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AKTUELLE BERICHTE
Südbahnhotel Semmering: Stellungnahme zur geplanten Umwidmung
/ Stellungnahmen /Niederösterreich / Neunkirchenvon IDM_adminStellungnahme der Initiative Denkmalschutz, 14. Mai 2024 Südbahnhotel Semmering: Stellungnahme zur geplanten Umwidmung Stellungnahme der Initiative Denkmalschutz zum örtlichen Raumordnungsprogramm (Örtliches Entwicklungskonzept und Flächenwidmungsplan) betreffend Bereich Südbahnhotel (Geschäftszahl 21.110-23/01) sowie „Teilbebauungsplan Areal Südbahnhotel“ (Geschäftszahl 21.120-24/01) in der Gemeinde Semmering (Niederösterreich). Das denkmalgeschützte ehem. Grand Hotel Südbahnhotel am Semmering, markant in die Kulturlandschaft gesetzt, ist ein außergewöhnlicher Gründerzeitbau aus der Jahrhundertwende und von herausragender kulturhistorischer Bedeutung für das Semmeringgebiet und für die gesamte Hotelarchitektur Mitteleuropas. „In seinem Stilpluralismus und seiner Vielgestaltigkeit ohne adäquates Vergleichsbeispiel in Österreich (Synthese aus alpinem Hotelbau, italienischem Palastbau der Hochrenaissance, sowie Villen-, Wehr- und Nutzbau).“ (Zitat aus: Dehio-Handbuch, Niederösterreich südlich der Donau, Hrsg. Bundesdenkmalamt, Horn/Wien, Seite 2222). Die baulichen Erweiterungsmöglichkeiten im Plangebiet, die hier ermöglicht werden sollen, werden äußerst kritisch gesehen, insbesondere, als das Bundesdenkmalamt keine gesetzliche Kompetenz hat, mögliche Beeinträchtigungen der visuellen Wahrnehmung hintanzuhalten (Stichwort: mangelhafter Umgebungsschutz; vgl. § 7 Denkmalschutzgesetz). Es wird dringend empfohlen, vor der Beschlussfassung im Gemeinderat, kompetente Fachmeinungen von unabhängigen NGOs und Institutionen einzuholen, wie z.B. von ICOMOS Austria (Internationaler Rat für Denkmalpflege), vom Denkmalbeirat beim Bundesdenkmalamt oder vom [Österreichischen] Kunstsenat. Ebenso notwendig erscheint es, zuvor eine fundierte öffentliche Diskussion zu führen, wie erste kritische Medienberichte die Notwendigkeit eines breiteren Diskussionsprozesses zeigen (Kurier, Ungemach am Semmering: Widerstand bremst Hotel-Projekte aus, 3.5.2024; Kurier, Über 80 Einwände: Widerstand gegen Hotelprojekt am Semmering, 14.5.2024; MeinBezirk.at, Widerstand gegen Tourismuspläne: Scharfer Gegenwind bei den Hotel-Plänen, Kommentar vom 9.5.2024). Aufgrund der schwierigen Beschaffung der Umwidmungsunterlagen (erst wenige Stunden vor Ablauf der Stellungnahmefrist gelang es unserem Verein die Unterlagen vollständig zu erhalten) kann unsere Stellungnahme nur eine grundsätzliche Kritik üben und nicht ausführlicher ausfallen, zumal auch die Umwidmungsunterlagen besonders umfassend sind. In diesem Zusammenhang wird scharf kritisiert, dass in Zeiten der Digitalisierung es der Gemeinde Semmering bis heute nicht möglich ist, die Unterlagen zur öffentlichen Auflage online auf der Website der Gemeinde Semmering zu veröffentlichen. Es wird daher nachdrücklich angeregt, dass auch die Gemeinde Semmering dies ehestbaldigst umsetzt. Mit freundlichen Grüßen Markus Landerer und Dr. Gerhard Hertenberger im Namen der Initiative Denkmalschutz Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter Fuchsthallergasse 11/5, 1090 Wien ZVR-Nr.: 049832110 PS: ORF-Medienbericht (15.5.2024; einen Tag nach Ende der Öffentlichen Auflage): Proteste gegen Hotelprojekte am Semmering: Heftige Diskussionen gibt es derzeit am Semmering um den geplanten Ausbau des Südbahnhotels und des Kurhauses, wie auch der „Kurier“ berichtet. Anrainer und Zweitwohnsitzer befürchten eine Zerstörung der Landschaft: https://noe.orf.at/stories/3257137
Initiative Denkmalschutz: Bankrott des Denkmalschutzes in Gries/Brenner – keine Schutzabdeckung nach 1 Jahr
/ Presseaussendungen /Tirol / Innsbruck Landvon IDM_adminAPA-OTS-Presseaussendung, 10. Mai 2024 Ressorts: KI, II – Stichworte: Architektur, Tirol, Politik, Recht, Kultur Initiative Denkmalschutz: Totalbankrott des Denkmalschutzes in Gries am Brenner. Ein Jahr nach Brand noch immer keine Schutzabdeckung Komplettes Behördenversagen in Tirol, dem auch das neue Denkmalschutzgesetz (ab 1.9.) nichts entgegen setzt. Skandalöse Auskunftsverweigerung durch Bezirksverwaltungsbehörde! Wien (OTS) – Morgen, Samstag, den 11. Mai, jährt sich der Brand beim denkmalgeschützten Gasthaus Weißes Rössl in der Gemeinde Gries, und noch immer steht das Dach offen. Somit konnten ganze 12 Monate(!) lang ungehindert Regen, Schnee und Frost dieses Kulturerbe schädigen. Unfassbar: Intensivpatient wird Intensivstation verwehrt! Die Behörden haben es bis heute nicht geschafft, eine dringend nötige Schutzabdeckung für das schwer beschädigte und offene Dach umzusetzen. Einem im Sterben liegenden Intensivpatienten wird seit einem ganzen Jahr(!) die Aufnahme auf die Intensivstation verwehrt! Was bringt ein Denkmalschutzgesetz, wenn Behörden komplett versagen? Es braucht dringend Nachschärfungen im neuen Denkmalschutzgesetz. Die Parlamentarische Bürgerinitiative „Wirkungsvoller Schutz gefährdeter Kulturgüter“ unseres Vereins ist aktuell im Petitionsausschuss in Bearbeitung. Chronologie des Behördenversagens: Gemäß § 31 Denkmalschutzgesetz hätte die Bezirksverwaltungsbehörde (BVB) bereits bei „Gefahr im Verzug“ – also wohl schon unmittelbar nach dem Brand – von sich aus handeln müssen, doch man wartete auf das Bundesdenkmalamt, das erst am 4.10. den formalen Antrag auf Sicherungsmaßnahmen an die BH Innsbruck (zuständige BVB), gestellt hat. Und auch diese kommt kaum in die Gänge, um ein akut gefährdetes Kulturdenkmal zu retten. Bezirkshauptmannschaft (BH) Innsbruck verweigert Auskunft. Nachdem in den Medien unterschiedliche Angaben zum Zeitpunkt der Antragstellung auf Sicherungsmaßnahmen zu lesen waren, wollte unser Verein es genau wissen und fragte nach. Doch während das Denkmalamt problemlos das Datum der Antragstellung nannte, weigerte sich die BH Innsbruck, uns das konkrete Datum des Einlanges bei ihr zu nennen. Initiative Denkmalschutz beeinsprucht Auskunftsverweigerung. Unser Verein hat nun auf unser Auskunftsbegehren vom 2.1. den ablehenden Bescheid vom 12.3. beim Landesverwaltungsgericht Tirol beeinsprucht. Schon vor 10 Jahren hat die Initiative Denkmalschutz in einer ähnlichen Angelegenheit in Wien vor dem Verwaltungsgerichtshof Recht bekommen. Wettlauf mit der Zeit. Nach vielversprechenden Medienberichten könnte eine Schutzabdeckung beim Gasthaus Weißes Rössl kurz bevor stehen; doch da der Eigentümer am 6.11. letzten Jahres gemäß § 5 Abs. 7 Denkmalschutzgesetz einen Antrag auf Aufhebung des Denkmalschutzes gestellt hat, ist weiterhin mit dem Schlimmsten zu rechnen! Eine Aufhebung des Denkmalschutzes wäre ein Fanal für die österreichische Denkmalpflege und könnte eine negative „Vorbildwirkung“ für weitere gefährdete Kulturdenkmäler haben. So brannte es vor wenigen Wochen (7.4.) zum wiederholten Male in den denkmalgeschützten Hammerbrotwerken in Schwechat bei Wien (NÖ). Umso wichtiger ist es daher, das „Weiße Rössl“ mit allem Engagement seitens Behörden und Politik vor dem endgültigen Verfall zu retten. Rückfragen & Kontakt: Markus Landerer (0699/1024 4216) und DI Dr. Alexander Schmiderer (0664/750 545 42) Verein Initiative Denkmalschutz, www.idms.at PS: Vergleiche auch unsere APA-OTS-Presseaussendung vom 4. Dezember 2023: Denkmalschutz ohne Schutz? Nach Brand in Gries am Brenner im Mai noch immer keine Schutzabdeckung trotz Schnee beim Gasthaus Weißes Rössl! https://www.initiative-denkmalschutz.at/presseaussendungen/gries-am-brenner-denkmalschutz-ohne-schutz-abdeckung-fehlt

C.Stadler/Bwag CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Initiative Denkmalschutz (privat)
Irdning (Stmk): Petition gescheitert, Zinngießerhaus abgerissen
/ Berichte /Steiermark / Liezenvon IDM_adminIm März letzten Jahres starteten Irdninger Bürger eine Petition zur Erhaltung des so genannten Zinngießerhauses (Gemeinde Irdning-Donnersbachtal), doch die Petition scheiterte und das Haus wurde dieser Tage abgerissen. Das im Kern mehrere Jahrhunderte alte Haus am Hauptplatz 9 (vulgo Zinngießer) bildete gemeinsam mit dem historischen Haus Nr. 16 einen markanten Platzabschluss im Zentrum von Irdning. Auch unser Verein Initiative Denkmalschutz hatte sich mit einer Presseaussendung für die Erhaltung eingesetzt, doch auf Grund des jahrelangen Versagens der steirischen Politik bzgl. Ortsbildschutz kam die Initiative zu spät. (vgl. APA-OTS-Presseaussendung vom 7.4.2020, „Ortsbildschutz in der Steiermark sanft entschlafen? Landesregierung ist aufgefordert wieder eine Ortsbildschutzoffensive zu starten!“). Im Dezember 2019 hatte das Haus der Unternehmer Karl Egger erworben. Es gab auch eine Initiative das Haus anzukaufen, um es zu retten. Doch die Bereitschaft für den Verkauf wäre nur gegeben gewesen, wenn auch das Nachbarhaus dazu erworben wäre. Dies wurde jedoch abgelehnt. Jetzt soll der Neubau dem Altbau optisch gleichen, jedoch mit einer um ein Drittel größerer Baukubatur. NACHRUF-WEITERLESEN: https://gemeindebeleben.at/nachruf (7.4.2021, Gemeinde[be]Leben, „Nachruf ‚Haus Nr 9 vlg Zinngießer’“) Die abgeschlossene Petition (mit 319 Unterstützenden): „Schutz des Hauses Nr 9 vulgo Zinngiesser am Hauptplatz von Irdning (Trafik)“: https://www.openpetition.eu/at/petition/online/schutz-des-hauses-nr-9-vulgo-zinngiesser-am-hauptplatz-von-irdning-trafik 7. April 2020, APA-OTS-Presseaussendung der Initiative Denkmalschutz Ortsbildschutz in der Steiermark sanft entschlafen? Landesregierung ist aufgefordert wieder eine Ortsbildschutzoffensive zu starten! Anlass Irdning (Bezirk Liezen): Ein Biedermeierhaus mitten im Ortszentrum soll abgerissen werden. Initiative Denkmalschutz unterstützt örtliche Bürgerinitiative: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200407_OTS0017 Medienberichte 8. April 2021, Kleine Zeitung Irdning. Historisches Gebäude abgerissen. Die Bagger sind aufgefahren im Irdninger Zentrum. Anstelle des Zinngießerhauses soll ein um ein Drittel größerer Neubau samt Parkplätzen kommen: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/ennstal/5962774/Irdning_Historisches-Gebaeude-abgerissen 7. April 2021, Woche Irdning: Standortwechsel der Trafik. Das 500 Jahre alte Gebäude „Zinngießerhaus“, in dem sich die Trafik in Irdning befand, wurde abgerissen: https://www.meinbezirk.at/liezen/c-lokales/irdning-standortwechsel-der-trafik_a4568651 2. April 2021, Ennstaler Irdning: Zinngießerhaus muss weichen. Das Zinngießerhaus wird abgerissen, es soll in gleichem Stil wieder aufgestellt werden. Das neue Gebäude bezieht die Steiermärkische, in der oberen Etage entstehen zwei Wohnungen (Bezahlschranke): https://www.derennstaler.at 28. März 2021, Kleine Zeitung Bürgerpetition prallte ab. Zinngießerhaus in Irdning steht vor Abriss (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/ennstal/5955108/Buergerpetition-prallte-ab_Zinngiesserhaus-in-Irdning-steht-vor-Abriss 10. April 2020, Kleine Zeitung Experten für Nutzung statt Abriss. Ein Ortsbildschutz über dem Hauptplatz hemme die Entwicklung des Zentrums nicht, heißt es bei den Ortsbild-Experten des Landes sowie des Bezirkes. Eine Revitalisierung des Zinngießerhauses berge auch viel Potenzial in sich: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/ennstal/5798946/Zinngiesserhaus-Irdning_Experten-fuer-Nutzung-statt-Abriss 9. April 2020, Kleine Zeitung Hauptplatz Irdning: Ein Haus als Zankapfel. Mit einer Petition will eine Gruppe Irdninger den Abriss des Zinngießerhaus am Hauptplatz verhindern. Bürgermeister wie Besitzer zeigen sich verärgert: Noch sei „nichts entschieden“: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/ennstal/5797844/Hauptplatz-Irdning_Ein-Haus-als-Zankapfel
Bludenz (Vbg): Südtiroler Siedlung vor Abriss?
/ Berichte /Vorarlberg / Bludenzvon IDM_adminIst die Südtiroler Siedlung im Stadtteil Obdorf in Bludenz vor dem Abriss? Der Eigentümer, die Alpenländische Heimstätte hat die Mieter im März darüber informiert, dass keine größeren Investitionen mehr in die Siedlung gesteckt werden sollen, dass die Erhaltung wirtschaftlich nicht mehr vertretbar sei. Das hat zur Verunsicherung der Mieter geführt. Die Siedlung wurde ab 1940 geplant und 1942 bis 1947 erbaut, später bis 1962 erweitert. Gemeinsam mit der Stadt Bludenz möchte der Eigentümer jetzt einen Diskussions- und Planungsprozess starten. Die Siedlung in der St. Antonius-, Bozner und Meraner Straße steht nicht unter Denkmalschutz, soll aber Thema beim Prozess werden. Bau-Beschreibung (Dehio): „Südtiroler Siedlung. Wohnhäuser, 2geschossig, zu großem viereckigem Hof zusammengeschlossen, rundbogige Tordurchfahrten (Hauptzugang talseitig von der Sonnenbergstraße her). Erb[aut]. von der Vorarlberger Siedlungsgesellschaft unter Alois Tschabrun, Ludwig Schweizer, H. G. Förnzler, ab 1940″ KRONE-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.krone.at/2387661 (12.4.2021, „Abriss oder Sanierung: Unklare Zukunft der Südtiroler Siedlung in Bludenz“) Über die „Südtiroler Siedlung“ (Bludenz) auf Vorarlberg Online: https://www.vol.at/vor-70-jahren-entstand-die-bludenzer-sudtiroler-siedlung/1605619 (19.10.2010, „Vor 70 Jahren entstand die Bludenzer Südtiroler Siedlung“) Über „Südtiroler Siedlungen allgemein“ auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdtiroler-Siedlung Weitere Medienberichte: 9. April 2021, Vorarlberg Online Stadt Bludenz als Fürsprecher für die Südtiroler Siedlung: https://www.vol.at/stadt-bludenz-als-fuersprecher-fuer-die-suedtiroler-siedlung/6952264 31. März 2021, Vorarlberger Nachrichten Große Verunsicherung bei Siedlungsbewohnern in Bludenz (Bezahlschranke): https://www.vn.at/vorarlberg/2021/03/31/grosse-verunsicherung-bei-siedlungsbewohnern-in-bludenz.vn 27. März 2021, Vorarlberger Nachrichten Verunsicherung über Zukunft der Südtiroler Siedlung in Bludenz (Bezahlschranke): https://epaper.vn.at/lokal/vorarlberg/2021/03/26/verunsicherung-ueber-zukunft-der-suedtiroler-siedlung-in-bludenz.vn 26. März 2021, Vorarlberg Online Bludenz: Wirbel um Pläne für die Südtiroler Siedlung: https://www.vol.at/bludenz-wirbel-um-plaene-fuer-die-suedtiroler-siedlung/6940206 Literatur / Quellen: Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Band: Vorarlberg, Topographisches Denkmälerinventar, herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Wien 1983, Seite 45 Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band 1: ‚Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg‘, Salzburg und Wien 1980, Seite 405 Lesetipp: „Genossenschaftlicher Wohnbau – Gründung der Vogewosi (Vorarlberger gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft), ab Seite 98: https://www.vr-elibrary.de/doi/pdf/10.7767/boehlau.9783205789741.fm (in: Günther Prechter, Architektur als soziale Praxis)
Heumarkt (Wien): UNESCO Kritik an Hochhausprojekt Plan B
/ Berichte /Wien 1030, Landstraßevon IDM_adminDie Stadt Wien hat im Dezember 2019 einen Plan B für das umstrittene und das Welterbe-Status Wien gefährdende Hochhausprojekt am Heumarkt ausgearbeitet und hofft jetzt, dass das UNESCO-Welterbekomitee dieses Alternativprojekt in seiner nächsten Sitzung im Juli 2021 (China) akzeptiert und somit der Titel des Weltkulturerbes „Historisches Zentrum von Wien“ erhalten bleibt. Der 66 Meter hohe Turm wurde gestrichen, dafür soll jedoch die Hotelscheibe auf 55 Meter Höhe angehoben werden. Das Problem: Die UNESCO hat seit vielen Jahren die Vorgabe gemacht: „nicht höher als Bestand“ (das wären etwa 39 Meter gemäß Bauordnung bzw. bis zu 43 Meter mit den technischen Aufbauten). Die Stadt Wien meint, durch Streichung des Hochhausturmes und einer Reduktion der Gesamthöhe auf 55 Meter ist man den Wünschen der UNESCO ausreichend nachgekommen. Doch die Österreichische UNESCO Kommission zeigt sich skeptisch und meint, dass mit einer Zustimmung keineswegs gerechnet werden kann. Zur Unterstützung der Position der Stadt Wien hat die Stadt um 90.000 Euro eine Studie beim bekannten Architekten und Denkmalpfleger Manfred Wehdorn in Auftrag gegeben, das die Welterbeverträglichkeit bestätigen soll, doch bleibt die Studie unter Verschluss. Diese Intransparenz stößt auf scharfe Kritik der Opppositionsparteien ÖVP und FPÖ. KURIER-ARTIKEL WEITERLESEN: https://kurier.at/chronik/wien/unesco-absage-an-plan-b-zum-heumarkt-immer-noch-zu-hoch/401346389 (9.4.2021, „UNESCO-Absage an ‚Plan B‘ zum Heumarkt: Immer noch zu hoch“) +++ ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (1 1/2 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Wien-heute/70018/Wien-heute/14088274/Planaenderungen-fuer-Heumarkt-Projekt/14897447 (9.4.2021, „Planänderungen für Heumarkt-Projekt“) Weitere aktuelle Medienberichte / politische Reaktionen: 9.4.2021, ORF Plan B für den Heumarkt. Um das geplante Bauprojekt am Heumarkt wird seit Jahren gleich auf mehreren Ebenen gestritten, vom Bezirk bis hinauf zur UNESCO. Zentraler Streitpunkt war die Höhe eines Turms. Der soll jetzt weg, dafür alles andere höher werden. Im Mai steht die nächste Entscheidung an: https://wien.orf.at/stories/3098561 9. April 2021, APA-OTS FPÖ: Nepp: Heumarkt-Widmung ist neu aufzurollen. UNESCO-Welterbe und Transparenz müssen gewährleistet sein: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210409_OTS0086 9. April 2021, APA-OTS ÖVP: Wölbitsch/Olischar: Heumarkt-Projekt muss welterbetauglich umgesetzt werden! Wien noch immer auf Roter Liste der UNESCO – 90.000 Euro-Gutachten unter SPÖ-Verschluss – Transparenz: auch Neos in der Pflicht: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210409_OTS0046 8. April 2021, Kurier So sieht der geheime „Plan B“ für den Wiener Heumarkt aus. Der Turm soll weg, das Hotelgebäude wächst: Dem KURIER liegt das Konzept vor, mit dem die Stadt die Welterbe-Hüter der UNESCO besänftigen will. Die Gebäudehöhen könnten für neuen Ärger sorgen: https://kurier.at/chronik/wien/wien-intern/so-sieht-der-geheime-plan-b-fuer-den-wiener-heumarkt-aus/401345087 Älterer iD-Bericht: 6. März 2021, Heumarkt: Gefährdetes Welterbe (Wien) – Warten auf UNESCO-Entscheidung: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/heumarkt-gefaehrdetes-welterbe-wien-warten-auf-unesco-entscheidung Presseaussendungen der Initiative Denkmalschutz (Auswahl) 9. Jänner 2020, APA-OTS-Presseaussendung Initiative Denkmalschutz zu Heumarkt-Gefeilsche ums Weltkulturerbe: Ein unmoralisches Angebot der Stadt Wien an die UNESCO! Neuer Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler ist jetzt verpflichtet Recht im Sinne des Regierungsprogrammes umzusetzen: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200109_OTS0013 7. Mai 2019, APA-OTS-Pressseaussendung Aviso PK Heumarkt: Kulturminister Blümel und Bundesregierung müssen(!) rechtliche Schritte zur Erhaltung des Welterbes einleiten! Präsentation der neuen, vertiefenden Rechtsanalyse von Dr. Helmut Hofmann durch Initiative Denkmalschutz, Initiative Stadtbildschutz und Aktion 21 – pro Bürgerbeteiligung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190507_OTS0017 26. März 2018, APA-OTS-Presseaussendung UNESCO-Welterbe Wien: Ohne Reduktion des Heumarkt-Hochhausprojekts zielsicher zur Aberkennung. Initiative Denkmalschutz zeigt die Fakten. Die ÖVP-FPÖ Bundesregierung muss den Flächenwidmungsplan beeinspruchen und den Turm reduzieren. Aktuelle Aussagen des Kulturministers Blümel lassen jedoch anderes befürchten: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180326_OTS0021 Die Fakten: https://www.initiative-denkmalschutz.at/images/2020/02/UNESCO-Beschluesse-Heumarkt_2012-17_Initiative-Denkmalschutz.pdf
Gratkorn (Stmk): Gründerzeitvilla Reiter vor Abriss?
/ Berichte /Steiermark / Graz-Umgebungvon IDM_adminDie 1899 erbaute, malerische Villa Reiter in Gratkorn nördlich von Graz könnte bald der Spitzhacke zum Opfer fallen. Die in der Gemeinde auch als Direktionsvilla bekannte Villa in der Bahnhofstraße 10 (Ecke Murweg) wird vom Bundesdenkmalamt nicht unter Schutz gestellt, da sie nicht den strengen Kriterien des Denkmalschutzes erfüllt (vgl. § 1 Abs. 1 und Abs. 2 Denkmalschutzgesetz). Dies ergab eine amtsinterne Prüfung, berichtet der Abteilungsleiter im Bundesdenkmalamt Steiermark, Christian Brugger gegenüber der „Woche“. In diesem Zusammenhang möchten wir als Verein Initiative Denkmalschutz darauf verweisen, dass die Gemeinden selbst bzw. Bundesländer eigene Schutzbestimmungen für das lokal erhaltenswerte Kulturgut – was diese Villa zweifellos darstellt – erlassen kann (vgl. unsere vorjährige Presseaussendung: „Ortsbildschutz in der Steiermark sanft entschlafen?“ – 7.4.2020). Vermutlich wurde die Gründerzeitvilla für den Werksarzt der Leykam-Josefsthal Aktiengesellschaft für Papier- und Druckindustrie erbaut (die Villa selbst ist erst etwa 40 Jahre später ins Eigentum der Papierfabrik Leykam-Josefsthal gekommen). Laut Recherchen des Denkmalamtes dürfte der Bauwerber ein Herr Josef Hötzl gewesen sein (Im Achleitner-Buch ist als Bauherr „Dr. Hilda Reiter“ vermerkt). Derzeit befindet sich die Villa im Eigentum der Leykam Siedlung, einer gemeinnützigen Wohn-, Bau- und SiedlungsgesmbH. Ein Abriss wird aber nicht so bald erfolgen, da noch neun Mieter in der Villa wohnen. WOCHE-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.meinbezirk.at/graz-umgebung/c-lokales/kein-schutzschild-fuer-die-reitervilla_a4554539 (6. April 2021, „Klarheit für Gratkorner Baujuwel: Kein Schutzschild für die Reitervilla“) Literatur: Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band II: ‚Kärnten, Steiermark, Burgenland‘, Salzburg und Wien 1983, Seite 195 Literaturtipp: Adalbert Sikora, Die Anfänge der Gratkorner Papierfabrik: https://www.historischerverein-stmk.at/wp-content/uploads/Z_Jg55_Adalbert-SIKORA-Die-Anf%C3%A4nge-der-Gratkorner-Papierfabrik.pdf (in: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark, Jahrgang 55 (1964), Seite 193-199)
Rechnitz (Bgld): Vandalismus in Lungenheilstätte Hirschenstein
/ Berichte /Burgenland / Oberwartvon IDM_adminDie Heilstätte Am Hirschenstein wurde für tuberkulose- und lungenkranke Patienten 1949-55 vom Amt der burgenländischen Landesregierung und dem Architekten Erwin Fabrici (1898–1957) geplant und erbaut. Das im Günser Gebirge auf 826 Metern Seehöhe gelegene ehemalige Landessonderkrankenhaus wurde 1986/87 zum Pflegezentrum umgebaut und steht seit 2012 leer. Das unter Denkmalschutz (§ 2a DMSG) befindliche Sanatorium wird immer wieder von Vandalismus heimgesucht, sodass sein Zustand – neben den Witterungseinflüssen – immer schlechter wird, obwohl es seit 2019 mittels Videokameras und Sicherheitspersonal stark überwacht wird. Die KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten GesmbH), in dessen Eigentum sich die Heilanstalt befindet, erstattet deswegen laufend Anzeigen. Wegen einer zukünftigen Umnutzung des Gebäudes führt die KRAGES Gespräche mit dem Land Burgenland. BVZ-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.bvz.at/oberwart/rechnitz-hirschenstein-vandalismus-ist-kein-kavaliersdelikt-rechnitz-vandalismus-print-268256565 (1. April 2021, „Hirschenstein: Vandalismus ist ‚kein Kavaliersdelikt’“) Mehr Infos über das Gebäude auf dem Blog „Baudenkmäler in Österreich“ (Christian Nikolaus Opitz): https://baudenkmaeler.wordpress.com/2019/01/24/lungenheilanstalt-am-hirschenstein-rechnitz-burgenland Eintrag in der Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rechnitz (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Rechnitz Ältere Medienberichte: 24. Juli 2019,BVZ Verstärkter Objektschutz: Ruine in Hirschenstein wird streng überwacht: https://www.bvz.at/oberwart/verstaerkter-objektschutz-ruine-in-hirschenstein-wird-streng-ueberwacht-rechnitz-lungenheilanstalt-hirschenstein-krages-155802279 24. Juli 2019, ORF Ehemalige Lungenheilstätte wird videoüberwacht: https://burgenland.orf.at/stories/3005771 27. April 2019, BVZ Hirschenstein: Pläne für Geisterhaus? Seit sieben Jahren steht die ehemalige Lungenheilanstalt leer. Jetzt kommt in Sachen Nachnutzung Bewegung in die Causa: https://www.bvz.at/oberwart/hirschenstein-plaene-fuer-geisterhaus-oberwart-lungenheilanstalt-geisterhaus-frag-die-bvz-144722194 14. März 2019,Kurier Rechnitz: Von Polizei nach Diebstahl gelagerte Kupferkabel erneut entwendet: https://kurier.at/chronik/burgenland/rechnitz-von-polizei-nach-diebstahl-gelagerte-kupferkabel-erneut-entwendet/400434982 14. März 2019, Kleine Zeitung Von Polizei überführt: Täter stahlen Kupferkabel aus ehemaliger Heilanstalt in Oberwart (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/oststeier/5595421/Von-Polizei-ueberfuehrt_Taeter-stahlen-Kupferkabel-aus-ehemaliger 8. März 2019, Kurier Polizist erkannte schlafende Kupferdiebe von Festnahme im Vorjahr wieder: https://kurier.at/chronik/burgenland/polizist-erkannte-schlafende-kupferdiebe-von-festnahme-im-vorjahr/400429079 6. Jänner 2019, Kurier Hirschenstein: Frühere Lungenheilanstalt als Tatort: https://kurier.at/chronik/burgenland/hirschenstein-fruehere-lugenheilanstalt-als-tatort/400370135 8. November 2018, Kleine Zeitung Mann wollte Kupfer aus Heilanstalt stehlen (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/oststeier/5526474/Suedburgenland_Mann-wollte-Kupfer-aus-Heilanstalt-stehlen 26. September 2014, Kurier Neos-Pläne für ein Ebola-Zentrum: Seit zwei Jahren steht Pflegeheim leer. Quarantänestation ist nur eine der Ideen für die Nachnutzung: https://kurier.at/chronik/burgenland/neos-plaene-fuer-ein-ebola-zentrum/87.866.781 21. Mai 2014, Kleine Zeitung Pflegeheim: Im Geisterhaus sind Pflegebetten frei (Bezahlschranke): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/oststeier/4156186/Pflegeheim_Im-Geisterhaus-sind-Pflegebetten-frei Literatur: Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band II: ‚Kärnten, Steiermark, Burgenland‘, Salzburg und Wien 1983, Seite 484
Verlorenes Erbe (Wien): Philipphof am Albertinaplatz 1945 durch Bomben zerstört
/ Berichte /Wien 1010, Innere Stadtvon IDM_adminIn der sehenswerten TV-Serie „Verlorenes Erbe“ im ORF2-Vorabendprogramm (“Studio 2”) berichtete Rupert Reiter-Kluger am 31.3.2021 über den Philipphof am Albertinaplatz. Dieser war ein sehr repräsentatives Großwohnhaus und wurde 1882-84 vom bekannten Architekten Karl König erbaut. Geplant als Zierer-Hof am damaligen Albrechtsplatz, wurde er recht rasch zu Philipp-Hof umbenannt, beides Namen, die auf den Auftraggeber, den österreichischen Bankier Philipp Zierer zurückgehen. Im Hauptgeschoß des Hauses befanden sich die Räumlichkeiten des bekannten Jockeyklubs. Seit 1866 gab es diesen Herrenclub nach englischer Art in Wien (alles rund um den Galopprennsport). Er war ungefähr das Nobelste was man sich vorstellen kann. In seiner Glanzzeit, als er direkt hinter der Oper im Philipphof zuhause war, hat sich dort die High Society getroffen. 1911 kam das Gebäude in den Besitz des kaiserlichen Familienfonds. Beim Bombenangriff auf Wien am 12. März 1945 wurde der Philipphof in Schutt und Asche gelegt. Das Haus war so stark zerstört, dass eine vollständige Bergung der vielen Toten nicht möglich war. Die Bauruine wurde im Oktober 1947 gesprengt. Aus Respekt vor den vielen Opfern, die bis heute unter dem Platz begraben liegen, wurde dieser nicht mehr bebaut. Auch ein Grund für die Nicht-Bebauung könnten aber auch die Eigentumsverhältnisse gespielt haben, denn bis zur Enteignung 1919 und nach der Rückerstattung im „Ständestaat“ von Kurt Schuschnigg 1936 gehörte der Philipphof bis 1938 dem kaiserlichen Familienfonds (danach Enteignung durch das NS-Regime). Die Zweite Republik stellte 1945 den Rechtszustand vor den beiden Diktaturen wieder her, das Areal befand sich somit neuerlich in österreichischem Staatsbesitz. Um vielleicht keine Rückgabeforderungen auszulösen bzw. weil man niemanden für eine in der Innenstadt erwünschte Platzerweiterung entschädigen musste, blieb das Grundstück unbebaut, so eine andere Theorie. ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (5 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14087194/Die-Geschichte-des-Philipphofss/14892313 (31.3.2021, ORF ‚Studio 2‘, „Die Geschichte des Philipphofs“) Der Philipphof – auf Wien Geschichte Wiki: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Philipphof – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Philipphof
Breite Gasse 15 (Wien): Abrisswut im Spittelbergviertel
/ Berichte /Wien 1070, Neubauvon IDM_adminGleich hinter dem Museumsquartier befindet sich das um 1800 erbaute Biedermeierhaus zur Heiligen Dreifaltigkeit (Breite Gasse 15), das bereits seit über 20 Jahren leer steht und sich in einer Schutzzone befindet. 2002 kaufte das Haus ein Rechtsanwalt und wollte es offenbar aufstocken, doch das wurde abgelehnt. 2008 wurde gegen einen Sanierungsauftrag der Baupolizei erfolgreich berufen. Im Jänner 2014 wurde ein Antrag auf Erteilung einer Abbruchbewilligung gestellt, dieser wurde jedoch nach Erörterung mit der MA 37 vom Eigentümer wieder zurückgezogen. So verfällt das schmucke Haus mit Blendarkatur und Lünettenreliefs am Spittelberg immer mehr. Jetzt hat der Eigentümer einen neuen Anlauf gestartet und erneut um einen Abriss angesucht, berichtet WienSchauen (Twitter). 2014 gab es Bestrebungen das Gebäude gar unter Denkmalschutz zu stellen: Grüne, SPÖ und FPÖ stellten damals in der Bezirksvertretung im April 2014 einen gemeinsamen Antrag, damit das Haus seitens des Bundesdenkmalamtes unter Denkmalschutz gestellt wird. Dieser wurde damals mehrheitlich gegen die Stimmen der ÖVP angenommen. Doch das Bundesdenkmalamt hat nach einer Prüfung eine solche Unterschutzstellung auf Grund der gemäß Denkmalschutzgesetz hohen Ansprüche für eine Unterschutzstellung abgelehnt (eine solche Unterschutzstellung wurde zuvor bereits 2005 geprüft). Im „Kommentar der Anderen: Die Demolierer und der Denkmalschutz“ (Standard, Mai 2014) schreibt die Essayistin Daniela Strigl: „Dieses drastische Beispiel für die grassierende Biedermeierhausvernichtungswut in Wien sollte hierzulande ein Anstoß zu ernsthaftem Umdenken auch in puncto Legistik sein: Würden Denkmal- und Ensembleschutzgesetz vorschreiben, dass an der Stelle eines geschützten Objektes kein neues oder wenigstens keines mit größerer Kubatur errichtet werden darf, würden viele Baudenkmäler gewiss rasch von ihrer Baufälligkeit genesen.“ Und auch Peter Michael Lingens zeigte sich im Profil (Juli 2014) schockiert: „Wenn dieses Haus wirklich abgebrochen wird, ist es ein Gewaltverbrechen an Wien.“.KURIER-ARTIKEL WEITERLESEN: https://kurier.at/chronik/wien/neuer-anlauf-fuer-abriss-von-altem-biedermeier-haeuschen/401339100 (2.4.2021, „Neuer Anlauf für Abriss von altem Biedermeier-Häuschen“) Historische Fotoaufnahme 1899 (August Stauda; Wien Museum – Online Sammlung): https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/78963-7-breite-gasse-15-ehem-nr-25-zur-heiligen-dreieinigkeit Fotovergleich „Zeitensprünge“ Breite Gasse 15: 1899 – 2020: https://www.zeitenspruenge.at/bild/584 Fotos 2014 von Erich J. Schimek für die Initiative Denkmalschutz: https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157644460452624 Das Haus „Breite Gasse 15“ auf dem Leerstandsmelder: https://www.leerstandsmelder.de/wien/zur-heiligen-dreieinigkeit-e5d8c Ältere Medienberichte: 28. Dezember 2018, WienSchauen (Blog) Jahrelanger Verfall: Behörden machtlos? https://www.wienschauen.at/breite-gasse-15-jahrelanger-verfall-behoerden-machtlos Falter Nr. 36 / 2017 Nina Kreuzinger: Operation Abrissbirne. Die Immobilienbranche demoliert Wiener Gründerzeithäuser in den Außenbezirken. Erlebt Wien eine notwendige Modernisierung? Oder setzen Baufirmen einfach nur knallhart ihre Wünsche durch? — 4seitiger-Falter Bericht u.a. mit Breite Gasse 15 und Initiative Denkmalschutz 4. Dezember 2016, Der Standard Wien: Angst vor Abriss des Gründerzeit-Stadtbilds [u.a. mit Initiative Denkmalschutz]. Obwohl die Stadt Wien versichert, sich für den Schutz alter Gebäude einzusetzen, beobachten Denkmalschützer ein Abrisstempo wie nie zuvor: https://www.derstandard.at/story/2000048650299/angst-vor-abriss-des-wiener-gruenderzeit-stadtbilds 4. November 2016, Vienna.at Initiative Denkmalschutz kritisiert weiteren Hausabriss am Wiedner Gürtel. Bereits im vergangenen Jahr machte die Initiative Denkmalschutz auf eine „Abrisswelle“ aufmerksam, die mehrere Bezirke und dabei schutzzonenwürdige Gebäude betrifft: https://www.vienna.at/initiative-denkmalschutz-kritisiert-weiteren-hausabriss-am-wiedner-guertel/5011912 4. August 2014, ORF Wien ÖVP fordert Geld für Altstadterhaltung. Die Wiener ÖVP sieht Barock-, Biedermeider- und Jugendstilgebäude in Gefahr und fordert mehr Geld für die Altstadterhaltung. Die dafür vorgesehehen Mittel werden laut Obmann Manfred Juraczka für andere Zwecke verwendet: https://wien.orf.at/v2/news/stories/2661362 26. Juli 2014, Profil Peter Michael Lingens: Ein Verbrechen an Wien: https://www.profil.at/meinung/peter-michael-lingens-ein-verbrechen-wien-377009 6. Mai 2014, Der Standard Die Demolierer und der Denkmalschutz. Immobilienspekulanten wollen ganze Ensembles wegreißen – und die hiesige Politik schaut zu, wie „Wien zur Großstadt demoliert “ wird. Eine Anrufung der Dreifaltigkeit. Kommentar der anderen von Daniela Strigl: https://www.derstandard.at/story/1397522640331/die-demolierer-und-der-denkmalschutz 22. April 2014, MeinBezirk Baujuwel in Breite Gasse droht Abriss. Bezirk fordert Denkmalschutz – Eigentümer will Neubau errichten: https://www.meinbezirk.at/neubau/c-lokales/baujuwel-in-breite-gasse-droht-abriss_a916157 7. November 2011, Heute „Bitte dieses Haus nicht besetzen!“ Linke Chaoten gegen alternatives Künstlerkollektiv – das ist Brutalität! Das beweist diese Geschichte aus der Breite Gasse 15 in Neubau: Seit Längerem (und offenbar in bestem Einvernehmen mit dem Hausherrn) nutzt die Künstlergruppe „Luntisten“ ein leer stehendes Gebäude als Atelier: https://www.heute.at/s/-bitte-dieses-haus-nicht-besetzen–21982030 Quellen / Literatur: – Dehio-Handuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Topographisches Denkmälerinventar, herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Band: Wien II bis IX. und XX. Bezirk, Wien 1993, Seite 294 – Antwortschreiben der MA 37 an die Initiative Denkmalschutz vom 11. Mai 2017 – Antwortschreiben der MA 37 an die Initiative Denkmalschutz vom 2. Mai 2014 – Protokoll der Bezirksvertretungssitzung im 7. Bezirk Neubau, 10. April 2014 (Antrag bzgl. Breite Gasse 15): https://www.wien.gv.at/bezirke/neubau/pdf/bvprotokoll10042014.pdf
Hirtenberg (NÖ): Abriss der Textilfabrik Keim
/ Berichte /Niederösterreich / Baden bei Wienvon IDM_admin2020 schloss die Wäsche- und Textilfabrik Josef Keim seine Pforten. Bald war klar, dass die meisten historischen Fabriksgebäude in der Berndorfer Straße 17 abgerissen werden. Die Fabrik wurde 1846/47 erbaut, Umbauten erfolgten 1937 sowie nach Bombenschäden 1948/49. Seit einiger Zeit finden die Abrissarbeiten statt. Letzten Samstag (27.3.) wurde der imposante, 42 Meter hohe Schornstein fachmännisch gesprengt. Ob die dazugehörige, im Jahr 1894 von dem bekannten Architekten Ludwig Baumann errichtete Villa – östlich des Fabriksareals gelegen – auch abgerissen wird, ist unserem Verein nicht bekannt (Über entsprechende Hinweise sind wir dankbar). Laut Gerhard A. Stadler (Buch: Das industrielle Erbe Niederösterreichs, 2006, S. 343) steht die Villa „seit vielen Jahren leer und ist dem Verfall preisgegeben.“ ORF-BERICHT LESEN: https://noe.orf.at/stories/3096809 (28.3., „100 Jahre alter Schornstein gesprengt“) +++ Weitere Medienberichte (28.3.2021): Kurier: https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/feuerwehr-sprengte-ueber-100-jahre-alten-schornstein/401334366 („Feuerwehr sprengte über 100 Jahre alten Schornstein“); NÖN: https://www.noen.at/baden/sprengung-ein-letztes-rauchen-fuer-schornstein-in-hirtenberg-hirtenberg-sprengung-schornstein-rudolf-hafellner-267863873 („Sprengung: Ein letztes Rauchen für Schornstein in Hirtenberg“); Heute: https://www.heute.at/s/letzter-rauch-42-meter-hoher-schornstein-gesprengt-100134868 („Letzter Rauch! 42 Meter hoher Schornstein gesprengt“) Beschreibung des Fabriksgebäude Firma Keim: „als Baumwollspinnerei um 1850 erb[aut].; lang gestreckter 2geschossiger Bau mit 3geschossigem übergiebeltem Mittelrisalit mit großer Fensterrose; reicher Baudekor der Firma Brausewetter (Fensterbekrönungen, umlaufender Rundbogenfries, Giebelaufsätze); hoher Schlot – Villa Keim, asymmetrischer 1geschossiger Bau unter hohen Walm- und Schopfwalmdächern, späthistoristisch mit Cottagestilelementen, 1894 von Ludwig Baumann.“ (Quelle: Dehio-Handbuch, Bundesdenkmalamt, 2003). Mehr Fotos (Infos) der Fabrik: http://blog.die-kiels.org/textilfabrik-josef-keim-und-sohn-hirtenberg (18.2.2021, „Textilfabrik Josef Keim und Sohn Hirtenberg“) Älterer Medienbericht: 4. Dezember 2020, MeinBezirk Traditionsbetrieb Keim – Hirtenberger Wäsche ist bald Geschichte: https://www.meinbezirk.at/triestingtal/c-lokales/traditionsbetrieb-keim-hirtenberger-waesche-ist-bald-geschichte_a4371158 Literatur: – Gerhard A. Stadler, Das industrielle Erbe Niederösterreichs, Geschichte – Technik – Architektur, Wien Köln Weimar 2006, Seite 342 f. – Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Topographisches Denkmälerinventar , herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Band: Niederösterreich südlich der Donau, Teil 1: A bis L, Horn/Wien 2003, Seite 820
St. Pölten (NÖ): Ehem. Amtshaus Pottenbrunn vor Abriss
/ Berichte /Niederösterreich / St. Pölten Stadtvon IDM_adminVor der Eingemeindung 1971 in die Stadt St. Pölten war Pottenbrunn eine eigenständige Gemeinde mit einem eigenen Gemeindeamt. Dieses ehemalige Amtshaus wurde 1924 nach Plänen des Stadtbaumeisters Robert Wohlmeyer errichtet. Die ÖVP St. Pölten – in den Personen von Vizebürgermeister Matthias Adl und Gemeinderat Bernhard Wiehalm – setzte sich für die Erhaltung des Gemeindehauses in der Amtsstraße 9 ein und wollte den Tagesordnungspunkt noch von der Sitzung im Stadtsenat nehmen. Dies geschah jedoch nicht, sodass vorgestern (29. März) im Stadtsenat der Beschluss für den Abriss des im Besitz der stadteigenen Immobilien-Gesellschaft stehenden Amtshauses gefasst wurde. Kritisiert wurde von der ÖVP auch, dass nicht zuvor im Bauausschuss auf den Eintrag des Gebäudes in der Österreichischen Kunsttopographie St. Pölten (Hrsg. Bundesdenkmalamt) hingewiesen wurde. Dort heißt es: Amtsstraße Nr. 9 (K.Nr. Pottenbrunn 150), Amtsgebäude 1924 als Gemeindehaus nach Plan von Robert Wohlmeyer errichtet. Hoher zweigeschossiger Bau unter Walmdach. Dreiachsiger Mittelrisalit mit Ortsteingliederung in Putz, von geschweiftem Giebel überhöht; die Fenster der Flanken in leicht vertieften Rahmenfeldern. Medienberichte: 30. März 2021, MeinBezirk Pottenbrunn: Ehemaliges Amtshaus steht vor dem Abriss: https://www.meinbezirk.at/st-poelten/c-politik/ehemaliges-amtshaus-steht-vor-dem-abriss_a4557068 28. März 2021, Krone VP fordert Jugendheim: Ehemaligem Amtshaus droht jetzt die Abrissbirne!: https://www.krone.at/2376329 Literatur: – Österreichische Kunsttopographie (Band LIV), Die Kunstdenkmäler der Stadt St. Pölten und ihrer eingemeindeten Ortschaften, Horn 1999, Seite 489 – Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Topographisches Denkmälerinventar, herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Band: Niederösterreich südlich der Donau, Teil 2: M bis Z, Horn/Wien 2003, Seite 1709