Klosterfrauenbühel Lienz (Osttirol): 90 Meter hohes Heiligtum lässt Archäologen staunen

Keltisch-römische Tempelanlage größer als vermutet. Die Fachwelt aus ganz Europa interessiert sich für das seltsame Heiligtum am Klosterfrauen-Bühel (Dominikanerinnen-Bichl) oberhalb des Brauhauses Falkenbräu in der Stadt Lienz. Das über 2000 Jahre alte Heiligtum wurde von den Römern mit einer mächtigen Umfassungsmauer versehen. Unschätzbare Funde der Kelten und Römer wurden ausgegraben, die in dieser Form selten so gut erhalten sind. Es gibt keine vergleichbare Anlage auf der ganzen Welt, die ähnlich einer Stufenpyramide über das Tal herausragte, was den Archäologen bei der Bewertung und Einordnung der archäologischen Kultanlage entsprechende Schwierigkeiten bereitet. PS: Anmerkung Initiative Denkmalschutz: “Die Anlage steht offenbar (noch) nicht unter Denkmalschutz (vgl. Denkmalverzeichnis BDA bzw. Denkmalliste Wikipedia). ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (16.8.2020): https://tvthek.orf.at/profile/Tirol-heute/70023/Tirol-heute/14061693/Tempelanlage-groesser-als-vermutet/14746255 +++ Uni Innsbruck (Institut für Archäologien): Kultkontinuität auf dem Klosterfrauenbichl in Lienz – Vom Stammesheiligtum der Laianken zum ländlichen römerzeitlichen Kultplatz: https://www.uibk.ac.at/archaeologien/projekte/grabherr-gerald/lienz/klosterfrauenbichl-lienz.html +++ Weitere (ältere) Medienberichte: Lienz’ kommt von den Laianken: Keltische Stätte beeindruckt Forscher”: (19.11.2019, Tiroler Tageszeitung): https://www.tt.com/artikel/16279725/lienz-kommt-von-den-laianken-keltische-staette-beeindruckt-forscher; “Forscher finden Artefakte auf ‘heiligem Hügel’ in Osttirol” (13.11.2019, Der Standard): https://www.derstandard.at/story/2000111019024/forscher-finden-artefakte-auf-heiligem-huegel-in-osttirol; “Keltische Kriegstrompete in Lienz gefunden” (13.11.2019, ORF): https://tirol.orf.at/stories/3021502; “Kultstätte in Lienz wird weiter erforscht” (19.3.2019, Tiroler Tageszeitung): https://www.tt.com/artikel/15448293/kultstaette-in-lienz-wird-weiter-erforscht; “Archäologieblog: Ausgrabung mit Dolomiten-Blick: Ein Kultplatz oberhalb von Lienz.” (2.8.2018, Der Standard): https://www.derstandard.at/story/2000084571448/ausgrabung-mit-dolomiten-blick-ein-roemischer-kultplatz-oberhalb-von-lienz; “Kelten- und Römerfundstücke in Osttirol” (14.11.2019, MeinBezirk): https://www.meinbezirk.at/tirol/c-lokales/kelten-und-roemerfundstuecke-in-osttirol_a3753816.

Hotel Wörthersee in Klagenfurt (Ktn.): Bleibt nur Schaufassade erhalten?

Der polnische Eigentümer hat einen Antrag auf Abriss (und Wiederaufbau!?) des denkmalgeschützten, 123 Jahre alten Hotel Wörthersees gestellt. So trat der Denkmalbeirat beim Bundesdenkmalamt in Aktion und führte letzte Woche einen Lokalaugenschein durch. Denn vor Erteilung einer Bewilligung zur Zerstörung eines unbeweglichen Denkmals ist der Denkmalbeirat zu hören (gemäß § 5 Abs. 5 Denkmalschutzgesetz). Nun scheint es ein letztes “Rückzugsgefecht” des Denkmalamtes zu geben, denn es soll darum gegangen sein, wie man zumindest noch die prominente Schaufassade nach Süden zum Wörthersee hin erhalten kann (Grundproblem: Es gibt im Denkmalschutzgesetz keine aktive Erhaltungspflicht für den Eigentümer, nur ein Verbot der Zerstörung; vgl. § 4 Denkmalschutzgesetz). Die Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) meint: “Es zeichnet sich eine einvernehmliche Lösung ab”. Es bleibt also spannend. In etwa 14 Tagen soll das Gutachten des Denkmalbeirates vorliegen. Weiters gestritten wird um einen möglichen Seezugang. Das Hotel Wörthersee in der Villacher Straße 338 wurde 1891-1897 im Auftrag von Mitgliedern der Familie Thurn-Valsassina unter dem Architekten Wilhelm Heß errichtet. ORF-BERICHT “Hoffnung für Hotel Wörthersee” (10.9.2020) WEITERLESEN: https://kaernten.orf.at/stories/3066085 +++ Weitere aktuelle Medienberichte: “Hotel Wörthersee: Abriss von Baujuwel vorerst abgewendet” (9.9.2020, Kleine Zeitung): https://www.kleinezeitung.at/kaernten/klagenfurt/5864352/Hotel-Woerthersee_Abriss-von-Baujuwel-vorerst-abgewendet; “FPÖ fragt: „Wird das Hotel Wörther­see ab­gerissen?“ (10.9.2020, 5min): https://www.5min.at/202009310706/fpoe-fragt-wird-das-hotel-woerthersee-abgerissen/ +++ Auch Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann (Grüne) betont in Ihrem aktuellen Facebook-Posting, dass Sie sich seit 10 Jahren für die Erhaltung des Hotel Wörthersees einsetzt (18.6.2012: “Denkmalgeschütztes Hotel Wörthersee verfällt!”: https://klagenfurt.gruene.at/denkmalgeschuetztes-hotel-woerthersee-verfaellt; 21.7.2020: “Hotel Wörthersee: Architektur-Juwel in Gefahr”: https://klagenfurt.gruene.at/hotel-woerthersee-architektur-juwel-in-gefahr) +++ Das Hotel Wörthersee auf der Website “Wörthersee Architektur – Villen, Hotels und Badeanstalten der Kaiserzeit”: http://www.woerthersee-architektur.at/?Klagenfurt:Hotel_W%F6rthersee +++ Die Wörthersee-Architektur auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rthersee-Architektur +++ Der Architekt Wilhelm Heß (1846-1916) auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_He%C3%9F_(Architekt)

Älterer Bericht der Initiative Denkmalschutz:
21.7.2020: Klagenfurt (Ktn.): Hotel Wörthersee “Architektur-Juwel” in Gefahr
https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/klagenfurt-ktn-hotel-woerthersee-architektur-juwel-in-gefahr/

Jüdischer Friedhof Währing (Wien): Vor umfangreichen Sanierungsmaßnahmen

Auf Initiative von Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler (Grüne), wird die Republik Österreich die Sanierung und Erhaltung des verwahrlosten, denkmalgeschützten Jüdischen Friedhof Währings drei Jahre lang mit je 200.000 Euro finanziell unterstützen. Der Friedhof, der oft wegen seines Namens und seiner unmittelbaren Nähe zum 18. Bezirk fälschlicherweise in Währing vorortet wird, liegt unmittelbar in der Nähe der U6-Station Nußdorfer Straße, versteckt in der Schrottenbachgasse 3. STANDARD-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.derstandard.at/story/2000120608684/bund-unterstuetzt-sanierung-des-juedischen-friedhofs-in-wien-waehring (8.10.2020, “Bund unterstützt Sanierung des jüdischen Friedhofs in Wien-Währing”) +++ Weiterer aktueller Medienbericht: “Geld für jüdischen Friedhof von Regierung” (ORF, 8.10.2020): https://wien.orf.at/stories/3020839;

Jetzt ist für die Erhaltung und Sanierung auch der Verein “Rettet den Jüdischen Friedhof Währing” aktiv, der eigens dafür im Mai 2017 gegründet wurde (Vorstand: Obmann Günther Havranek, Obmann-Stv. Ariel Muzicant, Schriftführerin und Sprecherin Jennifer Kickert). Denn schon seit 1995 nimmt sich Kunsthistorikerin Tina Walzer des Friedhofs an und gründete bereits 2009 dafür gemeinsam mit Architekt Werner Winterstein den Verein Jüdisches Erbe Austria, der mittlerweile auf respektable Erfolge verweisen kann. +++ Tipp: Facebook-Seite: “Rettet den jüdischen Friedhof Währing”: https://www.facebook.com/friedhof18.wien

Kurzbeschreibung (Wikipedia): “Der Friedhof wurde 1784 angelegt, im 19. Jahrhundert mehrfach erweitert, 1884 letztmals belegt und 1942 zum Teil zerstört. Er erhält zahlreiche klassizistische und historistische Grabsteine, teilweise auch von berühmten Rabbinern und anderen bedeutenden Persönlichkeiten. Das Totengräberhaus (Taharahaus) ist ein symmetrischer zweigeschoßiger Bau mit eingeschoßigen Flügeln aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die Zeremonienhalle ist eine hohe kubische Torhalle mit Lünettenfenstern.” (Quelle: Denkmalliste Döbling Wikipedia).

Ältere Medienberichte:

30.9.2020, Kurier
Van der Bellen besuchte Jüdischen Friedhof Währing. Bundespräsident: “Selbstverständliche Verpflichtung” Österreichs, Friedhof zu erhalten.: https://kurier.at/chronik/wien/van-der-bellen-besuchte-juedischen-friedhof-waehring/401049799

13.9.2020, APA-OTS (Pressedienst der Parlamentsdirektion)
Nationalratspräsident Sobotka besuchte Jüdischen Friedhof Währing. Erhalt des Friedhofs als Denkmal des jüdischen Lebens in Wien wichtiges Zeichen für Sobotka: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200913_OTS0041

14.11.2019, Der Standard
Bundesheer hilft bei Sanierung des Jüdischen Friedhofs in Währing. Der stark sanierungsbedürftige Friedhof könnte in naher Zukunft zumindest in Teilen wieder öffentlich begehbar werden. Die Grabsteine sind zum Teil schon stark abgewittert: https://www.derstandard.at/story/2000111060785/bundesheer-hilft-bei-sanierung-des-juedischen-friedhofs-in-waehring

1.11.2019, Der Standard
Die Grabmalretter am jüdischen Friedhof Währing. Der Verein Jüdisches Erbe Austria sorgt dafür, dass toten Juden ihre Würde wiedergegeben wird. Sie forschen Nachfahren aus und organisieren die Sanierung der geschändeten Gräber: https://www.derstandard.at/story/2000110062223/die-grabmalretter-am-juedischen-friedhof-waehring

8.10.2019, APA-OTS (Verein Jüdisches Erbe Austria)
Verein „Jüdisches Erbe Austria-JEA“: neuerlich erfolgreiche Instandsetzungen am Jüdischen Friedhof Währing: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20191008_OTS0041

12.7.2019, Der Standard
Der Versuch, die Ruhestätte der toten Juden in Währing zu retten. Der Jüdische Friedhof im 18. Wiener Bezirk verrottet. Die Zeit drängt, denn der Verfall schritt in den letzten Jahren stark voran: https://www.derstandard.at/story/2000106056594/der-versuch-die-ruhestaette-der-toten-juden-in-waehring-zu

30.4.2018, ORF
Jüdischer Friedhof: 130.000 für Luftaufnahmen. Einige Gräber am Jüdischen Friedhof in Währing sollten heuer endlich saniert werden. Ein Großteil des dafür vorhandenen Geldes wurde jedoch für eine digitale Karte aufgebraucht, die nicht einmal den gesamten Friedhof erfasst.: https://wien.orf.at/v2/news/stories/2909450

4.3.2018, MeinBezirk.at
Neue Initiative zur Rettung des Jüdischen Friedhofs. Ein neuer Verein soll den Friedhof wieder zu einem würdigen Erinnerungsort machen.: https://www.meinbezirk.at/doebling/c-lokales/neue-initiative-zur-rettung-des-juedischen-friedhofs_a2422062

23.8.2015, ORF
Jüdische Friedhöfe überlebten „nur zufällig“. Die insgesamt fünf jüdischen Friedhöfe in Wien hätten den Zweiten Weltkrieg und die Schoah nur „zufällig“ überlebt, wie der Historiker Tim Corbett sagt. Teilweise würden noch Sanierungskonzepte fehlen, kritisiert der Historiker.: https://wien.orf.at/v2/news/stories/2727709

16.3.2007, Der Standard
Neue Chance auf Rettung für Jüdischen Friedhof. Wien setzt auf rasche Gespräche mit Bund – Stadt will erst einmal ärgste Schäden beseitigen: https://www.derstandard.at/story/2791216/neue-chance-auf-rettung-fuer-juedischen-friedhof

Rankweil (Vbg.): Denkmalgeschützte Häusle-Villa abgebrannt

Denkmalgeschütztes Häusle-Villa ausgebrannt. In der Gemeinde Rankweil ist in der Nacht auf Sonntag (14./15.3.2020) in der 1902 erbauten Heimatstil-Villa ein Feuer ausgebrochen (St.-Peter-Gässele 1). Das seit Jahren unbewohnte Gebäude  – vom erfolgreichen Rankweiler Sticker Johann Marte erbaut – war erst vor kurzem von der Gemeinde erworben worden. +++ Brandeinsatz-Bericht (Fireworld.at): https://www.fireworld.at/2020/03/15/vbg-denkmalgeschuetzte-haeusle-villa-in-rankweil-in-vollbrand +++ Älterer Bericht (2016): Lange hat das Bundesdenkmalamt mit dem Eigentümer der denkmalgeschützten Villa Häusle über eine dringend notwendige Bestandssicherung verhandelt. Laut Denkmalamt mussten das Dach und mehrere Fenster der 1902 im Heimatstil erbauten Villa (Dehio) abgedichtet werden, um weitere Schäden zu verhindern. Nachdem mehrere Fristen verstrichen waren und seit Herbst eine Finanzierungszusage des Denkmalamtes vorliegt, hat die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch die Umsetzung in per Bescheid angeordnet. Siehe: “Gemeinde hat Häusle-Villa gekauft” (16.12.2019; Vorarlberg Online): https://www.vol.at/gemeinde-hat-haeusle-villa-gekauft/6459968; “Notmaßnahmen bei Häusle Villa abgeschlossen” (7.3.2016; Vorarlberg Online): https://www.vol.at/rankweil/notmassnahmen-bei-haeusle-villa-abgeschlossen/4645396; “Bürgerforum: ‘Juwel’ Häusle-Villa der Gemeinde erhalten. Notsicherungsmaßnahmen an Häusle-Villa sollen noch vor dem Winter starten” (29.10.2015; Vorarlberg Online): https://www.vol.at/buergerforum-juwel-der-gemeinde-erhalten/4502023 (vgl. Meldung: “Notmaßnahmen für Häusle Villa” (Marktgemeinde Rankweil): https://www.rankweil.at/aktuell/notmassnahmen-fuer-haeusle-villa). +++ Kurzbeschreibung in Denkmalliste (Wikipedia): Villa Häusle, Wohngebäude und Stickereigebäude: “Die zweigeschoßige Villa mit geschwungenem Giebel und turmartigem Aufbau im Nordosten wurde 1902 errichtet.” (Quelle: Denkmalliste Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Rankweil). +++ Fotos der Häusle-Villa (Wikimedia Commons): https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Villa_H%C3%A4usle_(Rankweil)?uselang=de.

 

Weltmuseum Wien: Kulturgüter problematischer Herkunft

Weltmuseum Wien: Kulturgüter problematischer Herkunft. ORF-FERNSEHBERICHT (6 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Hohes-Haus/1264/Hohes-Haus/14050379/Kulturgueter-problematischer-Herkunft/14690519. Als Österreich noch ein großes Reich war, wurden Kunstgegenstände und Kulturgüter aus der ganzen Welt in der Residenzstadt Wien zusammengetragen und bildeten den Grundstock der heute weltweit berühmten Museen und Sammlungen. Doch viele dieser Gegenstände wurde geraubt, geplündert, oder haben eine andere problematische Erwerbsgeschichte. Seit längerem gibt es eine Diskussion, wie die Republik mit diesen Kunstgegenständen umgehen soll. Sollen etwa Museen Erwerbe aus der afrikanischen Kolonialzeit zurückgeben? +++ Weitere Medienberichte: “Geben ist schwieriger denn nehmen: Sollen Museen Erwerbe aus der afrikanischen Kolonialzeit zurückgeben? Die Debatte ist auch in Österreich entbrannt.” (Wiener Zeitung, 26.2.2020): https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/kunst/2052078-Geben-ist-schwieriger-denn-nehmen.html; Kuratorin will Debatten über Raubkunst fördern (Standard, 31.12.2020): https://www.derstandard.at/story/2000112771454/kuratorin-will-debatten-ueber-raubkunst-foerdern; “Als Mäzen unterstützte Nathaniel Rothschild den Ankauf der Benin-Bronzen” (Standard, 9.2.2020): https://www.derstandard.at/story/2000114295661/als-maezen-unterstuetzte-nathaniel-rothschild-den-ankauf-der-benin-bronzen; “Projekt Digital Benin: Als die Briten den Palast plünderten. Vor gut 120 Jahren erbeuteten britische Truppen bei einem militärischen Schlag gegen das Königreich Benin Tausende von Kunstobjekten” (Berliner Zeitung, 24.4.2020): https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/kolonialismus-digital-benin-als-die-briten-den-palast-pluenderten-li.81918; “Das Erbe kann wiederkommen: Afrikas neue Museen. Die Debatte um die Rückgabe von Kunst aus einstigen Kolonien befeuert ambitionierte Bauprojekte.” (Kurier, 20.6.2019): https://kurier.at/kultur/das-erbe-kann-wiederkommen-afrikas-neue-museen/400528561.

Graz (Stmk): Alter Stollenzugang freigelegt

Kaum zu übersehen klafft derzeit ein tiefer Einschnitt am Kalvarienberg im 4. Bezirk Lend. Darin befindet sich ein nach dem Krieg zugeschütteter und jetzt wieder offener Zugang zu ehemaligen Luftschutzstollen aus dem Zweiten Weltkrieg. Wegen des damals zerstörten Felsvorsprungs klafft jetzt ein tiefes Loch im Kalvarienberg. Weil der Berg und die kirchliche Anlage in ihrer Gesamtheit seit 2009 denkmalgeschützt sind, muss die Pfarre den wieder geöffneten Zugang mit einer Betonkonstruktion künstlich überdachen lassen und den Wiesenhang rekonstruieren. ORF-BERICHT WEITERLESEN: https://steiermark.orf.at/stories/3052756 +++ Weiterer aktueller Medienbericht: “Alter Stollen-Zugang zu Grazer Kalvarienberg freigelegt (Studium.at, 11.6.2020): https://www.studium.at/alter-stollen-zugang-zu-grazer-kalvarienberg-freigelegt

Älterer iD-Bericht, 21. Mai 2020

Der Kalvarienbergstollen im 4. Grazer Bezirk Lend ist großteils unverändert aus der Bauzeit im Zweiten Weltkrieg erhalten, Geländer oder Latrinen befinden sich im Originalzustand. Seit 2006 engagiert sich Friedrich Hager für den im Besitz der Pfarre Kalvarienberg befindlichen Luftschutzstollen und möchte den Stollen für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich machen. Auch jetzt schon können Interessierte eine Führung von ihm bekommen. Jetzt werden Arbeiten dazu durchgeführt, unter anderem wird daran gearbeitet den zugemauerten, zweiten Zugang wieder zu öffnen. Alle Arbeiten werden in Absprache mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt. MeinBezirk-Artikel weiterlesen: https://www.meinbezirk.at/graz/c-lokales/frische-luft-fuer-den-kalvarienbergstollen_a4072719 +++ Weitere Medienberichte: “Kalvarienberg-Stollen: Ein unsichtbares Kriegsrelikt” (Annenpost; 18. Juni 2019): http://www.annenpost.at/2019/06/18/luftschutzstollen-kalvarienberg-lend-geschichte; “Neue Pläne für den Grazer Kalvarienberg. 3000 Menschen bot der Luftschutzstollen im Kalvarienberg Schutz vor Bombenangriffen. Eine Initiative macht sich nun für die Sanierung stark.” (Kleine Zeitung, 23.12.2017): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5343429/Im-Grazer-Norden_Neue-Plaene-fuer-den-Grazer-Kalvarienberg +++ KALVARIENBERG-VIDEO (25 min) “Kalvarienberg Stollen Graz Erster Luftangriff auf Graz: 25. Februar 1944”: https://www.youtube.com/watch?v=DnguTE7RGKQ +++ Der Grazer Kalvarienberg auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Grazer_Kalvarienberg.

Schloss Leopoldstein (Stmk.): Denkmalgeschützte Tür gestohlen. Zeugen gesucht

Unbekannte Täter stahlen eine denkmalgeschützte Tür eines Nebeneingangs von Schloss Leopoldstein in Eisenerz. Besitzer des Schlosses haben eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Der Zeitpunkt des Diebstahls kann schon Wochen zurückliegen. Die Holztür aus dem Ende des 19. Jh. ist mit Schmiedeeisenbeschlägen in Form von sogenannten „Lebensbäumen“ versehen. Die Polizei sucht Zeugen und bittet um sachdienliche Hinweise: Polizeiinspektion Eisenerz: Tel.: +43 59133 6321. KLEINE ZEITUNG-ARTIKEL WEITERLESEN: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/5831396/Zeugen-gesucht_Schloss-Leopoldstein_Denkmalgeschuetzte-Tuer-gestohlen sowie in der KRONENZEITUNG: https://www.krone.at/2180175 +++ Originale Presseaussendung der Landespolizeidirektion (LPD Steiermark; 26.6.2020): https://www.polizei.gv.at/stmk/presse/aussendungen/presse.aspx?prid=474B435948644D4C6A426F3D&pro=0 +++ Das Schloss Leopoldstein wurde im Kern um 1670 erbaut. Prinz Arnulf von Bayern ließ das Schloss zwischen 1890 und 1895 nach dem Vorbild der bayrischen Königsschlösser im historisierenden Stil zu einer Sommerresidenz umbauen. +++ Schloss Leopoldstein auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Leopoldstein +++ Ältere Medienberichte zu Schloss Leopoldstein: “Schloss Leopoldstein: Gespräche um Verkauf in der Endphase. Gerüchte brodeln um den Verkauf von Schloss Leopoldstein in Eisenerz. WAG Linz-Chef Wolfgang Schön bestätigt Verhandlungen.” (20.1.2018; Kleine Zeitung): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/5356628/Eisenerz_Schloss-Leopoldstein_Gespraeche-um-Verkauf-in-der-Endphase; “Wie ein Schloss in die Causa Buwog kam. Im Buwog-Prozess wird Exbanker Georg Starzer befragt. Er bestreitet, dass die RLB OÖ Peter Hochegger ein Schloss als Provisionsersatz angeboten habe” (12.2.2018; Der Standard): https://www.derstandard.at/story/2000074131161/wie-ein-schloss-in-die-causa-buwog-kam.

Ö1-Radio: Geschütztes Erbe (“Journal Panorama”; 7.7.2020)

Ö1 Radio – Journal Panorama, Di., 7. Juli 2020, 18:25 bis 18:55 Uhr

Geschütztes Erbe – Anforderungen an den Denkmalschutz im 21. Jahrhundert

Gestaltung: Uschi Mürling-Darrer

Mit Interview INITIATIVE DENKMALSCHUTZ: ab 18:47 Uhr bis 18:49 (ab Minute 22)

BIS Di.. 14.7.2020, ca. 18 Uhr: HIER  NACHHÖRBAR: https://oe1.orf.at/programm/20200707/604240/Geschuetztes-Erbe

Was bedeutet Denkmalschutz heutzutage? Geht es darum, das zu bewahren, an das wir uns erinnern sollen? Oder ist es die Befürchtung, ein Stück Identität zu verlieren, wenn Relikte vergangener Epochen nicht mehr existieren?

Nach dem Ersten Weltkrieg wollte man mit einem Ausfuhrverbot von Kunstgegenständen vermeiden, dass die hungernde Bevölkerung Kulturgüter verscherbelt. Daraus entstand 1923 das erste Denkmalschutzgesetz, auf das unser jetziges noch immer aufbaut – freilich nicht ohne einige Male novelliert zu werden. So wurde etwa klargestellt, dass es keine Erhaltungs- oder Instandsetzungspflicht gibt. Für Kritiker ist damit der Denkmalschutz in Österreich ein schwaches, wenn nicht gar zahnloses Gesetz. Immer wieder sei man auf Bürgerinitiativen oder Medien angewiesen, um Denkmalschutz durchzusetzen, sagen Kritiker. Hinzu kommen neue Anforderungen und Herausforderungen, die sich zum Beispiel durch die Vergangenheitsbewältigung ergeben, Stichwort Hitler-Geburtshaus. Oder, dass es auch in denkmalgeschützten Bauten inzwischen den Anspruch auf Barrierefreiheit gibt und man Gebäude für eine sinnvolle Nutzung modernisieren muss.

 

 

Villa Lindweg 17 (Graz): Trotz Einwendungen gegen Bebauungsplan Villa wird schon abgerissen

Die hübsche kleine Villa Lindweg 17 im 3. Grazer Bezirk Geidorf muss dran glauben, obwohl der Bebauungsplan noch nicht rechtskräftig ist. Der Bebauungsplan 03.23.0 hat dieses Objekt quasi zum Verschwinden genötigt. Gegen den Bebauungsplan wurden Einwendungen erhoben. Dennoch muss die Soko Altstadt rund um Peter Laukhardt am 12. August 2020 bereits den Abbruch der Villa Lindweg 17 mit ansehen. Peter Laukhardt fürchtet nun – wie schon in seiner Einwendung zum Bebauungsplan angeführt -, dass die Gebäude Lindweg 5 (einstöckiger Bau), Lindweg 11 (Villa), Lindweg 23 (kleines Haus) und Lindweg 25 (villenartiges Landhaus) ebenso diesem neuen Bebauungsplan zum Opfer fallen werden. +++ Villa Lindweg 17 auf Baugeschichte.at: https://baugeschichte.at/Lindweg_17 +++ Villa Lindweg 11 auf Baugeschichte.at: https://baugeschichte.at/Lindweg_11.

Müllendorf (Bgld.): Sensationsfund römische Kleinstadt wird untersucht

Voriges Jahr wurde beim Bau von neuen Wohnhäusern bei der Hauptstraße 39 in Müllendorf ein einzigartiger Fund gemacht: eine römische Siedlung in dieser Größe wurde im Burgenland noch nie entdeckt. Jetzt wurden die denkmalgeschützten Überreste dieser römischen Kleinstadt von einem Team der Universität Wien hat untersucht. Noch zwei Jahre wird weitergegraben, was danach mit dem Grundstück passiert, steht noch nicht fest. Der Grund gehört der Neuen Eisenstädter Siedlungsgenossenschaft und ist aktuell vom Land Burgenland gepachtet. ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (3 min, 13.9.2020): https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14064496/Muellendorf-steht-auf-roemischer-Kleinstadt/14759952 +++ ORF-Bericht lesen: https://burgenland.orf.at/stories/3066502. +++ Das Ausgrabungsgelände bei der Haupstraße 39 siehe Google Maps. +++ Weitere Medienberichte: “‘Tag der offenen Grabung’: Auf den Spuren der Römer in Müllendorf” (8.9.2020, BVZ): https://www.bvz.at/eisenstadt/tag-der-offenen-grabung-auf-den-spuren-der-roemer-in-muellendorf-muellendorf-roemer-archaeologie-222863337; “Auf den Spuren der Römer: ‘Tag der offenen Grabung’ am 11.9. in Müllendorf” (9.9.2020, MeinBezirk): https://www.meinbezirk.at/eisenstadt/c-lokales/tag-der-offenen-grabung-am-119-in-muellendorf_a4228308

Historische Entdeckung: Burgenland als Fundgrube für Archäologen (13.9.2020, Krone): https://www.krone.at/2228941

Ältere Medienberichte:

20.3.2019 (BVZ):Sensationsfund: Verhindert Römerfund Wohnbauanlage in Müllendorf?: https://www.bvz.at/eisenstadt/sensationsfund-verhindert-roemerfund-wohnbauanlage-in-muellendorf-muellendorf-wohnbau-archaeologie-baustopp-ausgrabungen-neue-eisenstaedter-siedlungsgesellschaft-140596371

10.7.2019 (BVZ): Gespräche: Was passiert mit Bau in Müllendorf ?: https://www.bvz.at/eisenstadt/gespraeche-was-passiert-mit-bau-in-muellendorf-muellendorf-neue-eisenstaedter-siedlungsgesellschaft-roemerzeit-archaeologische-funde-154178025

Denkmalliste in Müllendorf (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_M%C3%BCllendorf.