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Abriss Schüttkasten Hohenau/March (NÖ). Initiative Denkmalschutz fordert: Mehr Einsatz der Niederösterreichischen Gemeinden für ihr eigenes Kulturerbe!

PRESSEAUSSENDUNG DER INITIATIVE DENKMALSCHUTZ Bürgermeister begründet Abbruch mit Negativ-Stellungnahme des Denkmalamtes, negiert jedoch völlig die eigene Verantwortung für die Erhaltung der lokal bedeutenden Kulturgüter! Dieser Tage wird der ortsbildprägende und mächtige historische Schüttkasten in der Gemeinde Hohenau an der March (Pol. Bez. Gänserndorf) abgerissen. Der 1904 erbaute Schüttkasten ist neben dem Meierhof (ehemaliger Gutshof) letzter noch bestehender Rest des Hohenauer Gestüts, das ehemals im Besitz der Fürsten von Liechtenstein stand (Fotos des Schüttkastens auf Wikipedia). Einige Bürger/innen sprachen sich gegen den Abbruch aus, doch Bürgermeister Wolfgang Gaider (SPÖ) entgegnete, dass das Denkmalamt in einer Stellungnahme das Gebäude als “nicht schützenswert” erachtet hatte, gleichzeitig musste er aber eingestehen, dass der mächtige Bau “baulich interessant” sei (vgl. MeinBezirk-Artikel „Der Schüttkasten wird abgerissen“ vom 10.11.2020: https://www.meinbezirk.at/gaenserndorf/c-lokales/der-schuettkasten-wird-abgerissen_a4335304). Auch auf der Website Marterl.at der Kultur.Region.Niederösterreich GmbH ist der Hohenauer Schüttkasten verzeichnet und wird dort gar “als architektonisch höchst wertvoll erachtet” (siehe: http://www.marterl.at/index.php?id=23&no_cache=1&oid=8044). Für Kulturgüter von lokaler/regionaler Bedeutung ist das Bundesdenkmalamt jedoch gar nicht zuständig (vgl. § 1 Abs. 2 Denkmalschutzgesetz), sondern eben die Gemeinden selbst. Doch dieser Tage bricht die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Arthur Krupp (Wohnbaugenossenschaft Wien Süd) den Getreidespeicher am Hohenauer Park (Lagerhausgasse 2) ab, und möchte an seiner Stelle Reihenhäuser und Wohnungen bauen. Denkmalamt kann keine Kulturgüter von lokaler/regionaler Bedeutung unter Schutz stellen! Die Zuständigkeit für die Erhaltung von Kulturgütern lokaler und regionaler Bedeutung fällt in diesem Fall den einzelnen Bundesländern, insbesondere den Gemeinden selbst zu. Nicht umsonst hat die Stadt Wien seit 1972 Schutzzonen verordnet, und in immer mehr Gemeinden in Niederösterreich werden Schutzzonen ausgewiesen, um das örtliche Kulturgut zu erhalten (z.B. Baden, Bad Vöslau, Mödling, Wiener Neustadt und Klosterneuburg). Auch Einzelgebäude können so geschützt werden, wie Beispiele aus Wien und Salzburg zeigen. Leider wird obige Begründung (nicht erhaltenswert, weil kein Denkmalschutz durch das Bundesdenkmalamt) jedoch allzu häufig für Abbrüche vorgeschoben, sodass in den letzten Jahren schon viel wertvolles Kulturgut in Niederösterreich verloren ging (siehe Liste unten). Rückfragehinweis: Markus Landerer, mobil: 0699/1024 4216 und DI Dr. Alexander Schmiderer, mobil: 0664/ 750 545 42, Initiative Denkmalschutz, Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter www.initiative-denkmalschutz.at ZVR-Nr.: 049832110 Stellvertretend für viele bedauerliche Fälle von Abbrüchen (auch bevorstehenden) von nicht geschütztem Kulturgut in Niederösterreich in den letzten Jahren (Auswahl): Bevorstehender Abbruch: Jubiläumswarte am Anninger (Pol. Bez. Mödling), Abriss 2020/21?: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/gaaden-noe-jubilaeumswarte-am-anninger-vor-abriss Krems: Abriss der über 150 Jahre alten Häuser in der Schillerstraße 2-4 (Pol. Bez. Krems-Stad; Abriss ca. 2020/21?): https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200330_OTS0024 Abriss von Altstadthäusern in Zwettl (Bez. Zwettl; Abriss ca. 2020): https://www.derstandard.at/story/2000110800929/wohnprojekt-in-zwettl-hoehe-stoert-den-hausfrieden bzw. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20191016_OTS0044 Abriss in Horner Tuchmachersiedlung (Bez. Horn; Abriss Dez. 2019): https://www.initiative-denkmalschutz.at/presseaussendungen/2019-12-02_id-verlust-horner-tuchmachersiedlung Abriss des Arbeiterwohnhauses in St. Pölten („Eierspeisburg“ am Kardinal Franz König-Platz; Abriss Sept./Okt. 2019): https://www.noen.at/st-poelten/veraenderung-kardinal-koenig-platz-ohne-eierspeisburg-st-poelten-kardinal-koenig-platz-eierspeisburg-abriss-denkmalschutz-abrissarbeiten-166221930 Kattinger Mühle in Haunoldstein (Bez. St. Pölten Land; Abriss ca. 2019): https://www.noen.at/st-poelten/endgueltiges-aus-alte-muehle-in-haunoldstein-wird-abgerissen-haunoldstein-alte-muehle-haunoldstein-147945889 Abriss ehemaliges Pilgerhaus in Pottendorf (Bez. Baden; Abriss ca. 2018): https://www.noen.at/baden/pottendorf-kritik-am-geplanten-kreisverkehr-christian-knecht-kreisverkehr-pottendorf-thomas-sabbata-valteiner-81121806 Linktipps: Offizielle Stellungnahme des Bürgermeisters Wolfgang Gaida (SPÖ) auf der Gemeinde-Website: https://www.hohenau.at/Bgm_Wolfgang_Gaida_zum_Schuettkasten_und_zu_Corona Fotos vom Schüttkasten auf Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Sch%C3%BCttkasten_Hohenau_an_der_March?uselang=de Der Hohenauer Schüttkasten auf der Website Marterl.at der Kultur.Region.Niederösterreich GmbH: http://www.marterl.at/index.php?id=23&no_cache=1&oid=8044 Der Hohenauer Schüttkasten im Kulturatlas.at: http://www.kulturatlas.at/aut_no/page/00080247.htm Lageplan, Hohenauer Schüttkasten (Museum Hohenau): http://museumhohenau.at/iframes/locations/479.html PS: Aktuelle Fotos vom Abbruch sind auf Facebook unter den Stichwörtern „Hohenau“ und „Schüttkasten“ zu finden.

Oberschützen (Bgld.): Alten Bauernhäusern auf der Spur

Bäuerliche Bauten und Arkadenhäuser aus den vergangenen Jahrhunderten prägen das Ortsbild im Burgenland. In den 1960er Jahren hat der Gründer des Oberschützer Heimatmuseums, Franz Simon, die Bauten in den umliegenden Dörfern zeichnerisch dokumentiert und als Buch veröffentlicht. Gerade noch rechtzeitig, denn ein beträchtlicher Teil der Häuser wurde bereits um 1970 abgetragen. 2021 feiert das erste Buch von Franz Simon „Bäuerliche Bauten im Südburgenland“ aus 1971 das 50. Jahr seines Erscheinens. Es gilt heute als ein Standardwerk zu diesem Thema. Jetzt wird den in diesem Buch dokumentierten Häusern nachgegangen. Welche sind noch erhalten, welche wurden mittlerweile abgerissen oder baulich entstellt. Von den heute noch bestehenden Bauten werden nur noch ganz wenige landwirtschaftlich genützt, manche stehen derzeit ganz oder teilweise leer. Der Museumsverein Oberschützen möchte dazu im Herbst 2021 ein Symposium veranstalten (Geschichten von Häusern und Menschen). Ebenso wird es eine Sonderedition der Museumsblätter geben. Auch Hausbesichtigungen sind geplant. Parallel zur Recherche des Museumsvereins arbeitet eine Gruppe von 20 Studierenden der TU Wien zu bäuerlichen Bauten in der Region Südburgenland, deren Ergebnisse ebenfalls einfließen werden. ORF-FERNSEHBEITRAG (3 MIN) ZUM NACHSEHEN: https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14070879/Katalogisierung-alter-Bauernhaeuser/14792272 (ORF, Burgenland Heute“, 8.11.2020, „Katalogisierung alter Bauernhäuser“) +++ ORF-BEITRAG LESEN: https://burgenland.orf.at/stories/3075003 (9.11.2020, „Alten Bauernhäusern auf der Spur“) Linktipps: Vorschau auf das Symposium 2021 (Museumsverein Oberschützen): https://www.museum-oberschuetzen.com/aktuelles/0_aktuelles.php Rede von Peter Wagner anlässlich der Neuauflage des Buches „Bäuerliche Bauten im Südburgenland“ von Franz Simon. 2. Auflage 2012: https://www.peterwagner.at/topmenu/arbeiten/werkliste-kommentare-reden-offene-briefe/versuch-ueber-das-akribische-bei-franz-simon Feier zur Neuauflage: „Bäuerliche Bauten im Südburgenland“: https://www.meinbezirk.at/oberwart/c-lokales/baeuerliche-bauten-im-suedburgenland_a339797 Wissenschaftlicher Lesetipp: Wolfgang Meyer, Das Arkadenhaus im Bezirk Oberwart. Seine bauliche Bestandsaufnahme und seine Stellung innerhalb der Bautätigkeit des Umfeldes. (Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland Heft 85 Sigel WAB 85, 1990. Arkadenhäuser. Bauformen Wohnen und Dorferneuerung. „Schlaininger Gespräche 1988“, Eisenstadt 1990): https://www.zobodat.at/pdf/Wiss-Arbeiten-Burgenland_085_0341-0398.pdf PS: Der ORF hat einen Dokumentarfilm über Franz Simon 1979 gedreht (25 Minuten): „Bäuerliche Bauten im Südburgenland. Franz Simon dokumentiert Bauernhäuser.“