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Bad Gastein (Sbg): Desolates Kongresshaus – Denkmalschutz beeinsprucht

Das stadtbildprägende und architektonisch imposante, ehemalige Kongresszentrum inmitten des historischen Ortszentrums von Bad Gastein wurde 1968-74 vom bedeutenden Architekten Gerhard Garstenauer erbaut. Als bedeutender Vertreter des Brutalismus (= Architekturstil, „roher Beton“) wurde der vielgliedrige Stahlbetonbau mit seinen vier markanten Glaskuppeln – nach langem Zögern – vom Bundesdenkmalamt im Sommer 2019 per Mandatsbescheid unter Denkmalschutz gestellt (= Not-Unterschutzstellung). Damals lies der Eigentümer die Teppichböden, die massiven Holz-Zwischenwände sowie Möbel herausreißen und entsorgte sie einfach. Fachliche Begründung der Unterschutzstellung: Das Kongresshaus Bad Gastein ist aufgrund seiner Monumentalität und der skulpturalen Gestaltung in Sichtbetonweise ein bedeutsamer Bau des Brutalismus in Österreich. Es gelte als das Hauptwerk Garstenauers und habe neben nationalen Auszeichnungen auch internationale Anerkennung erfahren. Seit 1999 hatte der Architekturhistoriker und Publizist Norbert Mayr für dieses Bauwerk eine Denkmal-Unterschutzstellung eingefordert (vgl. Profil-Artikel). Kurzbeschreibung des Gebäudes von Docomomo Austria (Bauten der Moderne): „Das Kongresszentrum kann als ein Hauptwerk des Brutalismus in Österreich bezeichnet werden und ist in seiner konstruktiven und formalen Ausführung sicherlich einzigartig in den Alpen; wofür er den Architekturpreis des Landes Salzburg 1975 für die beispielhafte Einbindung des Kur- und Kongresshauses in das städtische Gefüge und Lösung der extremen Bauplatzsituation erhielt.“ Der Bau ist seit 2007 ungenutzt und verfällt seitdem immer mehr. Der Wiener Immobilienentwickler und Eigentümer Philippe Duval möchte das Bauwerk (Kaiser Franz Josef-Straße 4) zwar weitgehend erhalten, beruft jedoch gegen die Denkmal-Unterschutzstellung durch das Bundesdenkmalamt. Er möchte eine Seilbahn-Talstation auf dem ehemaligen Kongresshaus errichten, als Zubringer auf den westlich gelegenen Stubnerkogel und den östlich gelegenen Graukogel. Mitentscheidend für die weitere Entwicklung des ehemaligen Kongresshauses wird zunächst die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts sein, ob der Denkmalschutz aufgehoben oder bestätigt wird. ORF-FERNSEHBERICHT ZUM NACHSEHEN (4 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/14085168/Kongresshaus-in-Bad-Gastein-muss-bleiben/14880281 (13.3.2021, ORF ‚Salzburg Heute‘, „Kongresshaus in Bad Gastein muss bleiben“). ORF-BERICHT LESEN: https://salzburg.orf.at/stories/3094619 (13.3.2021, „Bad Gastein: Wer rettet desolates Kongresshaus?“). Weitere Infos: Gerhard Garstenauers Congress Center Thermenkongress auf SOSBrutalism (mit vielen Fotos): http://www.sosbrutalism.org/cms/16267477 Eigentümer Philippe Duval„Gasteins Historic City“ – Website: https://gasteinshistoriccity.com – Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCDAZfN56Z79CZ6zE5iAxUJA Das Kongresshaus Bad Gastein auf: – auf Nextroom (Vermittlung von Architektur): https://www.nextroom.at/building.php?id=640 – auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kongresshaus_Bad_Gastein – auf Docomomo Austria (Bauten der Moderne): https://www.docomomo.at/gebaeude/kongresszentrum-bad-gastein Weitere Medienberichte: 3. Februar 2020, Salzburger Nachrichten Denkmalamt will Kongresshaus Bad Gastein retten – „Garstenauers Kugeln sind hipper denn je“ (Bezahlschranke): https://www.sn.at/salzburg/kultur/denkmalamt-will-kongresshaus-bad-gastein-retten-garstenauers-kugeln-sind-hipper-denn-je-82946098 21. Juli 2016, Profil Architektur: Moderne Gebäude sind massiv bedroht: https://www.profil.at/kultur/architektur-moderne-gebaeude-7317126 21. Februar 2009, Nextroom.at (Vermittlung von Architektur) Geht Gastein baden? Verkitscht, verschleudert, verschandelt: Die Bauwerke Gerhard Garstenauers in Bad Gastein werden sträflich vernachlässigt. Ein Appell zu Erhalt und Revitalisierung: https://www.nextroom.at/building.php?id=640&inc=artikel&sid=30360 5. Juni 2007, ORF Gesamtkonzept für Kongressbetrieb nötig: https://sbgv1.orf.at/stories/197890

Gösserhalle (Wien): Aus altem ÖBB-Werkstättengebäude werden Büros

Die alte Gösserhalle in der Laxenburger Straße 2B wird renoviert und für Büros adaptiert. Das Dach wird abgetragen, die Ziegelbögen bleiben erhalten. Bis 2022 hätte die Gösserhalle noch als Eventlocation genutzt werden sollen, doch wegen Corona wurde die im Novemer 2017 eröffnete Veranstaltungshalle mit Ende August 2020 für immer geschlossen. Die ebenerdige Halle nahe des heutigen Hauptbahnhofes wurde um 1900 als Werkstättengebäude der ÖBB errichtet. Nach dem 2. Weltkrieg als Bierlager der Firma Gösser genutzt, wurde sie 2017 von den ÖBB an die Landgut Wohnbau Errichtungs GmbH (ein Unternehmen der S+B Gruppe – Projektbeschreibung) verkauft und für Kulturveranstaltungen geöffnet. Als Sieger eines Architekturwettbewerbs ging das Architekturbüro AllesWirdGut hervor, deren Umbaupläne nun präsentiert wurden (siehe: „GOH – Umbau Gösserhalle/Wien – Das Geschenk“). Die Außenmauern mit den Ziegelbögen sollen erhalten bleiben, im Inneren soll ein dreigeschoßiger Neubau mit Büroräumen und Café entstehen. Die Halle bildet jedoch nur mehr einen kleinen Rest des Altbestandes auf dem heute als Stadtentwicklungsgebiets „Neues Landgut“ bezeichneten Areals. Einige historische Gebäude wurden in den letzten Jahren abgerissen (siehe: WienSchauen-Artikel (4.3.2020): „Favoriten: Bahn-Gebäude demoliert!“). Unser Verein Initiative Denkmalschutz hat im Juni 2020 im Zuge der geplanten Umwidmung eine Stellungnahme zum Planentwurf 8296 abgegeben. Der neue Eigentümer und Bauherr Klaus Stanek möchte den Umbau der Gösserhalle 2023 abgeschlossen haben. Auch noch auf dem Gelände befindet sich die um 1850 erbaute, einstöckige Inventarhalle. Ob diese in das Projekt integriert wird oder nicht, ist uns nicht bekannt. ORF-FERNSEHBERICHT (2 MIN): https://tvthek.orf.at/profile/Wien-heute/70018/Wien-heute/14085273/Aus-Goesserhalle-werden-Bueros/14881041 (14.3.2021, ORF „Wien Heute“: „Aus Gösserhalle werden Büros“) +++ ORF-BERICHT LESEN: https://wien.orf.at/stories/3094770 (14.3.2021: „Aus Gösserhalle werden Büros“) Weitere Infos: Fotos von Erich J. Schimek (Initiative Denkmalschutz) Laxenburger Straße 2A – 4: https://www.flickr.com/photos/id_ejs/collections/72157667480230094 WienSchauen (4.3.2020): Favoriten: Bahn-Gebäude demoliert! https://www.wienschauen.at/favoriten-bahn-gebaeude-demoliert-laxenburger-strasse (vgl. auch Initiative Denkmalschutz Kurzbericht) Initiative Denkmalschutz (12. Juni 2020): Stellungnahme zu Eisenbahn-Hallen (Planentwurf 8296): https://www.initiative-denkmalschutz.at/stellungnahme/laxenburger-strasse-wien-stellungnahme-zu-eisenbahn-hallen-planentwurf-8296 Weiter Medienberichte: 5. März 2021, Der Standard Alte Gösserhalle in Wien-Favoriten wird revitalisiert: https://www.derstandard.at/story/2000124662058/alte-goesserhalle-in-favoriten-wird-revitalisiert 2. März 2021, MeinBezirk.at Neues Landgut: Die Gösserhalle auf dem Weg in die Zukunft: https://www.meinbezirk.at/favoriten/c-lokales/die-goesserhalle-auf-dem-weg-in-die-zukunft_a4509140 2. August 2020,Leadersnet Die Gösserhalle schließt die Tore – für immer! https://www.leadersnet.at/news/44834,die-goesserhalle-schliesst-die-tore-fuer-immer.html 5. März 2020, Kurier „Neues Landgut“: Neues Grätzel auf alten Gleisen: In Favoriten entsteht eine neuer Stadtteil – mit einer Schule, einem Park, Wohnungen und Geschäften. 2026 soll er fertig sein: https://kurier.at/chronik/wien/neues-landgut-neues-graetzel-auf-alten-gleisen/400773195 5. März 2020, Der Standard „Neues Landgut“: Neuer Stadtteil beim Wiener Hauptbahnhof. Stadt Wien und ÖBB stellten am Donnerstag die Flächenwidmungspläne vor: https://www.derstandard.at/story/2000115386590/neues-landgut-neuer-stadtteil-beim-wiener-hauptbahnhof 5. März 2020, MeinBezirk.at Neues Landgut: Wohngrätzel um die Gösserhalle: https://www.meinbezirk.at/favoriten/c-lokales/wohngraetzel-um-die-goesserhalle_a3272676 Rund um die Gösserhalle entsteht ein Wohngrätzel: https://www.meinbezirk.at/wien/c-lokales/rund-um-die-goesserhalle-entsteht-ein-wohngraetzel_a3968496 17. November 2017, MeinBezirk.at Die Gösserhalle in Wien-Favoriten wurde eröffnet: https://www.meinbezirk.at/favoriten/c-lokales/die-goesserhalle-in-wien-favoriten-wurde-eroeffnet_a2319849 6. Oktober 2017, Der Standard Stadtentwicklung: ÖBB-Immo sieht historische Gebäude als „Assets“. Immo-Tochter der Staatsbahn hat zahlreiche Großprojekte am Laufen: https://www.derstandard.at/story/2000065465393/oebb-immo-sieht-historische-gebaeude-als-assets 23. Februar 2013, MeinBezirk.at Gösser-Halle soll Kulturzentrum werden: https://www.meinbezirk.at/favoriten/c-lokales/favoriten-goesser-halle-soll-kulturzentrum-werden_a486483