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AKTUELLE BERICHTE
Krems (NÖ): Aufregung über Abrisspläne im Altstadtensemble Obere Landstraße 13-15
/ Berichte /Niederösterreich / Krems-Stadtvon IDM_adminDer geplante Abriss des Gründerzeitensembles (Obere Landstraße 15, Spitalgasse 10, Sparkassegasse 1-3), errichtet vom Stadtarchitekt Josef Utz Senior 1876 und erweitert 1902 von Utz Junior, sowie des alten Nachbargebäudes (Obere Landstraße 13) in der Kremser Innenstadt sorgt für Aufregung. Der Stuck der Gründerzeit-Außenfassaden wurden 1934 abgeschlagen, in den 1970er-Jahren malerisch rekonstruiert, verschwand diese später wieder unter einer Wärmedämmung. Jetzt regt sich vielfacher Protest gegen den geplanten Neubau. Denn neuerdings spielt nicht mehr nur die „geschichtliche, künstlerische oder sonstige kultureller Bedeutung„ eines historischen Gebäudes im Fokus, sondern (immer mehr) auch die Ressourcenvernichtung (Stichwort: „Graue Energie„, das ist die Energiemenge, die notwendig ist, um ein Gebäude zu errichten). So kommt es, dass Fridays for Future Krems vor kurzem eine Petition „Für Klima und soziale Vielfalt – Gegen den Abriss intakter Bausubstanz in der Kremser Altstadt“ gestartet haben (HIER UNTERZEICHNEN – Die Petition soll bereits am kommenden Freitag, 5. März dem Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) übergeben werden). Ein Argument führt die Sprecherin der Klimaschützer, Marlene Nutz an: „Der Abriss dieser Bausubstanz mit qualitativen Altbau- und Dachgeschosswohnungen, der damit einhergehende Verlust von leistbarem Wohnraum, die Verdrängung von Bewohner*innen, die Auflösung eines sozial starken Netzes und einer authentisch belebten Innenstadt kann nicht im öffentlichen Interesse der Kremser*innen sein.“ Ein weiteres wichtiges Argument: „VERLUST WERTVOLLER BAUSUBSTANZ. Ungeachtet dessen, dass die Gebäudegruppe nicht mehr unter Denkmalschutz steht [iD-Anmerkung: der Denkmalschutz gemäß § 2 DMSG lief mit Ende 2009 automatisch aus], bedeutet jeder Abriss wertvoller Bausubstanz die Verschwendung von grauer Energie, also jener Masse an fossiler Energie und Rohstoffen, die für die Errichtung des Bestandes bereits aufgewendet wurde. Jeder Neubau in dieser Größe sowie der Bau einer zweistöckigen Tiefgarage verursachen erneut eine enorme Menge CO2 – von der Herstellung der Baumaterialien bis zum Energieaufwand im Zuge der Errichtung. Darüber hinaus ist mit einer erhöhten Feinstaubbelastung während der Bauzeit zu rechnen. – Für eine klimagerechte Zukunft braucht es ein Umdenken und ein nachhaltiges Arbeiten mit dem Bestehenden!“ Auch „Orte Architekturnetzwerk Niederösterreich“ unterstützt die Petition. Der Antrag des Eigentümers, der SK Immobilien GmbH (Tochter der Kremser Bank und Sparkassen AG) auf Erlassung eines Interessenbescheids gemäß § 30 Abs. 2 Z. 15 des Mietrechtsgesetzes wird derzeit geprüft, dann könnten auch die Mieter gekündigt werden. Mit einer solchen Entscheidung ist mit Ende Juni 2021 zu rechnen. Auch der Architekturhistoriker und -publizist Norbert Mayr von der Aktionsgruppe „Bauten in Not“ schreibt in einem email an den Vorsitzenden des Gestaltungsbeirates, Architekt Gerhard Lindner (sowie an den Bürgermeister und weiteren Stadtvertretern): „Ich finde es beschämend für unsere Generation, dass sich gegen die hemmungslose Kontinuität unserer Fehlentwicklungen die Kinder und Jugendlichen von Friday For Future stellen müssen. Der Gestaltungsbeirat hat seine Aufgabe bei der fachlichen Beratung der Stadtpolitik im Sinne einer zeitgemäßen und klimagerechten Umbaukultur wahrzunehmen. Für die Kontinuität von Baukultur und Identität einer Stadt fehlt meines Wissens Krems immer noch das übliche Instrumentarium der Erhaltungsgebote, mit denen automatisch auch die „graue Energie“ die ihr zustehende Bedeutung für die Zukunft bekommt.“ STANDARD-ARTIKEL LESEN: https://www.derstandard.at/story/2000124497244/wann-soll-ein-altbau-abgerissen-werden-und-wann-nicht (28.2.2021, „Wann soll ein Altbau abgerissen werden – und wann nicht? Ein Bau aus dem 19. Jahrhundert in Krems soll einem Neubau weichen. Sind die Gründe wirtschaftlich logisch? Und warum ist Fridays for Future unter den Abbruchgegnern?“ – In der Standard-Print-Ausgabe lautet die Überschrift: „Wertewandel im Weltkulturerbe“). Petition Fridays for Future: An: den Kremser Bürgermeister Reinhard Resch, den Bereichsleiter der Kremser Baudirektion und Stadtentwicklung Reinhard Weitzer und die Kremser Stadträt*innen. Für Klima und soziale Vielfalt – Gegen den Abriss intakter Bausubstanz in der Kremser Altstadt: https://mein.aufstehn.at/petitions/fur-klima-und-soziale-vielfalt-gegen-den-abriss-intakter-bausubstanz-in-der-kremser-altstadt Medienberichte: 28. Februar 2021, Der Standard „Wann soll ein Altbau abgerissen werden – und wann nicht? Ein Bau aus dem 19. Jahrhundert in Krems soll einem Neubau weichen. Sind die Gründe wirtschaftlich logisch? Und warum ist Fridays for Future unter den Abbruchgegnern?“: https://www.derstandard.at/story/2000124497244/wann-soll-ein-altbau-abgerissen-werden-und-wann-nicht 26. Februar 2021, MeinBezirk Stadt Krems. Bauten in Not: Norbert Mayr wendet sich an den Gestaltungsbeirat: https://www.meinbezirk.at/krems/c-lokales/bauten-in-not-norbert-mayr-wendet-sich-an-den-gestaltungsbeirat_a4501928 24. Februar 2021, NÖN Widerstand: Petition gegen Bauprojekt in Kremser Innenstadt: https://www.noen.at/krems/widerstand-petition-gegen-bauprojekt-in-kremser-innenstadt-krems-print-bauprojekt-innenstadt-krems-klimaschutz-gebaeudeabriss-fridays-for-future-250601372 23- Februar 2021, P3TV Fernsehen FERNSEHBEITRAG (2 MIN): Wirbel um Hotelprojekt in Kremser Altstadt: https://www.p3tv.at/webtv/10743-wirbel-um-hotelprojekt-in-kremser-altstadt 23. Februar 2021, MeinBezirk Stadt Krems: Altstadt soll bleiben wie sie ist: https://www.meinbezirk.at/krems/c-lokales/altstadt-soll-bleiben-wie-sie-ist_a4497095 10. Februar 2021, NÖN Kremser Millionenprojekt. Weiter Weg zum Spatenstich in der Oberen Landstraße Neubau in Oberer Landstraße in Krems stehen lange Verfahren bevor, weil Mieter nicht ausziehen wollen: https://www.noen.at/krems/kremser-millionenprojekt-weiter-weg-zum-spatenstich-in-der-oberen-landstrasse-krems-albert-kisling-obere-landstrasse-sk-immobilien-bauprojekt-mietrecht-print-248447312 3. November 2020, NÖN Leserbrief: Krems braucht das Mega-Projekt nicht! (Berthold Schieb, Krems): https://www.noen.at/leserbriefe/leserbrief-krems-braucht-das-mega-projekt-nicht-krems-hotel-neubau-bauprojekt-231771396 29. Oktober 2020, NÖN Während Megaprojekt-Bau: Gemeinderat kämpft um den Kremser Spar-Markt: https://www.noen.at/krems/waehrend-megaprojekt-bau-gemeinderat-kaempft-um-den-kremser-spar-markt-krems-nahversorger-horst-berger-sparmarkt-spar-innenstadt-krems-print-nofb-230736882 22. Oktober 2020, NÖN Krems: Gemeinderat kämpft für Spar-Markt: https://www.noen.at/krems/krems-gemeinderat-kaempft-fuer-spar-markt-krems-redaktionsfeed-spar-redaktion-229922027 14. Oktober 2020, NÖN Abriss & Neubau bis 2024. Hotel, Garage etc.: Mega-Projekt für Kremser Innenstadt: https://www.noen.at/krems/abriss-neubau-bis-2024-hotel-garage-etc-mega-projekt-fuer-kremser-innenstadt-krems-innenstadt-krems-innenstadtbelebung-print-228537791
Wels (OÖ): Initiative Denkmalschutz fordert Bezugnahme zur historischen Bausubstanz im Osten des Kaiser-Josef-Platzes
/ Berichte, Presseaussendungen /Oberösterreich / Wels Stadtvon IDM_adminPressemitteilung Stadtrat Johann Reindl-Schwaighofer, Referent für Kultur und Bildung Initiative Denkmalschutz Wels übergibt 1.582 Unterschriften an Kulturstadtrat Bürgerinitiative fordert Bezugnahme zur historischen Bausubstanz im Osten des Kaiser-Josef-Platzes Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer (SPÖ) nahm die Petition der „Initiative Denkmalschutz Wels“ entgegen und versprach diese im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen. Die Bürgerinitiative ersucht die Stadt Wels bei der Neugestaltung des Kaiser-Josef-Platzes [KJ] um architektonische Bezugnahme auf die historische Bausubstanz des ehemaligen Bahnhofs der Pferdeeisenbahn. Historische Objekte haben eine identitätsstiftende Wirkung für die Stadt und ihre Bewohner*innen. Durch die restlose Entfernung von teilweise jahrhundertealter Bausubstanz und eine Neugestaltung ohne Bezugnahme auf die Vorgängerbauten, bestehe die große Gefahr, dass der Charakter ganzer Häuserensembles zerstört werde, warnt die Bürgerinitiative und nennt Beispiele wie den Bereich des ehemaligen Café Urbann in der Bahnhofstraße oder Neubauten in der Roseggerstraße. „Gerade auf dem KJ muss mit äußerster Vorsicht vorgegangen werden“, betont Albert Neugebauer [Leiter Zweigstelle Wels der Initiative Denkmalschutz] und ergänzt: „Auch aus touristischer Sicht ist der Ensembleschutz bedeutend für eine historische Stadt wie Wels. Laut Bürgerinitiative sollte das „Denksteinhaus“, durch das einst die Eisenbahn fuhr, erhalten bleiben. Sei das nicht möglich, wäre zumindest ein architektonischer Bezug zur Eisenbahngeschichte dieses Platzes wünschenswert. Wenn beim Abriss Strukturen der früheren Nutzung zum Vorschein kommen, sollten diese in Neubauten integriert werden. Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer würdigt den langen Atem des Vereins „Initiative Denkmalschutz Wels“ und verspricht: „Ich werde die Petition im Rahmen der Möglichkeiten der Stadt Wels unterstützen.“ Um künftig das kulturelle Erbe der Stadt besser schützen zu können, brauche es in Wels Altstadtsatzungen für den Erhalt historischer Bausubstanz, betont er. Die Chancen dafür stehen jedoch nicht gut, wie der zuständige Planungsstadtrat Peter Lehner (ÖVP) ausführt: „Auf dem Gebäude ist kein Denkmalschutz, es liegt eine aufrechte Abbruchbewilligung vor – und es ist in Privatbesitz„, siehe: https://www.meinbezirk.at/wels-wels-land/c-lokales/buergerinitiativen-rund-um-den-kj_a4497590 Siehe auch: 3. Dezember 2020, APA-OTS-Presseaussendung, 3.12.2020, Initiative Denkmalschutz (Österreich) gemeinsam mit der Zweigstelle Wels der Initiative Denkmalschutz Initiative Denkmalschutz: Stadt Wels muss endlich Verantwortung für ihr historisches Stadtbild wahrnehmen! Anlass ‚Denksteinhaus‘. Drohender Abbruch des einzigartigen ehemaligen Bahnhofsgebäudes aus dem Jahr 1836 (‚Denksteinhaus‘) am Kaiser-Josef-Platz (KJ): https://www.initiative-denkmalschutz.at/presseaussendungen/initiative-denkmalschutz-ooe-stadt-wels-muss-endlich-verantwortung-fuer-ihr-historisches-stadtbild-wahrnehmen-anlass-denksteinhaus bzw. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201203_OTS0022 Medienreaktionen: 23. Februar 2021, MeinBezirk Semmelturm & Denksteinhaus. Bürgerinitiativen rund um den KJ: https://www.meinbezirk.at/wels-wels-land/c-lokales/buergerinitiativen-rund-um-den-kj_a4497590 19. Februar 2021, Tips Welser Denkmalschutz-Initiative übergibt Petition an die Stadt: https://www.tips.at/nachrichten/wels/land-leute/527554-welser-denkmalschutz-initiative-uebergibt-petition-an-die-stadt 17. Februar 2021, MeinBezirk Initiative Denkmalschutz Wels: „Ensembleschutz ist bedeutend für Wels“: https://www.meinbezirk.at/wels-wels-land/c-lokales/ensembleschutz-ist-bedeutend-fuer-wels_a4488116 Thema in diesem Zusammenhang auch: Verlorenes Erbe (OÖ): Semmelturm in Wels, abgerissen 1959: https://www.initiative-denkmalschutz.at/berichte/verlorenes-erbe-ooe-semmelturm-in-wels-abgerissen-1959

Norbert Mayr, Bauten in Not
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