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AKTUELLE BERICHTE
Verlorenes Erbe (NÖ): Krupp-Villa in Berndorf, 1945 ausgebrannt, 1957 abgerissen
/ Berichte /Niederösterreich / Baden bei Wienvon IDM_adminIn der sehenswerten TV-Serie „Verlorenes Erbe“ (von Rupert Reiter-Kluger) im ORF 2-Vorabendprogramm (“Studio 2”) wurde am 23. September 2021 die Krupp-Villa am Brand in Berndorf behandelt. ORF-FERNSEHBEITRAG: https://tvthek.orf.at/profile/Archiv/7648449/Berndorf-und-die-Rache-am-Uebervater/14111578/Berndorf-und-die-Rache-am-Uebervater/15026853. Die ab 1892 vom Architekten Ludwig Baumann geplante und bis 1895 errichtete neobarocke, palaisartige Villa (historisches Foto) lag auf einer 40 Meter über der Stadt Berndorf gelegenen Geländeterrasse (zuvor wurde das „Schweizer-Häuschen“, 1869 erbaut von Hermann Krupp, Arthur Krupp’s Vater, abgetragen). Die Villa, als Wohnsitz, Gästehaus und Repräsentationsbau der Krupp-Fabrik erbaut, wurde 1945 von Vandalen geplündert, in Brand gesetzt und schließlich 1957 abgerissen. Die Villa im Berndorfer Stadtteil Brand lag in direkter Sichtachse zur Berndorfer Pfarrkirche hl. Margareta, die ebenfalls auf einem Hügel lag, der Kruppschen-Fabrik und der Stadt Berndorf. Der österreichische Künstler Richard Kauffungen schuf die Bildhauerarbeiten. Die Wohnräume der Villa orientierten sich nach außen zu Stadt und Landschaft, im Inneren lag ein zweigeschoßiger Zentralraum. Die 13 mal 13 Meter große Empfangshalle war von einem gläsernen Dach gedeckt. Dicht geschmückt mit Luxusgütern wie Kunstwerken, edler Möblierung und exotischen Pflanzen, war der Raum repräsentatives Kernstück des Hauses. Ein gedeckter, innen liegender Garten, wie Architekt und Krupp-Villa Spezialist Leonhard Panzenböck es ausdrückt. Bis heute erhalten geblieben sind die Fundamente dieser ehemals imposanten Gründerzeitvilla sowie die beeindruckenden, halbkreisförmigen Felskolonnaden [-arkaden] der Krupp-Villa (steinerne Loggien bzw. in den Felsen gehauene, grottenartige Nischen, die den abgetragenen Hang stützen) mit riesigen Steinfratzen, die die Villa eingerahmt haben. Beeindruckend auch die aus Metall geformten Blumen an den Einfahrtspfeilern – Meisterwerke aus der Zeit der Secession. Ebenso erhalten haben sich ein 53,5 Meter langer Zufahrtstunnel, ein Steinbogen und drei, heute denkmalgeschützte Portierhäuser. 1964 sollten an Stelle der Krupp-Villa in aufgelockerter Bauweise Ein- und Mehrfamilienwohnhäuser entstehen, doch diese Pläne kamen zum Glück nicht zu einer Ausführung. 2015 wurde das Areal an einen Gastwirt und Unternehmer verkauft. Man darf gespannt sein, welche Pläne nun für eine weitere Nutzung gewälzt werden. ORF-FERNSEHBEITRAG ANSEHEN (6 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Archiv/7648449/Berndorf-und-die-Rache-am-Uebervater/14111578/Berndorf-und-die-Rache-am-Uebervater/15026853 (23.9.2021, ORF-Studio 2: „Berndorf und die Rache am Übervater“; ursprünglich hieß der Fernsehbeitrag am Tag seiner Veröffentlichung: „Dunkles Geheimnis von Berndorf“) Die österreichische Linie der Familie Krupp hatte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts aus einem 300 Einwohner Dorf bis kurz vor dem 1. Weltkrieg eine 12.000 Einwohner zählende Stadt gemacht. Basis dafür war die von der deutschen Unternehmerfamilie Krupp aus Essen 1843 gegründete Berndorfer Metallwarenfabrik (bekannt vor allem das Berndorfer Besteck). Das größte Wachstum erlebte die Fabrik unter der Leitung von Arthur Krupp (*1856, +1938). „Wer hat die Villa angezündet?“ wird im ORF-Fernsehbeitrag gefragt, und auch über mögliche Feinde der Familie Krupp spekuliert. Der Bürgermeister Franz Rumpler erklärt: „Es werden Namen genannt, aber es ist nichts bewiesen und niemand verurteilt worden.“ Die Polizei hatte damals nicht nachgeforscht, aber es gibt bis heute viele Gerüchte, unter anderem wird den Kommunisten die Tat nachgesagt. Der frühere Museumsleiter Reinhard Muschik (ehem. Kustos, Museum Berndorf) erklärt, manche bezeichneten Krupp als Todfeind der Arbeiter, obwohl er so viel Positives für die Gemeinde gemacht hat (in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung erbaute er drei Schulen (mit den berühmten Berndorfer Stilklassen), zwei Kirchen, eine Konsumanstalt, ein Casino, ein Freibad, ein Theater sowie unzählige Wohnbauten). Krupps berühmtes Theater wäre auch beinahe abgerissen worden, doch wurde es nach starken Vereinfachungen wieder in seine alte Pracht restauriert. Nebenbei: Zur selben Zeit (26./27.4.1945) brannte auch das benachbarte Schloss Fahrafeld der Grafen Wimpffen (ebenso deutschen Geschlechts) in der Gemeinde Pottenstein ab, auch dieses wurde zuvor geplündert (nur sehr mehr wenige Spuren blieben bis heute erhalten). Die drei erhaltenen Portierhäuser der Krupp-Villa in Berndorf stehen in der Anton Wildgans-Straße 6, Vöslauer Straße 34 sowie in der Leobersdorfer Straße 17 (vgl. Denkmalliste Berndorf Wikipedia). Linktipps / Quellen: Geocaching-Spaziergang zur abgerissenen Krupp-Villa: https://www.geocaching.com/geocache/GC1H7B2_am-brand?guid=459d0160-e3e4-4887-8b0f-9cce6edb9465 Das Grundstück der Krupp-Villa heute in Luftaufnahmen, der „Garten am Brand“: https://leonhardpanzenboeck.com/garten-am-brand „Kolonnaden [richtig: Arkaden] der ehem. Krupp-Villa“ in Berndorf auf Unterirdisch.de (Das Forum für vergessene Orte, Geschichte und Technik; mit vielen Fotos): https://unterirdisch.de/index.php?threads/kolonnaden-der-ehem-krupp-villa-in-berndorf.14409 Diplomarbeit Leonhard Panzenböck, 2018: Villa am Brand – Interpretation und Rekonstruktion, siehe: https://repositum.tuwien.at/handle/20.500.12708/3440. (Die 226-seitige Diplomarbeit als .PDF). Der stillgelegte Garten – Stipendiat Leonhard Panzenböck berichtet über sein Diplomthema (Juni 2016): https://www.detail.de/artikel/der-stillgelegte-garten-stipendiat-leonhard-panzenboeck-berichtet-ueber-sein-diplomthema-27920 X-Akte Triestingtal: Tunnel in eine andere Welt und das unrühmliche Schicksal der Krupp-Villa. Der Industrielle Arthur Krupp ließ 1893 hoch über Berndorf eine Villa errichten, die 1945 abbrannte. Ein Tunnel führt auf das mystische Gelände ‚am Brand‘ (26.5.2021): https://www.meinbezirk.at/triestingtal/c-lokales/tunnel-in-eine-andere-welt-und-das-unruehmliche-schicksal-der-krupp-villa_a4643333 Das denkmalgeschützte Portierhaus der Krupp-Villa in der Leobersdorfer Straße 17 „verfällt aber leider zusehends“, heißt es in der Beschreibung des 11 Minuten Video: „UrbEx: ehem. Portier-Haus der Krupp Villa in Berndorf“ (21.4.2020) auf dem Youtube-Kanal Graustufe. Medienbericht: 8. April 2015, Niederösterreichische Nachrichten (NÖN) Berndorf: Stadtjuwel „Der Brand“ verkauft. Erneuter Besitzerwechsel des ehemaligen Krupp-Areals sorgt für Stirnrunzeln bei der Bevölkerung. Wird es nun zugänglich? https://www.noen.at/baden/berndorf-stadtjuwel-der-brand-verkauft-top-4124838 Literatur: Rudolf Kolowrath, Ludwig Baumann, Architektur zwischen Barock und Jugendstil, Wien 1985
Währinger Bad (Wien) Höherwidmung – Stellungnahme Planentwurf 8280
/ Stellungnahmen /Wien 1180, Währingvon IDM_adminStellungnahme der Initiative Denkmalschutz zum Planentwurf 8280 Für das Gebiet zwischen Klostergasse, Staudgasse, Lacknergasse und Schulgasse im 18. Bezirk, Katastralgemeinde Währing und Weinhaus Einleitung: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historisch wertvollen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Ebenso möge die Anzahl der Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand angepasst werden. Durch diese Maßnahme – und durch die Festsetzung einer Schutzzone – wird am ehesten der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Die Stellungnahme im Detail: Klostergasse 27, ehemaliges Währinger Bad (Tröpferlbad). Erbaut 1898 vom Wiener Stadtbauamt mit turmartig überhöhtem Mittelrisalit, Nutung. Inneres umgestaltet. Der aktuell gültige Flächenwidmungs- und Bebauungsplan (Plandokument 7505 aus dem Jahr 2003) mit Bauklasse II (bis 12 Meter Gebäudehöhe) soll laut vorliegendem Planentwurf auf Bauklasse III (16 Meter) erhöht werden. Dies wird grundsätzlich kritisch gesehen, da erfahrungsgemäß Höherwidmungen von Bestandsgebäuden eine mögliche optische Entstellung oder gar Abriss – auch in Schutzzonen – begünstigen. Insbesondere besteht durch eine mögliche Aufstockung die Gefahr, dass die optische Wahrnehmung des turmartigen Mittelrisalits stark beeinträchtigt wird. Die „Besondere Bebauungsbestimmung“ „nur für Bildungs- und Betreuungszwecke sowie soziale Zwecke“ (BB1) wird hingegen begrüßt. Auf jeden Fall wäre vorab darauf zu achten, dass die Erhaltung der Fassade (dreigeschoßig + Souterrain) nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten vertraglich garantiert wird, bevor ein solcher Mehrwert durch eine größere Bebauungsmöglichkeit rechtlich beschlossen wird. Lacknergasse 98, steht per Bescheid unter Denkmalschutz. Beschreibung Dehio-Handbuch (1996): „Ehem[alige]. Kinderschutzstation, heute Männerheim St. Josef der Caritas, erb[aut]. 1907 von Josef Plečnik, b[e]m[er]k[ens]w[erter]. Stahlbetonbau in streng stilisierten Neoempire-Formen mit Pilastergliederung und secessionistisch-antikisierendem gemalten Friesdekor im Obergeschoß, plastische Akzente durch gerade Fensterverdachungen auf kräftigen Konsolen; in der Eingangsachse 3armige Treppe, Innenumbau 1938/39.“ Unser Verein Initiative Denkmalschutz gewinnt den optischen Eindruck, dass die „Bauklasse III 13 m“ nicht dem Bestand entspricht, sondern höher ist. Es wird daher vorgeschlagen, die Bauklasse exakt dem kulturhistorisch äußerst wertvollem Bestand anzugleichen. Abschließend wird nachdrücklich vorgeschlagen, für die Schutzzone die entsprechenden Architekturteile in einen Katalog nach § 7 (4) Wiener Bauordnung aufzunehmen, sodass auch diese einen rechtsverbindlichen Bestandteil des Bebauungsplanes bilden. Markus Landerer und Dr. Gerhard Hertenberger, im Namen der Initiative Denkmalschutz, Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.initiative-denkmalschutz.at, mobil: +43 (0)699 1024 4216 www.facebook.com/initiative.denkmalschutz https://twitter.com/iDenkmalschutz Fuchsthallergasse 11/5, 1090 Wien, Österreich email: ZVR-Nr.: 049832110 Literatur: – Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Wien X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk (Hrsg. Bundesdenkmalamt), Wien 1996, Seite 498 ff. – Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band III/2, Wien 13.-18. Bezirk, Salzburg und Wien 1995, Seite 232 PS: Die öffentliche Auflage dieses Planentwurfs war vom 12. August bis 23. September 2021 (https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/flaechenwidmung/aktuell) Linktipps: – Lesetipp: 18. April 2019, WienSchauen: Währinger Bad: Schützt Gesetz vor Abriss? https://www.wienschauen.at/waehringer-bad-schuetzt-gesetz-vor-abriss-klostergasse-27 – Währinger Bad, Fotos von Erich J. Schimek / Initiative Denkmalschutz: https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157703007642564


Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz
Welterbe Wien: Heumarkt-Deklaration – Vom Turm zum Hochhausriegel! – Offener Brief von 13 NGOs und 36 Fachleuten an die UNESCO in Paris
/ Presseaussendungen /Wien 1030, Landstraße von IDM_adminAPA-OTS-Presseaussendung – Mittwoch, 18. März 2020, 12:17 Uhr Welterbe Wien: Heumarkt-Deklaration – Vom Turm zum Hochhausriegel! – Offener Brief von 13 NGOs und 36 Fachleuten an die UNESCO in Paris Die Stadt Wien meint, den unverhandelbaren UNESCO-Vorgaben mit einem „Kompromiss“ begegnen zu können, der keiner ist – Das Projekt ist heute unangebrachter denn je Wien (OTS) – Heute haben die Österreichische Gesellschaft für Architektur gemeinsam mit der Architekturstiftung Österreich, DOCOMOMO Austria, Europa Nostra Austria, IG Autorinnen Autoren, Initiative österreichische Kunst- und Kulturschaffender gegen das Hochhausprojekt am Wiener Heumarkt, Initiative Denkmalschutz, Initiative Stadtbildschutz, Institut für Ökologischen Städtebau, Österreichische Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege, Österreichische Gesellschaft für historische Gärten, Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur sowie ORTE Architekturnetzwerk NÖ eine DEKLARATION ZUM HEUMARKT-PROJEKT an das UNESCO-Welterbezentrum in Paris geschickt. [siehe auch: https://oegfa.at/aktuelles/haumarkt-erklaerung] Die 13 NGOs sowie 36 ExponentInnen der Fachwelt appellieren neuerlich an die Öffentlichkeit und fordern den sofortigen Stopp des Projekts und eine deutliche Reduktion des Bauvolumens. Der von der Stadt Wien vorgeschlagene „Kompromiss“ ist kein Kompromiss! Er ist ein kaum verschleierter Versuch, die UNESCO, die Bundesregierung und die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Rückfragen & Kontakt: Christian Kühn: Gerhard Ruiss: Andreas Vass: , 0664 205 15 42 Markus Landerer, 0699 / 1024 4216 Initiative Denkmalschutz
Rankweil (Vbg.): Denkmalgeschützte Häusle-Villa abgebrannt
/ Berichte /Vorarlberg / Feldkirchvon IDM_adminDenkmalgeschütztes Häusle-Villa ausgebrannt. In der Gemeinde Rankweil ist in der Nacht auf Sonntag (14./15.3.2020) in der 1902 erbauten Heimatstil-Villa ein Feuer ausgebrochen (St.-Peter-Gässele 1). Das seit Jahren unbewohnte Gebäude – vom erfolgreichen Rankweiler Sticker Johann Marte erbaut – war erst vor kurzem von der Gemeinde erworben worden. +++ Brandeinsatz-Bericht (Fireworld.at): https://www.fireworld.at/2020/03/15/vbg-denkmalgeschuetzte-haeusle-villa-in-rankweil-in-vollbrand +++ Älterer Bericht (2016): Lange hat das Bundesdenkmalamt mit dem Eigentümer der denkmalgeschützten Villa Häusle über eine dringend notwendige Bestandssicherung verhandelt. Laut Denkmalamt mussten das Dach und mehrere Fenster der 1902 im Heimatstil erbauten Villa (Dehio) abgedichtet werden, um weitere Schäden zu verhindern. Nachdem mehrere Fristen verstrichen waren und seit Herbst eine Finanzierungszusage des Denkmalamtes vorliegt, hat die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch die Umsetzung in per Bescheid angeordnet. Siehe: „Gemeinde hat Häusle-Villa gekauft“ (16.12.2019; Vorarlberg Online): https://www.vol.at/gemeinde-hat-haeusle-villa-gekauft/6459968; „Notmaßnahmen bei Häusle Villa abgeschlossen“ (7.3.2016; Vorarlberg Online): https://www.vol.at/rankweil/notmassnahmen-bei-haeusle-villa-abgeschlossen/4645396; „Bürgerforum: ‚Juwel‘ Häusle-Villa der Gemeinde erhalten. Notsicherungsmaßnahmen an Häusle-Villa sollen noch vor dem Winter starten“ (29.10.2015; Vorarlberg Online): https://www.vol.at/buergerforum-juwel-der-gemeinde-erhalten/4502023 (vgl. Meldung: „Notmaßnahmen für Häusle Villa“ (Marktgemeinde Rankweil): https://www.rankweil.at/aktuell/notmassnahmen-fuer-haeusle-villa). +++ Kurzbeschreibung in Denkmalliste (Wikipedia): Villa Häusle, Wohngebäude und Stickereigebäude: „Die zweigeschoßige Villa mit geschwungenem Giebel und turmartigem Aufbau im Nordosten wurde 1902 errichtet.“ (Quelle: Denkmalliste Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Rankweil). +++ Fotos der Häusle-Villa (Wikimedia Commons): https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Villa_H%C3%A4usle_(Rankweil)?uselang=de.
Wien Mariahilf: Stellungnahme Planentwurf Nr. 8172
/ Stellungnahmen /Wien 1060, Mariahilf von IDM_adminWichtiger Erfolg für unseren Verein: Fast alle Schutzzonen-Empfehlungen der Initiative Denkmalschutz (Stellungnahme vom 27. November 2018) wurden jetzt im Planentwurf umgesetzt! Stellungnahme zum Entwurf Flächenwidmungs- und Bebauungsplan 8172 Für das Gebiet zwischen Gumpendorfer Straße, Esterházygasse, Linke Wienzeile, Anilingasse und Grabnergasse im 6. Bezirk, Katastralgemeinde Mariahilf Der Verein Initiative Denkmalschutz gibt folgende Stellungnahme ab: Einleitung: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historisch wertvollen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Ebenso möge die Anzahl der Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand angepasst werden. Dadurch wird auch am ehesten – neben der Festsetzung einer Schutzzone – der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Anmerkung: Wir beziehen uns in dieser Stellungnahme für Schutzzonenerweiterungen primär auf die Außenerscheinung der Gebäude. Im Wissen, dass so manche Objekte eine unscheinbare bzw. im Verlauf von Jahrzehnten stark vereinfachte Fassade haben, im Inneren aber durchaus erhaltenswerte Bausubstanz aufweisen können, ist immer eine eingehende Untersuchung des Objektes notwendig. Da uns ein solcher Befund mangels Zutritt zu vielen Objekten und aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist, empfehlen wir den Verantwortlichen, immer auch die innere Bausubstanz bei Schutzzonenerweiterungen zu berücksichtigen. Die Stellungnahme im Einzelnen: Die Schutzzonenausweisungen und die teilweise geplanten Schutzzonenerweiterungen werden ausdrücklich begrüßt, insbesondere die Verbesserungen seit der letzten öffentlichen Auflage mit der gleichen Planentwurfs-Nr. 8172 vom 25. Oktober bis 6. Dezember 2018. Unsere Empfehlungen wurden insofern umgesetzt, als nun die Häuser Sandwirtgasse 3 und 5, Turmburggasse 16 sowie Linke Wienzeile 108 sowie Nr. 128-130 Aufnahme in die Schutzzone gefunden haben. Sandwirtgasse 3: erbaut 1887 (Architekt Rzehaczek), einfache streng historistische Fassade mit Dreiecksgiebeln im ersten Obergeschoß, 1902 aufgestockt (sowie eine weitere rezente, nach 1997 erfolgte Aufstockung um ein Geschoß). Später Teil des ehemaligen „Jubiläumsspital des Kaiser-Franz-Josef-Ambulatoriums“ (vgl. Sandwirtgasse 5) Sandwirtgasse 5: Ehemaliges „Jubiläumsspital des Kaiser-Franz-Josef-Ambulatoriums“, 1911 erbaut, Architekt Moses Löw, ursprüngliche Fassade nur im Erdgeschoß erhalten, sonst Dekor abgeschlagen. Monumentale Portalanlage mit Relief Kaiser Franz Josephs und originalen Kandelabern. An Fassade Aufschrift „Haus der Jungen Arbeiter“ (Vgl. Wikipedia-Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser_Franz_Joseph-Ambulatorium_und_Jubil%C3%A4umsspital) Turmburggasse 16: erbaut 1882, Architekt Ludwig Wächtler, zweigeschoßiges „Bürgerpalais“ mit variierenden Fensteraedikulen, das kräftige Kranzgesims ging leider durch die Aufstockung (zw. 1993 und 2010) verloren. Unser Kommentar in der Stellungnahme vom 27. November 2018: „Das Gebäude Sandwirtgasse 5 wäre schon allein wegen seiner bemerkenswerten, originalen Portalanlage erhaltenswert. Die beiden Häuser Sandwirtgasse 3 und Turmburggasse 16 sind weiterhin durch ihr historisches Fassadenbild – wenn auch ergänzt durch Aufstockung – weiterhin schutzwürdig (so wie auch das nicht für die Herausnahme aus der Schutzzone geplante, rezent aufgestockte Haus Sandwirtgasse 12).“ Linke Wienzeile 108: erbaut 1912, Architekt N. Worell, seitliche Erker, secessionistischer Dekor mit Felderteilung und Kränzen; Eulenreliefs über Eingang. Linke Wienzeile 128 und 130: 1937-1938 von Architekt Franz Kühnel erbaut, stellen die Häuser einen seltenen Vertreter aus der Zeit des Ständestaates dar. „Zwei Erker, dessen obere Enden durch Balkone bekrönt und die am unteren Ende durch einen Balkon U-förmig verbunden sind, dominieren die Fassade. Das Erdgeschoss und der oberste Stock sind mittels durchgehender Balkone über Gurtgesimsen abgesetzt.“ (Quelle: Andreas Suttner, Das schwarze Wien. Bautätigkeit im Ständestaat 1934-38, Wien – Köln – Weimar 2017, S. 197 u. 222) In diesem Zusammenhang wird jedoch bedauert, dass das Haus Hofmühlgasse 6 (Ecke Mollardgasse 7) in der Zwischenzeit für die Adaptierung der Ubahn-Station Pilgramgasse (U2-Erweiterung) abgerissen wurde. Hofmühlgasse 6 (Ecke Mollardgasse 7): Frühhistoristisches Zinshaus, erbaut 1859, Architekt/Baumeister Gebhard Schneider, seichte Mittel- und Eckrisalite. An diesen im ersten Obergeschoß Dreiecksgiebel, von Maskenkonsolen getragenes Kranzgesims. +++ Unser damaliger Kommentar in der Stellungnahme vom 27.11.2018: „Das Haus soll für den U2-Erweiterungsbau der Ubahn-Station Pilgramgasse abgerissen werden. Es wäre wünschenswert, wenn die Fassade trotzdem weitgehend erhalten werden könnte.“ Abschließend wird vorgeschlagen für die Schutzzone die entsprechenden Architekturteile in einen Katalog nach § 7 (4) Wiener Bauordnung aufzunehmen, sodass auch diese einen rechtsverbindlichen Bestandteil des Bebauungsplanes bilden. Markus Landerer und Claus Süss im Namen der Initiative Denkmalschutz — Initiative Denkmalschutz Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter Fuchsthallergasse 11/5 1090 Wien, Österreich www.initiative-denkmalschutz.at mobil: +43 (0)699 1024 4216 email: (ZVR-Nr.: 049 832 110) Literatur/Quellen: – Andreas Suttner, Das schwarze Wien. Bautätigkeit im Ständestaat 1934-38, Wien – Köln – Weimar 2017 (im Internet abrufbar unter: https://oapen.org/download?type=document&docid=628294) – Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Wien II. bis IX. und XX. Bezirk (Topographisches Denkmälerinventar, Hrsg. Bundesdenkmalamt), Wien 1993 – Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band III/1, Wien: 1.-12. Bezirk, Salzburg und Wien 1990 – Kunsthistorische Arbeitsgruppe „GeVAG“, Wiener Fassaden des 19. Jahrhunderts – Wohnhäuser in Mariahilf (Studien zu Denkmalschutz und Denkmalpflege), Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Wien – Köln – Graz, 1976 – Kulturgüterkataster der Stadt Wien (Wien Kulturgut: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public) – Architektenlexikon Wien 1770-1945 (Architekturzentrum Wien): https://www.architektenlexikon.at
Wien – Verlorenes Erbe: Die alten Markthallen
/ Berichte /Wien, allgemein von IDM_adminIn Wien gab es einmal sieben Markthallen. In der Rubrik “Verlorenes Erbe” (jeden Dienstag ab 17:30 Uhr auf ORF 2) in der Sendung “Studio 2 werden sie diesmal (10.3.2020) vorgestellt. ORF-FERNSEHBERICHT (6 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14044244/Markthallen-in-Wien/14659526. Die größte Markthalle befand sich im 3. Bezirk gegenüber der UBahn-Station Wien-Mitte und war mit zwei weiteren Hallen baulich verbunden. nannte sich Zentralmarkthalle bzw. Großmarkthalle. Die letzte Stunde schlug dieser größten Hallen in den späten 1960er-Jahre für ein großes Bauprojekt (Großmarkthalle in der Vorderen Zollamtsstraße 17, heute dort das Hotel Hilton, auf Geschichte WienWiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Gro%C3%9Fmarkthalle). +++ Eine weitere Markthalle befand sich im 1. Bezirk in der Zedlitzgasse, das heutige Umspannwerk ersetzte 1969 die erste Wiener Markthalle, die so genannte Zedlitzhalle, die nach Pariser Vorbild 1871 errichtet wurde. Eine weitere Markthalle befand sich in der Burggasse (7. Bezirk), wo sich heute ein Park befindet. Ebenso befand sich eine Detailmarkthalle neben dem Rathaus, die nach Kriegsschäden zum Forum Kino umgebaut wurde. Das Gebäude wurde 1972 abgerissen. Die letzte abgerissene Halle stand im 4. Bezirk, die Phorushalle in der gleichnamigen Gasse. Jugendliche Besetzer wollten den Abriss 1979 verhindern, doch vergebens. Heute befindet sich dort ein Pensionistenheim. Erhalten hat sich bis heute die Markthalle in Nußdorfer Straße 22 (Ecke Alserbachstraße im 9. Bezirk) und steht deswegen unter Denkmalschutz, siehe Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Markthalle_Nussdorfer_Stra%C3%9Fe. +++ Linktipp: Die Detailmarkthallen in Wien auf Geschichte WienWiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Detailmarkthalle.
Graz (Stmk.): Barockruine am Rosenhain wegen „Gefahr in Verzug“ gesperrt
/ Berichte /Steiermark / Grazvon IDM_adminIn der Max-Mell-Allee 39 am Rosenhain im 3. Grazer Bezirk Geidorf befindet sich eine denkmalgeschützte Ruine. Das ehemalige Sommerrefektorium der Jesuiten, das in den 1980er-Jahren nach einem elektrischen Kurzschluss ausbrannte. Jetzt wurden durch massive Winde im Februar Mauerteile locker, sodass „Gefahr in Verzug“ attestiert wurde und das Areal mit einem Bauzaun abgesperrt wurde. In den nächsten Wochen werden Sicherungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und den Behörden gesetzt. Graz-at-Artikel weiterlesen: https://www.graz.at/cms/beitrag/10346499/8144945/GBG_musste_Jesuitenrefektorium_sperren.html (Artikel: „GBG musste Jesuitenrefektorium sperren“) +++ Im November 2019 hatte die Karl-Franzens-Universität vor, die Ruine zu kaufen und dem Gebäude neues Leben einzuhauchen: https://futter.kleinezeitung.at/geisterhaus-am-rosenhain-soll-verkauft-werden (Quelle: Futter-Kleinezeitung-Artikel 19.11.2019: „Geisterhaus am Rosenhain soll verkauft werden“) +++ Beschreibung des ehem. Sommerrefektoriums im Dehio-Handbuch (Hrsg. Bundesdenkmalamt, 1979, S. 138): „erb[aut] 1654 (Schornstein ehem. dat. 1654), 1952 Neubedachung und notdürftig gesichert; schlechter Erhaltungszustand. An der Fassade Freskenreste, u. a. Erzengel Michael. Rustiziertes Rundbogen-Steinportal mit Maskaron-Schlußstein, bekrönender bauplastischer Schmuck (Putti mit Kartusche) fast zur Gänze fehlend, 1654; schmiedeeisernes Oberlichtgitter. An der Hoffront gleichzeitiges Rundbogen-Steinportal mit schmiedeeisernem Oberlichtgitter. Innen zerstörte bar[ocke] Wandmalereien.“ (vgl. https://bda.gv.at/publikationen/details/dehio-graz-die-kunstdenkmaeler-oesterreichs) +++ Das „Ehem. Sommerrefektorium der Jesuiten“ in der Denkmalliste auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Graz/Geidorf.
Saalfelden (Sbg.): Drei Altstadthäuser vor Abriss
/ Berichte /Salzburg / Pinzgau (Pol. Bez. Zell am See)von IDM_adminDer Bürgermeister von Saalfelden hat der Raika Saalfelden die Abbruchbewilligung für den 350 Jahre alten Liendlwirt in der Lofererstraße 3 erteilt. Die Grünen rund um Ferdinand Salzmann sind empört, denn der Bürgermeister hat nur fünf Tage nach Antragstellung des Abrissantrags am 7. Februar, die Abbruchbewilligung erteilt. Bereits im November hatten die Grünen noch ein Erhaltungsgebot und die Ausweisung eines Ortsbildschutzgebiets gestellt. Dass der Bürgermeister die Abbruchbewilligung erteilt hat, bevor die Anträge im Bauausschuss behandelt worden sind, empört die Grünen. Ebenso abgerissen werden sollen das gelbe Walischkramerhaus in der Lofererstraße 1 und das alte Hutmacherhaus in der Almerstraße 9. Krone-Artikel weiterlesen (24.2.2020): https://www.krone.at/2103795; +++ Ältere Medienberichte: „Saalfelden: Debatte um neues Stadtzentrum“ (20.11.2019, ORF): https://salzburg.orf.at/stories/3022445; „Drei Häuser kommen weg: Große Umbaupläne mitten im Zentrum von Saalfelden“ (20.11.2019, Krone): https://www.krone.at/2045737.
Wien-Favoriten: Bahngebäude demoliert
/ Berichte /Wien 1100, Favoriten von IDM_adminDer 10. Bezirk Favoriten ist seit Anfang 2020 um zwei historische Gebäude ärmer. Eines davon war ein Verwaltungsgebäude der Bahn in der Laxenburger Straße 4 (nördlich Kreuzung Landgutgasse). Die über 100 Jahre alten Bauten wurden mit ausdrücklicher Zustimmung der Magistrate abgerissen. Damit ist die Chance vertan, die Altbauten in das Stadtentwicklungsgebiet “Neues Landgut” beim Hauptbahnhof zu integrieren. Nur die historischen Hallen bleiben erhalten, darunter die so genannte Gösserhalle. Die zentrale Frage ist: Warum haben die Magistrate die Abrisse genehmigt, obwohl erst 2018 das Gesetz zum Schutz alter Häuser verschärft wurde? WienSchauen-Artikel weiterlesen: https://www.wienschauen.at/favoriten-bahn-gebaeude-demoliert. +++ ORF-Fernsehbericht über die geplanten Neubauten („Favoriten bekommt einen neuen Stadtteil“, 5.3.2020.): https://tvthek.orf.at/profile/Wien-heute/70018/Wien-heute/14043773/Favoriten-bekommt-einen-neuen-Stadtteil/14656761; ORF-Bericht lesen „In Favoriten entsteht ‚Neues Landgut‘„: https://wien.orf.at/stories/3037649 +++ Öffentliche Auflage Entwurf Flächenwidmungs- und Bebauungsplan (jede/r Bürger/in kann bis inklusive 16. April 2020 eine Stellungnahme dazu abgeben) Planentwurf Nr. 8296: https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/flaechenwidmung/aktuell/8296.html +++ Die Gösserhallen am Gelände Laxenburger Straße 2a-4, Fotos von Erich J. Schimek für die Initiative Denkmalschutz: https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157711236392248; Teilabriss September 2019 Fotos (Erich J. Schimek): https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157711236392248.
Kremser Schillerstraße: Welterbebeirat nicht gegen Abriss
/ Berichte /Niederösterreich / Krems-Stadtvon IDM_adminDie beiden Gebäude Schillerstraße 2-4 liegen in der Kernzone des UNESCO-Welterbes Wachau, trotzdem sollen die Häuser einem Neubauprojekt weichen, denn die Häuser stehen nicht unter Denkmalschutz und befinden sich in keiner Schutzzone. Jetzt hat auch der Welterbebeirat keine Einwände gegen einen möglichen Abriss geäußert. (Der Welterbebeirat setzt sich aus drei stimmberechtigten Mitgliedern zusammen: Mag. Ruth Pröckl, Bundeskanzleramt, als „State Party“ zuständig für das Welterbe in Österreich; Mag. Martin Grüneis, Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Kunst und Kultur, sowie Mag. Roman Janacek, Region Wachau, Bürgermeister der Gemeinde Bergern. Quelle: https://www.weltkulturerbe-wachau.at/weltkulturerbe-wachau/management). NÖN-Artikel weiterlesen (2.3.2020): https://www.noen.at/krems/krems-beirat-gibt-gruenes-licht-fuer-bauprojekt-krems-bauprojekt-schillerstrasse-194746759. Gleichzeitig wird 20 Jahre Welterbestatus Wachau gefeiert. NÖN-Artikel weiterlesen (7.3.2020): https://www.noen.at/krems/20-jahr-jubilaeum-wachau-feiert-welterbe-status-krems-welterbe-wachau-194751180. +++ Älterer iD-Bericht (12.2.2020): Noch 1999 hat das Bundesdenkmalamt den Abschnitt bei der Schillerstraße 2-4 für Denkmalschutzwürdig erachtet. Doch eine aktuelle Überprüfung seitens des Denkmalamtes ergab jetzt, dass die Bedeutung die Einleitung eines Unterschutzstellungsverfahrens nicht rechtfertigt. Jetzt liegt der Ball wieder bei der Stadt Krems, denn diese könnte Schutzzonen verordnen, doch auch eine solche könnte zu spät kommen für diese beiden Häuser. NÖN-Artikel (12.2.2020) weiterlesen: https://www.noen.at/krems/ball-liegt-nun-bei-stadt-kremser-schillerstrasse-denkmalamt-haelt-sich-zurueck-krems-bundesdenkmalamt-schutzzone-bau-190749297 +++ iD-Bericht (7.2.2020): Aktueller Anlassfall Schillerstraße 2-4: In der Bevölkerung wächst die Sorge um den historischen Baubestand in Krems. Eine Entwicklung, die nun die Politik zum Handeln zwingt. Die Schutzzone ist als Möglichkeit für Gebäude entdeckt worden, die – wenn sie nicht unter Denkmalschutz stehen – vor einen möglichen Abriss gerettet werden können. Einen Sündenbock für die Bedrohung historischer Gebäude durch Bauträger hat die Opposition übrigens im Gestaltungsbeirat der Stadt Krems gefunden, dessen Mitglieder mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP neu bestellt wurde. NÖN-Artikel weiterlesen (7.2.2020): https://www.sn.at/salzburg/politik/305-gebaeude-koennten-auf-antrag-den-erhaltungsschutz-verlieren-83094025. +++Weitere Medienberichte in der NÖN: „Schillerstraße: Anrainer proben Aufstand wegen Bauprojekt“ (21.1.2020): https://www.noen.at/krems/krems-anrainer-proben-aufstand-wegen-bauprojekt-krems-bauprojekt-streit-richard-scholter-185792288 ; „Leserbrief: Schillerstraße braucht Schutzzone“ (27.1.2020): https://www.noen.at/leserbriefe/leserbrief-schillerstrasse-braucht-schutzzone-krems-leserbrief-187630700; „Schillerstraße: Suche nach Kompromiss wegen Bauprojekt“ (30.1.2020): https://www.noen.at/krems/krems-suche-nach-kompromiss-wegen-bauprojekt-krems-reinhard-resch-bauprojekt-187651797.
Wien-Kagran: Lorenz Kellner-Schule, Stellungnahme Planentwurf Nr. 7671G
/ Stellungnahmen /Wien 1220, Donaustadt von IDM_adminStellungnahme zum Entwurf Flächenwidmungs- und Bebauungsplan 7671G, 2. März 2020 Für das Gebiet zwischen Lorenz-Kellner-Gasse, Am langen Felde im 22. Bezirk, Katastralgemeinde Kagran Der Verein Initiative Denkmalschutz gibt folgende Stellungnahme ab: Einleitung: Grundsätzlich wird im Sinne der Erhaltung des örtlichen Stadtbildes und der Altstadterhaltung, also zur Gewährleistung des Bestandes, eine bestandsgenaue Widmung für die historisch wertvollen Objekte im Plangebiet sowohl in der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche vorgeschlagen. Ebenso möge die Anzahl der Hauptgeschoße mit einer besonderen Bestimmung (BB) exakt dem Bestand angepasst werden. Dadurch wird auch am ehesten – neben der Festsetzung einer Schutzzone – der Anreiz für Abbruch und Neubau vermieden. Die Stellungnahme im Detail: Das Schulgebäude in der Lorenz Kellner-Gasse 15 (Ecke Am langen Felde 3) steht unter Denkmalschutz (gemäß § 2a Denkmalschutzgesetz). Unerklärlich, wieso dieser seitens des Bundesdenkmalamtes als kulturell erhaltenswert beurteiltes Gebäude im aktuellen Planentwurf nicht für eine Schutzzone vorgesehen ist. Hier wird nachdrücklich eine Schutzzonenwidmung empfohlen. Weiters mögen die Baufluchtlinien dem Bestand exakt angepasst werden, insbesondere an den Nord-, Ost- und Südfassaden. Scharf kritisiert werden muss, dass im Erläuterungsbericht – anders als sonst üblich – weder das Baualter des im Plangebiet befindlichen Gebäudes angegeben wird, noch aus welcher Epoche es stammt. Es wird lapidar nur vom „Bestandsgebäude der Lorenz-Kellner-Schule ‚Zentrum für den Fachbereich Inklusion Diversität und Sonderpädagogik (FIDS)‘“ gesprochen (Seite 2). Wir empfehlen daher die Festlegung von Schutzzonen unter verstärkter Kooperation mit Fachbehörden, wie zum Beispiel dem Bundesdenkmalamt, und NGOs sowie unter Berücksichtigung entsprechender Fachliteratur, Dehio-Handbuch (Hrsg. Bundesdenkmalamt), Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert (Autor Friedrich Achleitner) usw. durchzuführen. Beschreibung im Dehio-Handbuch (Hrsg. Bundesdenkmalamt, Wien 1996, Seite 672): „Sonderschule der Stadt Wien, erb. 1908, 3geschossiger blockhafter Bau in Formen eines barockisierenden Heimatstils; Eckrisalite mit Neoempire-Dekor und Mansarddächern.“ Entwurf: Adolf Stöckl (Stadtbauamt), Ausführung: Georg Köhler. (Quelle: Achleitner-Buch, dort auf Seite 277 ausführliche Beschreibung des Baus). Foto auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Wien/Donaustadt#/media/Datei:Kagran_(Wien)_-_Lorenz-Kellner-Schule.JPG Abschließend wird nachdrücklich vorgeschlagen für die Schutzzone die entsprechenden Architekturteile in einen Katalog nach § 7 (4) Wiener Bauordnung aufzunehmen, sodass auch diese einen rechtsverbindlichen Bestandteil des Bebauungsplanes bilden. Markus Landerer und Claus Süss im Namen der Initiative Denkmalschutz — Initiative Denkmalschutz Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter Fuchsthallergasse 11/5 1090 Wien, Österreich www.initiative-denkmalschutz.at mobil: +43 (0)699 1024 4216 email: (ZVR-Nr.: 049 832 110) Literatur: – Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band III/3, Wien 19.-23. Bezirk, St. Pölten – Salzburg 2010, Seite 277 – Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Wien X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk, (Hrsg. Bundesdenkmalamt), Wien 1996, Seite 672 – Das Denkmalverzeichnis des Bundesdenkmalamtes: https://bda.gv.at/denkmalverzeichnis/#denkmalliste-gemaess-3-dmsg – Denkmalliste Wien-Donaustadt (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Wien/Donaustadt – Zur Person Adolf Stöckl im Architektenlexikon Wien: http://www.architektenlexikon.at/de/628.htm