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Abriss der „Jaray-Villa“

Der aktuelle Abriss der „Jaray-Villa“ in der Grinzinger Straße 39 (Bretschneidergasse 2) ist ein weiteres Beispiel für das Versagen der Altstadterhaltung in Wien. Wie zuletzt im Dezember 2007 im Falle der Villa in der Langackergasse 15 wurde nun wieder ein bedeutendes Bauwerk in Grinzing abgerissen. Wie so oft in den letzten Jahren stellt sich auch diesmal wieder die Frage nach der Nachhaltigkeit der derzeitigen Bemühungen der Stadt Wien zur Erhaltung ihres baukulturellen Erbes. Neben dem Problem des zum Teil ungenügenden Schutzes innerhalb der Schutzzonen, ist der aktuelle Abriss ein Beispiel für Objekte außerhalb von Schutzzonen, die zwar erhaltenswert, aber gänzlich ungeschützt sind (seit der Liberalisierung der Wiener Bauordnung 1996 ist nicht einmal mehr eine Abrissbewilligung nötig, sodass Abrisse jederzeit erfolgen können). Das Denkmalamt kann nur Objekte der 1. Kategorie unter Denkmalschutz stellen, sodass Objekte, der 2. Kategorie, die zumeist für das lokale Ortsbild von Bedeutung und somit prägend für den Ortsbildcharakter sind, durch den sprichwörtlichen Rost fallen. Ohne die Frage klären zu wollen, ob die von Architekt Karl Jaray geplante und im Jahr 1929 erbaute Villa mit charakteristischem und höchst eigenwilligem kurvenlinearen, hochgezogenen Dach 1. oder 2. Kategorie der Schutzwürdigkeit aufweist, so muss sich die Stadt Wien doch ihrer eigenen Verantwortung stärker bewusst werden. Die Voraussetzungen sind dafür bestens gegeben, da mit viel Akribie eine ausführliche Kulturgüterdatenbank erstellt wurde, in der auch diese Villa verzeichnet ist (siehe: www.kulturgut.wien.at) Die Initiative Denkmalschutz fordert daher eine großzügige Ausdehnung der Schutzzonen, wie sie bereits seit langem angedacht ist, aber bisher kaum umgesetzt wurde, wobei in Grinzing die Schutzzone 2005 sogar verkleinert (!) wurde. Foto: Jaray-Villa, Grinzinger Straße 39 (Ecke Bretschneidergasse 2), Wien-Döbling, Ortsteil Grinzing Fotograf: Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz, 28. Juli 2008 Literatur/Quellen/Links: – Proteste der Bewohner von Grinzing gegen den Abbruch des Hauses Bretschneidergasse (Komitee Weltkulturerbe für Grinzing) – Wiener Kulturgüterkataster, siehe www.kulturgut.wien.at – Architektenlexikon Wien 1880-1945 des AZW, siehe www.architektenlexikon.at, Eintrag Karl Jaray – Dehio Wien, X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk (Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs), 1996, Hrsg. Bundesdenkmalamt, Seite 566 Rückfragehinweis: Markus Landerer Mobil-Tel.: 0699 / 1024 4216 Verein ‚Initiative Denkmalschutz‘ Streichergasse 5/12 1030 Wien ZVR-Nr.: 049832110

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Komet Hochhaus: Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn droht Beeinträchtigung

Komet-Projekt nicht mit der UNESCO abgestimmt – Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn droht beeinträchtigung. Der Verein „Initiative Denkmalschutz“ begrüßt die Absetzung des Komet-Projekts von der Tagesordnung des morgen stattfindenden Planungsausschusses,da wichtige Fragen in Bezug auf das UNESCO-Weltkulturerbegebiet Schloss und Park Schönbrunn bis heute nicht geklärt sind. Das Hochhausprojekt, das eine Beeinträchtigung des UNESCO-Weltkulturerbegebietes Schönbrunn erwarten lässt (Zitat Erläuterungsbericht zum Flächenwidmungsplan: „Wiedererkennungsfaktor auch aus größerer Distanz“), wurde in dieser Form nicht mit dem „Internationalen Rat für Denkmalpflege“ (ICOMOS), dem Beratungsgremium der UNESCO in Weltkulturerbefragen, abgestimmt. Die Behauptung im Erläuterungsbericht auf Seite 8, dass das Projekt in der vorliegenden Form (bis zu 73 Meter Höhe) durch ICOMOS akzeptiert wurde, entspricht nämlich nicht den Tatsachen, wie die Recherchen des Vereins mittlerweile ergaben. „Initiative Denkmalschutz“ erwartet daher eine Abstimmung des Projekts mit ICOMOS und in der Folge eine deutlich niedrigere Höhenwidmung. Die Proponenten des Vereins haben bereits im Februar in ihrer Stellungnahme zum Flächenwidmungs- und Bebauungsplan darauf hingewiesen, dass die vorgesehene Gebäudehöhe (102 Meter über Wiener Null, das entspricht 73 Meter über Straßenniveau) eine Sichtbarkeit von Schloss und Park Schönbrunn erwarten lässt und es nicht bekannt sei, ob das Projekt in der vorliegenden Form durch ICOMOS akzeptiert wurde. Foto: Komet-Haus, Schönbrunner Schloßstraße 2 (links), Schönbrunner Straße 230 (rechts), 1120 Wien, Foto: Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz, Juni 2008 Rückfragehinweis: Claus Süss Mobil-Tel.: 0676 / 740 43 27 Verein ‚Initiative Denkmalschutz‘ Streichergasse 5/12 1030 Wien ZVR-Nr.: 049832110