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AKTUELLE BERICHTE
Sieveringer Straße 251 – (Teil-)Abbruch Winzerhaus in Schutzzone, 21.02.2019
/ Berichte /Wien 1190, Döbling von W.F.Abbruch in Schutzzone – verkommt Döbling zum Potemkinschen Dorf? Das(!) Sieveringer Parade-Winzerhaus, vielfach für Werbeaufnahmen verwendet, wurde zu einem erheblichen Teil abgerissen! Der ehemalige Heurige Stelzer, ein ebenerdiges Doppelgiebelhaus in der Sieveringer Straße 251, war ein bauliches Paradebeispiel für die Sieveringer Winzerkultur. Sogar die „Österreich Werbung“ setzte das Haus als Symbol für den Wiener Heurigen und für das dörfliche Leben in den ehemaligen Wiener Vororten fotografisch in Szene, und auch sonst fand das schlichte, in Schönbrunner Gelb gestrichene Hauerhaus als Kulisse für Film- und Fernsehaufnahmen vielfach Verwendung.* Jetzt wurde der linke Trakt des Hauses großteils dem Erdboden gleichgemacht, nachdem bereits 2014 von einem Anrainer vergeblich versucht wurde, das Bundesdenkmalamt von einer Unterschutzstellung zu überzeugen. Das Haus stammt großteils aus dem 18. Jh., weist aber auch Bruchsteinmauerwerk auf, das vermutlich sogar bis ins Spätmittelalter zurückreicht.** Fotos vor dem Teilabriss (Erich J. Schimek für die Initiative Denkmalschutz): https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157648762783930/ Lange war das Haus zum Verkauf ausgeschrieben, nachdem jene alte Dame im April 2014 verstorben war, die ein lebenslanges Wohnrecht im Haus hatte. Jetzt wurde etwa 75 % des südöstlich gelegenen Traktes des Doppelgiebelhauses abgerissen, wobei nur die Außenwand stehen blieb. Im Innenhof befindet sich eine Spitznische ähnlich jener am denkmalgeschützten Haus Sieveringer Straße 231.*** Immer wieder werden in Wien historisch bemerkenswerte Häuser – insbesondere in Döblinger Ortskernen – trotz bestehender Schutzzonen zum Teil massiv verändert und entstellt oder gänzlich durch Neubauten ersetzt (insbesondere in Grinzing und Neustift am Walde; Beispiel eines Komplettabrisses, ersetzt durch einen historisierenden, vergrößerten Neubau z. B. in der Rathstraße 52 in Neustift am Walde im Jahr 2015, Fotos siehe: https://www.flickr.com/photos/id_ejs/sets/72157652787356391/). Nach Bauordnungsnovelle letzten Sommer: Anreize für Erhalt das Gebot der Stunde Die Bauordnungsnovelle im Juni 2018 war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch nun ist es dringend an der Zeit, nicht nur Verbote und Beschränkungen auszusprechen, sondern auch Anreize für Eigentümer zu schaffen, damit diese ihren wertvollen Altbaubestand erhalten und restaurieren, anstatt diesen teilweise zu zerstören oder gar abzureißen, schlicht weil dies finanziell günstiger kommt. Deshalb hat die Initiative Denkmalschutz gemeinsam mit dem Verein zur Revitalisierung und architektonischen Aufwertung der Wiener Gründerzeithäuser die Petition „Stadtbild-Erhaltung Wien“ im März vorigen Jahres ins Leben gerufen (vgl.: https://www.wien.gv.at/petition/online/PetitionDetail.aspx?PetID=3e6d3de564e04f25b4a03e31dd07d152). Nach Behandlung im Petitionsausschuss am 31. Jänner konnte als ersten kleinen Erfolg zumindest die Evaluierung des Altstadterhaltungsfonds erzielt werden, nachdem wir bei unseren Recherchen mit großem Schrecken feststellen mussten, dass dieser in den letzten 20 Jahren still und leise um etwa unglaubliche 75 % gekürzt wurde (inflationsbereinigt) . Wie groß wird Neubauteil? Groß kann auf der Parzelle Sieveringer Straße 251 nicht neu gebaut werden, denn der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan lässt nur eine Bauhöhe von 4,5 m zu (bis zur Traufkante; Bauklasse I 4,5 m beschränkt). Doch wenn man den direkt benachbarten Neubau in der Sieveringer Straße 247 betrachtet und deren kreative Interpretation des Bebauungsplanes (der straßenseitige Trakt hat ebenso eine Bauhöhenbeschränkung von nur 4,5 m im Bebauungsplan), scheint rein theoretisch auch hier einiges an Baukubatur-Gewinn möglich.
Buchpräsentation „Österreichs gefährdetes Kulturerbe“
/ Berichte /Wien, allgemein von W.F.Buchpräsentation „Österreichs gefährdetes Kulturerbe“ Aus Anlass des 10-jährigen Gründungsjubiläums unseres Vereins sowie des Europäischen Kulturerbejahres 2018 (www.kulturerbejahr2018.at) präsentieren wir das von der Initiative Denkmalschutz herausgegebene und von den Autoren Mag. Wolfgang Burghart und Dr. Gerhard Hertenberger verfasste Buch „Österreichs gefährdetes Kulturerbe“, das einen Überblick über den zum Teil erschreckenden Umgang mit historischer Bausubstanz in Österreich im letzten Jahrzehnt bietet, dargestellt an 70 aktuellen Fallbeispielen. http://www.aktion21.at/_data/iD_oe_Buchpraesentation-Oesterr-gefaehrdetes-Kulturerbe.pdf Burghart, Wolfgang, Hertenberger, Gerhard: Österreichs gefährdetes Kulturerbe. Vom Umgang mit historischen Bauten – 70 Fallbeispiele ((Hrsg. Initiative Denkmalschutz). Verlag Schreybgasse. Wien 2018. 256 Seiten. ISBN 978-3-7142-0055-3, € 29,90 BUCHBESCHREIBUNG: In den vergangenen zehn Jahren haben zahlreiche Kulturdenkmäler in Österreich tiefgreifende Veränderungen erfahren. Es geht um zunehmende Verluste an historischer Bausubstanz, problematische Veränderungen und akute Gefährdungen unseres baukulturellen Erbes, aber auch um Fälle geretteter Denkmäler. Aus einer fast erdrückenden Fülle von Objekten greifen die Autoren Wolfgang Burghart und Gerhard Hertenberger typische Beispiele für das Versagen zuständiger Institutionen, für politische Einflussnahme und/oder Profitgier von Spekulanten auf. Berichtet wird aber auch über das große Engagement von Privatpersonen oder Unternehmen, die weitgehend ohne finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand Objekte vorbildlich sanieren und damit einen entscheidenden Beitrag zum Bewahren unseres kulturellen Erbes für zukünftige Generationen leisten. Gerade im Europäischen Kulturerbejahr 2018 soll mit diesem Buch der Wert unseres baulichen Erbes, das entscheidend für die Signifikanz der Orte ist, an denen Kultur im weitesten Sinn stattfindet, herausgearbeitet werden. Das vorliegende Werk bietet einen Überblick über das Geschehen im Denkmalschutz der letzten zehn Jahre und gibt an Hand von 70 Einzeldenkmälern Einblick in die vielfältigen Probleme beim Einsatz für deren Erhalt. Kann über den Verein Initiative Denkmalschutz oder über den gut sortierten Buchhandel bezogen werden. ÜBER DIE AUTOREN: MAG. WOLFGANG BURGHART geb. 1973, Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Wien. Tätigkeiten im Verlagswesen, Buch- und Antiquitätenhandel. Langjährige Beschäftigung mit den Themen Architekturgeschichte, Denkmalschutz und Industriekultur. Neben Österreich stellt Ostdeutschland (Sachsen) einen Schwerpunkt seiner Aktivitäten dar. Korrespondent der Zeitschrift „Industriekultur“ und seit 2008 Chefredakteur der Zeitschrift „Denkma[i]l“ der Initiative Denkmalschutz. DR. GERHARD HERTENBERGER geb. 1967, Studium der Biologie an der Universität Wien, anschließend Forschungstätigkeit, Wissenschaftsautor für Biowissenschaften, sowie Buchautor. Seit den 1990er-Jahren intensive Beschäftigung mit baukulturellem Erbe, Fotodokumentation historischer Gebäude und umfangreiches Archiv. In den vergangenen Jahren als Experte für Denkmalschutzfragen und freier Autor zahlreicher investigativer Artikel u. a. in der Zeitschrift „Denkma[i]l“ der Initiative Denkmalschutz, deren Chef vom Dienst er seit 2013 ist. DER BUCHINHALT GELEITWORTE (u. a.): – Univ.-Prof. Dr. phil. lic. phil. Nott Caviezel, Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege, Forschungsbereich Denkmalpflege und Bauen im Bestand, Technische Universität Wien – Univ.-Prof. Dr. Wilfried Lipp, Ehrenpräsident ICOMOS Österreich (Internationaler Rat für Denkmalpflege; Präsident 2002-2018) – Univ.-Doz. Prof. Dr. Bernd Lötsch, von 1994-2009 Generaldirektor des Naturhistorischen Museums Wien EINLEITUNG: Denkmalschutz in Österreich 2008-2018, 10 Jahre Initiative Denkmalschutz, Wolfgang Burghart, Chefredakteur „Denkma[i]l“ Initiative Denkmalschutz DIE 70 FALLBEISPIELE GEFÄHRDET: Schloss Greifenberg in Radmer (Stmk.), der Perlmooserhof in Mannersdorf (Bgld.), Gut Guggenthal bei Salzburg (Sbg.), Schloss Ladendorf im Weinviertel (NÖ), Schloss Batthyány in Trautmannsdorf/Leitha (NÖ), die alte Poststation in Perschling (NÖ), der Klagenfurter Schrotturm (Ktn.), die Badlwandgalerie bei Peggau (Stmk.), die Papierfabrik Klein-Neusiedl (NÖ), das Südbahnhotel am Semmering (NÖ), die Villa Seewald in Pressbaum (NÖ), das Hotel Alpenhof am Achensee (Tirol), die Hammerbrot‐Fabrik in Schwechat (NÖ), das historische Zentrum Bad Gasteins (Sbg.), Stollenanlage „Quarz“ bei Melk (NÖ) VERLOREN: der Mang‐Hof in St. Peter am Kammersberg (Stmk.), das Haidhaus in Innerbraz (Vbg.), das Meiergut in Schlüßlberg (OÖ), das Wolf‐Dietrich‐Berghaus am Dürrnberg (Sbg)., Gasthof „Goldener Hirsch“ in Kaumberg (NÖ), die Gartlmühle in Gresten (NÖ), die Brauerei Noppinger an der Salzach (Sbg.), die alte Brauerei Schwechat (NÖ), der Kastellhof in Graz (Stmk.), das Hotel Burger in Wienerbruck (NÖ), der Staberhof in Waiern (Ktn.), der ehemalige Pfarrhof von Trumau (NÖ), die ehemalige Kattundruckerei Farovino in Graz (Stmk.), Bauernhaus vlg. Oderich in Neudorf bei Parndorf (Bgld.), die Waisenhauskaserne Klagenfurt (Ktn.), die Arbeitersiedlung Marienthal (NÖ), Totalabbruch Schweizertalstraße 16 (Wien), die Lambacher Flachsspinnerei Stadl‐Paura (OÖ, das Café Wenninger in Wiener Neustadt (NÖ), der Seebahnhof in Gmunden (OÖ), die Eichenhalle in Kirchberg in Tirol, die Linzer Eisenbahnbrücke (OÖ), der Kampf um das Haus Bauernmarkt 21 (Wien), Historische Bedürfnisanstalten in Wien, die Villa Jaray in Wien-Grinzing, die Murbrücke in Judenburg (Stmk.), das Josef‐Afritsch‐Heim in Wien‐Hietzing GERETTET: der Untere Edelhof in Forchtenstein (Bgld.), der Schwarzer Hof in Eisenerz (Stmk.), Bergbau Platzertal (Tirol), die Ögghöfe im Kaunertal (Tirol), Schloss und Park Pöckstein (Ktn.), die Zinkhütte in Döllach (Ktn.), die Ankerbrotfabrik (Wien), Schloss Rotenturm an der Pinka (Bgld.), Bahnhof der Kaltenleutgebner Bahn in Perchtoldsdorf (NÖ), das Kaiserin-Elisabeth-Krankenhaus in Hohenems (Vbg.), die Baumwollspinnerei Teesdorf (NÖ), das Strandbad Klosterneuburg (NÖ), der Toboggan (Wien), die Villa Werner und das Klimt-Atelier (Wien), Haus Dellacher in Oberwart (Bgld.), VERÄNDERT: der Schlüsselhof in Steyr (OÖ), Der Garten von Schloss Aschach (OÖ), Die Demontage des Hofkammerarchivs (Wien), Der Schubert-Turm in Wien-Erdberg, Die Sofiensäle in Wien-Landstraße, Rotunde/Riesenrundgemälde Innsbruck (Tirol), der Salzburger Hauptbahnhof (Sbg.), das Otto-Wagner-Spital Am Steinhof (Wien), die Rosenhügel-Studios (Wien), Struberkaserne und Panzerhalle (Salzburg), der Westbahnhof (Wien), Gebäudeaufstockungen in Wien, der Augarten und die Konzerthalle MuTh (Wien)


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