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Heumarkt (Wien) Hochhausprojekt: Auch Plan ‘B’ zu hoch – neuerliche Umplanung nötig

Seit 2017 befindet sich das UNESCO-Weltkulturerbe “Historisches Zentrum von Wien” auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes, weil damals die Widmung für das Heumarkt-Hochhausprojekt von der Stadt Wien beschlossen wurde. Die im Dezember 2019 präsentierte zweite Umplanung des Heumarkt-Hochhausprojekts (‘Plan B’) wird jetzt ein weiteres Mal umgeplant. Jetzt soll in der zweiten Maihälfte der ‘Plan C’ präsentiert werden, weil mittlerweile klar wurde, dass auch der ‘Plan B’ mit seiner 55 Meter hohe Hotelscheibe (17 Meter höher als Bestand, Bestand Traufkante = ca. 38 m) von der UNESCO nicht akzeptiert werden wird (die erste Umplanung, ‘Plan A’ hatte einen Turm mit 66 Meter Höhe; der ursprüngliche Entwurf gar einen Turm mit 73 Meter Höhe). Dies hat der SPÖ-Landtagspräsident Ernst Woller, der auch Welterbe-Sonderbeauftragter der Stadt ist, am 13. April gegenüber dem Kurier bestätigt (“Wiener Heumarkt: Und wieder wird umgeplant”). Was nicht verwundert, denn das UNESCO-Welterbekomitee hat seit 2013 (!) klar und unmissverständlich dargelegt: “nicht höher als Bestand”, denn sogar der Bestand sei eigentlich schon zu hoch und störend, doch zum Zeitpunkt der Welterbe-Einschreibung bereits existent (siehe: “UNESCO-Beschlüsse und ICOMOS Berichte zu Wien 2012-2017”). Bezeichnend ist der Umstand, dass die Stadt Wien sogar 90.000 Euro aus dem Kulturbudget entnommen hat, um damit ein Gutachten des bekannten Denkmalpflegers und Architekten Manfred Wehdorn zu finanzieren, der den ‘Plan B’ sogar als welterbeverträglich eingestuft hätte. Für Wehdorn wäre der Verzicht auf den Turm ausreichend gewesen, um den so genannten Canaletto-Blick vom Oberen Belvedere zu retten. Doch auch dieser Besänftigungsversuch der UNESCO ist früher als gedacht zerplatzt wie eine Seifenblase. Nach anfänglichem Widerstand das besagte Wehdorn-Gutachten offenzulegen, wurde es jetzt doch auf der Website der Stadt Wien veröffentlicht (siehe: Gutachten “Heumarkt.Neu.Plan B”). Bereits am 24. November 2020 haben das Österreichisches Nationalkomitee des Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS Austria) sowie die Österreichische UNESCO-Kommission (ÖUK) in einer  Stellungnahme (vorerst zur internen Verwendung im Bundesministerium für Kultur) das Wehdorn-Gutachten scharf kritisiert. Darin wird festgestellt, “dass sowohl die Herleitung der Argumentation als auch die Schlussfolgerung des Gutachtens die bisherigen Expertengutachten konterkarieren und im klaren Widerspruch zu den Entscheidungen des UNESCO-Welterbekomitees stehen.” Diese kritische Stellungnahme wurde am 14. April 2021 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich auch in einem Offenen Brief “HEUMARKT: Offener Brief an die Stadtregierung. Kein Plan “X”, sondern ein Neustart tut Not!” die Initiative “Kunst- und Kulturschaffende gegen das Heumarkt-Projekt”, die Österreichische Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) sowie die Zentralvereinigung der ArchitektInnen Wien, Niederösterreich und Burgenland zu Wort gemeldet (Maria Auböck, Nott Caviezel, Otto Kapfinger, Christian Kühn, Gerhard Ruiss, Andreas Vass, Wilfried Wang). Die drei Initiativen bezeichneten Kern der Kritik der drei Initiativen: Städte dürfen zu keiner Verschubmasse für Immobilienspekulationen werden. Der „Plan B erfüllt nur dies schlimmsten Befürchtungen, er ist eine mit Grün behübschte Monstrosität und ein Affront gegenüber der UNESCO und allen kulturell interessierten Wienerinnen und Wienern (…) Gegenüber den bisherigen Projektvarianten sind die Baukörper von ‘Plan B’ nicht, wie von der UNESCO und von uns gefordert, kleiner, sondern noch wesentlich größer. Sie sprengen jeden Maßstab: Das größte, 100m breite Hochhausvolumen – 17m höher als das Hotel heute – würde vom oberen Belvedere gesehen wie eine Mauer weit über die Dächer der davor liegenden Häuser ragen, weit über die Silhouette der Innenstadt, ja über die Hügelketten im Hintergrund, weitaus massiver noch, als der bisherige Turm. (…) Wir fordern daher weiterhin einen Neustart des Projekts unter adäquaten Rahmenbedingungen und unter Einhaltung aller Auflagen der UNESCO. (…). Eine Nachjustierung in einem ‘Plan C’ ist zu wenig. KURIER-ARTIKEL WEITERLESEN: https://kurier.at/chronik/wien/ein-offener-brief-und-viel-polit-kritik-zum-heumarkt/401351528 (14.4.2021, “Ein offener Brief und viel Polit-Kritik zum Heumarkt. Nach dem „Plan B“ sorgt jetzt der „Plan C“ für Debatten. Die Causa und die Aufregung darüber – ein Überblick”)

HEUMARKT: Offener Brief an die Stadtregierung. “Kein Plan ‘X’, sondern ein Neustart tut Not!”: https://oegfa.at/initiativen-1/heumarkt-offener-brief-an-die-stadtregierung

Offizielle Website der Stadt: “Weltkulturerbe Wien” sowie mit dem Gutachten “Heumarkt.Neu.Plan B” (von Manfred Wehdorn): https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/grundlagen/weltkulturerbe/index.html

Heumarkt-Hochhausprojekt, Blick vom Oberen Belvedere, Wien

Das Heumarkt-Hochhausprojekt mit Turm (66,3 m), Blick vom Oberen Belvedere, Fotomontage (c) Prof. Martin Kupf

Radio: ö1-Morgenjournal (15.4.2021) Heumarkt Neuplanung ‘Plan C’ mit Andreas Vass im Interview: https://oe1.orf.at/player/20210415/635200/1618464243000 (noch bis 22.4. in der Früh zum Nachhören)

Weitere Medienberichte:

18. April 2021, Kurier
Heumarkt: „Kein architektonisches Juwel“. ÖVP-Planungssprecherin Elisabeth Olischar kritisiert die „unkoordinierte Stadtplanungspolitik“ der SPÖ: https://kurier.at/chronik/wien/heumarkt-kein-architektonisches-juwel/401354729

18. April 2021, Kurier
Debatte: Welchen Wert hat das Welterbe? Seit Jahren wird in Wien um den Erhalt des Welterbe-Status gekämpft. Welche Auswirkungen der Verlust hätte, ist umstritten. (Bezahlschranke): https://kurier.at/chronik/wien/debatte-welchen-wert-hat-das-welterbe/401354684

15. April 2021, Der Standard
Bauprojekte Heumarkt und Lobautunnel weiter in der Warteschleife: https://www.derstandard.at/story/2000125844952/bauprojekte-heumarkt-und-lobautunnel-weiter-in-der-warteschleife

14. April 2021, Kurier
Ein offener Brief und viel Polit-Kritik zum Heumarkt. Nach dem „Plan B“ sorgt jetzt der „Plan C“ für Debatten. Die Causa und die Aufregung darüber – ein Überblick: https://kurier.at/chronik/wien/ein-offener-brief-und-viel-polit-kritik-zum-heumarkt/401351528

14. April 2021, ORF
Auch Plan B für Heumarkt wird umgeplant. Das Langzeitprojekt Heumarkt wird erneut umgeplant. Auch die jüngste Variante ohne Turm, aber mit höherem Hotel- und Kongressgebäude konnte offenbar die UNESCO nicht überzeugen. Die Opposition spricht von einer Farce und verlangt ein Machtwort des Bürgermeisters: https://wien.orf.at/stories/3099225

14. April 2021, Wiener Zeitung
Plan C für den Heumarkt: Der bereits dritte Entwurf soll im Mai der Öffentlichkeit vorgestellt werden: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/chronik/wien-chronik/2100370-Plan-C-fuer-den-Heumarkt.html

14. April 2021, Wr. Bezirkszeitung
Heumarkt: Auf Plan B folgt Plan C. Nachdem der Plan B für den Heumarkt wohl keine Zustimmung seitens der UNESCO mit sich bringen dürfte, wird nun an einem Plan C gearbeitet: https://www.meinbezirk.at/landstrasse/c-lokales/auf-plan-b-folgt-plan-c_a4580117

13. April 2021, Kurier
Wiener Heumarkt: Und wieder wird umgeplant. Die Stadt und Investor Tojner verwerfen nach neuen Debatten ihren “Plan B” – und machen das Gebäude noch einmal niedriger (Bezahlschranke): https://kurier.at/chronik/wien/wiener-heumarkt-und-wieder-wird-umgeplant/401350340

13. April 2021, Wr. Bezirkszeitung
Umstritten: Was taugt der Plan B für den Heumarkt? Das umstrittene Projekt am Heumarkt ist wieder in aller Munde. Details zu einem Plan B wurden vor Kurzem öffentlich. Ob dieser die Stadt Wien Weltkulturerbe-tauglich macht, wird aber bezweifelt: https://www.meinbezirk.at/landstrasse/c-lokales/was-taugt-der-plan-b-fuer-den-heumarkt_a4572671

Politische Reaktionen (APA-OTS):

14. April 2021
ÖVP: Wölbitsch/Olischar ad Causa Heumarkt: Komplettes Chaos bei der Stadt Wien! Umgang der SPÖ mit Wiener Welterbe wird endgültig zur Farce – Offensichtliche Planlosigkeit und mehr Pläne als Buchstaben im Alphabet – 90.000 Euro Gutachten wertlos: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210414_OTS0101

14. April 2021
FPÖ: Nepp zu Heumarkt: Schluss mit Tojner-Tower.
UNESCO-Welterbe ist eine Verpflichtung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210414_OTS0058

10. April 2021
ÖVP: Wölbitsch/Olischar ad Heumarkt-Projekt: “Plan B” der SPÖ laut UNESCO nicht welterbetauglich. Gutachten muss von Stadtregierung offengelegt werden: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210410_OTS0021

10. April 2021
FP-Nepp zu Heumarkt: Runder Tisch mit Vertretern aller Rathaus-Parteien erforderlich. Anfrage zur 90.000 Euro-Studie wird für mehr Transparenz sorgen: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210410_OTS0025

Presseaussendungen der Initiative Denkmalschutz (Auswahl)

9. Jänner 2020, APA-OTS-Presseaussendung
Initiative Denkmalschutz zu Heumarkt-Gefeilsche ums Weltkulturerbe: Ein unmoralisches Angebot der Stadt Wien an die UNESCO!
Neuer Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler ist jetzt verpflichtet Recht im Sinne des Regierungsprogrammes umzusetzen: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200109_OTS0013

7. Mai 2019, APA-OTS-Pressseaussendung
Aviso PK Heumarkt: Kulturminister Blümel und Bundesregierung müssen(!) rechtliche Schritte zur Erhaltung des Welterbes einleiten!
Präsentation der neuen, vertiefenden Rechtsanalyse von Dr. Helmut Hofmann durch Initiative Denkmalschutz, Initiative Stadtbildschutz und Aktion 21 – pro Bürgerbeteiligung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190507_OTS0017

26. März 2018, APA-OTS-Presseaussendung
UNESCO-Welterbe Wien: Ohne Reduktion des Heumarkt-Hochhausprojekts zielsicher zur Aberkennung. Initiative Denkmalschutz zeigt die Fakten
Die ÖVP-FPÖ Bundesregierung muss den Flächenwidmungsplan beeinspruchen und den Turm reduzieren. Aktuelle Aussagen des Kulturministers Blümel lassen jedoch anderes befürchten: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180326_OTS0021
Die Fakten: https://www.initiative-denkmalschutz.at/images/2020/02/UNESCO-Beschluesse-Heumarkt_2012-17_Initiative-Denkmalschutz.pdf

Älterer iD-Bericht:

9. April 2021, Heumarkt (Wien): UNESCO Kritik an Hochhausprojekt Plan: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/heumarkt-wien-unesco-kritik-an-hochhausprojekt-plan-b

Welterbe Wien (u. Heumarkt): Managementplan mit 15 Jahren Verspätung?

Am Donnerstag, 6. Mai 2021 lud Planungsstadträtin Ulli Sima gemäß § 58 Wiener Stadtverfassung zu einer Enquete mit dem Titel “„Managementplan Welterbe Historisches Zentrum von Wien“. Unter dem Vorsitz von Gemeinderat Omar Al-Rawi und im Beisein der beiden Stadträtinnen Kathrin Gaál und Veronika Kaup-Hasler sowie von Landtagspräsident Ernst Woller (alle SPÖ), diskutierten im Wiener Rathaus VertreterInnen aus Politik, Fachwelt, Zivilgesellschaft und Verwaltung den vorliegenden Management-Entwurf des mit seinen mehr oder weniger konkreten Vorschlägen. Der Managementplan benennt Schutzziele und Empfehlungen und definiert, wie und mit welchen Instrumenten die Erhaltung der Welterbestätte in Zukunft gemanagt werden soll. In zwei Reflexionsrunden im Wiener Rathaus wurde der in den letzten 1 1/2 Jahren ausgearbeitete Entwurf erörtert und entsprechende Fragen an die Autoren, vertreten durch Planungsdirektor Thomas Madreiter und MA21A-Abteilungsleiter Bernhard Steger, formuliert.  ORF-FERNSEHBEITRAG: https://tvthek.orf.at/profile/Wien-heute/70018/Wien-heute/14091348/Plan-soll-Wiens-Welterbestatus-retten/14913397 (6.5.2021, ORF ‘Wien Heute’, “Plan soll Wiens Welterbestatus retten”).

Die Teilnehmer an der Enquete

An den Reflexionsrunden teilgenommen haben u.a. die Gemeinderät*innen Anton Mahdalik (FPÖ), Heidemarie Sequenz (GRÜNE), Elisabeth Olischar (ÖVP), Selma Arapovic (NEOS) und Ernst Woller (SPÖ), Markus Figl (Bezirksvorsteher 1. Bezirk), Rudolf Zabrana (Vertreter des 3. Bezirks), Ruth Pröckl (Bundesministerium für Kultur, BMKÖS) und Ernst-Peter Brezovszky (Leiter des UNESCO-Referat im Außenministerium, BMEIA) als Vertreter*in der State Party, Renate Bornberg (ICOMOS Austria), Sabine Haag (Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission), Brigitta Ringbeck (Koordinierungsstelle Welterbe, Auswärtiges Amt Berlin), Martin Fritz (Kurator, Berater, Publizist), Rüdiger Lainer (Architekt), Anita Mayer-Hirzberger (Professorin am Institut für Musikwissenschaft, mdw), Maria Auböck (Architektin), Michael Kloos (Architekt, planning and heritage consulting), Andreas Vass (Architekt und Vorsitzender der ÖGFA), Elke Delugan-Meissl (Architektin und Vorsitzende des Fachbeirats), Christoph Stadlhuber (CEO SIGNA Prime Selection AG), Christa Reicher (Leiterin Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen, Aachen), Hannes Swoboda (Präsident des Architekturzentrums Wien), Christoph Bazil (Präsident des Bundesdenkmalamtes) und weitere Expert*innen. (Stand: 29.4.)

Wien beim Managementplan seit vielen Jahren säumig!

2001 wurde dem “Historischen Zentrum von Wien” das UNESCO-Weltkulturerbe-Prädikat verliehen. 2005 trat die neue Fassung der “Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt” in Kraft, seitdem sind eigene Managementpläne für Welterbestätten zwingend erforderlich. Die Stadt Wien machte sich damals gleich an die Arbeit und präsentierte ein Jahr später – im Dezember 2006 – die Publikation “Wien, Weltkulturerbe – Der Stand der Dinge”, der als “Bericht und integrierender Bestandteil des erforderlichen Managementplanes zu verstehen war, wie es in einer offiziellen Presseaussendung der Stadt Wien damals hieß. Darin findet sich auf Seite 95 folgende wichtige Schutzvorgabe: Alle Welterbeareale in Wien sind Ausschlusszonen für Hochhäuser. Doch dieser Managementplan-Entwurf mit diesem vorliegenden “integrierenden Bestandteil” trat dem Vernehmen nach nie offiziell in Kraft. Unser Verein Initiative Denkmalschutz hatte bereits 2013 den Widerspruch zwischen Heumarkt-Projekt und diesem Management-Plan Entwurf aufgezeigt (OTS 20.3.2013: Wiener Eislaufverein: Initiative Denkmalschutz deckt auf: Stadt Wien verstößt gegen ihre eigene Welterberichtlinie!)

Der Managementplan und seine Bedeutung für zukünftige Hochhäuser

So wurde jetzt, am 6. Mai 2021 im Wiener Rathaus im Rahmen der Enquete zum Managementplan ein neuer Entwurf der Öffentlichkeit präsentiert. Im 90-Seiten starken Entwurf des Managementsplans für das UNESCO-Weltkulturerbe “Historisches Zentrum von Wien” (Version vom 21. April 2021, dieser liegt der Initiative Denkmalschutz vor) wird unter Punkt “4.1. Handlungsfeld Erhalten und Bauen” auf Seite 59 betreffend “Historische Bausubstanz und charakteristische Stadtmorphologie” ein kurz- bis mittelfristige Handlungsempfehlung (1 bis 5 Jahre) ausgesprochen, die eine “Klarstellung betreffend die Entwicklung von Hochhäusern” empfiehlt. Im Kapitel “Konsolidierung von Höhenentwicklung und welterberelevanten Blickzielen” (Seite 87 f.) heißt es: “Wien wächst – unter Berücksichtigung stadtstruktureller Bezüge auch in die Höhe. Dafür gibt Wien mit dem Fachkonzept Hochhäuser einen strukturierten und den vielfältigen Anforderungsansprüchen einer modernen Stadt entsprechenden Entscheidungsprozess vor. (…) Die Stadt als lebendigen Organismus begreifend, folgt das Fachkonzept Hochhäuser der Logik von Überprüfungs- anstatt Ausschlusszonen. Aufgrund des Stufenbaus der Rechtsordnung sowie vielfältiger ineinandergreifender Instrumente sind jedoch in der Kerzone neue Hochhäuser (über die bestehenden hinaus) faktisch ausgeschlossen.” Man beachte jedoch den Begriff “neue Hochhäuser”, gilt das auch für bereits bestehende Hochhausstandorte wie am Heumarkt? Erfreulich zumindest, dass der Welterbe-Begriff in die Bauordnung verankert werden soll.

Politische Reaktionen der Opposition

Eine „Ausschlusszone für Hochhäuser im historischen Zentrum Wien“ sowie eine „Welterbe-Koordinierungsstelle“ forderte Planungssprecherin der ÖVP, Elisabeth Olischar (vgl. Presseaussendung). Grundsätzlich mangle es dem Managementplan an „ausreichender Verbindlichkeit“, was mit „ausgeprägter Beliebigkeit“ einhergehe, so Olischar. „Bisher hat die Wiener SPÖ nach dem Motto agiert: Was nicht passt, wird passend gemacht.“ Der Wiener Heumarkt sei exemplarisch dafür. Durch die Verankerung der Welterbezonen in der Wiener Bauordnung erwartet sie sich in Zukunft jedenfalls rechtliche Verbindlichkeit“. Die FPÖ fragt in einer Presseaussendung: “Hochhäuser künftig im historischen Zentrum Wiens möglich?” und kritisiert – wie die ÖVP: Die Opposition war in die Erstellung des Entwurfs wie üblich nicht einmal im Ansatz eingebunden und hat diesen erst im Vorfeld der gestrigen Enquete zur Verfügung gestellt bekommen“.

Zivilgesellschaft kaum eingebunden

Von der Einbindung der Zivilgesellschaft kann auch kaum gesprochen werden. Von den prononcierten Hochhaus-Kritikern für diesen Standort am Heumarkt war nur Andreas Vass beteiligt. Und auch die “breite Öffentlichkeit” war nur bedingt eingebunden, konnte man die dreistündige Enquete nur via Livestream verfolgen. Und dieser fand zu einer für die Mehrheit der berufstätigen Menschen zu einer unmöglichen Zeit statt, nämlich von 9 Uhr bis 12:30 Uhr. Von einem späteren Online-Stellen des Live-Streams, damit auch die Interessierten zu einem späteren Zeitpunkt die Diskussions verfolgen können, ist nichts bekannt.

Was bedeutet das für den Heumarkt?

Der Hotelneubau beim Eislaufverein könnte – so wie bisher – etwa 43 Meter hoch werden (gemäß Bauordnung für Wien entspricht dies etwa 38 Meter ohne technischer Aufbauten), entsprechend der Welterbe-Auflage “nicht höher als Bestand”. Eine Einigung mit der UNESCO wäre dann leicht möglich. Ernst Woller (SPÖ) , Landtagspräsident und Welterbe-Beauftragter der Stadt, möchte noch heuer die Lösung präsentieren, damit Wien nächstes Jahr von der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten gestrichen werden kann. Zur Vorgeschichte: Obwohl die UNESCO seit 2013 der Stadt Wien unmissverständlich klar gemacht hat, dass am Heumarkt-Areal “nicht höher als Bestand” gebaut werden darf, ignorierte die Stadt Wien 2017 diese Vorgabe und beschloss den bis heute gültigen Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes, der eine höhere Bebauung erlaubt. Konsequenter Weise setzte daraufhin die UNESCO das Welterbe “Historisches Zentrum von Wien” auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten.

Managementplan Welterbe Historisches Zentrum Wien (Stadt Wien): https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/strategien/managementplan-welterbe.html

Managementpläne für Welterbestätten. Ein Leitfaden für die Praxis. Brigitte Ringbeck, Deutsche UNESCO-Kommission, Bonn 2008 (116 Seiten): https://www.unesco.de/sites/default/files/2018-06/Managementplaene_Welterbestaetten.pdf

Aktuelle Medienberichte:

6. Mai 2021, Kurier
Welterbe-Enquete im Wiener Rathaus: Der Versuch einer Debatte. Am Donnerstag wurde der Managementplan für das historische Stadtzentrum Wiens, seines Zeichens Welterbe-Stätte, präsentiert: https://kurier.at/amp/chronik/wien/welterbe-enquete-im-wiener-rathaus-der-versuch-einer-debatte/401374376

6. Mai 2021, Kurier
Managementplan: 91 Seiten zur Welterbe-Rettung mit 16 Jahren Verspätung. Der von der UNESCO geforderte Managementplan ist da. Kritik daran kommt von der ÖVP: https://kurier.at/amp/chronik/wien/managementplan-91-seiten-zur-welterbe-rettung-mit-16-jahren-verspaetung/401373215

6. Mai 2021, Wiener Zeitung
Weltkulturerbe: Lehren des Heumarkts. Der von der Unesco geforderte Managementplan zum Umgang mit dem Welterbe wurde präsentiert. Welterbezonen kommen in die Bauordnung: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/wien-politik/2103295-Lehren-des-Heumarkts.html

6. Mai 2021, ORF
Plan soll Wiens Welterbestatus schützen. Bei einer Enquete im Wiener Rathaus ist heute ein „Managementplan“ präsentiert worden, mit dem die Stadt künftig eine Gefährdung des UNESCO-Welterbestatus vermeiden will. Beim umstrittenen Heumarkt-Projekt soll die Bauhöhe erneut reduziert werden: https://wien.orf.at/stories/3102669

6. Mai 2021, Die Presse
Ein neuer Plan für das Wiener Weltkulturerbe. Die Gefährdung des Weltkulturerbes sorgt laufend für Diskussionen. Ab Oktober soll das historische Erbe besser geschützt und die Unesco beruhigt werden (Bezahlschranke): https://www.diepresse.com/5976386/ein-neuer-plan-fur-das-wiener-weltkulturerbe

5. Mai 2021, Wiener Zeitung
Ein Managementplan für das Welterbe. Der umstrittene Heumarkt-Turm dürfte Geschichte sein. Nun will die Stadt Wien einen Plan präsentieren, wie sie in Zukunft mit ihrem Welterbe umgehen wird. Von der ÖVP kommt bereits im Vorfeld Kritik: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/wien-politik/2103095-Ein-Managementplan-fuer-das-Welterbe.html

Politische Reaktionen (APA-OTS):

7. Mai 2021, FPÖ
FP-Mahdalik: Neuer „Managementplan Welterbe Wien“ Mogelpackung für Benko, Tojner, Haselsteiner & Co.? Hochhäuser künftig im historischen Zentrum Wiens möglich? https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210507_OTS0149

6. Mai 2021, ÖVP
VP-Olischar: Managementplan zum Welterbe braucht mehr Verbindlichkeit statt Beliebigkeit. Neue Volkspartei Wien fordert Ausschlusszone für Hochhäuser im historischen Zentrum Wien – Welterbe-Koordinierungsstelle soll eingerichtet werden: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210506_OTS0128

6. Mai, 2021, FPÖ
FP-Mahdalik: “Managementplan Welterbe Wien” gut, Taten wären besser. Heumarkt und Otto-Wagner-Spital als Nagelproben für die SPÖ: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210506_OTS0076

6. Mai 2021, NEOS
NEOS Wien: Verantwortung für lebendiges Welterbe bewusst leben. UNESCO-Enquete als Wegweiser für die Zukunft: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210506_OTS0067

Presseaussendungen der Initiative Denkmalschutz (Auswahl)

9. Jänner 2020, APA-OTS-Presseaussendung
Initiative Denkmalschutz zu Heumarkt-Gefeilsche ums Weltkulturerbe: Ein unmoralisches Angebot der Stadt Wien an die UNESCO!
Neuer Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler ist jetzt verpflichtet Recht im Sinne des Regierungsprogrammes umzusetzen: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200109_OTS0013

7. Mai 2019, APA-OTS-Pressseaussendung
Aviso PK Heumarkt: Kulturminister Blümel und Bundesregierung müssen(!) rechtliche Schritte zur Erhaltung des Welterbes einleiten!
Präsentation der neuen, vertiefenden Rechtsanalyse von Dr. Helmut Hofmann durch Initiative Denkmalschutz, Initiative Stadtbildschutz und Aktion 21 – pro Bürgerbeteiligung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190507_OTS0017

26. März 2018, APA-OTS-Presseaussendung
UNESCO-Welterbe Wien: Ohne Reduktion des Heumarkt-Hochhausprojekts zielsicher zur Aberkennung. Initiative Denkmalschutz zeigt die Fakten
Die ÖVP-FPÖ Bundesregierung muss den Flächenwidmungsplan beeinspruchen und den Turm reduzieren. Aktuelle Aussagen des Kulturministers Blümel lassen jedoch anderes befürchten: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180326_OTS0021
Die Fakten: https://www.initiative-denkmalschutz.at/images/2020/02/UNESCO-Beschluesse-Heumarkt_2012-17_Initiative-Denkmalschutz.pdf

Älterer iD-Bericht:

19. April 2021, Heumarkt (Wien) Hochhausprojekt: Auch Plan ‘B’ zu hoch – neuerliche Umplanung nötig
https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/heumarkt-wien-hochhausprojekt-auch-plan-b-zu-hoch-neuerliche-umplanung-noetig

Gefährdetes Welterbe Wien (u. Heumarkt): Streichung von ‘Roter Liste’ 2022?

Divergierende Interpretationen gibt es derzeit zur aktuell (22. Juni) veröffentlichten “Draft Decision” der bevorstehenden UNESCO-Welterbe-Komitee Sitzung (32. Historic Centre of Vienna (Austria) (C 1033) , Seite 32 bis 49). Die “Draft Decision” ist der Beschluss-Entwurf, der beschreibt, wie voraussichtlich das UNESCO-Welterbekomitee bei seiner nächsten Sitzung im Juli abstimmen wird (Extended 44th session of the World Heritage Committee. Fuzhou (China)/Online meeting , 16-31 July 2021). Während der UNESCO-Welterbebeauftragte der Stadt Wien, Landtagspräsident Ernst Woller auf Grund dieser “Draft Decision” starke Hoffnungen hegt, dass Wien zumindest im Folgejahr 2022 von der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten gestrichen wird (vgl. Presseaussendung der Stadt Wien), sehen das kritische Architekturexperten gänzlich anders. Andreas Vass, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) und Teilnehmer  der Politischen Enquete zum Managementplan am 6. Mai  gegenüber Ö1-Radio letzten Freitag (25.6.) betreffend des umstrittenen Hochhausprojekts am Heumarkt: “Das kann die UNESCO sicherlich nie akzeptieren so etwas”, und auch der Architekturkritiker und Univ. Prof. an der TU Wien, Christian Kühn: “Es ist praktisch ausgeschlossen, dass Wien bei der nächsten UNESCO-Sitzung von der Roten Liste runterkommt. Und die Vorgaben von der UNESCO sind bisher unverändert strikt. In China soll im Juli zumindest wieder entschieden werden, wie es weiter geht. Die UNESCO fordert bzgl. Heumarkt-Areal beim Wiener Eislaufverein weiterhin: “nicht höher als Bestand” d.h. gemäß Bauordnung etwa 38 m Bauhöhe. Dies wäre deutlich niedriger als der Letzt-Entwurf des Heumarkt-Bauprojekts. Auf jeden Fall ist im aktuellen UNESCO-Beschlussentwurf zu lesen, dass das “Historische Zentrum von Wien” weiterhin auf der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten bleiben soll (‘Draft Decision’ Seite 49, Punkt 11: “Decides to retain Historic Centre of Vienna (Austria) on the List of World Heritage in Danger.”). Weiters in Kritik bzw. Beobachtung in der ‘Draft Decision’ sind die Verbauung in der historischen Gartenanlage des Palais Schwarzenberg sowie das Wien Museum (Karlsplatz 8) und das benachbarte Winterthur Haus (Karlsplatz 9) bzgl. visueller Auswirkungen auf die barocke Karlskirche. Alles wird sich jetzt wohl entscheiden, wie es mit dem Hochhausprojekt am Heumarkt konkret weitergeht. Eigentlich hätte schon im Mai ein neuer Projektentwurf der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen. Dieser soll jetzt laut Woller im Spätherbst präsentiert werden. Dass man sich dann strikt an die UNESCO-Vorgaben “nicht höher als Bestand” (ca. 38 m) halten wird, ist stark zu bezweifeln, zumal Ernst Woller von einem Kompromiss mit mildernden Maßnahmen (mitigation measures) beim Projekt Heumarkt-Eislaufverein” spricht (also höher als Bestand?), das in den nächsten Monaten entwickelt werden soll (wobei hier Bezug genommen wird auf die Advisory Mission von UNESCO und ICOMOS; vgl. OTS)). Ebenso im Herbst soll nun endlich der von der UNESCO eingeforderte, längst überfällige Managementplan für das Weltkulturerbe “Historisches Zentrum von Wien” im Gemeinderat beschlossen werden.

Linktipps:

Die “Draft Decision” der UNESCO-Welterbesitzung im Juli 2021 in China (Wien: Seite 32 bis 49): https://whc.unesco.org/archive/2021/whc21-44com-7A.Add-en.pdf
Extended 44th session of the World Heritage Committee. Fuzhou (China)/Online meeting. 16-31 July 2021: https://whc.unesco.org/en/sessions/44com/documents/WHC/21/44.COM

Politische Enquete „Managementplan Welterbe Historisches Zentrum von Wien“ vom 6. Mai 2021.
Damaliger Live-Stream nun online zum Nachsehen/hören: https://vimeo.com/547929950/4a9ea508a2
Weitere Infos siehe: https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/strategien/managementplan-welterbe.html. Damalige offizelle Ankündigung der Enquete: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210429_OTS0051 sowie https://www.wien.gv.at/presse/2021/04/29/aviso-politische-enquete-managementplan-welterbe-historisches-zentrum-von-wien

Medienberichte:

25. Juni 2021, ORF, Ö1-Radio (Morgenjournal, 7:00 Uhr)
Wien und die rote Liste der UNESCO: https://oe1.orf.at/player/20210625/641920/1624598750000

23. Juni 2021, Österreich-Zeitung
UNESCO-Antragsentwurf gibt Hoffnung: Weltkultur-Erbe: Wien wird von Roter Liste gestrichen. Siehe: https://epaper-oesterreich.at, Seite 17

22. Juni 2021, ORF
Heumarkt: Hoffen auf Streichung von roter Liste. 2022 könnte Wien wieder von der Roten Liste des gefährdeten Welterbes gestrichen werden. Hoffnung gebe eine von der UNESCO positiv formulierte „Draft Decision“, so Landtagspräsident Ernst Woller (SPÖ): https://wien.orf.at/stories/3109511

22. Juni 2021, Kurier
Wien bleibt vorerst auf Roter Liste der UNESCO. Das geht aus einer sogenannten “Draft Decision” für die Sitzung des Welterbe-Komitees hervor. Die Stadt rechnet mit einer Streichung im Jahr 2022: https://kurier.at/chronik/wien/wien-bleibt-vorerst-auf-roter-liste-der-unesco/401421039

22. Juni 2021, Heute
Weltkulturerbe: Stadt hofft von roter Liste zu kommen. Seit 2017 steht Wien wegen dem umstrittenen Heumarkt-Projekt auf der roten Liste der UNESCO. Eine Vorentscheidung lässt nun auf Streichung hoffen: https://www.heute.at/s/weltkulturerbe-stadt-hofft-von-roter-liste-zu-kommen-100148610

22. Juni 2021, Salzburger Nachrichten / APA
Wien sieht Weg frei für Streichung von Roter Welterbe-Liste. Im Zuge des wackelnden Welterbestatus für die Wiener Innere Stadt infolge des Heumarktprojekts zeigt sich die Stadt nun zuversichtlich, dass Wien 2022 wieder von der Roten Liste des gefährdeten Welterbes gestrichen wird: https://www.sn.at/kultur/allgemein/wien-sieht-weg-frei-fuer-streichung-von-roter-welterbe-liste-105573973

22.  Juni 2021, Vienna.at
Heumarkt: Wien könnte Welterbe-Status doch nicht verlieren. Eine positiv formulierte “Draft Decision” der UNESCO gibt der Stadt Wien Hoffnung, nächstes Jahr wieder von der Roten Welterbe-Liste gestrichen zu werden: https://www.vienna.at/heumarkt-wien-koennte-welterbe-status-doch-nicht-verlieren/7029740

21. Juni 2021, Der Standard
Plan B zum Heumarkt ohne Turm wird erst im Spätherbst präsentiert. Das umstrittene Hochhaus am Wiener Heumarkt kommt nicht. Es wird aber ein anderes Gebäude am Areal geben. Die Präsentation der Details wurde um einige Monate verschoben: https://www.derstandard.at/story/2000127590698/plan-b-zum-heumarkt-ohne-turm-wird-erst-im-spaetherbst

Politische Reaktionen (APA-OTS):

23. Juni 2021, Pressedienst der Parlamentsdirektion – Parlamentskorrespondenz
Kulturausschuss: Rolle des Bundes beim Schutz des Welterbes soll genauer geregelt werden. Anträge der Opposition mit den Stimmen von ÖVP und der Grünen vertagt: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210623_OTS0236

22. Juni 2021, 13:48 Uhr, ÖVP
VP-Wölbitsch/Olischar ad Weltkulturerbe: Ein weiteres Jahr steht Wien auf der Roten Liste: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210622_OTS0150

22. Juni 2021, 11:01 Uhr, PID Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien
UNESCO signalisiert: Wien könnte 2022 von der Roten Liste des gefährdeten Welterbes gestrichen werden. Woller: „Beschluss-Entwurf zum ‘Historischen Zentrum Wien’ für die 44. Welterbe-Komitee Sitzung bestätigt positive Entwicklung und Korrekturkurs zur Streichung von der ‘Roten Liste'”: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210622_OTS0088

22. Juni 2021, 10:38 Uhr, FPÖ
FP-Nepp zu Heumarkt: Welche „Planspiele“ erwarten Wien und das Welterbe diesmal? Heumarkt-Projekt muss gänzlich neu aufgerollt werden. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210622_OTS0073

16. Juni 2021, FPÖ
FP-Grebner: MD-Wien misst in Sachen Baubescheid beim Hochhausprojekt am Heumarkt mit zweierlei Maß. In der Sitzung der Bezirksvertretung Landstraße vom 17. Juni 2021 sollte der Antrag der FPÖ-Landstraße behandelt werden, mit dem sich der 3. Bezirk dafür ausspricht, dass vorerst kein Baubescheid für das Heumarkt Projekt erlassen wird: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210616_OTS0182

Presseaussendungen der Initiative Denkmalschutz (Auswahl)

9. Jänner 2020, APA-OTS-Presseaussendung
Initiative Denkmalschutz zu Heumarkt-Gefeilsche ums Weltkulturerbe: Ein unmoralisches Angebot der Stadt Wien an die UNESCO!
Neuer Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler ist jetzt verpflichtet Recht im Sinne des Regierungsprogrammes umzusetzen: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200109_OTS0013

7. Mai 2019, APA-OTS-Pressseaussendung
Aviso PK Heumarkt: Kulturminister Blümel und Bundesregierung müssen(!) rechtliche Schritte zur Erhaltung des Welterbes einleiten!
Präsentation der neuen, vertiefenden Rechtsanalyse von Dr. Helmut Hofmann durch Initiative Denkmalschutz, Initiative Stadtbildschutz und Aktion 21 – pro Bürgerbeteiligung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190507_OTS0017

26. März 2018, APA-OTS-Presseaussendung
UNESCO-Welterbe Wien: Ohne Reduktion des Heumarkt-Hochhausprojekts zielsicher zur Aberkennung. Initiative Denkmalschutz zeigt die Fakten
Die ÖVP-FPÖ Bundesregierung muss den Flächenwidmungsplan beeinspruchen und den Turm reduzieren. Aktuelle Aussagen des Kulturministers Blümel lassen jedoch anderes befürchten: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180326_OTS0021
Die Fakten: https://www.initiative-denkmalschutz.at/images/2020/02/UNESCO-Beschluesse-Heumarkt_2012-17_Initiative-Denkmalschutz.pdf

Ältere iD-Berichte:

7. Mai 2021, Welterbe Wien (u. Heumarkt): Managementplan mit 15 Jahren Verspätung?
https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/welterbe-wien-u-heumarkt-managementplan-mit-15-jahren-verspaetung

19. April 2021, Heumarkt (Wien) Hochhausprojekt: Auch Plan ‘B’ zu hoch – neuerliche Umplanung nötig
https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/heumarkt-wien-hochhausprojekt-auch-plan-b-zu-hoch-neuerliche-umplanung-noetig

Welterbe Wien: Heumarkt-Deklaration – Vom Turm zum Hochhausriegel! – Offener Brief von 13 NGOs und 36 Fachleuten an die UNESCO in Paris

APA-OTS-Presseaussendung – Mittwoch, 18. März 2020, 12:17 Uhr

Welterbe Wien: Heumarkt-Deklaration – Vom Turm zum Hochhausriegel! – Offener Brief von 13 NGOs und 36 Fachleuten an die UNESCO in Paris
Die Stadt Wien meint, den unverhandelbaren UNESCO-Vorgaben mit einem “Kompromiss” begegnen zu können, der keiner ist – Das Projekt ist heute unangebrachter denn je

Wien (OTS) – Heute haben die Österreichische Gesellschaft für Architektur gemeinsam mit der Architekturstiftung Österreich, DOCOMOMO Austria, Europa Nostra Austria, IG Autorinnen Autoren, Initiative österreichische Kunst- und Kulturschaffender gegen das Hochhausprojekt am Wiener Heumarkt, Initiative Denkmalschutz, Initiative Stadtbildschutz, Institut für Ökologischen Städtebau, Österreichische Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege, Österreichische Gesellschaft für historische Gärten, Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur sowie ORTE Architekturnetzwerk NÖ eine DEKLARATION ZUM HEUMARKT-PROJEKT an das UNESCO-Welterbezentrum in Paris geschickt. [siehe auch: https://oegfa.at/aktuelles/haumarkt-erklaerung]

Die 13 NGOs sowie 36 ExponentInnen der Fachwelt appellieren neuerlich an die Öffentlichkeit und fordern den sofortigen Stopp des Projekts und eine deutliche Reduktion des Bauvolumens. Der von der Stadt Wien vorgeschlagene “Kompromiss” ist kein Kompromiss! Er ist ein kaum verschleierter Versuch, die UNESCO, die Bundesregierung und die Öffentlichkeit in die Irre zu führen.

Rückfragen & Kontakt:

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Gerhard Ruiss:
Andreas Vass: , 0664 205 15 42

Markus Landerer, 0699 / 1024 4216
Initiative Denkmalschutz