Beiträge

Österreich: Die vergessenen Lager der NS-Zeit (Beispiel Pulkau)

In der NS-Zeit gab es über ganz Österreich verteilt KZ-Lager samt Außenstellen, Zwangsarbeitslager, Kriegsgefangenenlager u.v.m. Das Bundesdenkmalamt arbeitet seit einigen Jahren an einem Verzeichnis dieser Orte, bevor diese noch mehr in Vergessenheit geraten und von der Natur zurückerobert werden. Über 2.000 solcher Orte soll es in ganz Österreich gegeben haben, mehr als tausend davon hat man schon verorten können. Am Beispiel von Pulkau im niederösterreichischem Weinviertel (Bez. Hollabrunn) wird diese Thematik vorgestellt, u. a. von Dr. Paul Mahringer, dem Leiter der Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung im Bundesdenkmalamt. Das kleine, ehemalige Zwangsarbeitslager von Pulkau z.B. ist noch immer Sperrzone. ORF-BERICHT WEITERLESEN: https://orf.at/stories/3215700 (4.6.2021, “NS-Opfer: Die vergessenen Lager”)

ORF ZiB 2-FERNSEHBEITRAG (5 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-2/1211/ZIB-2/14094442/Liste-vergessener-NS-Orte-in-Oesterreich/14930746 (4.6.2021, ORF Zeit im Bild 2, “Liste vergessener NS-Orte in Österreich”)

Verlorenes Erbe (Stmk): Der Knaushof in Fehring

In der sehenswerten ORF “Studio 2”-Serie „Verlorenes Erbe“ (von Rupert Reiter-Kluger) im Vorabendprogramm (ORF 2) wurde am 2. April 2026 der vollständige Verfall des Knaushofs in Fehring in der Oststeiermark behandelt.

ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (5 MIN): https://on.orf.at/video/14317432/16065160/lost-place-knaushof-in-fehring

Der 300 Jahre alte Knaushof (vulgo Lipp), 1979 unter Denkmalschutz gestellt, stand noch bis zur Jahrtausendwende auf einer entlegenen Anhöhe in der Gemeinde Fehring in der Oststeiermark. Das Bundesdenkmalamt stellte das strohgedeckte Bauernhaus aus dem 17./18. Jahrhundert mit der Begründung unter Denkmalschutz, dass der Vierseithof ein Unikum von hohem volkskundlichen und architekturgeschichtlichen Wert sei. Das Institut für Baukunst der TU Graz bezeichnete den Hof als den letzten in dieser formalen Geschlossenheit im südsteirischen Raum. In einem ORF-Fernsehbeitrag von 1979 sieht man die Bewohner des Gehöfts, das Ehepaar Alois und Emilie Knaus bei der Arbeit. Noch 1992 wurde der Knaushof im Jahresbericht des Landeskonservators (Bundesdenkmalamt) als „positives Ergebnis in der Erhaltung ländlicher Objekte durch Mithilfe der Denkmalpflege“ bezeichnet (Zitat aus „Zeitschrift des Vereins für Steiermark“, 1993). 1993 starben die Bewohner des Knaushofes, und ab da ging es rasch bergab. Kurt Deutschmann vom (Südoststeirischen?) Verein für Heimatkunde machte 1999 in einem ORF-Interview Vorschläge zur Rettung des aus Lehm, Stein und Holz erbauten Gehöfts (Adresse: Burgfeld 16). Der damalige Bürgermeister Herbert Weinrauch bedauerte ebenso in einem Interview von 1999 den Verfall des Hofes und prognostizierte dessen baldiges Ende; er sollte recht behalten. 2014 standen nur noch wenige Ruinenreste des Gehöfts, wie ein Foto für die Denkmalliste auf Wikipedia zeigt, und 2021 schließlich wurde der Knaushof aus der Denkmalliste des Bundesdenkmalamtes gestrichen.

Quellen / Links:

ORF „Studio 2″ (2.4.2026): „‘Lost Place’: Der Knaushof in Fehring“: https://on.orf.at/video/14317432/studio-2-vom-02042026

– Der Knaushof in der „Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fehring“ auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Fehring

Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark Jahrgang 84 (1993), Seite 313 und 319: https://www.historischerverein-stmk.at/wp-content/uploads/Z_Jg84_Denkmalpflege-in-der-Steiermark-1992.pdf