die Fassade keinen schützenswerten Charaker mehr hatte. Seit Mai betreibt Szene-Gastronom Martin Ho dort sein neues „404 – Don’t ask why“.

Das Architektenteam Aichinger & Schmid bildeten in der Zwischenkriegszeit eine sehr erfolgreiche Bürogemeinschaft. Sie erbauten eine große Anzahl an Wohnhausanlagen (u.a. den Rabenhof im 3. Bezirk), viele Wohn- und Geschäftshäuser sowie das Funkhaus Wien (damals RAVAG) in der Argentinierstraße 30a (gemeinsam mit Clemens Holzmeister).

Medienberichte:

9. Juli 2021, Die Presse
Ein Art-déco-Juwel und jede Menge Zores. Umbau. Das frühere Novomatic Forum wurde Anfang des Jahres an einen jungen Immobilienentwickler verkauft. Jetzt gibt es Probleme mit dem Denkmalschutz. Und Fragen rund um den Konkurs eines kleinen Wiener Planungsunternehmens: https://www.diepresse.com/6006199/ein-art-deco-juwel-und-jede-menge-zores

7. Juli 2021, Falter (Nr. 27/2021)
Ganz in Weiß? Das ehemalige Novomatic-Forum heißt jetzt Kleines Haus der Kunst, die Gastronomie liefert Martin Ho. Doch nun gibt es Streit mit dem Denkmalamt (Bezahlschranke): https://www.falter.at/zeitung/20210707/ganz-in-weiss/_d29b343fe2

1. Mai 2021, Kurier
Martin Ho eröffnet neues Lokal im Wiener Novomatic-Forum. Bereits im Mai geht es los. Der Name des Lokals: „404 – Don’t Ask Why“ – Auch Kulturprogramm: https://kurier.at/chronik/oesterreich/martin-ho-eroeffnet-neues-lokal-im-wiener-novomatic-forum/401369207

16. April 2021, APA-OTS (offizielle Presseaussendung)
LNR Development stellt Pläne für Art-Déco-Juwel am Naschmarkt vor. Gemischte Nutzung des Hauses vis-à-vis der Seccession. Neue Kulturflächen werden öffentlich zugänglich gemacht. Verhandlungen mit Pächtern in finaler Phase: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210416_OTS0007

15. April 2021, Der Standard
Wird Martin Ho das ehemalige Novomatic-Forum mit Kunst und Gastro füllen? Der neue Eigentümer des ehemaligen Novomatic-Forums gewährt Kunst ein dauerhaftes Quartier. Der Szenegastronom und Galerist Ho könnte einziehen – die Verhandlungen laufen: https://www.derstandard.at/story/2000125877927/wird-martin-ho-das-ex-novomatic-forum-mit-kunst-und

19. Februar 2021, ORF
Novomatic verkaufte ihr „Forum“-Gebäude. Der Glücksspielkonzern Novomatic hat sein „Forum“-Gebäude zwischen Karlsplatz und Naschmarkt gegenüber der Wiener Secession für rund 25 Mio. Euro verkauft. Das berichtete der Branchendienst immo7 News am Freitag: https://wien.orf.at/stories/3091097

25. Juni 2020, Die Presse
Gastbeitrag (Martin Fritz): Holt das Novomatic Forum zurück ins öffentliche Interesse! Die öffentliche Hand sollte das Verkehrsbürogebäude von der Novomatic in Wien zurückkaufen: https://www.diepresse.com/5830903/holt-das-novomatic-forum-zuruck-ins-offentliche-interesse

28. Mai 2009, Wiener Zeitung
Großes Glück für das Verkehrsbüro. Das Reisebüro am Wiener Karlsplatz wurde von der Novomatic AG als neue Kulturadresse adaptiert (von Hans Haider): http://www.prater.at/Presse/2009/Mai/Grosses_Glueck_fuer_das_Verkehrsbuero.php

Literatur:

Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band III/1: ‘Wien 1. bis 12. Bezirk’, Salzburg und Wien 1990, Seite 14

Dehio-Handbuch, die Kunstdenkmäler Österreichs, Band: “Wien, 1. Bezirk – Innere Stadt” (Hrsg. Bundesdenkmalamt), Horn/Wien 2003, Seite 694

Graz (Stmk.) Burgruine Gösting: Bauzustand verschlechtert sich zusehends

“Gösting ist eine der ältesten und bedeutendsten Burgen der Steiermark und Österreichs mit umfangreicher, noch aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammender Bausubstanz” (Zitat: Burgverein). Bis 1999 kümmerte sich der älteste Burgverein von Österreich um die Erhaltung der denkmalgeschützten Burgruine Gösting (13. Grazer Bezirk). Damals wurde die Burgruine vom ‘Grafen’ Heinrich von Attems samt Wäldern und Grund an den legendären Grazer Bäcker Hubert Auer verkauft. Mit dem neuen Eigentümer konnte sich der Burgverein nie einigen und so konnte er nicht mehr die Burgruine pflegen. Der Eigentümer selbst kümmert sich nur wenig um die denkmalgeschützten Mauern. Die Burg bleibt auch bis auf Weiteres für die Öffentlichkeit geschlossen.  Es bröckelt an allen Enden, beschreibt Sepp Stieger, Obmann des Burgverein Gösting die aktuelle Situation. Die Stadt Graz verhandelt ebenso mit dem Eigentümer der Burgruine, aber bis jetzt konnte kein Einvernehmen erzielt werden. Einen Verkauf der Burgruine an die Stadt Graz könne sich der Eigentümer aber nicht vorstellen, und auch sonst scheint er keine Eile zu haben. Dem Denkmalamt sind – wie so oft – die Hände gebunden, denn der Eigentümer muss nichts unternehmen, um das denkmalgeschützte Bauwerk zu erhalten, erklärt Christian Brugger, Abteilungsleiter im Bundesdenkmalamt Steiermark. Im Denkmalschutzgesetz (DMSG) gibt es nämlich keine Erhaltungspflicht, sondern nur ein Verbot des (aktiven) Zerstörens (Vgl. § 4 DMSG). Auf der Website des Burgvereins unter “Aktuelle Situation” wird die Lage dramatisch geschildert: “Die Lage in Bezug auf die Burggebäude und ihre Erhaltung hat sich leider weiterhin nicht zum Guten entwickelt. Es besteht offensichtlich nach wie vor kein Interesse des Besitzers, die Anlage sachgerecht zu erhalten und zu pflegen (…) Die kümmerlichen ‘Reparaturen’, die bisher unter der Ägide des Eigentümers durchgeführt worden sind, haben nachweislich (laut Feststellung des Bundesdenkmalamtes) an der Burg mehr Schaden als Nutzen angerichtet. Besonders wichtige Sanierungsmaßnahmen an sehr gefährdeten Bauteilen blieben weiterhin konsequent unerledigt. (…) Besonders gefährdet sind zurzeit das Fundament des Apsidenturmes, der seit Jahren bestehende Abbruch im Bereich des Toilettendachs und die Bergfried-Basis an der Westseite sowie das Bergfried-Planum, das undicht ist.”  Der-GRAZER-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.grazer.at/de/KYBgFHs5/privatgrundstueck-burgruine-goesting-nicht-mehr bzw. UND WEITEREN Der-GRAZER-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.grazer.at/de/ZVBN8Qs0/burgruine-goesting-nur-noch-der-burgherr-kann-die +++ Weitere Medienberichte: “Für Besucher gesperrt: Streit um Ruine Gösting” (19.7.2020, ORF): https://steiermark.orf.at/stories/3058595; “Beliebtes Grazer Ausflugsziel Burgruine Gösting gesperrt”: (19.7.2020, Kurier): https://kurier.at/chronik/oesterreich/beliebtes-grazer-ausflugsziel-burgruine-goesting-gesperrt/400974035; “Burgruine Gösting gesperrt: Suche nach Lösung” (17.7.2020, Krone): https://www.krone.at/2193907; “Burgruine Gösting: Beliebtes Grazer Ausflugsziel gesperrt” (17.7.2020, k.at): https://k.at/lifestyle/burgruine-goesting-beliebtes-grazer-ausflugsziel-gesperrt/400974296 +++ Der Burgverein Gösting (offizielle Website): https://www.bvg-graz.at +++ Die Burgruine Gösting auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Burgruine_G%C3%B6sting. +++ Älterer Medienbericht: “Verfall der Burgruine Gösting: Baumaßnahmen dringend nötig” (12.1.2020, Der Grazer): https://www.grazer.at/de/yssUFWNv/verfall-der-burgruine-goesting-baumassnahmen.

Bundesdenkmalamt: Weiter in Kritik des Rechnungshofes

Nach der harschen Kritik des Rechnungshofs am Bundesdenkmalamt im Jahr 2017 kontrollierten die Prüfer das Amt im Herbst 2019 erneut. Nun liegen die Ergebnisse einer Follow-Up-Überprüfung vor, die dieses Mal deutlich positiver ausfielen: Ein Großteil der zwölf Empfehlungen wurde umgesetzt, lediglich vier teilweise.  Weiter Kritik gibt es u. a. an der Forschungsstrategie und an der fehlenden Evaluierung dazu. Vgl. APA-Meldung in der Wiener Zeitung: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/mehr-kultur/2077311-Bundesdenkmalamt-in-Rechnungshof-Kritik.html bzw. im Standard: https://www.derstandard.at/story/2000120435107/bundesdenkmalamt-empfehlungen-grossteils-umgesetzt oder in den Salzburger Nachrichten: https://www.sn.at/kultur/allgemein/bundesdenkmalamt-reagierte-auf-rechnungshof-empfehlungen-93642445; Oberösterreichische Nachrichten: https://www.nachrichten.at/kultur/denkmalamt-rechnungshof-will-mehr-transparenz;art16,3307931

Originale Presseinformation zum Follow-up-Bericht des Rechnungshofes (2.10.2020):
https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home_1/fragen-medien/Presseinfo_02.10.pdf

Der 32-seitige Follow-up-Bericht des Rechnungshofes zum Bundesdenkmalamt (im vollen Wortlaut):
https://bda.gv.at/de/aktuelles/artikel/2020/10/rechnungshof-legt-follow-up-bericht-zum-bda-vor

Rechnungshofbericht 2017

Parlament (Oktober 2017): Prüfung der Gebarung des Bundeskanzleramts und des Bundesdenkmalamts inklusive seiner Abteilungen in den Bundesländern: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/I/I_01782/index.shtml

darin: Der 18-seitige Bericht des Rechnungshofausschusses (11.10.2017) im vollen Wortlaut:
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/I/I_01782/fname_671813.pdf

Der 122 Seiten umfassende, orginale Bericht des Rechungshofes: Bundesdenkmalamt (April 2017): https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/Bund_Bundesdenkmalamt_2017_23_1.pdf

Ältere Medienberichte:

12.10.2017, APA-OTS, Pressedienst der Parlamentsdirektion
Bericht des Rechnungshofausschusses zum Bundesdenkmalamt bleibt letzter Tagesordnungspunkt. Einwendungen gegen die Tagesordnung abgelehnt: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20171012_OTS0136

11.10.2017, APA-OTS, Pressedienst der Parlamentsdirektion
Rechnungshofausschuss: Viel Kritik am Bundesdenkmalamt. Bereits erste Reformen eingeleitet, aber noch einiges zu tun: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20171011_OTS0174

14.9.2017, Der Standard
Rechnungshof: Prüfung des Bundesdenkmalamts ohne Hauptkritiker. In einem kleinen U-Ausschuss wurden Vorwürfe gegen das Denkmalamt geprüft. Die letzte Sitzung fand ohne Mitinitiator und Hauptkritiker Wolfgang Zinggl statt: https://www.derstandard.at/story/2000064032436/pruefung-des-bundesdenkmalamtes-ohne-hauptkritiker

19.5.2017: Der Standard
Nach Rechnungshofbericht: Grüne und FPÖ: Denkmalamt soll vor “kleinen U-Ausschuss”. Ob der vom Rechnungshof attestierten Mängel fordern Kultursprecher Wolfgang Zinggl (Grüne) und Walter Rosenkranz (FPÖ) eine detaillierte Untersuchung und die Offenlegung bislang unter Verschluss gehaltener Dokumente: https://www.derstandard.at/story/2000057942835/gruene-und-fpoe-denkmalamt-soll-vor-kleinen-u-ausschuss

28.4.2017, APA/Der Standard
Strukturprobleme: Rechnungshof übt harsche Kritik am Bundesdenkmalamt. Wegen Personalaufwands, mangelnder Transparenz und Kosten für Computersystem – Drozda: “Strukturelle Neuordnung wird auch Neuorganisation der Leitungsfunktionen zur Folge haben. https://www.derstandard.at/story/2000056723218/rechnungshof-uebt-harsche-kritik-am-bundesdenkmalamt +++ APA/Die Presse: https://www.diepresse.com/5208692/rechnungshof-ubt-harsche-kritik-am-bundesdenkmalamt

Spätgotisches Widum in Gries (Tirol): Zugangssperre verhindert dringende Dachsanierung

Seit 2016 möchte der Eigentümer das denkmalgeschützte, jedoch zunehmend desolate Widum (= Pfarrhof) sanieren, doch die Gemeinde Gries am Brenner verbietet ihm den Zugang zu seinem Grundstück. So verfällt das spätgotische Gebäude, ehemals Teil der landesfürstlichen Zollstätte Lueg, immer mehr. Insbesondere das eindringende Wasser setzen dem Haus stark zu. Das Problem: Nach einem Steinschlag 2011 wurde das Gebiet, in dem auch das Widum liegt, zum Sperrgebiet erklärt. Der Eigentümer Juri Vonmetz zeigt sich dennoch verwundert, weil sehr viele Ausnahmen für die Betretung dieses Sperrgebietes erteilt wurden, er jedoch die so dringenden Sanierungsmaßnahmen für dieses alte Kulturgut nicht umsetzen darf. Ursprünglich wollte der Bürgermeister Karl Mühlsteiger (Offene Gemeindeliste) wegen ‘Einsturzgefahr’ gar den Abriss des Gebäudes, doch die Unterschutzstellung durch das Bundesdenkmalamt verhinderte dies. Die ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft) könnte Teil einer Lösung sein, denn oberhalb des Widums überragt die Brennerautobahn den Berghang, und dieser könnte mit Sicherungsnetzen auch das darunterliegende Widum vor Steinschlag schützen. Die ASFINAG würde im Zuge der notwendigen Sanierung der Autobahnbrücke Lueg zudem auch einen Schutzdamm für den Talboden errichten, der unter anderem Kirche und Widum schützen würde. Die Gemeinde jedoch verweigert der ASFINAG die Grundinanspruchnahme. Jetzt ist das Bundesdenkmalamt aktiv geworden und hat im Dezember 2020 einen Brief an die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck gerichtet. Darin heißt es (u.a.): “Diese Haltung ist sachlich aus Sicht des Bundesdenkmalamtes nicht nachvollziehbar, da der Damm sowohl die Kirche, das Widum wie den Sportplatz schützen und dadurch einen Mehrwert für die Gemeinde erbringen würde. Damit ist eine Lösung vorläufig wieder in weite Ferne gerückt. (…) Das Bundesdenkmalamt bittet daher das Land Tirol um Unterstützung in dieser doch schon sehr lange andauernden Angelegenheit. (…) Die von der ASFINAG geplanten Schutzbauten sind eine Chance, die Denkmalanlage Lueg wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das Ensemble als Ganzes zu erhalten. Nachdem sich die Angelegenheit nun erneut mit allen Konsequenzen für den Bestand in die Länge zieht, wäre es hilfreich Alternativen zu unterstützen.”

Widum Lueg in Gries am Brenner, Tirol

Das Widum in Lueg, Gries am Brenner, Foto: Jänner 2021, (c) privat

Das Bundesdenkmalamt möchte nun mittels Gutachten zumindest Möglichkeiten einer Notsicherung ausloten. Durch die Verweigerung einer Grundinanspruchnahme durch die ASFINAG steht jetzt für die Gemeinde eine Enteignung im Raum, bei der aber nur die unmittelbar für die ASFINAG nötigen Grundstücke in Besitz genommen werden dürfen, wodurch der Schutzdamm nicht mehr wie geplant umsetzbar ist. ORF-FERNSEHBERICHT ZUM NACHSEHEN (3 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Tirol-heute/70023/Tirol-heute/14087009/Sanierungsstreit-um-Widum-in-Gries/14891404 (29.3.2021, ORF ‘Tirol Heute’: “Sanierungsstreit um Widum in Gries”) +++ ORF-BERICHT LESEN: https://tirol.orf.at/stories/3096907 (29.3.2021, “Streit um Zugang zu Widum”).

APA-OTS Presseaussendung der Initiative Denkmalschutz (6. Juni 2018)

Kuriosum zum Europäischen Kulturerbejahr 2018: Eigentümer will spätgotisches Haus retten, doch Tiroler Bürgermeister fordert Abriss! Initiative Denkmalschutz fordert Land Tirol und den Bund auf zu vermitteln, um dem Eigentümer bei seinem vorbildlichen Einsatz für unser österreichisches Kulturerbe zu unterstützen: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180606_OTS0012

Widum – Baugeschichte / Beschreibung

– im Tiroler Kunstkataster: https://gis.tirol.gv.at/kunstkatasterpdf/pdf/43841.pdf
– in der Denkmalliste (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Gries_am_Brenner

Weitere Medienberichte

4. März 2021, Tirol lokal (Tiroler Tageszeitung)
Luegbrücke: Asfinag leitet Enteignungsverfahren ein. Die Gemeinde Gries sorgt mit ihrer beharrlichen Tunnel-Forderung für Kopfschütteln bei der Asfinag. Zusatz-Benefits für Gries sind vom Tisch. – Artikel nicht im Internet abrufbar

6. Februar 2021, Krone
Kuriose Corona-Blüten: Zuhören im Ort verboten, im Landtag erlaubt: https://www.krone.at/2335696

4. Februar 2021, Tiroler Tageszeitung
Zollstätte Lueg am Brenner Sperrgebiet, Denkmalamt interveniert (Bezahlschranke): https://www.tt.com/artikel/17808762/zollstaette-lueg-am-brenner-sperrgebiet-denkmalamt-interveniert

10. November 2019, Krone
Gries am Brenner: Kurioser Streit um Sanierung im Sperrgebiet: https://www.krone.at/2039032

1. August 2019, Tiroler Tageszeitung
Zollstätte Lueg: Kulturgut am Brenner in Gefahr. Seit Mai hat Tirol mit der Zollstätte Lueg ein neues Denkmal. Dagegen stellt sich ausgerechnet die Gemeinde – und blockiert die Erhaltung: https://www.tt.com/artikel/15907435/zollstaette-lueg-kulturgut-am-brenner-in-gefahr

23. Mai 2019, Tiroler Tageszeitung
Widum der Zollstätte Lueg offiziell zu Denkmal erklärt: https://www.tt.com/artikel/15673144/widum-der-zollstaette-lueg-offiziell-zu-denkmal-erklaert

6. April 2019, Tiroler Tageszeitung
Streit um Betretungsverbot in Lueg geht weiter. Die Gemeinde Gries hat eine Verordnung wegen Steinschlaggefahr neu erlassen – der Besitzer des Widums darf weiter nicht zu seinem Objekt: https://www.tt.com/artikel/15510174/streit-um-betretungsverbot-in-lueg-geht-weiter

7. Februar 2019, Tiroler Tageszeitung
Schneelast setzt zu: Denkmal in Gries am Brenner droht der Einsturz: https://www.tt.com/artikel/15301265/schneelast-setzt-zu-denkmal-in-gries-am-brenner-droht-der-einsturz

25. September 2018, Tiroler Tageszeitung
Gries mit Denkmal-Veto abgeblitzt. Ermittlungen gegen Dorfchef eingestellt, Fortsetzung beantragt. Gries geht gegen Widum Lueg als Denkmal jetzt ans Höchstgericht: https://www.tt.com/artikel/14840466/gries-mit-denkmal-veto-abgeblitzt

15. September 2018, Tiroler Tageszeitung
Widum in Gries: Justiz ermittelt gegen Bürgermeister. Abbruchsbescheid kontra Denkmal. Ein Widum beschäftigt die Staatsanwaltschaft, weil der Eigentümer beim Bürgermeister Willkür ortet: https://www.tt.com/artikel/14781464/widum-in-gries-justiz-ermittelt-gegen-buergermeister

7. Juni 2018, ORF
Gotisches Widum zwischen Abbruch und Schutz. In der Gemeinde Gries am Brenner harrt ein Rechtsstreit um ein altes Widum einer Entscheidung. Der Eigentümer will das Gebäude erhalten und sanieren, die Gemeinde verweist auf einen Abbruchbescheid: https://tirol.orf.at/v2/news/stories/2917384

17. Oktober 2017, Tiroler Tageszeitung
Gries rüttelt weiter an Denkmal. Das Bundesdenkmalamt in Wien erklärte die alte Zollstätte Lueg samt Kirche und Widum zum Denkmal. Die Gemeinde Gries drängt weiter zum Abbruch und beruft ein letztes Mal: https://www.tt.com/artikel/13560721/gries-ruettelt-weiter-an-denkmal

28. Februar 2017, Tiroler Tageszeitung
Widum Lueg wurde zum Denkmal erklärt: https://www.tt.com/artikel/12666338/widum-lueg-wurde-zum-denkmal-erklaert

4. Februar 2017, Tiroler Tageszeitung
Verfallenes Widum soll Denkmal sein. Pattstellung um ein altes Widum in Gries. Seit Jahren sollte es wegen Einsturzgefahr abgerissen sein. Nun meldete sich der Denkmalschutz: https://www.tt.com/artikel/12576482/verfallenes-widum-soll-denkmal-sein

Führung durch das Haus Rezek

Führung durch das Haus Rezek in Pötzleinsdorf

Samstag, 16. Oktober 2021, 9:50 Uhr

Villa Rezek:Eines der bedeutendsten und wohl auch mysteriösesten Wiener Häuser der frühen dreißiger Jahre (Zitat Friedrich Achleitner) wird derzeit vom engagierten Architekten Maximilian Eisenköck in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt restauriert. Das Terrassenwohnhaus des Arztehepaares Dr. Rezek in der Wilbrandtgasse 37 in Pötzleinsdorf wurde 1932-33 vom Architekten Hans Glas (1892 – nach 1960) entworfen.

Siehe auch unseren Bericht “Villa Rezek (Wien): Aufwändige Restaurierung eines Haus der Moderne in Pötzleinsdorf”.

Treffpunkt: 9:50 Uhr vor dem Haus, Wilbrandtgasse 37, 1180 Wien
Spende erbeten: € …
Annmeldung erforderlich an eMail:

Achtung: Veranstaltung unterliegt den aktuell gültigen Corona-Bestimmungen (z.B. “3-G-Regel”)