Graz (Stmk): Abriss Lendkai 93, bald auch Lendkai 95 Geschichte?

Anfang Mai wurde in Graz das 1893 erbaute, dreigeschoßige Gründerzeithaus Lendkai 93 mit seiner späthistoristischen Fassade abgerissen (4. Bez. Lend). Peter Laukhardt von der Bürgerinitiative Soko Altstadt schreibt dazu auf Grazwiki.at: “Aus dem Bebauungsplan 04.08.1 (rechtskräftig am 5.10.2017) war eigentlich keine Notwendigkeit für einen Abbruch erkennbar, denn auf Seite 10 heißt es: “Hier bleiben die Festlegungen des bestehenden Bebauungsplanes nahezu unverändert. Es kann aufgezeigt werden, dass (…) alle Liegenschaften den städtebaulichen Zielsetzungen entsprechen und der Bebauungsplan hier den Bestand abbildet. Im Sinne der Weiterentwicklung des Bebauungsplanes wurde jedoch festgelegt: Eine Überschreitung des im 3.0 Flächenwidmungsplan 2002 und im § 2 der Bebauungsdichteverordnung 1993 festgesetzten Höchstwertes der Bebauungsdichte ist für die Liegenschaften (…) Lendkai 87 bis 95 (…) im Rahmen der Festlegungen des Bebauungsplanes zulässig. Damit kann ein geschlossenes Gesamtbild an den Straßen erreicht werden und können die dortig vorhandenen Baulücken gut geschlossen werden.” Peter Laukhardt von Soko Altstadt kommentiert dazu auf Grazwiki.at: Also wird hier abgerissen, damit die ganze Zeile – mit Schließung der Baulücke – aufgezont werden kann. Wer sich heute die dortige Situation ansieht, greift sich an den Kopf, so brutal soll hier verdichtet werden.” (Quelle: https://www.grazwiki.at/Lendkai_93).

Lendkai 93, Graz

Das Gründerzeithaus Lendkai 93 während des Abrisses am 6. Mai 2021, (c) Peter Laukhardt, Soko Altstadt (Grazwiki.at)

Auch das Nachbarhaus, das kleine Vorstadthaus Lendkai 95 wird wohl bald Geschichte sein, denn Peter Laukhardt schreibt auf Grazwiki.at: “Das Schicksal dieses kleinen Vorstadthauses mit seinem verspielten Giebel ist mit dem des Hauses Lendkai 93 eng verknüpft. Bald wird es in Graz solche köstlichen Baulichkeiten nicht mehr geben.” (Quelle: https://www.grazwiki.at/Lendkai_95).

Lendkai 95, Graz

Das Eckhaus, ein kleines Vorstadthaus am Lendkai 95 in Graz (4.Bez. Lend), links daneben das abgerissene dreigeschoßige Gründerzeithaus Lendkai 93, Foto: 2018, (c) Peter Laukhardt, Soko Altstadt (Grazwiki.at)

Foto Lendkai 93 und 95 auf Google Maps: https://www.google.at/maps/@47.0795494,15.4309552,3a,75y,243.4h,89t/data=!3m6!1e1!3m4!1sL12sLg_zqnZYfBnyJOAGCw!2e0!7i13312!8i6656

Literatur:

Österreichische Kunsttopographie (ÖKT), Band XLVI: Die Kunstdenkmäler der Stadt Graz. Die Profanbauten des IV. und V. Bezirkes (Lend und Gries), Wien 1984, Seite 317

Beschreibung Lendkai “Nr. 93: Erbaut 1893 für Josef und Constanzia Pessl durch Baumeister Josef F. Flohr. Späthistoristisches dreigeschossiges sechsachsiges Wohnhaus mit reduzierter Fassade. Pläne. Baupläne 1893, bez. “Jos. F. Flohr”, StA.”

 

Groß-Enzersdorf (NÖ): Der Auhof wird abgerissen

Das “geschichtliche Juwel” Auhof in Groß-Enzersdorf bei Wien war ursprünglich ein Altersheim aus der Kaiserzeit. Dieser Tage wurde mit dem Abriss begonnen, so die Informationen, die unserem Verein zugetragen wurden. Eine Sanierung käme zu teuer, hieß es bereits 2017 von Seiten der Gemeinde, auch die Barrierefreiheit und die Schaffung von Parkplätzen seien Argumente für den Abriss, die ebenso die Erhaltung teurer gemacht hätten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Gründerzeitbau in der Lobaustraße 64 zum Gemeindebau umfunktioniert. Einige Anrainer und Bürger in Groß-Enzersdorf bedauern den Abbruch.

Auhof, Großenzersdorf

Der Auhof in Groß-Enzersdorf bei Wien, Foto: 23. April 2017, (c) Erich J. Schimek / Initiative Denkmalschutz

Medienbericht:

6. April 2017, Niederösterreichische Nachrichten
Groß-Enzersdorf: Geschichtliches Juwel: Auhof steht vor Abriss. Das Bauwerk aus der Kaiserzeit wird wohl nicht zu retten sein. Zu teuer kämen Sanierung und Erhalt, berichtet SP-Bürgermeister Hubert Tomsic: https://www.noen.at/gaenserndorf/gross-enzersdorf-geschichtliches-juwel-auhof-steht-vor-abriss-geschichtliches-juwel-auhof-44287317

Linktipp:

Weitere Auhof-Fotos von Erich J. Schimek / Initiative Denkmalschutz: https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157680551884182

 

Auhof, Groß-Enzersdorf

Der Auhof in Groß-Enzersdorf bei Wien, Detail, Foto: 23. April 2017, (c) Erich J. Schimek / Initiative Denkmalschutz

Korneuburg (NÖ): Lösung für verwahrloste, älteste Synagoge Österreichs in Sicht?

Die ehemalige Synagoge in Korneuburg ist der älteste erhaltene Bau seiner Art in Österreich und zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Synagogenarchitektur im deutschsprachigen Raum, sie wurde zwischen 1306 und 1325 errichtet (Gutachten Prof. Ferenc David, ungarisches Denkmalamt, 1982 oder 1985). Bis zur Vertreibung der Juden aus Korneuburg im Jahr 1420 wurde der Synagogenbau religiös genutzt. Damals wurde die Synagoge konfisziert und danach als landesfürtlicher Schüttkasten benutzt. Das oft umgebaute Bauwerk befindet sich östlich des Hauptplatzes  in der Roßmühlgasse (Propst Bernhard-Straße 6) in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Stadtmauer. Doch fristet sie weiterhin leider ein würdeloses Dasein als Garage. Aufregung herrschte im Herbst 2007, als der Eigentümer die historische Mauer aufbrach und eben dieses Garagentor einbaute. Diese Arbeiten widersprachen den Denkmalschutzauflagen und wurden daraufhin gestoppt. Das veranlasste die “Arge jüdisches Leben im Bezirk Korneuburg” rund um Gerhard Meseck dazu, eine Unterschriftenaktion 2008 für die würdevolle Erhaltung der Synagoge zu starten. Nun gibt es erneut Hoffnung für das Bauwerk, nachdem die Stadt Korneuburg schon mehrfach um den Erwerb des Synagogenbaus erfolglos bemüht hatte. Bürgermeister Christian Gepp (ÖVP) berichtet von neuerlichen Gesprächen mit dem Eigentümer, die in Bezug auf Verkauf an Stadtgemeinde nun vielversprechend klingen. Bereits 2015 gab es eine Ausstellung im Korneuburger Stadtmuseum („Synagoge – Rossmühle – Garage: Für immer Ruine?“), mit dem Anliegen, zumindest in der Ausstellung dem Bau seine Würde zurückzugeben. Mit Skizzen und Visualisierungen wurde der Tempel in seiner alten Pracht und hohem Dach dargestellt. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wurde es von der Stadt an verschiedene Handwerker vermietet, bevor es an den Bürger Johannes Rosmüller kam, der darin seine Mühle einrichtete (daher der Name „Roßmühle“). Nach einem Brand im Jahr 1766 diente das Gebäude als Lagerraum. Das Dach wurde 1942 bei einem Sturm zerstört. Seit 1980 ist das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Seither wurden sämtliche Bauarbeiten seitens des Korneuburger Bauamtes gestoppt.

Medienberichte:

10. August 2021, Der Standard
Warum Österreichs älteste Synagoge als Garage verwittert. Der historisch wichtige Bau in Korneuburg fristet ein würdeloses Dasein. Nun könnte endlich eine Lösung für das Problem gefunden werden: https://www.derstandard.at/story/2000128744932/warum-oesterreichs-aelteste-synagoge-als-garage-verwittert

9. Juni 2015, MeinBezirk
Von der Synagoge zur Garage. Es ist das älteste Gebäude der Stadt: die ehemalige Synagoge. Klaus Köhler widmet derzeit dem Gotteshaus eine bemerkenswerte Ausstellung im Stadtmuseum: https://www.meinbezirk.at/korneuburg/c-lokales/von-der-synagoge-zur-garage_a1375200

22. Mai 2015, NÖN
Ausstellung: Synagoge: „Der Erwerb wird schwierig“. Die Geschichte der Synagoge vom Beginn bis heute war Thema im Kulturzentrum: https://www.noen.at/korneuburg/ausstellung-ueber-synagoge-der-erwerb-wird-schwierig-top-4333424

17. Dezember 2014, MeinBezirk
Benefizkonzert für die Synagoge Korneuburg. In der Stadtpfarrkirche fand ein Benefizadventkonzert zugunsten der Korneuburger Synagoge statt: https://www.meinbezirk.at/korneuburg/c-lokales/benefizkonzert-fuer-die-synagoge-korneuburg_a1191535

20. März 2008, Der Standard
Korneuburg : Älteste Synagoge bleibt Ruine. Im Weinviertel steht die älteste Synagoge Österreichs: Versuche, den um 1325 errichteten Bau zu sanieren, scheitern seit 20 Jahren: https://www.derstandard.at/story/3268657/korneuburg–aelteste-synagoge-bleibt-ruine

6. Februar 2008, Der Falter
Garage statt Tempel? (Bezahlschranke): https://www.falter.at/zeitung/20080206/garage-statt-tempel/1659400018

Quellen / Linktipps:

Die Korneuburger Synagoge auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Synagoge_Korneuburg

Museumsverein Korneuburg, Korneuburgs Synagoge, das jüdische Bethaus (04.05.2021): https://www.museumsverein-korneuburg.at/blog/korneuburgs-synagoge-das-j%C3%BCdische-bethaus

Die spätere „Roßmühle“ in Korneuburg (Arne Herbote, Simon Paulus): Das als Ruine erhaltene Bauwerk der ehemaligen Synagoge in Korneuburg dürfte zu den bemerkenswertesten und wichtigsten Zeugnissen mittelalterlicher Synagogenarchitektur im deutschsprachigen Raum zählen (David, Jüdische Kulturzeitschrift, Heft 66, 09/2005): https://davidkultur.at/artikel/die-spatere-8222rossmuhle8220-in-korneuburg

Arge jüdisches Leben im Bezirk Korneuburg, Synagoge in der Rossmühlgasse in Korneuburg. Vor 600 Jahren gemauert. In Korneuburg, März 2008 (4-seitige Publikation): https://issuu.com/elisabeth_kerschbaum/docs/info_flyer_01e

Jelena Malic, Adaption der Synagoge “Rossmühle” in Korneuburg, Diplom-/Masterarbeit an der TU Wien, Oktober 2015: https://repositum.tuwien.at/bitstream/20.500.12708/2784/2/Malic%20Jelena%20-%202015%20-%20Adaption%20der%20Synagoge%20Rossmuehle%20in%20Korneuburg.pdf

Die Jüdische Gemeinde in Korneuburg: https://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/k-l/1105-korneuburg-niederoesterreich

Einzigartig! SOS. Die ma. [mittelalterliche] Synagoge in Korneuburg (2 Min Youtube-Video): https://www.youtube.com/watch?v=cuf0jdhdsrs

Verlorenes Erbe (Wien): Schloss Hacking, 1956 abgerissen

In der TV-Serie „Verlorenes Erbe“ (von Rupert Reiter-Kluger) im ORF 2-Vorabendprogramm (“Studio 2”) wurde am 1. Dezember 2021 das Schloss Hacking in der Schloßberggasse 8 (Wien-Hietzing) behandelt, das 1956 abgerissen wurde.

ORF-FERNSEHBEITRAG (5 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14115177/Die-Affaere-Hacking/15047467. (ORF 2, ‘Studio 2’, 1. Dezember 2021: “Die Affäre Hacking”. Im Hackinger Schlosspark stehen die letzten noch lebenden Zeitzeugen einer Affäre, die – so sie wirklich stattgefunden hat – die Monarchie kurzzeitig erzittern lies.)

Aufgehängt an einer möglichen, aber unbewiesenen pikanten Liebesgeschichte mit dem jungen Kaiser Franz Josef rund um das Jahr 1852 wird über dieses traurige Schicksal des Schlosses berichtet. In diesem Barockschlössl, dessen Besitzer der Exthronfolger von Schweden, Prinz Gustav von Wasa, war, spielte sich auch die Liebesromanze zwischen Wasas einziger Tochter Carola, der späteren vorletzten Königin von Sachsen und des späteren Kaiser Franz Josef ab. Prinzessin Carola Wasa – 1833 in Hacking geboren – stammte aus dem abgesetzten Schwedischen Königshaus. Der junge Kaiser Franz Josef ging im Elternhaus von Carola im Schloss Hacking aus und ein. Die Historikerin Gudula Walterskirchen erklärt im ORF-Interview. Es gibt keine unmittelbaren Beweise dafür, dass die beiden ein Paar waren, aber dass sie sich näher gekommen sind, dafür gibt es einige Hinweise. Herauslesen lässt es sich aus den Hofdamenbriefen der Sophie von Scharnhorst, sie gibt Andeutungen für eine Affäre, liefert aber auch handfeste Indizien. Sophie von Scharnhorst arbeitete bei Prinzessin Amalie Marie von Schweden, die über viele Ecken mit dem Kaiserhaus verwandt war.

Zum Schloss selbst: Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts befand sich an seiner Stelle die Veste Hacking, welche im Besitz der Babenberger war. Während der beiden Türkenbelagerungen 1529 und 1683 jeweils schwer beschädigt, wurde es bereits ab dem 17. Jahrhundert als Schloss bezeichnet. Erst 1718 wieder aufgebaut, wurde es 1826 im klassizistischen Stil umgebaut. 1832 erwarb Prinz Gustav von Wasa, Sohn des schwedischen Königs Gustav Adolf IV. und baute es ein wenig um und errichtete auch Nebengebäude neu. 1879 wurde das Schloss an den aus belgisch-deutschem Adel stammenden Josef Prinzen von Arenberg verkauft, dessen Familie es bis 1898 besaß. Die letzte Besitzerin war Eleonora von der Straaten-Ponhoz, die das Schloss 1954 an die Gemeinde Wien verkaufte. Die Stadt Wien ließ das Schloss abreißen und erbaute an seiner Stelle 1956-58 – neben einer Wohnhausanlage – das Jugendgästehaus “Hütteldorf” (nach Pänen von Fred Freyler).  Ein Teil der Innenausstattung konnte gerettet werden (Klein/Kupf/Schediwy, S. 183). Ein Türstock im Füllung aus dem Schloss hat sich in einer Privatwohnung in der nahe gelegenen Auhofstraße erhalten (Weißenbacher S. 123).

Links:

Das Hackinger Schloss (Ober St. Veit an der Wien, 1133.at): https://www.1133.at/document/view/id/604

Hackinger Schlösschen (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Hackinger_Schl%C3%B6sschen

Hackinger Schloss (Hietzing.at): http://www.hietzing.at/Bezirk/geschichte2.php?id=400

Quellen / Literatur:

Gerhard Weißenbacher, In Hietzing gebaut – Architektur und Geschichte eines Wiener Bezirkes, Wien 1996 (2. verbesserte Auflage 1999), Band I, Seite 120 bis 123

Dieter Klein, Martin Kupf, Robert Schediwy, Stadtbildverluste Wien. Ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte, Wien 2004, Seite 183

Neumarkt an der Raab (Bgld.): Künstler retten Strohdächer

“Kunst braucht ein Dach”. Einige der Strohdächer der denkmalgeschützten Bauernhäuser in Neumarkt an der Raab (Gem. St. Martin an der Raab) müssen neu gedeckt werden. Da die Sanierung sehr teuer ist, soll nun mit der Aktion “Kunst braucht ein Dach” Geld dafür gesammelt werden: https://www.kunstbrauchteindach.at +++ ORF-FERNSEHBERICHT (3 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14048125/Kunst-braucht-ein-Dach/14679158 +++ Seit 50 Jahren bietet das Künstlerdorf Neumarkt an der Raab Kunstschaffenden ein Zuhause. So wollen jetzt Künstler dem Verein Bilder für den Verkauf zur Verfügung stellen, um Geld dafür zu sammeln. Das Problem bei der Sanierung: Die Dächer sind mit langhalmigem Roggenstroh gedecktMaterial, das heutzutage nicht einfach zu bekommen ist, früher war es Alltagsgut. ORF-Bericht weiterlesen: https://burgenland.orf.at/stories/3043820 +++ Offizielle Website des Künstlerdorfs: https://kuenstlerdorf.net +++ Das Künstlerdorf Neumarkt an der Raab (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstlerdorf_Neumarkt_an_der_Raab +++ Denkmalliste St. Martin an der Raab (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Sankt_Martin_an_der_Raab.

Rankweil (Vbg.): Häusle-Villa muss nach Brand nicht abgerissen werden

Die denkmalgeschützte Häusle-Villa in Rankweil kann erhalten bleiben. Die Villa stand im März in Flammen, kurz nachdem es die Gemeinde Rankweil erworben hatte. Nun gab die Gemeinde bekannt, dass eine Sanierung trotz des großen Brandschadens möglich sei. ORF-BERICHT WEITERLESEN: https://vorarlberg.orf.at/stories/3049391 +++ Weiterer Medienbericht (Vorarlberg online): https://www.vol.at/haeusle-villa-bleibt-erhalten/6622583 +++ Ältere iD-Meldung (15.3.2020): Denkmalgeschütztes Häusle-Villa ausgebrannt. In der Gemeinde Rankweil ist in der Nacht auf Sonntag (14./15.3.2020) in der 1902 erbauten Heimatstil-Villa ein Feuer ausgebrochen (St.-Peter-Gässele 1). Das seit Jahren unbewohnte Gebäude  – vom erfolgreichen Rankweiler Sticker Johann Marte erbaut – war erst vor kurzem von der Gemeinde erworben worden. +++ Brandeinsatz-Bericht (Fireworld.at): https://www.fireworld.at/2020/03/15/vbg-denkmalgeschuetzte-haeusle-villa-in-rankweil-in-vollbrand +++ Älterer Bericht (2016): Lange hat das Bundesdenkmalamt mit dem Eigentümer der denkmalgeschützten Villa Häusle über eine dringend notwendige Bestandssicherung verhandelt. Laut Denkmalamt mussten das Dach und mehrere Fenster der 1902 im Heimatstil erbauten Villa (Dehio) abgedichtet werden, um weitere Schäden zu verhindern. Nachdem mehrere Fristen verstrichen waren und seit Herbst eine Finanzierungszusage des Denkmalamtes vorliegt, hat die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch die Umsetzung in per Bescheid angeordnet. Siehe: “Gemeinde hat Häusle-Villa gekauft” (16.12.2019; Vorarlberg Online): https://www.vol.at/gemeinde-hat-haeusle-villa-gekauft/6459968; “Notmaßnahmen bei Häusle Villa abgeschlossen” (7.3.2016; Vorarlberg Online): https://www.vol.at/rankweil/notmassnahmen-bei-haeusle-villa-abgeschlossen/4645396; “Bürgerforum: ‘Juwel’ Häusle-Villa der Gemeinde erhalten. Notsicherungsmaßnahmen an Häusle-Villa sollen noch vor dem Winter starten” (29.10.2015; Vorarlberg Online): https://www.vol.at/buergerforum-juwel-der-gemeinde-erhalten/4502023 (vgl. Meldung: “Notmaßnahmen für Häusle Villa” (Marktgemeinde Rankweil): https://www.rankweil.at/aktuell/notmassnahmen-fuer-haeusle-villa). +++ Kurzbeschreibung in Denkmalliste (Wikipedia): Villa Häusle, Wohngebäude und Stickereigebäude: “Die zweigeschoßige Villa mit geschwungenem Giebel und turmartigem Aufbau im Nordosten wurde 1902 errichtet.” (Quelle: Denkmalliste Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Rankweil). +++ Fotos der Häusle-Villa (Wikimedia Commons): https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Villa_H%C3%A4usle_(Rankweil)?uselang=de.

 

Hohe Birga (Tirol): Über 2000 Jahre alten Weg aus Eisenzeit bei Innsbruck entdeckt

Auf der “Hohen Birga” (Gemeinde Birgitz), einem kleinen bewaldeten Hügel nahe Innsbruck, auf dem bereits 1937 die Überreste einer über 2.000 Jahre alten rätischen Siedlung aus der Eisenzeit (Fritzens-Sanzeno-Kultur) entdeckt worden waren, wurde jetzt ein über 2000 Jahre alter Weg von Archäologen entdeckt. Bei den Grabungen fanden sich zudem zahlreiche Fragmente verzierter eisenzeitlicher Keramik, ein Webgewicht, Tierknochen sowie eine eiserne Lanzenspitze. In den letzten Jahrzehnten waren am Südhang der Hohen Birga ohne archäologische Begleitung Wohnhäuser errichtet worden. Im Zuge von Bauvorhaben ordnete das Bundesdenkmalamt eine archäologische Untersuchung jener zwei Grundstücksparzellen an, die als einzige bisher noch unverbaut geblieben sind. Die “Eisenzeitliche Siedlung Hohe Birga” wurde 2015/16 vom Bundesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt. ORF-BERICHT WEITERLESEN:  https://tirol.orf.at/stories/3053931 +++ Weitere Medienberichte: “Über 2000 Jahre alter Weg aus Eisenzeit in Birgitz von Archäologen entdeckt” (19.6.; Tiroler Tageszeitung): https://www.tt.com/artikel/30737588/ueber-2000-jahre-alter-weg-aus-eisenzeit-in-birgitz-von-archaeologen-entdeckt; “Hohe Birga: Über 2.000 Jahre alter Weg entdeckt” (19.6.; Newsroom der Uni Innsbruck): https://www.uibk.ac.at/newsroom/ueber-2.000-jahre-alter-weg-entdeckt.html.de; “Innsbruck: Über 2000 Jahre alter Weg aus Eisenzeit entdeckt” (19.6.; Stol.it, Nachrichten für Südtirol): https://www.stol.it/artikel/kultur/innsbruck-ueber-2000-jahre-alter-weg-aus-eisenzeit-entdeckt +++ Beschreibung der denkmalgeschützten archäologischen Stätte (Denkmalliste Wikipedia): “Auf einem Hügel nördlich von Birgitz wurde eine Höhensiedlung der Fritzens-Sanzeno-Kultur aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. freigelegt. Es wurden 13 Häuser vom rätischen Typ nachgewiesen, von dreien sind noch Grundmauern erhalten. Zu den Funden zählen Fibeln, Glasarmreifen, Geschirr, Gerätschaften, Bronze- und Eisenbarren und ein Webstuhl.” (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Birgitz) +++ Die “Hohe Birga” auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Hohe_Birga. +++ Ältere Medienberichte: “Großes Puzzleteil gefunden. Es ist eine kleine Sensation: Die Unterlagen der ersten Grabungen auf der ‘Hohen Birga’ in Birgitz sind nun aufgetaucht.” (2.12.2019; Tiroler Tageszeitung): https://www.tt.com/artikel/13880705/grosses-puzzleteil-gefunden; “Packende Einblicke in die ‘Wohnkultur’ vor 2000 Jahren in Birgitz” (24.7.2019; Tiroler Tageszeitung): https://www.tt.com/artikel/15880747/packende-einblicke-in-die-wohnkultur-vor-2000-jahren-in-birgitz; “Zwei Häuser in Tirol aus jüngerer Eisenzeit freigelegt” (23.7.2019; Tiroler Tageszeitung): https://www.tt.com/artikel/15881302/zwei-haeuser-in-tirol-aus-juengerer-eisenzeit-freigelegt; “Archäologiepark bei Birgitz: Einblicke in die Eisenzeit” (20.6.2018; Tiroler Tageszeitung): https://www.tt.com/artikel/14479368/archaeologiepark-bei-birgitz-einblicke-in-die-eisenzeit; “Rätersiedlung in Birgitz erleben. Lehrpfad und Museum geben Einblicke in die rätische Vergangenheit. Die Eröffnung findet morgen statt” (25.5.2013; Tiroler Tageszeitung): https://www.tt.com/artikel/6625901/raetersiedlung-in-birgitz-erleben.

Otto Wagner Areal Steinhof (Wien): Umwidmung und Soros-Uni im Gemeinderat beschlossen

Drei Beschlüsse wurden in der vergangenen Gemeinderatssitzung am 25. Juni 2020 zum Thema Jugendstiljuwel ehemaliges Otto Wagner Spital-Steinhof  (OWS) mehrheitlich gefasst: Die Ansiedlung der Central European University (CEU) “Soros Uni” in einem Drittel der Pavillons des OWS, der neue Flächenwidmungs- und Bebauungsplan (Nr. 8139) und damit eine, wie SPÖ und Grüne betonten, reduzierte Bebaubarkeit des Areals und dann noch die infrastrukturelle Erschließung des Standorts, um ihn gut nutzen zu können. Kritik an den Konzepten kam vor allem von Neos, ÖVP und FPÖ. Sie vermissen nach wie vor ein (versprochenes) Gesamtkonzept. MeinBezirk-Artikel WEITERLESEN: https://www.meinbezirk.at/penzing/c-politik/gruenes-licht-fuer-ows-neu-im-gemeinderat_a4125717 +++ GEMEINDERATSSITZUNG ZUM NACHHÖREN (ab Stunde 3:36:17): https://youtu.be/JdwoL2SPBCM (Postnummern 27, 114 und 133: Liegenschaft in Wien 14, Otto-Wagner-Areal, und zwar Schaffung eines Wissenschafts-, Kultur- und Bildungsstandortes, Plandokument Nr. 8139 sowie Abschluss von Dotations- und Dienstbarkeitsverträgen mit der Wirtschaftsagentur Wien und der WSE Wiener Stadtentwicklung GmbH) +++ Weiterer Medienbericht: “Verhandlung geglückt: Steinhofgründe werden 2025 zu Uni” (24.6.2020; Kurier): https://kurier.at/chronik/wien/verhandlung-geglueckt-steinhofgruende-werden-2025-zu-uni/400949522 +++ Politische APA-OTS-Pressereaktionen: “SP-Omar Al-Rawi: Startschuss für ein neues Kapitel Stadtgeschichte am Otto-Wagner-Areal. Mit dem Bau des Uni-Campus werden ein neuer Bildungsstandort und Arbeitsplätze geschaffen.” (24.6.2020): https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200624_OTS0126; “FP-Guggenbichler/Wansch: FPÖ als einzige Partei gegen Steinhof-Bausünden und Soros-Uni. Für umstrittene Soros-Universität werfen Rot, Grün, Schwarz und NEOS alle Grundsätze zu Natur-, Denkmal- und Klimaschutz über Bord” (30.6.2020): https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200630_OTS0148; “Bürgermeister Ludwig: Stadt Wien stellt die Weichen für den Umzug der CEU auf das Otto-Wagner-Areal. Vizebürgermeisterin Hebein: Wien ist und bleibt ein sicherer Hafen für kritisches Denken, Demokratie und freie Forschung” (3.6.2020): https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200603_OTS0038 +++ WORLD HERITAGE WATCH REPORT 2020: Und wieder wird das Otto-Wagner-Spital im World Heritage Watch (WHW) Report 2020 als besonders gefährdetes Weltkulturerbe angeführt. Was für die ganze Welt von Bedeutung ist, wird von der Wiener Stadtregierung aus Unkenntnis, Bauwut oder Unfähigkeit ignoriert. Den Bericht in englischer Sprache über das Otto-Wagner-Spital: http://www.steinhof-erhalten.at/Stellungnahmen/world_heritage_watch_report_2020_ows.pdf. Den Bericht in deutscher Sprache: http://www.steinhof-erhalten.at/Stellungnahmen/ows-world_heritage_watch_report_2020-uebersetzung.pdf. (Übersetzung: Initiative Steinhof-erhalten). Auf der Website von “World Heritage Watch” können Sie den gesamten WHW-Report 2020 einsehen: https://world-heritage-watch.org/wp-content/uploads/2020/06/WHW-Report-2020.pdf. +++ INITIATIVE DENKMALSCHUTZ PRESSEAUSSENDUNGEN / STELLUNGNAHMEN: 21.2.2020: “Otto Wagner Spital Steinhof: (Finale) Stellungnahme der Initiative Denkmalschutz (Planentwurf Nr. 8139)”: https://www.initiative-denkmalschutz.at/stellungnahme/otto-wagner-spital-steinhof-stellungnahme-der-initiative-denkmalschutz-planentwurf-nr-8139; 12.2.2020: “Otto Wagner Spital Steinhof Umwidmung – Initiative Denkmalschutz: Bauliche Anschläge im aktuellen Planentwurf Nr. 8139 schon absehbar!”: https://www.initiative-denkmalschutz.at/presseaussendungen/otto-wagner-spital-steinhof-umwidmung-initiative-denkmalschutz-bauliche-anschlaege-im-aktuellen-planentwurf-nr-8139-schon-absehbar; 15.10.2019: “Jugendstiljuwel Otto Wagner-Spital Am Steinhof: Prolongierter Bruch der Mediationsvereinbarung durch Baubeginn von 120 GESIBA Wohnungen! Initiative Denkmalschutz: Kulturgut-Zerstörung im für die Gesamtanlage so wichtigen Ostareal geht unvermindert weiter!”: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20191015_OTS0023; 19.4.2017: “Otto Wagner Spital Steinhof: Mit Start des Wohnungsbaus bricht Stadt Wien Mediationsvereinbarung! Bürgerinitiativen fordern Baustopp!”: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170419_OTS0023; 25.11.2014: “Otto Wagner Spital Steinhof: Stadt Wien ignoriert Mediationsergebnis. Alle in die Mediation eingebundenen Bürgerinitiativen distanzieren sich von geplanter Vorgehensweise der Stadt Wien”: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20141125_OTS0018; 11.07.2012: “Otto-Wagner-Spital Steinhof: Initiative Denkmalschutz steigt aus der Mediation aus”: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120711_OTS0010.

Mariahilfer Straße (Wien): Zwei Biedermeierhäuser fallen der Spitzhacke zum Opfer

Die beiden Spätbiedermeierhäuser in der Mariahilfer Straße 166-168 (Nr. 166 mit secessionistischer Fassadengestaltung) wurden vor 1848 errichtet. In den nächsten Wochen werden die beiden Häuser bedauerlicher Weise abgerissen. Wenige Tage vor Gültigkeit der neuen Bauordnungsnovelle wurde Ende Juni 2018 mit dem Abbruch begonnen, obwohl noch letzte Mieter darinnen wohnten. Ein Gericht gab nun dem Eigentümer Recht, sodass diese jetzt vom 2. Juli bis 15. September abgerissen werden können. KURIER-ARTIKEL WEITERLESEN: https://kurier.at/chronik/wien/zwei-biedermeier-haeuser-fallen-der-spitzhacke-zum-opfer/400974794. +++ Neubauprojekt “Wiener Stadtoase”: https://www.mahue166-168.at +++ Artikel auf WienSchauen.at (mit vielen historischen Fotos): Abriss durch alle Instanzen”(26.6.2020): https://www.wienschauen.at/abriss-durch-alle-instanzen-mariahilfer-strasse-166-168 +++ INITIATIVE DENKMALSCHUTZ: “Bauordnungsnovelle (Wien): Was ist vom Abrissstopp im Sommer 2018 geblieben?” (27.6.2020): https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/bauordnungsnovelle-wien-was-ist-vom-abrissstopp-im-sommer-2018-geblieben +++ Petition Für die Erhaltung der vom Abriss bedrohten Biedermeierhäuser Mariahilfer Straße 166-168 im 15. Bezirk” (eingebracht 17.7.2018): https://www.wien.gv.at/petition/online/PetitionDetail.aspx?PetID=71f4aa63422d42c48c8930a40c5acdf7 +++ Fotos Mariahilfer Straße 166-168 (Erich J. Schimek für die Initiative Denkmalschutz): https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157670840630488.

Krimmler Tauernpass (Sbg.): Denkmalamt stoppt Wegsanierung

Das Bundesdenkmalamt hat die Sanierung des Wanderwegs über den 2.600 Meter hohen Krimmler Tauern gestoppt. Jetzt ruhen die Arbeiten an dem historischen Pfad nach Südtirol, und es wird offenbar eine Denkmal-Unterschutzstellung angedacht. Das Denkmalamt wurde zuvor von besorgten Bürgern über die begonnene – offenbar nicht kulturverträgliche – Wegsanierung informiert. Den uralten Weg dürften schon die Römer gegangen sein. Der Bautechniker Gerhard Steger befürchtet, dass aus dem alten, historischen Wanderpfad mit seinen jahrhundertealten Steinplatten eine Art Mountain- und E-Bike-Strecke werden könnte. ORF-FERNSEHBERICHT (2 MIN; 9.8.2020): https://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/14061010/Tauernuebergang-unter-Schutz/14742955 +++ ORF-BERICHTE LESEN: “Krimml: Denkmalamt stoppt Wegsanierung” (9.8.2020): https://salzburg.orf.at/stories/3061475 sowie “Krimml: Diskussion um Wegesanierung” (6.8.2020): https://salzburg.orf.at/stories/3061164 +++ Bundesdenkmalamt schützt Krimmler Tauernweg (BDA-Website, 10.8.2020): https://bda.gv.at/aktuelles/artikel/2020/08/bundesdenkmalamt-schuetzt-krimmler-tauernweg-salzburg-1082020 +++ Krimmler Tauern auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Krimmler_Tauern.