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Neumarkt an der Raab (Bgld.): Künstler retten Strohdächer

„Kunst braucht ein Dach“. Einige der Strohdächer der denkmalgeschützten Bauernhäuser in Neumarkt an der Raab (Gem. St. Martin an der Raab) müssen neu gedeckt werden. Da die Sanierung sehr teuer ist, soll nun mit der Aktion „Kunst braucht ein Dach“ Geld dafür gesammelt werden: https://www.kunstbrauchteindach.at +++ ORF-FERNSEHBERICHT (3 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14048125/Kunst-braucht-ein-Dach/14679158 +++ Seit 50 Jahren bietet das Künstlerdorf Neumarkt an der Raab Kunstschaffenden ein Zuhause. So wollen jetzt Künstler dem Verein Bilder für den Verkauf zur Verfügung stellen, um Geld dafür zu sammeln. Das Problem bei der Sanierung: Die Dächer sind mit langhalmigem Roggenstroh gedeckt – Material, das heutzutage nicht einfach zu bekommen ist, früher war es Alltagsgut. ORF-Bericht weiterlesen: https://burgenland.orf.at/stories/3043820 +++ Offizielle Website des Künstlerdorfs: https://kuenstlerdorf.net +++ Das Künstlerdorf Neumarkt an der Raab (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstlerdorf_Neumarkt_an_der_Raab +++ Denkmalliste St. Martin an der Raab (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Sankt_Martin_an_der_Raab.

Luckenbauerhof in Straßengel (Stmk.): Trotz ‚Erhaltungsbemühungen‘ droht Verfall

Noch bevor die Bagger auffuhren, wurde der Luckenbauerhof aus dem 16. Jahrhundert im November 2012 unter Denkmalschutz gestellt, nicht aber das angrenzende Wirtschaftsgebäude, das wurde abgetragen und von dem neuen Eigentümer, der Gemeinnützigen Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Ennstal verbaut. Seit Jahren steht nun inmitten der neuen Wohnbebauung der 500 Jahre alte Luckenbauerhof in der Gemeinde Gratwein-Straßengel leer (Adresse: Am Kirchberg 1D). Der Luckenbauerhof, ein „im Barock erweitertes renaissancezeitliches Mittelflurhaus“ (Zitat aus dem Unterschutzstellungsbescheid des Bundesdenkmalamtes) liegt am Fuße der bekannten Wallfahrtskirche Maria Straßengel nördlich von Graz. Er war ein Wirtschaftshof des Stift Rein und wurde erstmals 1535 urkundlich erwähnt, wie der Stiftsarchivar Norbert Müller herausfand. Jetzt befürchten Historiker und Ortsbewohner den weiteren Verfall. „Außen zeigt sich der Luckenbauerhof aber in einem erbärmlichen Zustand: der Verputz ist teilweise abgeschlagen, Fensterbalken hängen schief am Rahmen, am Dachfirst fehlt so mancher Ziegel, Eisen rostet vor sich hin,“ berichtet die Bezirkszeitung bereits im Juni 2019. Der Gemeinderat Gerald Schmidt (ÖVP) schlägt jetzt vor, dass die Gemeinde den Luckenbauerhof zurückkauft, doch für Bürgermeister Harald Mulle (SPÖ) ist ein solcher Rückkauf nicht leistbar. Der Leiter des Bundesdenkmalamtes in der Steiermark, Christian Brugger, möchte jetzt ein Gespräch mit dem Eigentümer führen, doch eine rechtliche Handhabe gegen das „Verfallen lassen“ gibt es im Denkmalschutzgesetz nicht. Der Geschäftsführer des Eigentümers betont, dass versucht wird das Gebäude zu erhalten. Eine wissenschaftliche Analyse des Bauernhofes durch die Kunsthistorikerin MMag. Elisabeth Brenner bewirkte u. a. 2012 die Rettung und Unterschutzstellung dieses Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert. Auch der Restaurator Peter Meder (vom Prälatenhaus in Maria Straßengel) und der Kunsthistoriker und ehemalige Prof. am Institut für Kunstgeschichte an der Uni Graz, Horst Schweigert hatten sich damals gemeinsam mit dem bekannten Tänzer und Kunsthistoriker Willi Gabalier für die Erhaltung eingesetzt. (vgl.: „Gerettet: Kunsthistorikerin bewirkt Denkmalschutz-Status für alten Bauernhof“ (14.9.2012; News Uni Graz; MIT BAUBESCHREIBUNG): https://news.uni-graz.at/en/detail/article/gerettet). AKTUELLEN KLEINE ZEITUNG BERICHT WEITERLESEN: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/grazumgebung/5823113/GratweinStrassengel_Der-lange-Kampf-um-ein-kulturelles-Erbe oder hier auf Pressreader.com: https://www.pressreader.com/austria/kleine-zeitung-steiermark/20200606/282024739489868 +++ Ältere Medienberichte: „Neues Leben für den Luckenbauerhof gesucht“ (12.6.2019; Mein Bezirk; MIT VIELEN FOTOS): https://www.meinbezirk.at/graz-umgebung/c-lokales/neues-leben-fuer-den-luckenbauerhof-gesucht_a3432000; Hop oder Drop für Luckenbauerhof (3.9.2012; Bezirksrevue), siehe Seite 4: http://bezirksrevue.at/wp-content/uploads/2017/02/1209_web.pdf bzw. https://issuu.com/woka/docs/1209_web.

Appendix Initiative Denkmalschutz:

Wir hoffen, dass der Luckenbauerhof nicht das gleiche Schicksal ereilt wie die REITHUBE in der Gemeinde MAUTERN IN DER STEIERMARK ereilt (Hauptstraße 49; Bezirk Leoben). Das denkmalgeschützte Gebäude wurde 2017 abgerissen. Siehe:

– „‚Reithube‘ darf endlich abgerissen werden“ (23.1.2017; MeinBezirk): https://www.meinbezirk.at/leoben/c-lokales/reithube-darf-endlich-abgerissen-werden_a2000263

– „Abriss der ‚Reithube‘ ist nun genehmigt“ (23.1.2017; Kleine Zeitung): https://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/5158673

– Ehemalige Denkmaler in der Gemeinde Mautern (Denkmalliste Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Mautern_in_Steiermark#Ehemalige_Denkm%C3%A4ler

– Informationsblatt der Gemeinde Mautern in Steiermark, Juli 2017, Ausgabe 54, siehe Seite 4 und 7: https://gemeinde24.at/admin/upload/pdf/1506322643.pdf

Quellen Luckenbauernhof u. a.:

– Unterschutzstellungsbescheid des Bundesdenkmalamtes, datiert 15. November 2012

– Grundbuchauszug vom 7. Juni 2020

Ternberg (OÖ): Säule aus denkmalgeschütztem Gasthaus Glocker verschwunden. Jetzt Weg frei für Komplettabriss?

Auf dem Grundstück des ehemaligen Gasthaus Glocker (Bauernhaus, ursprünglich Gasthaus Urfahrgut in Ebenboden) in der Gemeinde Ternberg soll ein Neubau errichtet werden. Ein Teil des Hauses in der Grünburger Straße 5 (Google Maps) ist bereits vor Monaten abgerissen worden. Das Problem: Der übrig gebliebene Bauteil ist denkmalgeschützt, zumindest ein Gewölbe im Vorhaus sei schützenswert, heißt es. Das Neubauprojekt hätte das Gewölbe in den Neubau integriert, doch die Zustimmung des Bundesdenkmalamtes blieb aus. Jetzt ist plötzlich eine tragende 300-Kilo-Granitsäule aus dem Gebäude verschunden. Am Mittwoch, 28. Juli war die Säule noch da, erklärt Miteigentümer und ÖVP-Vizebürgermeister Jürgen Felberbauer, und rätselt, wer die gestohlen haben könnte. Aber jetzt wird der Vollabbruch beantragt. Laut Grundbuch ist die CETE GmbH, Eigentümer des Grundstücks, wobei der alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführer gleichzeitig der ÖVP-Vizebürgermeister Jürgen Felberbauer ist und laut Firmenabc.at mit 44,5 % auch als ihr Gesellschafter beteiligt ist. KRONE-ARTIKEL WEITERLESEN (mit Foto): https://www.krone.at/2479589 (Krone, 7.8.2021, „In Ternberg: Rätsel um verschwundene Säule: Wer ist der Dieb?“)

Medienberichte:

7. August 2021, Krone
In Ternberg: Rätsel um verschwundene Säule: Wer ist der Dieb? „Am Mittwoch der Vorwoche war die Säule noch da“, wundert sich Vizebürgermeister Jürgen Felberbauer über das Verschwinden einer tragenden 300-Kilo-Granitsäule aus einem ehemaligen Gasthaus in Ternberg (Oberösterreich). Er ist Besitzer des denkmalgeschützten Objektes, das aber abgerissen werden soll, und rätselt, wer der Dieb ist: https://www.krone.at/2479589

6. August 2021, Oberösterreichische Nachrichten
300 Kilo schwere Granitsäule in Ternberg gestohlen. Im denkmalgeschützten Teil eines ehemaligen Gasthauses in Ternberg (Bezirk Steyr-Land) waren offenbar Diebe am Werk: https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/300-kilo-schwere-granitsaeule-in-ternberg-gestohlen;art68,3439408

6. August 2021, ORF
Tragende Säule aus Gasthaus gestohlen. Auf eine ungewöhnliche Beute hatten es Diebe in einem ehemaligen Gasthaus in Ternberg (Bezirk Steyr-Land) abgesehen. Sie stahlen eine 300 Kilogramm schwere Granitsäule, die als tragendes Element für die Decke eingebaut wurde: https://ooe.orf.at/stories/3115838

Quellen:

– Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ternberg (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Ternberg

– Grundbuchauszug vom 8. August 2021, Grünburger Straße 5, Urfahrgut in Ebenboden, Grundstücksnummer .212, Katastralgemeinde 49202 Bäckengraben, Einlagezahl 60. Urkunde 2805/2001 Denkmalschutz hins Gst .212 (hakenförmiger Hausstock des Urfahrgutes) gem Bescheid 2.5.2001, GZ.36.609/1/2001

– Firmenabc.at – „CETE GmbH“ (Abfrage vom 9.8.2021): https://www.firmenabc.at/cete-gmbh_KQVc

– Wirtschaftskammer Österreich. Firmen A-Z, „CETE GmbH“ (Abfrage vom 9.8.2021): https://firmen.wko.at/cete-gmbh/ober%C3%B6sterreich/?firmaid=f65ec2ff-03ce-40d5-9471-590911a666d1

Verlorenes Erbe (Stmk): Der Knaushof in Fehring

In der sehenswerten ORF „Studio 2“-Serie „Verlorenes Erbe“ (von Rupert Reiter-Kluger) im Vorabendprogramm (ORF 2) wurde am 2. April 2026 der vollständige Verfall des Knaushofs in Fehring in der Oststeiermark behandelt.

ORF-FERNSEHBEITRAG ZUM NACHSEHEN (5 MIN): https://on.orf.at/video/14317432/16065160/lost-place-knaushof-in-fehring

Der 300 Jahre alte Knaushof (vulgo Lipp), 1979 unter Denkmalschutz gestellt, stand noch bis zur Jahrtausendwende auf einer entlegenen Anhöhe in der Gemeinde Fehring in der Oststeiermark. Das Bundesdenkmalamt stellte das strohgedeckte Bauernhaus aus dem 17./18. Jahrhundert mit der Begründung unter Denkmalschutz, dass der Vierseithof ein Unikum von hohem volkskundlichen und architekturgeschichtlichen Wert sei. Das Institut für Baukunst der TU Graz bezeichnete den Hof als den letzten in dieser formalen Geschlossenheit im südsteirischen Raum. In einem ORF-Fernsehbeitrag von 1979 sieht man die Bewohner des Gehöfts, das Ehepaar Alois und Emilie Knaus bei der Arbeit. Noch 1992 wurde der Knaushof im Jahresbericht des Landeskonservators (Bundesdenkmalamt) als „positives Ergebnis in der Erhaltung ländlicher Objekte durch Mithilfe der Denkmalpflege“ bezeichnet (Zitat aus „Zeitschrift des Vereins für Steiermark“, 1993). 1993 starben die Bewohner des Knaushofes, und ab da ging es rasch bergab. Kurt Deutschmann vom (Südoststeirischen?) Verein für Heimatkunde machte 1999 in einem ORF-Interview Vorschläge zur Rettung des aus Lehm, Stein und Holz erbauten Gehöfts (Adresse: Burgfeld 16). Der damalige Bürgermeister Herbert Weinrauch bedauerte ebenso in einem Interview von 1999 den Verfall des Hofes und prognostizierte dessen baldiges Ende; er sollte recht behalten. 2014 standen nur noch wenige Ruinenreste des Gehöfts, wie ein Foto für die Denkmalliste auf Wikipedia zeigt, und 2021 schließlich wurde der Knaushof aus der Denkmalliste des Bundesdenkmalamtes gestrichen.

Quellen / Links:

ORF „Studio 2″ (2.4.2026): „‘Lost Place’: Der Knaushof in Fehring“: https://on.orf.at/video/14317432/studio-2-vom-02042026

– Der Knaushof in der „Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fehring“ auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Fehring

– Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark Jahrgang 84 (1993), Seite 313 und 319: https://www.historischerverein-stmk.at/wp-content/uploads/Z_Jg84_Denkmalpflege-in-der-Steiermark-1992.pdf