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Wels (OÖ): Initiative Denkmalschutz fordert Bezugnahme zur historischen Bausubstanz im Osten des Kaiser-Josef-Platzes
/ Berichte, Presseaussendungen /Oberösterreich / Wels Stadtvon IDM_adminPressemitteilung Stadtrat Johann Reindl-Schwaighofer, Referent für Kultur und Bildung
Initiative Denkmalschutz Wels übergibt 1.582 Unterschriften an Kulturstadtrat
Bürgerinitiative fordert Bezugnahme zur historischen Bausubstanz im Osten des Kaiser-Josef-Platzes
Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer (SPÖ) nahm die Petition der „Initiative Denkmalschutz Wels“ entgegen und versprach diese im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen. Die Bürgerinitiative ersucht die Stadt Wels bei der Neugestaltung des Kaiser-Josef-Platzes [KJ] um architektonische Bezugnahme auf die historische Bausubstanz des ehemaligen Bahnhofs der Pferdeeisenbahn.
Das Bahnhofsgebäude (‘Denksteinhaus’) am Kaiser-Josef-Platz in Wels im Jahr 1848, zu sehen die beiden Durchfahrten für die Züge, rechts daneben der 1959 abgerissene Semmelturm, nach einem Aquarell von Frh. von Mandelsloh
Historische Objekte haben eine identitätsstiftende Wirkung für die Stadt und ihre Bewohner*innen. Durch die restlose Entfernung von teilweise jahrhundertealter Bausubstanz und eine Neugestaltung ohne Bezugnahme auf die Vorgängerbauten, bestehe die große Gefahr, dass der Charakter ganzer Häuserensembles zerstört werde, warnt die Bürgerinitiative und nennt Beispiele wie den Bereich des ehemaligen Café Urbann in der Bahnhofstraße oder Neubauten in der Roseggerstraße.
„Gerade auf dem KJ muss mit äußerster Vorsicht vorgegangen werden“, betont Albert Neugebauer [Leiter Zweigstelle Wels der Initiative Denkmalschutz] und ergänzt: „Auch aus touristischer Sicht ist der Ensembleschutz bedeutend für eine historische Stadt wie Wels.
Laut Bürgerinitiative sollte das „Denksteinhaus“, durch das einst die Eisenbahn fuhr, erhalten bleiben. Sei das nicht möglich, wäre zumindest ein architektonischer Bezug zur Eisenbahngeschichte dieses Platzes wünschenswert. Wenn beim Abriss Strukturen der früheren Nutzung zum Vorschein kommen, sollten diese in Neubauten integriert werden.
Das Denksteinhaus, ehemals Teil des Bahnhofs der Pferdeeisenbahn 1836, Foto: 30.11.2020, (c) Albert Neugebauer / Zweigstelle Wels der Initiative Denkmalschutz
Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer würdigt den langen Atem des Vereins „Initiative Denkmalschutz Wels“ und verspricht: „Ich werde die Petition im Rahmen der Möglichkeiten der Stadt Wels unterstützen.“ Um künftig das kulturelle Erbe der Stadt besser schützen zu können, brauche es in Wels Altstadtsatzungen für den Erhalt historischer Bausubstanz, betont er.
Die Chancen dafür stehen jedoch nicht gut, wie der zuständige Planungsstadtrat Peter Lehner (ÖVP) ausführt: “Auf dem Gebäude ist kein Denkmalschutz, es liegt eine aufrechte Abbruchbewilligung vor – und es ist in Privatbesitz“, siehe: https://www.meinbezirk.at/wels-wels-land/c-lokales/buergerinitiativen-rund-um-den-kj_a4497590
Siehe auch:
3. Dezember 2020, APA-OTS-Presseaussendung, 3.12.2020, Initiative Denkmalschutz (Österreich) gemeinsam mit der Zweigstelle Wels der Initiative Denkmalschutz
Initiative Denkmalschutz: Stadt Wels muss endlich Verantwortung für ihr historisches Stadtbild wahrnehmen! Anlass ‘Denksteinhaus’. Drohender Abbruch des einzigartigen ehemaligen Bahnhofsgebäudes aus dem Jahr 1836 (‘Denksteinhaus’) am Kaiser-Josef-Platz (KJ): https://www.initiative-denkmalschutz.at/presseaussendungen/initiative-denkmalschutz-ooe-stadt-wels-muss-endlich-verantwortung-fuer-ihr-historisches-stadtbild-wahrnehmen-anlass-denksteinhaus bzw. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201203_OTS0022
Medienreaktionen:
23. Februar 2021, MeinBezirk
Semmelturm & Denksteinhaus. Bürgerinitiativen rund um den KJ: https://www.meinbezirk.at/wels-wels-land/c-lokales/buergerinitiativen-rund-um-den-kj_a4497590
19. Februar 2021, Tips
Welser Denkmalschutz-Initiative übergibt Petition an die Stadt: https://www.tips.at/nachrichten/wels/land-leute/527554-welser-denkmalschutz-initiative-uebergibt-petition-an-die-stadt
17. Februar 2021, MeinBezirk
Initiative Denkmalschutz Wels: “Ensembleschutz ist bedeutend für Wels”: https://www.meinbezirk.at/wels-wels-land/c-lokales/ensembleschutz-ist-bedeutend-fuer-wels_a4488116
Thema in diesem Zusammenhang auch:
Verlorenes Erbe (OÖ): Semmelturm in Wels, abgerissen 1959: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/verlorenes-erbe-ooe-semmelturm-in-wels-abgerissen-1959
Initiative Denkmalschutz (OÖ): Stadt Wels muss endlich Verantwortung für ihr historisches Stadtbild wahrnehmen! Anlass ‘Denksteinhaus’
/ Presseaussendungen /Oberösterreich / Wels Stadtvon IDM_adminPRESSEAUSSENDUNG INITIATIVE DENKMALSCHUTZ
APA-OTS – Ressorts: KI, CI, Architektur/Bahn/Kultur/Oberösterreich/Politik
Initiative Denkmalschutz: Stadt Wels muss endlich Verantwortung für ihr historisches Stadtbild wahrnehmen! Anlass ‘Denksteinhaus’
Utl.: Drohender Abbruch des einzigartigen ehemaligen Bahnhofsgebäudes aus dem Jahr 1836 (‘Denksteinhaus’) am Kaiser-Josef-Platz (KJ)
Wien (OTS) – Im Zuge der Neugestaltung des KJ-Platzes ist der Abbruch des ‘Denksteinhauses’ (Bahnhofstraße 6) geplant. Das Haus war Bahnhof der Pferdeeisenbahn Budweis-Linz-(Wels)-Gmunden und hatte eine besondere architektonische Lösung mit zwei Durchfahrten für die Eisenbahn. Am 25.11. hat sich bereits der Kulturreferent der Stadt Wels, Stadtrat Johann Reindl-Schwaighofer (SPÖ) öffentlich für den Erhalt ausgesprochen [siehe: www.regionalinfo.at, www.wt1.at]. Der Verein Initiative Denkmalschutz unterstützt diesen Aufruf und appelliert an die Stadt Wels, das Gebäude zu bewahren. Auch der Österreichische Denkmalrat für das Industrieerbe (TICCIH-Austria) spricht sich in seiner aktuellen Stellungnahme mit Nachdruck für die Erhaltung aus, denn der Abbruch wäre ein “Verlust für die Wurzeln der Identität der Stadt als Mobilitätsdrehscheibe (…) mit europäischer Ausstrahlung”. Bereits einmal, 1995 konnte nach einem Sturm der Entrüstung der drohende Abriss abgewendet werden. Damals hatten sich der Museumsdirektor Dr. Wilhelm Rieß, der Chef des Musealvereins, Dr. Walter Aspernig, der Sprecher des Komitees zur Wiederbelebung der Pferdeeisenbahn, Dr. Heinz Schludermann sowie der berühmte Schriftsteller Alois Brandstetter vehement für die Erhaltung eingesetzt.
Das Bahnhofsgebäude (‘Denksteinhaus’) am Kaiser-Josef-Platz in Wels im Jahr 1848, zu sehen die beiden Durchfahrten für die Züge (rechts der 1959 abgerissene Semmelturm), nach einem Aquarell von Frh. von Mandelsloh
Nicht nur Denkmalamt: Stadt Wels trägt wesentlich Mitverantwortung!
Das Bundesdenkmalamt hat neuerlich die Unterschutzstellung des das ganze Gebäude erfassenden Inneren abgelehnt. Jedoch ist auf jeden Fall die Verantwortung und Schutzkompetenz der Stadt Wels gegeben (Schutz des erhaltenswerten Stadtbildes). Als Teil der ersten kontinentalen Mittelgebirgseisenbahn ist es von europäischer Bedeutung. Mit den Wachthäusern, Bahnhöfen, Geländedenkmalen (Originaltrassen) im Mühlviertel, Linz und Gmunden ist es ein wichtiges bauliches Dokument aus der Frühzeit des Eisenbahnwesens. Einzufordern ist daher der Schutz des Erscheinungsbildes des Gebäudes und des historischen Stadtbildes im Bereich des KJ-Platzes, einem der wichtigsten Stadtbilder in der gesamten Welser Stadtlandschaft.
Welser Politik ist gefordert historisches Stadtbild zu erhalten!
Jetzt ist die Stadt Wels gefordert, eine Ausarbeitung von Altstadtsatzungen für erhaltenswerte Stadtbilder nach dem Vorbild von Braunau und Freistadt (Ortssatzung gemäß OÖ Raumordnungsgesetz § 32 Abs. 7) sowie Steyr (eigenes baurechtliches Regime) zu machen, bevor weitere Zerstörungen drohen (wie Cafe Urbann, Fischergasse 3 etc.).
Rückfragehinweis:
Markus Landerer (0699/1024 4216) und DI Dr. Alexander Schmiderer (0664/750 545 42)
Initiative Denkmalschutz – Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter (Österreich)
Albert Neugebauer (Zweigstelle Wels der Initiative Denkmalschutz), mobil: 0664/283 47 75
www.idms.at
PS: Auch Thomas Rammerstorfer, Vorstandsmitglied der Welser Grünen spricht sich ganz aktuell (2.12) für einen “Runden Tisch” zum Thema Denkmalschutz aus, siehe: https://monatliche.at/gruene-fordern-runden-tisch-zum-thema-denkmalschutz/
PPS: Originale APA-OTS-Presseaussendung hier nachzulesen: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201203_OTS0022
Abriss Schüttkasten Hohenau/March (NÖ). Initiative Denkmalschutz fordert: Mehr Einsatz der Niederösterreichischen Gemeinden für ihr eigenes Kulturerbe!
/ Presseaussendungen /Niederösterreich / Gänserndorfvon IDM_adminPRESSEAUSSENDUNG DER INITIATIVE DENKMALSCHUTZ
Bürgermeister begründet Abbruch mit Negativ-Stellungnahme des Denkmalamtes, negiert jedoch völlig die eigene Verantwortung für die Erhaltung der lokal bedeutenden Kulturgüter!
Dieser Tage wird der ortsbildprägende und mächtige historische Schüttkasten in der Gemeinde Hohenau an der March (Pol. Bez. Gänserndorf) abgerissen. Der 1904 erbaute Schüttkasten ist neben dem Meierhof (ehemaliger Gutshof) letzter noch bestehender Rest des Hohenauer Gestüts, das ehemals im Besitz der Fürsten von Liechtenstein stand (Fotos des Schüttkastens auf Wikipedia). Einige Bürger/innen sprachen sich gegen den Abbruch aus, doch Bürgermeister Wolfgang Gaider (SPÖ) entgegnete, dass das Denkmalamt in einer Stellungnahme das Gebäude als “nicht schützenswert” erachtet hatte, gleichzeitig musste er aber eingestehen, dass der mächtige Bau “baulich interessant” sei (vgl. MeinBezirk-Artikel „Der Schüttkasten wird abgerissen“ vom 10.11.2020: https://www.meinbezirk.at/gaenserndorf/c-lokales/der-schuettkasten-wird-abgerissen_a4335304). Auch auf der Website Marterl.at der Kultur.Region.Niederösterreich GmbH ist der Hohenauer Schüttkasten verzeichnet und wird dort gar “als architektonisch höchst wertvoll erachtet” (siehe: http://www.marterl.at/index.php?id=23&no_cache=1&oid=8044). Für Kulturgüter von lokaler/regionaler Bedeutung ist das Bundesdenkmalamt jedoch gar nicht zuständig (vgl. § 1 Abs. 2 Denkmalschutzgesetz), sondern eben die Gemeinden selbst. Doch dieser Tage bricht die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Arthur Krupp (Wohnbaugenossenschaft Wien Süd) den Getreidespeicher am Hohenauer Park (Lagerhausgasse 2) ab, und möchte an seiner Stelle Reihenhäuser und Wohnungen bauen.
Denkmalamt kann keine Kulturgüter von lokaler/regionaler Bedeutung unter Schutz stellen!
Die Zuständigkeit für die Erhaltung von Kulturgütern lokaler und regionaler Bedeutung fällt in diesem Fall den einzelnen Bundesländern, insbesondere den Gemeinden selbst zu. Nicht umsonst hat die Stadt Wien seit 1972 Schutzzonen verordnet, und in immer mehr Gemeinden in Niederösterreich werden Schutzzonen ausgewiesen, um das örtliche Kulturgut zu erhalten (z.B. Baden, Bad Vöslau, Mödling, Wiener Neustadt und Klosterneuburg). Auch Einzelgebäude können so geschützt werden, wie Beispiele aus Wien und Salzburg zeigen. Leider wird obige Begründung (nicht erhaltenswert, weil kein Denkmalschutz durch das Bundesdenkmalamt) jedoch allzu häufig für Abbrüche vorgeschoben, sodass in den letzten Jahren schon viel wertvolles Kulturgut in Niederösterreich verloren ging (siehe Liste unten).
Rückfragehinweis:
Markus Landerer, mobil: 0699/1024 4216 und DI Dr. Alexander Schmiderer, mobil: 0664/ 750 545 42,
Initiative Denkmalschutz, Verein für den Schutz bedrohter Kulturgüter
www.initiative-denkmalschutz.at
ZVR-Nr.: 049832110
Stellvertretend für viele bedauerliche Fälle von Abbrüchen (auch bevorstehenden) von nicht geschütztem Kulturgut in Niederösterreich in den letzten Jahren (Auswahl):
Bevorstehender Abbruch: Jubiläumswarte am Anninger (Pol. Bez. Mödling), Abriss 2020/21?: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/gaaden-noe-jubilaeumswarte-am-anninger-vor-abriss
Krems: Abriss der über 150 Jahre alten Häuser in der Schillerstraße 2-4 (Pol. Bez. Krems-Stad; Abriss ca. 2020/21?): https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200330_OTS0024
Abriss von Altstadthäusern in Zwettl (Bez. Zwettl; Abriss ca. 2020): https://www.derstandard.at/story/2000110800929/wohnprojekt-in-zwettl-hoehe-stoert-den-hausfrieden bzw. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20191016_OTS0044
Abriss in Horner Tuchmachersiedlung (Bez. Horn; Abriss Dez. 2019): https://www.initiative-denkmalschutz.at/presseaussendungen/2019-12-02_id-verlust-horner-tuchmachersiedlung
Abriss des Arbeiterwohnhauses in St. Pölten („Eierspeisburg“ am Kardinal Franz König-Platz; Abriss Sept./Okt. 2019): https://www.noen.at/st-poelten/veraenderung-kardinal-koenig-platz-ohne-eierspeisburg-st-poelten-kardinal-koenig-platz-eierspeisburg-abriss-denkmalschutz-abrissarbeiten-166221930
Kattinger Mühle in Haunoldstein (Bez. St. Pölten Land; Abriss ca. 2019): https://www.noen.at/st-poelten/endgueltiges-aus-alte-muehle-in-haunoldstein-wird-abgerissen-haunoldstein-alte-muehle-haunoldstein-147945889
Abriss ehemaliges Pilgerhaus in Pottendorf (Bez. Baden; Abriss ca. 2018): https://www.noen.at/baden/pottendorf-kritik-am-geplanten-kreisverkehr-christian-knecht-kreisverkehr-pottendorf-thomas-sabbata-valteiner-81121806
Linktipps:
Offizielle Stellungnahme des Bürgermeisters Wolfgang Gaida (SPÖ) auf der Gemeinde-Website: https://www.hohenau.at/Bgm_Wolfgang_Gaida_zum_Schuettkasten_und_zu_Corona
Fotos vom Schüttkasten auf Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Sch%C3%BCttkasten_Hohenau_an_der_March?uselang=de
Der Hohenauer Schüttkasten auf der Website Marterl.at der Kultur.Region.Niederösterreich GmbH: http://www.marterl.at/index.php?id=23&no_cache=1&oid=8044
Der Hohenauer Schüttkasten im Kulturatlas.at: http://www.kulturatlas.at/aut_no/page/00080247.htm
Lageplan, Hohenauer Schüttkasten (Museum Hohenau): http://museumhohenau.at/iframes/locations/479.html
PS: Aktuelle Fotos vom Abbruch sind auf Facebook unter den Stichwörtern “Hohenau” und “Schüttkasten” zu finden.